Der Hase mit den Bernsteinaugen

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Der Hase mit den Bernsteinaugen

Das verborgene Erbe der Familie Ephrussi

von Edmund de Waal

Buch

gebunden (349 Seiten)

Sprache: Deutsch

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264 Netsuke, Miniatur-Schnitzereien aus Holz und Elfenbein aus Japan, liegen in der Vitrine des britischen Keramikkünstlers Edmund de Waal, Nachkomme der jüdischen Familie Ephrussi. Wie sie dorthin gelangten, erzählt de Waal in einem Erinnerungsbuch, das vom Paris der Belle Époque ins Wien des Fin de siècle führt und vom Tokio der 1950er Jahre über Odessa nach London. Die Ephrussi, einst an Reichtum und Einfluss den Rothschilds ebenbürtig, erlebten mit dem "Anschluss" 1938 den Niedergang - ihr gesamtes Vermögen wurde arisiert. Eine außergewöhnliche Familiengeschichte, eine Wunderkammer, eine brillant geschriebene Erkundung über Besitz und Verlust, über das Leben der Dinge und die Fortdauer der Erinnerung.


Produktdetails

Verkaufsrang: 302
ISBN-10: 3-552-05556-8
EAN: 9783552055568
Originaltitel: The Hare with Amber Eyes
Erschienen: 29.08.2011
Verlag: Zsolnay
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 349
Gewicht: 592 g
Übersetzer: Brigitte Hilzensauer
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Edmund de Waal

Edmund de Waal wurde 1964 in Nottingham geboren und studierte in Cambridge. Er ist Professor für Keramik an der University of Westminster und stellte u.a. im Victoria and Albert Museum und in der Tate Britain aus. Er lebt in London.

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Kundenrezensionen

  • Komplementär ... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 25.03.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Edmund de Waals "Hase mit den Bernsteinaugen" habe ich zufällig unmittelbar in Anschluss an Umberto Eccos "Friedhof in Prag" gelesen. Der Zusammenhang ist frappierend - wie zwei Seiten einer Münze: e i n e literarische Aufarbeitung über das Treibhaus des Antisemitismus im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts!

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  • selten so genossen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Bianca Dobler, am 07.03.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    eine wirklich gute biografie zu schreiben ist schwer - das weiß ich aus zahlreichen, anderen lektüreerlebnissen
    doch hier legt der autor eine geschichte seiner familie vor, die anhand der reisen der kleinen japanischen nippesfiguren erzählt wird, die kaum ein auge trocken lassen wird.
    besonders schön sind für jeden einheimischen die passagen mit schauplatz wien - völlig verändert wird man die ringstrasse während und nach der lektüre betrachten...

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  • "Eine unbedingt zu erlesende Kostbarkeit" Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Sonea84, am 20.02.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ich muss sagen, ich bin immer geflashed von diesem Buch. Jetzt beim schreiben der Rezension fällt es mir schwer, meine Gefühle in Worte zu fassen.

    Ich lese eigentlich nicht unbedingt Sachbücher und hatte dann doch etwas Bedenken, als ich "Der Hase mit den Bernetinaugen" in der Hand hielt. Aber als ich das Buch dann aufschlug und anfing zu lesen, waren alle Zweifel und Bedenken verflogen. Edmund de Waal erzählt seine Reise in die Vergangenheit so plastisch, das ich wirklich das Gefühl hatte einen Roman zu lesen. Dieses Buch ist auch eine Art Hommage an Kunst und Architektur. Es geht um so vieles mehr, als die Netsuke - es geht um eine Lebenseinstellung und den großen Zusammenhang.
    Wenn Edmund de Waal so vor den alten Häusern seiner Familie steht und beschreibt was er aus allten Unterlagen herausgefunden hat, hatte ich immer das Gefühl mit ihm in diesem Raum zu stehen und alles still und leise zu beobachten.

