Buch
gebunden (491 Seiten)
Sprache: Deutsch
Versandfertig innert 1-2 Werktagen.
Fr. 34.90
Verfügbarkeit in Ihrer Thalia- Buchhandlung prüfen
Eine mitreißende Mischung aus Spannungsroman, Familiengeschichte, Liebesdrama und Historienepos
Vier lange Jahre war Josep Àlvarez im fernen Languedoc, um die große Kunst des Weinmachens zu erlernen - und um sich vor den Schergen zu verstecken, die den Grafen von Reus des Nächtens in Madrid kaltblütig ermordet hatten. Nun, zurück in seinem Heimatdorf, hofft Josep, dass er sich seinen Lebenstraum erfüllen kann. Vollmundigen Wein möchte er auf dem Gut seiner Väter kultivieren. Doch die Reben sind vertrocknet, die Geldforderungen seines Bruders für den Erbhof horrend. Tapfer nimmt Josep zusammen mit seiner Geliebten den Kampf ums Überleben auf, bis ihn die Vergangenheit einholt ...
Katalonien 1870. Josep erstarrt, als die Schüsse fallen. Der Mann sollte eigentlich nur verhaftet werden. Aus Angst vor den Schergen, die das Leben des Grafen von Reus Juan Prim auf dem Gewissen haben, flieht Josep über die Grenze ins Languedoc. Im französischen Exil entdeckt er seine Leidenschaft für Wein - und träumt schon bald davon, die Kunst des Weinmachens in seine Heimat zu bringen. Als ihn eines Tages die Nachricht vom Tod seines Vaters ereilt, kehrt Josep zurück. Doch ob es ihm gelingen wird, in einer Region, in der Winzer wie sein Vater bisher nur Essig erzeugen konnten, süffigen Wein zu keltern? Außerdem ist das Familiengut heruntergekommen, die Rebstöcke tragen kaum Frucht. Und sein Bruder, der rechtmäßige Erbe des Hofs, presst aus Josep auch noch den letzten cèntim. Josep beginnt gerade, alle Schwierigkeiten zu meistern, er hat eine Frau gefunden, die seinen Traum teilt, da taucht jener Mann im Dorf auf, der weiß, dass Josep als Einziger den Mord an Juan Prim bezeugen kann. Bleibt Josep wieder nur die Flucht?
Pressestimmen:
"Noah Gordon vermag es, einer Story Saft und Kraft zu geben." Der Spiegel
"Prägnanz ist Gordons höchste Qualität. Er fältelt eine weit verzweigte Handlung auf, bis das Panorama einer vergangenen Welt entstanden ist - so plastisch wie in den großen realistischen Romanen des 19. Jahrhunderts." Welt am Sonntag
"Gordon ist ein Meister der einfachen, schnörkellosen Sprache. Ein Winzer könnte die Vorgänge nicht besser beschreiben." Jens Priewe, Weinexperte
| ISBN-10: | 3-89667-367-X |
|---|---|
| EAN: | 9783896673671 |
| Originaltitel: | The Bodega |
| Erschienen: | 11.08.2008 |
| Verlag: | Karl Blessing Verlag |
| Einband: | gebunden |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 491 |
| Länge/Breite: | 224mm/149mm |
| Gewicht: | 771 g |
| Übersetzer: | Klaus Berr |
Am 11.November des Jahres 1926 kam Noah Gordon, als zweites Kind von Robert und Rose, in einer kleinen Wohnung in Worcester, Massachusetts, als Hausgeburt zur Welt. Sein Name ist zum Gedenken an seinen Großvater Noah Melnikoff, der kurz vor seiner Geburt verstarb. Seine Witwe, Noahs Großmutter, lebte fortan für die nächsten 35 Jahre bei der jungen Familie. Für Noah Gordon selbst war sie wie eine zweite Mutter. Als er 1945 die High School abschloss, herrschte noch Krieg. Obgleich er eine Brille trug und Farbenblind war, wollte er der Armee dienen, um später der Navy beitreten zu können. Doch als der Krieg dann für ihn plötzlich vorüber war, leistete er seinen restlichen Dienst auf einem Posten in San Francisco ab. Danach gab Noah Gordon dem Druck seiner Familie nach und studierte Medizin. Seine Familie sah darin eine finanzielle Absicherung und eine Chance auf hohen Lebensstandart, den sie selbst nie erreichen konnten. Doch schnell entschied sich Noah Gordon um und wählte für sich den Schritt Journalismus zu studieren, vorerst ohne das Wissen seiner Eltern. 1950 erhielt er seinen Bachelor in Journalismus und machte dann auch seinen Master in Englisch und Creative Writing an der Boston Universität. Wenig später heiratete Noah Gordon Lorraine Seay, die er während seiner Ausbildung kennenlernte. Für ein paar Jahre wohnten sie in New York, wo Noah Gordon einige Jobs als Journalist bekam. Als sie jedoch ihr erstes Kind bekamen verschlug es sie zurück nach Massachusetts. Dort arbeitete er lange Jahre für den Boston Herald, bis er anfing als freier Schriftsteller zu arbeiten. An seiner Seite unterstützte Noah Gordon stets seine Frau, mit der er drei Kinder bekam. Zusammen besaßen sie den Glauben an Erfolg und der stellte sich mit seinem Roman "Der Rabbi" ein. Der Durchbruch als Schriftsteller war gemacht und der weltweite Erfolg kam mit "Der Medicus".
