Rezensent im Portrait
aus Königswinter
- Gesamte Rezensionen
- 80 (ansehen)
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Bewegender WeltuntergangRezension vom 26.03.2011Die Welt der Engel ist in Aufruhr. Gott liegt im Sterben und Luzifer hat sich aus seinem Gefängnis befreit. Schon beginnt der Kampf um das Erbe. Und gleichwohl vergeht die Erde, Gottes Schöpfung. Apokalyptische Naturkatastrophen zerstören den Planeten, machen den verbliebenen Menschen das Leben zur Hölle. Doch es gibt Zuversicht: die Prophezeiung verheißt, dass der kleine Engel Nathanael die Erlösung bringen kann. Doch welche Hoffnung kann man in einen verkrüppelten, sturköpfigen Engel der untersten Riege stecken?
Das Buch von Andreas Izquierdo, einem deutschen Autoren, ist ein Wunderwerk der Fantasie. Es hat mich von Anfang an fasziniert. Geschickt wechselt er in seiner Erzählung zwischen den Ebenen der Engel und der Menschen hin und her. Doch im Laufe des Buches verschwimmen diese Grenzen. Das Buch zieht in seinen Bann, man muss nicht an Engel glauben, um mitgerissen zu werden. Große Schlachten, gemeine Intrigen und intensive Gefühle wechseln einander ab, jagen den Leser durch das Buch. Man fiebert mit dem jungen Nathanael und seinem unerbittlichen, unnahbarem Lehrer Iax.
Obwohl die Handlung sehr komplex ist, schafft es der Autor mit seinem tollen Schreibstil, das man gut durch die Geschichte gleitet und auch nach einer Lesepause schnell wieder den roten Faden aufnehmen kann. Am Ende hat mich das Buch sehr beeindruckt zurückgelassen. Dieses Buch kann man einfach genießen, oder aber auch viel lernen über Vertrauen, Mut und Liebe.
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Läuterung am KreuzRezension vom 26.03.2011In San Diego treibt in fanatischer Mörder sein Unwesen. Er entführt junge Mütter mit ihren Kindern. Während er die Kinder am Ende wohlbehalten wieder in die Freiheit entlässt, tötet er die Frauen auf bestialische Weise: er nagelt sie ans Kreuz und lässt sie dort qualvoll sterben.
Detektiv Sami Rizzo, selbst allein erziehende Mutter, findet mit ihrem Partner Al einfach keine heiße Spur. Doch dann lernt sie einen netten Mann kennen. Und dieser passt verdächtig gut in das Täterprofil...
Wer nun glaubt, ich habe hier schon den größten Teil des neuen VOX-Top Thrillers verraten, der irrt. All das passiert auf den ersten 70 Seiten des Buches von Daniel Annechino. Und damit zeigt sich direkt ein großes Manko des Thrillers. Dort, wo andere Autoren wenigstens noch den Leser mitraten lassen, ob eine gewisse Person der Täter ist oder nicht, geht hier bereits der größte Teil der Spannung verloren.
Die Geschichte ist nicht nur vorhersehbar (und dadurch oft langweilig) und austauschbar gegen viele, viele andere amerikanische Thriller, sondern sie ist auch an einigen Stellen nur noch eklig. Ich bin ziemlich abgehärtet, was unappetitliche Szenen angeht, aber hier ist es eindeutig unnötig.
Das einzige, was dieses Buch in meiner Bewertung noch auf 2 Sterne hebt, ist der gut zu lesende Schreibstil, und dass ich mich daher nur ein-einhalb Tage mit Lesen aufhalten musste.
Fazit: Schade, Idee ganz nett, Umsetzung schlecht. Gelesen und schon wieder vergessen.