    Das Buch fängt einfach nur wunderbar an und es machte sich gleich ein warmes Gefühl in meinem Bauch breit. Ich sah die prachtvollen Zimmer mit den sorgfältig ausgewählten Kunstobjekten und konnte das Rascheln der Kleider der Damen fast hören. Es war wie eine Art Zauberwelt in der der Leser gefangen genommen wird. Ich wünschte mich auch in das eine oder andere Kleid, oder an den einen oder anderen Ort. Und wie schon erwähnt geht es nicht nur um die Nestuke, es geht um das ganze Leben der Personen. Edmund versucht zu verstehen wie sein jeweiliger Vorfahre war, in welcher Zeit er sich bewegt hat und warum die Netsuke in den Besitz dieser Person kam. Was machte dieser Mensch mit den Netsuken? Was bedeuteten sie ihm? Warum ließ er sie "weiterziehen"?

    Da es sich bei der Familie Ephrussi um eine jüdische Familie handelt, kommt man dann leider auch um gewisse negative Lebensabschnitte nicht herum. Auch wenn ich natürlich schon vieles über diese Zeit und die Behnadlung der jüdischen Bevölkerung gelesen habe, ist es doch etwas anders hier in diesem Buch. Man hat das Gefühl die Menschen zu kennen, denen gerade diese Grausamkeiten passieren. Das machte es für mich "persönlicher". Aber Edmund de Waal drückt hier nicht auf die Tränendrüse, im Gegenteil, es wird eigentlich alles sehr neutral erzählt.

    Und als sich das Buch dann dem Ende neigt, wird eine herzerwärmende Szene beschrieben, die mir als Leser klar macht, was diese 264 Nestuke für diese Familie bedeuten mögen. Vielleicht nicht damals - aber heute.


    Ich hätte nie gedacht, dass mich ein "Sachbuch" so berühren und fesseln könnte. Ich war teilweise in einer anderen wunderbaren und in einer anderen grausamen Welt gefangen. Und ich habe an einer Stelle sogar einfach so aus heitem Himmel angefangen zu weinen - wegen der Netsuke. Leser dieses Buches werden wissen welche Stelle es ist!

    Auf dem Buchdeckel steht geschreiben, dieses Buch sei "eine unbedingt zu erlesene Kostbarkeit". Dies kann ich nur unterschreiben!!! Ich werde dieses
    Buch bestimmt nochmehrmals in den Händen halten und mich von seiner Magie gefangen nehmen lassen!!!

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  • Mitreissend Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von slowfood, am 29.01.2012

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    Das Buch zu kaufen war eigentlich kein Problem, wenn auch weit weg in einer netten Buchhandlung in Gifhorn.

    Meiner Frau scheint es zu trocken gewesen zu sein, sie hat früh aufgegeben. Da lag es dann und der Hase sah mich immer mal wieder an.

    Der Name Ephrussi sagte mir gar nichts und den Autor kannte ich auch nicht.

    Einmal begonnen, habe ich es aber kaum wieder aus der Hand gelegt, so nimmt einen diese Familiengeschichte mit, die der Autor da recherchiert hat. Die Netsuke als durchlaufendes Thema um die sich die sehr realen Familienmitglieder ranken. Der erschütternde Antisemitismus in vielen Ländern/Städten Europas, der sich zu der bekannten Katastrophe steigert und die Familie zuerst unglaublich erfolgreich fast vernichtet. Ein riesiges Vermögen aufgebaut und genommen.

    Ich hatte vorher noch nie von der Familie gehört und noch weniger kannte ich irgendein Netsuke. Welch eine Bereicherung ist dieses Buch

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  • 150 Jahre Kulturgeschichte Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 09.01.2012

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    Dies ist die Geschichte der Familie Ephrussi, einer der einflußreichsten jüdischen Familiendynastien Europas, vergleichbar der der Rothschilds.Der Autor schreibt völlig unsentimental und in wunderbarer Sprache über seine Familie. Dieses Buch ist absolut empfehlenswert für alle, die sich für Kunst und Geschichte begeistern können. Ergänzt wird die Chronik durch Fotos, Illustrationen und einen Stammbaum.