Nachdem Noah Gordon als Bestsellerautor schon bekannt war zog es ihn mit seiner Frau zurück in die ländliche Idylle Massachusetts. Dort bewohnten sie einige Jahre eine Farm, verkauften sie jedoch wieder, weil es ein zu großer Zeitaufwand war, dem sie nicht gerecht werden konnten. Sie bevorzugten wieder die Stadt und wohnen seitdem in Boston. Noah Gordon sagt von sich, es sei eine Herausforderung in seinem hohen Alter das Gleichgewicht zwischen harter Arbeit, Familie genießen und an Rosen riechen, zu finden. Noah Gordon gewann sowohl in Amerika, wie auch in Europa mehrere Awards für seine Bücher.
Meinung der Redaktion
Noah Gordon vermag es, einer Story Saft und Kraft zu geben.
Klaus Berr, geb. 1957 in Schongau, Studium der Germanistik und Anglistik in München, einjähriger Aufenthalt in Wales als "Assistant Teacher", ist der Übersetzer von u.a. Lawrence Ferlinghetti, Tony Parsons, William Owen Roberts, Will Self.
von Andrijana Prce, am 01.11.2011
0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von einer Kundin/einem Kunden, am 09.07.2011
0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von Brigitte Paulczynski, am 22.04.2009
0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von Uli Geißler, am 10.11.2008
0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von Kaffee, am 09.07.2008
1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von Steffen Ruth, am 04.06.2008
3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von einer Kundin/einem Kunden, am 19.05.2008
0 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
An dem Morgen, als sich alles änderte, arbeitete Josep im Weinberg der Familie Mendes, und schon bald gingen ihm die Bewegungen wie in Trance von der Hand, er schritt von Rebstock zu Rebstock und entfernte die trockenen, müden Zweige, an denen die Früchte gehangen hatten, die sie im Oktober, als jede Traube saftig gewesen war wie eine reife Frau, geerntet hatten. Er stutzte mit unbarmherziger Hand und hinterließ karge Stöcke, die die nächste Generation von Trauben hervorbringen würden. Es war ein selten lieblicher Tag in einem bis dahin tristen Februar, und trotz der Kühle schien die Sonne mit Macht in den unermesslichen französischen Himmel zu steigen. Wenn er hin und wieder eine verschrumpelte Beere fand, die von den Pflückern übersehen worden war, aß er diese Fer-Servadou-Rosine mit großem Genuss. Am Ende jeder Reihe schichtete er die Abschnitte zu einem Haufen auf und holte vom vorherigen Feuer eine brennende Rebe, um ihn zu entzünden, und der beißende Rauch erhöhte noch seine Freude an der Arbeit. Er hatte gerade einen neuen Haufen in Brand gesetzt, und als er den Kopf hob, sah er Léon Mendès quer durch den Weinberg auf sich zukommen, ohne mit einem der vier anderen Arbeiter ein Wort zu wechseln.
"Monsieur", sagte er respektvoll, als Mendès dann vor ihm stand.
"Senyor." Es war ein kleiner Witz zwischen den beiden, dass der Besitzer Josep ansprach, als wäre er der Besitzer und nicht der Arbeiter, aber Mendès lächelte nicht. Er war, wie immer, höflich, aber direkt. "Ich habe heute Morgen mit Henri Fontaine gesprochen, der erst kürzlich aus Katalonien zurückgekehrt ist. Josep, ich habe eine schlechte Nachricht. Dein Vater ist tot."
Josep fühlte sich, als wäre ein Knüppel auf ihn niedergesaust, und brachte kein Wort heraus. Mein Vater? Wie kann mein Vater tot sein? Schließlich fragte er einfältig: "Was war die Ursache?"
Mendès schüttelte den Kopf. "Henri hat nur gehört, dass er Ende August gestorben ist. Mehr weiß er nicht."
"Dann muss ich nach Spanien zurück, Monsieur."
"Aber ist es da auch ... sicher für dich?", fragte Mendès sanft.
"Ich glaube schon, Monsieur. Ich denke schon lange über eine Rückkehr nach. Ich danke Ihnen für Ihre Freundlichkeit. Dass Sie mich aufgenommen haben. Und mich so vieles gelehrt haben."
Mendès zuckte die Achseln. "Das ist doch nichts. Beim Wein hört man nie auf zu lernen. Den Tod deines Vaters bedaure ich sehr, Josep. Ich meine mich zu erinnern, dass du noch einen älteren Bruder hast. Ist das nicht so?"
"Ja. Donat."
"Wo du herkommst, erbt da der Älteste? Wird Donat den Weinberg deines Vaters bekommen?"
"Wo ich herkomme, ist es der Brauch, dass der älteste Sohn zwei Drittel erbt und alle jüngeren Söhne sich den Rest teilen und eine Arbeit erhalten, die ihnen den Lebensunterhalt sichert. Aber in unserer Familie ist es der Brauch - weil wir so wenig Land besitzen -, dass alles an den ältesten Sohn geht. Mein Vater hatte mir immer zu verstehen gegeben, dass meine Zukunft in der Armee oder in der Kirche liegen würde ... Leider eigne ich mich für beides nicht."
Mendes lächelte, aber es war ein trauriges Lächeln. "Ich kann dagegen nichts einwenden. In Frankreich hat die Aufteilung des Erbes unter allen überlebenden Kindern zu einigen lächerlich kleinen Höfen geführt."
"Unser Weinberg umfasst nur vier Hektar. Das ist kaum genug Land, um eine Familie zu ernähren, wenn man nur Trauben erzeugt, aus denen billiger Essig gemacht wird."
"Eure Trauben sind anfangs ja recht gut. Sie haben angenehme, vielversprechende Aromen - eigentlich viel zu gut für billigen Essig! Vier Hektar können, richtig bestellt, eine Ernte abwerfen, aus der man einen guten Wein machen kann. Ihr müsstet allerdings Keller graben, damit der Wein in der Sommerhitze nicht sauer wird", sagte Mendes freundlich.
Josep hatte große Achtung vor Mendes, aber was wusste der französische Weinmacher denn schon von
Katalonien oder vom Anbau von Reben, die zur Essigherstellung benutzt wurden. "Monsieur, Sie haben unsere kleinen cases mit ihren Lehmböden gesehen", sagte er zu ungeduldig, weil er gerade vom Schmerz wie betäubt an seinen Vater dachte. "Wir haben keine großen chateaux. Es ist kein Geld da für den Bau von prächtigen Höfen mit Weinkellern."
Es war offensichtlich, dass Monsieur Mendes nicht diskutieren wollte. "Da du den Weinberg nicht erbst, was wirst du in Spanien tun?"
Josep zuckte die Achseln. "Mir eine Anstellung suchen." Aber mit ziemlicher Sicherheit nicht bei meinem Bruder Donat, dachte er.
"Vielleicht nicht in deinem Dorf? Die spanische Rioja-Region hat einige Weingüter, die sich glücklich schätzen würden, dich zu beschäftigen, denn du bist ein geborener Weinbauer. Du spürst, was die Reben brauchen, und deine Hände sind glücklich in der Erde. Natürlich ist Rioja nicht Bordeaux, aber man macht dort einige ganz passable Rote", sagte er leichthin. "Aber wenn du je hierher zurückkommen willst, wirst du bei mir sofort wieder Arbeit finden."
Josep dankte ihm noch einmal. "Ich glaube nicht, dass ich nach Rioja gehen oder in das Languedoc zurückkehren werde, Monsieur. Ich gehöre nach Katalonien."
Mendes nickte verständnisvoll. "Der Ruf der Heimat ist immer laut. Geh mit Gott, Josep", sagte er. Dann lächelte er. "Sag deinem Bruder, er soll einen Weinkeller graben."
Josep lächelte ebenfalls, schüttelte aber den Kopf. Donat würde nicht einmal ein Loch für ein Scheißhaus graben, dachte er.
"Du gehst weg? Ah ... Dann viel Glück." Margit Fontaine, Joseps Vermieterin, nahm die Nachricht von seiner Abreise mit ihrem verstohlenen, verschmitzten kleinen Lächeln auf - sogar mit Freude, wie er vermutete. Sie war zwar eine Witwe in mittleren Jahren, hatte aber noch immer ein schönes Gesicht und einen Körper, der Joseps Herz gerührt hatte, als er sie zum ersten Mal gesehen hatte, aber sie war so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie nach einiger Zeit ihren Liebreiz verloren hatte. Sie hatte ihn mit nachlässig bereiteten Mahlzeiten und einem weichen Bett versorgt, das sie manchmal voller Hohn mit ihm geteilt und ihn dabei behandelt hatte, als wäre er ein Schüler in ihrer strengen sexuellen Akademie. "Langsam, mit Bedacht.