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Düstere Dorfgeschichte(n)Rezension vom 26.03.2011Nach dem Tod seiner Frau und einer früheren Freundin kehrt Christian in sein Heimatdorf Hemmersmoor zurück. Doch mit seiner Rückkehr kommen auch all die grausamen Geschehnisse zurück, die seine Kindheit und Jugend begleitet haben. Auch seine ehemaligen Kameraden erinnern sich gemeinsam zeichnen ihre Rückblenden ein grausames Bild eines allzu einsamen Dorfes ...
In diesem Buch verbindet der Autor Stefan Kiesbye die Elemente eines klassischen Schauerromans mit denen eines Krimis. Jeweils in der Ich-Perspektive lässt er die früheren Freunde aus ihren Erinnerungen berichten. Dunkel, düster und grausam wachsen die Kinder in der Nachkriegszeit in dem kleinen, abgelegenen Dorf auf. Körperliche und seelische Grausamkeiten sind für sie, sowohl als Opfer als auch als Täter, nichts Ungewöhnliches. Mit geschickten Überblendungen in den einzelnen tagebuchartigen Erinnerungen gelingt es dem Autor hervorragend, den Leser im Geschehen zu halten und einen guten Spannungsbogen auszubauen. Erschreckt habe ich am Ende festgestellt, dass Kiesbye so gut erzählt, dass man das Geschehene fast für die Wahrheit halten könnte.
Der Schreibstil ist gut zu lesen, nicht zu simpel aber sehr gut an die Zeit und die Gegend angepasst, in der die Handlung angesiedelt ist. Einziges Manko: das Buch ist leider mit gut 2ßß Seiten recht kurz geraten. Trotz der Düsternis hätte es gern etwas länger sein können.
Fazit: grausames Gemälde einer verschworenen Gemeinschaft.
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Mord unter italienischer SonneRezension vom 26.03.2011Der freie Journalist Enrico Radeschi bekommt im heißen italienischen Sommer jede Menge zu tun: in seinem Geburtsort, dem Dorf Capo di Ponte Emilie, wird eine Hand gefunden, kurz darauf geschieht ein Mord. Gleichzeitig wird in seiner neuen Heimat, Mailand, ebenfalls ein Mordopfer entdeckt. Sein Chefredakteur hetzt ihn zwischen beiden Orten hin und her, damit seiner Zeitung ja kein Detail entgeht.
Mit diesem Krimi legt der Autor Paolo Roversi den Auftakt zu einer neuen Ermittler-Reihe vor. Als etwas chaotisch und trotzdem sympathisch lernen die Leser mit Enrico Radeschi in diesem Fall kennen. Etwas chaotisch ist aber nicht nur Radeschi sondern leider auch der Aufbau des Buches. Auch wenn ich mit Büchern mit vielen Szenenwechseln kein Problem habe, war es für mich doch nicht gerade einfach, den verschiedenen Handlungssträngen zu folgen. Etwas verworren kommt die Geschichte dadurch leider daher.
Der Schreibstil des Autors ist hinsichtlich Satzbau und Lesbarkeit sehr gut, dennoch wurde ich mit dem Buch nicht warm. Insgesamt waren es mir für 315 Seiten einfach zu viele Morde, Verwicklungen, Verdächtige und vermeintliche Tatmotive. Weniger wäre hier mehr gewesen. Die langatmigen Erklärungen am Ende haben nicht gerade dazu beigetragen, das Buch mehr zu mögen.
Lediglich die wunderbar verschrobene Darstellung des Dorfes Capo die Ponte Emilia und seiner Bewohner hat dem Buch am Ende noch zu drei Sternen verholfen. Hoffentlich werden die Nachfolger etwas strukturierter, denn eigentlich hat der Autor viel Potential.
Fazit: Krimi mit italienischem Flair, aber leider vom Autoren zu viel gewollt.
