Abenteur Alltag
von
Christoph Große Hartlage, am 08.09.2007
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Nach der warmherzigen Komödie "Italienisch für Anfänger" legt jetzt Norwegen jetzt mit "Elling" nach, der als nicht englisch-sprachiger Film mit einer Oscarnominierung bedacht wurde.
Elling erzählt von zwei liebenswerten Typen, die sich nicht ganz normal verhalten und voller Skurrilität in das Abenteuer Leben starten.
Zwei Jahre teilten sich Elling und Kjell Bjarne ein Zimmer in der Psychatrie, dann werden sie in den normalen Alltag entlassen, erhalten eine Sozialwohnung und einen coolen Sozialarbeiter Frank zu Seite gestellt. Nun müssen sie beweisen, dass sie selbstständig ihren Alltag meistern können. Und dies ist gar nicht so einfach.
Elling, klein, schmächtig, hat über vierzig Jahre bei seiner Mutter gelebt, ohne nennenswerten Kontakt zur Außenwelt. Obwohl er durchaus gerne spricht, ist er absolut kommunikationsunfähig. Mit einen Leben in den eigenen vier Wänden ist völlig zufrieden, schon allein der Gedanke daran die Wohnung verlassen zu müssen treibt ihm den Angstschweiß auf die Stirn. Elling: "Da gibt es die einen, für die ist eine Expedition zum Südpol etwas Alltägliches, und es gibt die anderen, für die ist schon ein Gang quer durch ein Restaurant ein großes Abenteuer" .
Kjell Bjarne, groß und stämmig, denkt dagegen hauptsächlich an zwei Sachen: 1. Essen, 2. Frauen, genauer Sex. Während er mit Essen allerdings durchaus Erfahrung hat, fehlt ihn diese gänzlich bei Frauen. Von Natur aus wortkarg bringt er in der Gegenwart von Frauen, die ihm gefallen praktisch kein Wort heraus.
Schritt für Schritt tasten sie sich in die Alltagswelt voran. Selbstverständlich wie der Einkaufsgang, Telefonieren, der Besuch eines Restaurant werden für das ungleiche Duo zu großen Herausforderungen. Ihr langsames Eingewöhnen und der Abbau ihrer Hemmungen wird liebevoll skizziert. Niemals lacht man über Elling und seinen Freund, sondern immer mit ihnen. Man freut sich mit ihnen über jeden Erfolg und mag er darin bestehen, dass Elling eines Morgens in seiner eigenen Kotze erwacht. ;)
Elling und Kjell Bjarne werden überzeugend von Per Christian Ellefsen und Sven Nordin dargestellt. Minimale Gesten wechseln mit temperamentvollen Erregungsausbrüchen ab. Skurrile, aberwitzige Szenen mit leisen, rührenden Szenen. Erfrischend wie Elling trotz seiner Schüchternheit immer wieder sagt was ihm bedrückt.
Letztlich erzählt Elling davon, wie man seine eigenen Grenzen überwindet und nicht zu vergessen von der Freundschaft.