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  • Erinnerung an eine Familie Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Erika Föst, am 06.01.2012

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    Eine Sammlung japanischer Netsuke, Miniaturschnitzereien aus Holz und Elfenbein, führt uns durch die tragische Familiengeschichte der Bankiersfamilie Ephrussi. Edmund de Waal, ein Nachkomme, erzählt den Aufstieg und den Zerfall der Familie Ephrussi. Es nimmt seinen Anfang im Paris des Fin de siècle und der Zeit des Impressionismus in Frankreich, findet seinen Höhepunkt im Wien der 30er Jahre, wo die Bankiersfamilie jüdischer Herkunft schikaniert und gedemütigt wird. Unter den Nazis verliert die Familie alles, ihre Kunstschätze, ihr Geld und ihr Ansehen. Das einzige was blieb ist die Sammlung japanischer Netsuke und die Erinnerung.
    Ein starkes Buch!

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  • "... eine kleine, unverwüstliche Entladung von Genauigkeit." Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Tanja Kuhner, am 07.12.2011

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    Edmund de Waal ist Professor für Keramik: für ihn der entscheidende Anreiz, dieses Buch zu schreiben, für den Leser das Besondere dieser Familiengeschichte. Als Erbe von 264 Netsuke ( gesprochen: Netske, siehe Definition des Autors in meiner Überschrift), kleine handschmeichelnde Schnitzereien, macht er sich daran, den Weg dieser Miniaturkunst in seine Familie hinein zu erforschen. Auf elegante Weise führt der Autor den Leser zunächst in die Welt der Pariser Salons des 19. Jahrhunderts und in die weiteren internationalen Verflechtungen der Familie Ephrussi - detailreich, wundervoll erzählt.

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  • Faszinierende Familiengeschichte Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Joke Hoogendoorn, am 06.11.2011

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    Edmund de Waal erzählt uns auf faszinierende Weise die ohnehin faszinierende Geschichte seiner Vorfahren. Angefangen hat es mit 264 Netsuke, die Charles Ephrussi Mitte des 19. Jahrhunderts in Paris kaufte. Nach dem Tod seines Großonkels Iggie erbt Edmund diese kleinen geschnitzten Figuren aus Japan, der Hase mit den Bernsteinaugen ist eine von ihnen. Selber Künstler (Keramik) ist De Waal neugierig nach der Rolle, die die kleinen Kunstwerke in der Familiengeschichte gespielt haben. Sie führt uns nach den Ursprüngen in Odessa, nach Paris im späten 19. Jahrhundert, nach Wien bis 1938 und weiter nach Tokio und England. Die jüdische Bankiersfamilie (von) Ephrussi war sehr vermögend und zählte sowohl in Odessa und Paris als auch in Wien zu der absoluten Oberschicht der Gesellschaft. Sie bewohnten Paläste und sammelten begeistert Kunstwerke aller Art. Der Reichtum schützte sie aber nicht für den immer anwesenden Antisemitismus, der besonders auch in Wien blühte. In den dreißiger Jahren wird ihnen alles abgenommen, und die Familie verstreut sich in allen Windrichtungen. Edmunds Großmutter Elisabeth, mit dem Niederländer Hendrik de Waal verheiratet, kann ihren Vater gerade noch rechtzeitig nach England holen. Französiche Verwandte haben nicht so viel Glück, denn die meisten von ihnen überleben den Krieg nicht. Nach dem Krieg beginnt ein Kampf um die enteigneten Eigentümer der Familie in Wien. Mühevoll gelingt es Elisabeth, einen kleinen Bruchteil zurück zu bekommen, aber der Löwenteil des enormen Vermögens der Familie bleibt verschollen. Das verdanken sie hauptsächlich den österreichischen Behörden, die sich in dieser Angelegenheit nicht gerade hilfsbereit aufstellen. Wie die Netsuke gerettet werden, ist ein Wunder, das ich hier nicht verraten werde. Die kleinen Kunstwerke reisen dann Ende der vierziger Jahre mit Iggie nach Japan, zum Land ihrer Erschaffung.
    Die Geschichte, die Edmund de Waal erzählt, ist sowieso schon spannend. Er erzählt nicht nur seine Familiengeschichte, sondern schildert gleichzeitig ein absolut faszinierendes Bild der Zeitgeschichte. Beim Lesen fühlt man sich wie im Film, so lebhaft und nah fühlt man sich der Geschichte. Das ist wirklich eine außergewöhnliche Leistung. Wunderbar!

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  • Der Hase mit den Bernsteinaugen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Christiane Feiler, am 24.10.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Der Autor, Nachfahr einer überaus vermögenden jüdischen Bankiersfamilie, beschreibt die wechselvolle Geschichte seiner Familie anhand des Verbleibs von 264 Netsuke, kleinen japanischen Schnitzereien aus unterschiedlichen Materialien, die der Urgroßonkel im Paris des Fin du siecle erwirbt. Charles Ephrussi ist Kunstsammler und Mäzen und Bekannter von Monet, Renoir, Proust und vielen anderen Größen seiner Zeit. Von Paris gehen die Netsuke ins Wien des beginnenden 20.Jahrhunderts, wo der Leser im Umfeld der Familie Schnitzler, Gustav Mahler und Karl Kraus trifft. 1938 muss die Familie emigrieren. Die Netsuke folgen auf verschlungenen Wegen nach England, wo der Autor heute lebt
    Edmund de Waal ist eine wunderbare Familienchronik gelungen, stilistisch brillant und überaus interessant und lehrreich. Europäische Geschichte, erzählt anhand der Geschichte japanische Figuren –ein persönliches, berührendes und völlig unsentimentales Buch.

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  • Allerbeste Horizonzerweiterung Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Petra Kurbach, am 22.10.2011

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    Von Odessa über Wien nach Tokio und London begleitet man den Autoren auf der Spurensuche zur Geschichte seiner Familie. Das Buchcover und der Titel wirkten bei mir erst auf den zweiten Blick. Aber dann entfaltet sich ein Panorama in dem der Bogen von japanischer Kunst zu europäischen Impressionisten und Literaten gespannt wird. Gehen Sie nicht achtlos an diesem Buch vorüber, sondern lassen sich einfangen.

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  • Aufregende Unaufgeregtheit Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Marie-Therese Reisenauer, am 17.10.2011

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    Der Autor, Edmund de Waal, ist ein Nachkomme des Baron Ignaz von Ephrussi, aus Odessa kommend, Bankier in Wien. Als Zeichen seines Erfolges ließ er sich das Palais Ephrussi bauen, schräg gegenüber der Votivkirche, welche zur gleichen Zeit errichtet wurde. Der Stil Ephrussis war ein anderer, der von Theophil Hansen plastisch umgesetzt wurde. Korinthische Pilaster, dorische Säulen, Karyatiden unter einem Dach, eine Treppe für den Hausherrn ganz alleine. Die Familienkonstruktion de Waals wird dann berührend, wenn es um das Schicksal der Netsuke-Sammlung der Ephrussis geht, die von einem Dienstmädchen vor den Nazischergen gerettet wird, den Krieg überdauert, und der Hase mit den Bernsteinaugen dem Palais Ephrussi wieder Geltung verschafft. Marmor überall, das einzig jüdische Bild auf der Ringstraße dort hängend, besuchen Sie das "Haus".

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  • Eine europäische Familiengeschichte Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Martin Bär, am 10.10.2011

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    Edmund de Waal, englischer Professor für Keramik in Cambridge, erbt von seinem Großonkel eine Sammlung von 246 Netsuke, das sind kleine japanische Schnitzereien aus Holz und Elfenbein. Er erzählt in diesem spannenden Buch, wie die Netsuke in die Familie gekommen sind und von Generation zu Generation weitergereicht wurden.

    Dabei entsteht das Portrait einer Familie: all die verschiedenen Charaktere, Eigenwilligkeiten, Schicksalsschläge, die die Zeit mit sich bringt, werden von de Waal in nüchterner und doch empathischer Sprache erzählt, er will die Familiengeschichte, auch für seine Kinder, festhalten.