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Vernetzte WeltRezension vom 26.03.2011Mysteriöse Morde geschehen. Und der ermittelnde Detektive Sebeck hat ein Problem: sein Hauptverdächtiger, Matthew Sobol, Gründer einer erfolgreichen Computerfirma, ist tot. Dennoch treibt er mittels eines raffinierten Computerprogramms weiter sein Unwesen und zeigt der modernen, technologisierten Welt, wie empfindlich sie ist. Eine mörderische Jagd auf Sobols Anhänger beginnt.
Daniel Suarez hat mit seinem Thriller über die vernetzte Welt den Finger perfekt in die Wunde der heutigen zeit gelegt. Auch wenn meine technischen Kenntnisse bei weitem nicht ausreichen, um beurteilen zu können, ob das beschrieben wirklich eintreten könnte, finde ich die Idee erschreckend und faszinierend zugleich.
Das Buch spielt auf verschiedenen Handlungsebenen. Zum einen werden die verschiedenen Ermittler begleitet, zum anderen zeigt der Autor, wie Sobols Programm immer mehr Helfer rekrutiert. In übersichtlichen Kapiteln wird der Leser durch die Handlung geführt und kann gut eine Beziehung zu den Protagonisten aufbauen.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig zu lesen. Handlungsbedingt gibt es einige Fachsimpeleien, die sich für Computerlaien manchmal nur halb erschließen, deren Verständnis aber nicht zum Verstehen der Gesamthandlung notwendig ist.
Leider habe ich erst ziemlich spät entdeckt, dass es sich hier (mindestens) um einen Zweiteiler handelt. Die Fortsetzung wird wohl im Sommer 2011 in deutscher Sprache erscheinen. Wir dürfen gespannt sein, wie die Handlung weiter geht.
Fazit: ein spannender Technik-Thriller mit Fortsetzung.
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Hommage an Agatha ChristieRezension vom 26.03.2011Kommissar Kluftinger ist genervt: ausgerechnet mit dem Dorfarzt Langhammer und dessen Gemahlin will seine Frau Silvester verbringen. Und schon die Anreise zu dem Berghotel ist eine Horrorfahrt. Dort angekommen erwartet sie ein klassisch-modernes Krimidinner. Leider wird aus dem Krimi schnell ernst: einer der Gäste liegt ermordet in seinem Zimmer: dieses ist von innen verschlossen und da das Hotel inzwischen mächtig eingeschneit ist, kann sich der Täter auch nur unter den anderen Gäste oder dem Hotelpersonal befinden. Eine spannende Tätersuche beginnt...
Dieses Buch ist zwar Kluftingers fünfter Fall aber mein erstes Buch mit ihm. Und da habe ich direkt ein Sahnestück erwischt. Dieser Krimi ist eine Hommage an die große Agatha Christie: Man nehme Das Böse unter der Sonne, Zehn kleine Negerlein und Mord im Orient-Express, schüttle die Handlungen kräftig durch und verlagere das ganze in die verschneiten Alpen. Schon ist die spannende Geschichte fertig. Einher geht damit, dass man fehl am Platze ist, wenn man blutrünstig entstellte Leichen, dramatische Geiselnahmen und rasante Verfolgungsjagden erwartet. Aber in der Zeit bluttriefender amerikanischer Thriller ist diese Ermittlung in den kalten Allgäuer Rauhnächten eine einzige Erholung.
Der Schreibstil der Autoren ist köstlich. Die Geschichte lässt sich leicht lesen und die herrlich-verschrobene Art von Kluftinger und Langhammer treiben dem Leser zu weil zu einem zarten Schmunzeln bis hin zu kräftigen Lachern.
Der Krimi ist ein klassischer Wer hats getan?-Fall und die Spannung steigt tatsächlich von Seite zu Seite.
Ich habe das Buch an Silvester 2010/2011 gelesen. Besser gehts nicht: die selbe Zeit, das selbe (bitterkalte) Wetter perfekt, um dieses Buch richtig zu genießen. Aber mit Sicherheit funktioniert das Buch auch als Sommer-Sonnen-Strand-Lektüre. Für Freunde feiner Krimikunst ist dieses Buch ein absolutes Muss!
