Buch
Taschenbuch (316 Seiten)
Sprache: Deutsch
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Innerhalb weniger Jahre hat Wilberforce eine prosperierende Softwarefirma aufgebaut. Natürlich leidet sein Privatleben darunter, er hat weder Freunde noch Zukunftspläne. Auf einer frühsommerlichen Abendfahrt mit seinem Range Rover verschlägt es ihn auf ein stattliches Anwesen außerhalb von Newcastle - Caerlyon Hall. Das Schild am Rand der Landstraße zieht ihn magisch an, die besten Bordeauxweine werden darauf angepriesen. Schon bald sitzt Wilberforce in einem spektakulären Weinkeller und macht Bekanntschaft mit dem Landlord von Caerlyon Hall, dem exzentrischen und enigmatischen Francis Black. Über Francis lernt Wilberforce eine kleine schicke Gruppe von Freunden kennen, er begleitet sie bei Ausflügen über ihre weiten Ländereien, er geht auf Moorhuhnjagd, er wird zu Dinner-Partys auf prächtige Landhäuser eingeladen - und er verliebt sich in die aristokratische Catherine. Vor allem aber verspürt er eine unerklärliche Verbundenheit mit Francis Black, seinem geistigen Mentor, unter dessen Einfluss er sich immer tiefer in die feine Kunst des Weintrinkens stürzt. Er verkauft sein Unternehmen und übernimmt auf Wunsch von Francis den Weinkeller. Drei Jahre später ist Wilberforce ein Wrack - Paul Torday erzählt die Geschichte des rasanten sozialen Aufstiegs und des ebenso rasanten Niedergangs eines jungen Mannes dem Thema entsprechend in vier Jahrgängen. Elegant, skurril, in der Tradition des großen englischen Gesellschaftsromans und mit dem ihm eigenen britischen Understatement ist Bordeaux ein unvergleichlich hervorragender Genuss.
| ISBN-10: | 3-8333-0630-0 |
|---|---|
| EAN: | 9783833306303 |
| Originaltitel: | The Irresistible Inheritance of Wilberforce |
| Erschienen: | 17.10.2009 |
| Verlag: | Berliner Taschenbuch Verlag |
| Einband: | Taschenbuch |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 316 |
| Gewicht: | 258 g |
| Übersetzer: | Thomas Stegers |
| Reihe: | Berliner Taschenbuch |
Paul Torday, geboren 1946, studierte Englische Literatur in Oxford. Seit über dreißig Jahren arbeitet er als freier Unternehmer und lebt mit seiner Familie auf einem kleinen Schloss in Nord - england. Sein Romandebüt Lachsfischen im Jemen (BV 2007, BvT 2008) wurde auf Anhieb ein internationaler Bestseller und gewann den Bollinger Wodehouse Prize. Sein zweiter Roman Bordeaux Ein Roman in vier Jahrgängen erschien im Juli 2008.
von Silke Schorra, am 07.02.2010
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von S. Oberle, am 03.12.2009
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von Christian Oertel, am 28.11.2009
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von Klaus Merz, am 18.11.2009
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von Ruth Jansohn, am 07.11.2009
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"Ich war zu hastig aus dem Taxi ausgestiegen. Auf den Fersen schaukelte ich nach hinten, um mich wieder zu fangen, und stellte fest, dass es am besten war, mich ans Taxi zu lehnen und nach oben zu gucken, wenn ich mein Gleichgewicht wiedererlangen wollte. Der Himmel war schwarz und undurchdringlich, einige Sterne funkelten, aber ich konnte nicht mehr so viele erkennen wie früher. Einmal den Blick gehoben, fiel es mir schwer, ihn wieder zu senken.
'Ist alles in Ordnung, mein Herr?', fragte der Fahrer. Ein jüngerer Mann hätte mich wahrscheinlich beschimpft, weil ich gegen sein Taxi gestoßen war; dieser Mann entstammte einem Zeitalter, in dem Taxifahrer noch Droschkenkutscher hießen und Kunden mit 'mein Herr' oder gar 'gnädiger Herr' angeredet wurden.
Alles in Ordnung? Gute Frage. Nicht so leicht zu beantworten. Es erforderte einige Überlegungen, bevor ich darauf etwas erwidern konnte. Ich sah auf zum Sternenhimmel und dachte über die Frage nach.'Das macht fünfzehn Pfund, mein Herr', sagte der Fahrer. Mir wurde bewusst, dass ich ihm eine Antwort schuldig geblieben war. Ich zog einige Scheine aus einem Bündel, das ich in einer Geldklammer aufbewahrte, und bezahlte ihm irgendeine Summe. