El Greco und die Moderne

Katalog zur Ausstellung im Museum Kunstpalast Düsseldorf, 2012. Hrsg.: Stiftung Museum Kunstpalast

von El Greco

Buch

gebunden (414 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Das Aufsehen erregende Werk El Grecos (1541 1614) wurde erst um 1910 durch Julius Meier-Graefes Tagebuch Spanische Reise von einem breiteren deutschsprachigen Publikum entdeckt. Zahlreiche Künstler erfasste das "Greco-Fieber", als sie 1911 in München und 1912 in Düsseldorf erstmals in Ausstellungen einer größeren Werkgruppe begegnen konnten: Max Beckmann, Oskar Kokoschka, Max Oppenheimer oder Ludwig Meidner, vor allem aber auch die Vertreter des Blauen Reiter, August Macke, Franz Marc, Albert Bloch und andere, erkannten in El Greco eine Vaterfigur der Moderne, die sie in einem Atemzug mit Paul Cézanne nannten.
Der Band stellt das Werk El Grecos in einer gültigen Auswahl von über 40 Gemälden aus den bedeutendsten Museen weltweit vor, gleichzeitig wird die Auseinandersetzung der jungen Künstler mit der Malerei und der Bildwelt des spanischen Ausnahmemalers vorgestellt und ein faszinierender Einblick in den Kampf um die Moderne eröffnet. (Englische Ausgabe ISBN 978-3-7757-3327-4)
Ausstellung: Museum Kunstpalast, Düsseldorf 28.4. 12.8.2012

Produktdetails

ISBN-10: 3-7757-3326-4
EAN: 9783775733267
Erschienen: 04.05.2012
Verlag: Hatje Cantz Verlag GmbH
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 414
Länge/Breite: 310mm/248mm
Gewicht: 2554 g
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Kundenrezensionen

  • "Manche werden posthum geboren" Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Volker M., am 30.07.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Es ist schon erstaunlich, dass El Greco zum ersten Mal in Deutschland mit dieser Ausstellung im Museum Kunstpalast umfassend gewürdigt wird. Seit seiner Wiederentdeckung und Rehabilitierung sind nun über 100 Jahre vergangen und seine Bedeutung für die moderne Malerei ab etwa 1910 ist kaum zu überschätzen. Insofern ist die mit 44 Originalen bestückte Düsseldorfer Ausstellung ein wirklicher Meilenstein, zumal ihr über 100 Werke des Impressionismus und der klassischen Moderne von Cézanne bis Schiele gegenüberstehen, die den Einfluss El Grecos auf Farbgebung, Bildaufbau und Malstil seiner Nachfolger zu dokumentieren. Auch Wilhelm Lehmbruck fand Inspiration in El Grecos abstrakten menschlichen Formen.

    Die Modernität seiner Bilder muss auch seine Zeitgenossen an der Schwelle von Renaissance zum Barock schockiert haben, es war ungeheuer und ungesehen, was El Greco da auf die Leinwand brachte. Bewundert von den Königen, aber auch unverstanden - interessanterweise weniger von den Zeitgenossen als von den nachfolgenden Generationen. So wurde er zwar nicht vergessen, aber erst zum Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr El Greco dann die Aufwertung, die bis heute wirkt. Sicher waren sein schwieriger Charakter und die aggressive Form des Selbstmarketings - für seine Zeit sehr unüblich - einige der Gründe für das schnelle Vergessen nach El Grecos Tod.

    Der hervorragend bebilderte Katalog setzt ebenfalls Maßstäbe. Alle gezeigten Werke sind technisch brillant wiedergegeben, viele auch mit Detailansichten, die die kühne Pinselführung und Farbwahl El Grecos eindrucksvoll belegen. Der Betrachter reibt sich manches Mal ungläubig die Augen, wenn er sich vergegenwärtigt, dass diese Bilder Ende des 16. Jahrhunderts entstanden. Die kenntnisreichen Essays, verfasst von den maßgeblichen internationalen Experten beleuchten nicht nur alle Details der Rezeptionsgeschichte auf dem neuesten Stand der Forschung, sondern dokumentiert auch die Werkentwicklung inklusive der Wiederentdeckung des fast verlorenen Frühwerks, von dem sich sogar ein Exemplar in der Ausstellung findet.

    Entstanden ist ein Referenzwerk für den deutschsprachigen Raum. Eindrucksvoll und nur durch einen Besuch der hochkarätigen Ausstellung zu übertreffen.

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