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Verbrecherjagd im SchneeRezension vom 26.11.2010Ausgerechnet beim Neujahrsskispringen wird ein Anschlag auf einen dänischen Skispringer verübt. Doch dieses hinterhältige Attentat soll ein noch viel größeres Verbrechen vertuschen. Außerdem geschehen noch viele andere merkwürdige Dinge in der schneeweißen Alpenidylle. Was zwei Chinesen mit der verträumten Pension Alpenrose und Dubai mit Skispringen zu tun hat, wird der geneigte Leser ebenfalls erfahren. Kommissar Jennerwein hat jedenfalls eine Menge aufzuklären.
Mit Hochsaison legt Jörg Maurer den zweiten Fall für Kommissar Jennerwein vor. In bayerisch-ländlicher Idylle hat er so einige Ratenüsse zu knacken. Das Buch berichtet aus verschiedenen Handlungsebenen von unterschiedlichen Begebenheiten, die alle irgendwie zusammen hängen. Mit etwas umständlichem Schreibstil bekommt der Leser Einblicke in die Gedankenwelt der verschiedenen Täter und Tatverdächtigen, der Einheimischen und der Ermittler. Die recht kurzen Kapitel erleichtern das Lesen. Sehr gut gefallen haben mir die Beschreibungen der Orte, der Umgebung und der Natur.
Mit viel Lokalkolorit erzählt der Autor seine Geschichte. Seine humoristische Art lässt er dabei geschickt einfließen. Für mich als Nichtbayerin ist das allerdings eine Spur zu viel. Das gesamte Buch über bin ich hin und her gerissen, ob ich den Schreibstil und die Erzählweise nun witzig oder nervig finde. Leider bin ich am Ende nicht wirklich überzeugt von diesem Stil. Jedoch werden Einheimische mit diesem Stil bestimmt ihre Freude haben.
Fazit: Ein Krimi für Bayern-Fans, für mich allerdings nichts. Trotzdem drei Sterne für die gelegentlichen Schmunzler und die nette Idee.
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Das Wesen des MenschenRezension vom 13.11.2010Als die Kommissare Seifert und Menkhoff durch einen anonymen Tipp zu einem Vermisstenfall gerufen werden, haben sie ein großes Déjà-vu: der Verdächtige Dr. Lichner war bereits vor 15 Jahren Hauptverdächtiger in einem Fall von Kindesentführung und Mord. Vor zwei Jahren entlassen behauptet er immer noch, damals unschuldig verurteilt worden zu sein. Und bei den aktuellen Ermittlungen kommen Seifert Zweifel: war Dr. Lichner damals wirklich der Täter? Und ist er es im aktuellen Fall?
In diesem Thriller erzählt Arno Strobel parallel in zwei Zeitebenen: zum einen ermitteln Seifert und Menkhoff im Fall des Mordes an einem kleinen Mädchen im Jahr 1994, zum anderen ermitteln die selben Kommissare gegen den selben Mann 2009 wegen Kindesentführung. Geschickt stellt Strobel dabei heraus, wie sich die Charaktere in dieser Zeit entwickelt haben. Dabei fällt es dem Leser nicht schwer, die Handlungsstränge zu trennen.
Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm zu lesen. Er schreibt sehr flüssig, die Handlung ist eng gesteckt, es kommt keine Langeweile auf. Durch die zum Teil sehr kurzen Kapitel treibt Strobel den Leser durch das Geschehen und hält die Spannung aufrecht.
Die Geschichte ist geschickt erdacht. Doch auch wenn das Ende mit einigen Überraschungen aufwartet, ist ein Teil der Handlung leider vorhersehbar. Das tut der Spannung jedoch keinen Abbruch.
Fazit: ein toller Thriller. Arno Strobel spielt ganz vorn in der deutschen Krimi-Liga mit.