    Wieder einmal erschüttert war ich von der unglaublichen Barbarei und Unkultur, mit der die sehr wohlhabende Familie von den Nazis aus Österreich vertrieben wurde, wie der Besitz arisiert und die Familie wieder bei Null beginnen musste. Fast ebenso schlimm finde ich allerdings, wie Österreich nach dem Krieg mit den berechtigten Restitutionsforderungen umgegangen ist: verzögern, verschleppen, verleugnen, lautete da wohl das Motto. Zum Schämen ist das!

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  • Eine europäische Familiengeschichte... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Bettina Gastager, am 14.09.2011

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    Der Autor begibt sich auf die Spuren seiner geschichtsträchtigen Familie, als er zum Erben von einer Menge kleiner japanischer Kunstschnitzereien wird. Er entführt uns daraufhin quer durch das Europa der vorigen beiden Jahrhunderte, spannend und kurzweilig liest sich seine Spurensuche. Die Liebe zu den schönen Künsten spürt man in jeder Zeile, in jeder detailgenauen Beschreibung - ein Buch, das man in diesem Herbst nicht auslassen sollte!

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  • Der Sensationserfolg aus Großbritannien Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Monika Fuchs, am 13.09.2011

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    Edmund de Waals Buch „Der Hase mir den Bernsteinaugen“ ist eigentlich eine Biografie über seine Familie mütterlicherseits, aber es gibt sehr viel mehr darin zu entdecken! Entstanden ist dieses Buch als Edmund de Waal, ein Professor für Keramik und Künstler, von seinem Großonkel eine Sammlung von 264 Netsuke geerbt hat. Er wollte wissen, wo herkamen und wie sind sie in der Familie weitergegeben worden sind.

    Netsuke sind kleine geschnitzte Figuren aus Elfenbein oder Holz, die als Gegengewicht bei der Befestigung des Inro (kleine Lackdose) am Obi (Gürtel) eines Kimonos dienten. Ende des 19. Jahrhunderts kamen sie in Europa groß in Mode.

    Edmund de Waal entstammt mütterlicherseits aus einer vor dem 2. Weltkrieg sehr vermögenden jüdischen Familie – den Ephrussi. Ursprünglich stammt die Familie aus Odessa. Doch dann gingen je ein Sohn nach Paris und ein anderer nach Wien, um dort jeweils bedeutende Bankhäuser aufzubauen. Die jeweils jüngeren Söhne brauchten nicht in die Bank einzutreten, sondern konnten sich ganz den schönen Künsten widmen. Und so beginnt die Geschichte der Netsuke in Paris mit Charles Ephrussi. Er ist der erste Besitzer dieser Sammlung. Als sein Cousin Viktor in Wien heiratete, schenkte er Ihnen seine Netsuke zur Hochzeit. In dieser Familie nehmen sie einen ganz anderen Stellenwert ein. Fast gehen die Netsuke in der Nazizeit verloren, aber sie konnten wie durch ein Wunder gerettet werden und kehrten wieder in die Familie zurück. Der zweitjüngste Sohn von Viktor bringt sie zurück nach Japan und von dort erbt sie der Autor.

    Wer jetzt allerdings denkt, dass dies nur eine Erzählung ist, wie die einzelnen Netsuke aussehen und wie sie in die Familie gekommen sind, der täuscht sich. Die Netsuke haben nur den Ausschlag gegeben, dass Edmund de Waal sich ausgiebig mit seiner Familiengeschichte beschäftigt hat. Dies hat ihn gut zwei Jahre seines Lebens gekostet. Wir als Leser erhalten jetzt eine Schatztruhe, in der wir ganz viel entdecken können. Wir entdecken das Paris mit seinen glamourösen Salons, den Moden und Sammlungen dieser Zeit, den Malern und Autoren, aber auch der Politik Ende des 19. Jahrhunderts. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lernen wir Wien näher kennen. Es ist gerade die Ringstraße neu entstanden und hier lebt die Familie. Auch hier besteht wieder ein lebhafter Austausch mit Künstlern. Allerdings endet dieses Leben tragisch als Hitler Österreich heim ins Reich holt. Auch die Familie Ephrussi hat zu lange gezögert und sich in Sicherheit gewogen.

    Edmund de Waal hat ein wunderbares Buch über eine untergegangene Zeit geschrieben. Es gibt hier drin so viel zu entdecken und es gibt so viele Anreize, was man hinterher gerne anschauen oder lesen möchte. Und dazu ist es auch noch ein sehr genaues Dokument wie sich der Antisemitismus immer weiter entwickelt hat. Jetzt würde ich mir nur noch wünschen, dass der Verlag uns einen Bildband als Ergänzung mit den ganzen 264 Netsukes anbieten würde.

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  • Beeindruckend Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Rafael Ulbrich, am 01.09.2011

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    Edmund de Wahl, ein Nachkomme der jüdischen Familie Ephrussi ist in Besitz von 264 Netsuke.
    Diese japanischen Miniaturen sind für ihn der Anlass Nachforschungen über deren Herkunft anzustellen.
    Zwei Jahre ist er auf deren Spuren unterwegs. Was daraus entsteht, ist eine beeindruckende Familiengeschichte
    über einen Zeitraum von 138 Jahren. Mehrere Generationen, unterschiedlichste Biografien und Lebensorte bieten
    nicht nur Einblicke in diese jüdische Familie, sondern lassen den Leser in die deutsche und österreichische Geschichte eintauchen.
    Toll recherchiert und spannend zu lesen!

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  • De Waal, Der Hase mit den Bernsteinaugen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Odilie Pressberger, am 26.08.2011

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    Schon lange nicht mehr hat mich ein Buch so "gepackt" und berührt, wie diese Familiengeschichte! Erzählt wird sie von dem Großneffen Edmund de Waal anhand von 264 japanischen "Handschmeichlern" = Netsukes, die sich seit etwa 1860 im Besitz der jüdischen Bankiersfamilie Ephrussi befinden. Der Bogen der Erzählung spannt sich von Paris über Wien nach Tokio. Was für eine Idee, die Geschichte einer Familie mittels ihrer Gegenstände, nicht ihrer Personen, zu erzählen!! (Welche wären das übrigens in Ihrer Familie? Kennen Sie die Dinge, die Ihre Familiengeschichte transportieren??) Ich wandere beim Lesen durch Häuser, Salons, Sammlungen. Steige Treppen hinauf, bewundere Gemälde und berühre vorsichtig Gobelins und Tapeten. Aus diesem neuen Blickwinkel erschließt sich mir die Zeit von Proust genauso, wie die von S.Freud. Über die Dreyfus-Affäre kann ich ebenso nachdenken, wie über die Nazis in Österreich am 11. März 1938. Zum Schluß frage ich mich, bei wem die Netsukes wohl um 2160 sein werden?? Jetzt wünsche ich mir noch einen Bildband oder Katalog, in dem alle 264 Schnitzereien abgebildet und erklärt sind.

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  • Biographie einer Familie Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von michaela bokon, am 21.08.2011

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    Die Familie Ephrussi stammt aus odessa, sie ist eine sehr angesehene Handelsfamilie, vergleichbar mit den Rothschilds.Die Familie entsendet nach einer fundierten Ausbildung ihre Söhne in die Städte Paris, Wien und Frankfurt um dort die Finanzgeschäfte vorort zu sichern.Nebenbei betätigen sie sich als Kunstsammler und darauf ist dieses Buch angelegt.

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  • großartig - unbedingt lesen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Edith Berger, am 17.08.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Edmund de Waal erzählt die Geschichte seiner Familie, der jüdischen Bankiersfamilie Ephrussi. Er hat von seinen Vorfahren 264 Miniaturschnitzereien - sogenannte Netsuke vererbt bekommen. Diese Tierfiguren aus Holz oder Elfenbein stammen aus Japan.
    Edmund de Waal macht sich auf die Suche nach der Herkunft dieser Miniaturen und verfolgt ihren Weg bis sie in seinen Besitz gelangen.
    Er erzählt uns vom Schicksal seiner Vorfahren - es ist ein Teil österreichischer Geschichte.
    Großartig - unbedingt lesen

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