Rezensent im Portrait
aus Bern
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- schreibe als Hobby selber Bücher und habe eine grosse Film- und CD-Sammlung
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Kunst für HartgesotteneRezension vom 09.06.2007Das wichtigste vorweg. 300 ist weder historisch sicher, noch logisch. Er ist auch nicht gerade wenig brutal. Es gibt jedoch genau zwei Punkte welche den Film in ausserordentlichem Mass auszeichen. Die Musik: Sie erstrahlt zuweilen modern, dann wieder klassisch oder episch. Doch sie verliert nie die Verbindung zu dem was geschieht. Das Bild: Jedes Bild, jede einzelne Kameraeinstellung wirkt wie ein Gemälde und ist für Augen welche nicht vor brutaler Gewalt zurückschrecken einfach nur wunderschön. Die Farbtöne wurden perfekt getroffen, jede Bewegung erscheint ausgeglichen, einem Tanz gleich. Ja, es ist kein hochstehendes Werkt. Aber es ist verdammt schön es anzusehen! -
Magie gesuchtRezension vom 09.06.2007Der erste Teil entführte uns in eine wundervolle Welt voller Magie und Geheimnisse. Die Effekte waren liebevoll gestaltet und die Figuren detailreich verziert. Der zweite Teil konnte sich zwar nicht mehr mit dem ersten messen, war aber noch immer so richtig schön "potterig". Das ist Teil 3 definitv nicht. Der Film wirkt grob, ohne jedes Verständnis für diese Zauberwelt. Die Darsteller agieren distanziert, als wäre ihnen jegliche Hingabe abhanden gekommen. Dennoch ist der Film solide gedreht und für jeden Potter-Fan empfehlenswert. Er "pottert" einfach nicht mehr. -
Jack Sparrow erleidet SchiffbruchRezension vom 09.06.2007Unzählige Geheimnisse, ein gewaltiger toter Kraken, schizophrene Anwandlungen und eine Frau die zum Riesen mutiert. Mal ehrlich, wer hat sich das ausgedacht?
Bruckheimer gelobte nach dem unsteten zweiten Teil Besserung und orderte alle Schauspieler noch einmal ans Set um nachzudrehen. Damit die Figuren "tiefgründiger" wirken hiess es. Das Ergebnis ist enttäsuchend. Jack Sparrow spricht plötzlich mit imaginären Ausgaben von sich selbst, was in keinster Weise zum besseren Verständnis des wirren Piraten beiträgt. Zudem sind diese komischen Szenen ziemlich gesucht. Will Truner verwandelt sich vom ehrenhaften Mann in einen egoistischen Piraten der sogar seine Verlobte für seine Ziele opfern würde. Eine Wandlung die nicht einmal ansatzweise erklärt wird. Mr. Bruckheimer hätte anstelle seiner Armee von Special-Effects-Spezialisten lieber ein paar gute Autoren angheuert. Zu viel will Regisseur Gore Verbinski in die zweieinhalb Stunden stopfen und dabei vergisst er leider oft einen Handlungsstrang hinreichend fertig zu erzählen. Was wir dann auf der Leinwand serviert bekommen entspricht kaum noch einem Piratenfilm. Überall lauern Monster, Ungeheuer und noch viel mehr Effekte die je länger je mehr unrealistisch und billig gemacht wirken. Man könnte fast meinen, dass Regisseur und Produzent den Fähigkeiten ihrer Darsteller nicht vertrauten, denn die werden übertönt von gewaltiger Musik und einer noch gewaltigeren Schlacht an Specials. Eigentlich schade. War doch der erste Teil wirklich gute Unterhaltung. Was am Ende bleibt ist das seltsame Gefühl, dass der Zuschauer zugunsten eines neuen Gewinnrekords für Herr Bruckheimer übers Ohr gehauen wurde. -
Diagnose: Suchtgefahr.Rezension vom 22.04.2007Es gibt viele Ärzteserien, zu viele vielleicht. Aber für Dr. House ist immer Platz. Denn Dr. House ist anders. Der Protagonist ist so unsympathisch, dass allein seine Anwesenheit und das Unwissen, was er als nächstes tut die Spannung ins grenzenlose steigen lässt. Die einzelnen Episoden sind zwar oft gleich gestrickt, dennoch behält sich jede Folge eine Nachricht vor. Moralisches Fernsehen, das auch noch Spass macht! -
Garfield?Rezension vom 22.04.2007Leider sind bei diesem Film Charme und Witz des Originals völlig abhanden gekommen. Auf der Leinwand regieren nur noch Effekte und die unpassende Stimme von Thomas Gottschalk. Der Regisseur setzt viel zu sehr auf Tempo und lässt so die Figuren weiterhin steril. So ein Garfield möchte man nun wirklich nicht sehen! -
Ein visueller FestschmausRezension vom 22.04.2007Ohne Frage haben wir die Geschichten von erfolgreichen und kalten Männern die sich dann im Verlaufe des Films wieder auf ihre Wurzeln besinnen schon oft gesehen.
Im Grossen und Ganzen bietet die Handlung auch nicht viel Neues und das Ende ist schon nach gut 20 Minuten abzusehen.
Das ist es aber auch nicht, was den Film ausmacht. Viel mehr ist die Darstellung Crowes als egoistischer Börsenmakler ungeheuer liebevoll, ja oftmals sogar komödiantisch. Die Figuren allgemein sind mit einer solchen Hingabe gezeichnet, dass einem fast gar nicht auffällt, dass sich der Kern des Ensembles gerade mal auf etwa fünf Leute beschränkt. Zudem bietet uns Regiesseur Scott mit "Ein gutes Jahr" einen wahrhaftigen Bilderrausch an der tatsächlich in Ferienlaune versetzt. Ganz sicher ist "Ein gutes Jahr" kein Film für die Ewigkeit, doch er ist ein wirklich guter Jahrgang den man sich nicht entgehen lassen sollte. Sozusagen ein Insidertip.
Hinzu kommen drei wunderbare Videolips von Songs der Band Russell Crowe and the ordinary fear of god.
Also, wem das Geld für Ferien fehlt sollte sich diesen Film mit einer guten Flasche Wein zu Gemüte ziehen! -
Sag niemals nieRezension vom 03.04.2007James Bond ist wieder da um erneut die Welt vor den Bösen der Bösen zu retten. James Bond? Nicht ganz meinen manche zu wissen. Daniel Craig als frischgebackener Agent mit der Lizenz zum töten habe nur noch wenig mit der Serie gemein. Tolle Action, ja. Realistische Handlung, sicher. Aber ist das wirklich ein Bond Film?
Ja! Es ist eben nur ein Bond Film der neuen Generation. Wir wollen keine perfekten Helden mehr sehen, die sich nicht einmal eine Schramme holen. Wir wollen uns mit unseren Vorbildern identifizieren können. Craigs Bond macht Fehler, wir auch. Craigs Bond stirbt fast, er ist nicht unbesiegbar. Craigs Bond ist menschlicher.
Auch die Fakten sprechen für einen Bond Film. Mit Martin Campbell wurde ein erfahrener Bond-Regiesseur verpflichtet, der weiss wie der Hase läuft. Für die Titelmelodie zeichnete wieder David Arnold verantwortlich und stängie Querverweise auf Bonds Geschichte innerhalb des Films lassen das Herz von jedem Fan höher schlagen.
Jeder neue Darsteller war gewöhnungsbedürftig. Schliesslich handelt es sich bei 007 um cineastisches Kulturgut. Da ist es nur zu verständlich, dass wir uns nur schwer mit Neuem anfreunden können. Schliesslich nehmen Sie ja auch nicht einfach einen wildfremden Mann in Ihre Familie auf. Oder?
Nur soviel. Bei Craig lohnt es sich, ihn in die Familie aufzunehmen. -
Schachmatt gesetztRezension vom 03.04.2007Es gibt viel Weltliteratur. Fast mehr als es überhaupt Welt gibt könnte man meinen. Darunter befinden sich Werke, die nur die wenigsten verstehen und solche die nur die wenigsten verstehen wollen. Die Schachnovelle gehört nicht dazu. Im Gegensatz zu anderen literarischen Meilensteinen hat diese Novelle den anderen nämlich etwas voraus: Sie ist verständlich.
Zweigs Handlung ist ebenso mitreissend wie einfach erzählt. Und das grosse Kunststück dabei ist, dass nie die Tiefe verloren geht. Immer wieder tauchen Symbole auf, Hinweise und Verknüpfungen. Die Geschichte der Hauptfigur wird lebendig, so dass man (selbst wenn man nicht Schach spielt) förmlich bei dem Wettkampf mitfiebert. Diese dramatische Tiefe geht denn auch so weit, dass es einem schwer fällt die nur in 100 Seiten lieb gewonne Figur schon wieder ziehen zu lassen.
So ist die Schachnovelle ein inhaltlich gut lesbares, aber dennoch tiefschürfendes Buch, das leider viel zu früh ein Ende findet.
Wer sich aber erstmals in die Weltliteratur einlesen will, dem sei dieses Werk wärmstens empfohlen. -
Thielsches FremdwortlexikonRezension vom 07.03.2007Wenn man den "Bahnwärter Thiel" besprechen will, so kommen einem ganz ungezwungen völlig abstrakte Worte in den Sinn. Nicht wenige Menschen werfen mit Beschreibungen um sich, die wohl nur ein studierter Literat zu verstehen vermag. Das ist wohl der Grund weshalb ich der Meinung bin, dass einmal eine "leicht verständliche" und "zeitgemässe" Kritik angebracht wäre. Mit einem Wechselspiel, einem wundervollen Rahmen schafft es Hautpmann seiner Figur in allen Sätzen Leben zu verleihen. So spiegelt sich im Wetter Thiels Veränderung von ordnungsliebenden Bahnwärter zum realitätsfernen Doppelmörder ab und die Geleise, denen der Bahnwärter hilflos unterworfen ist zeichnen in wunderbarster Weise die Gefahr ab, die sich über der Vergangenheit und Gegenwart Thiels zusammenbaut. Beide Zeitebenen spielen eine enorm wichtige Rolle für die Entwicklung des Wärters und die Unmöglichkeit beides mtieinander zu vereinbaren erscheint bisweilen als grandioses Motiv zur seelischen Abdriftung in den "Irrsinn". Ja, Hautpmann hat ein genials Thema aufgenommen. Eines, das zu seiner Zeit kaum jemand thematisieren wollte. Und trotz dem berechtigten Rang von Weltliteratur erscheint Hauptmanns Jugendwerk heute doch als recht veraltet. Längst sind diese alten Psychologiemuster überarbeitet, gar verfeinert worden und Hauptmanns Darstellung des kleinen Bahnwärters mutet im Vergleich zu heutigen "fiktiven Psychoanalysen" relativ schwach an. Trotzdem bietet Thiel ein faszinierendes, äusserst spannendes und grösstenteils heute noch zutreffendes Bild welches sich für jedermann zu lesen lohnt.















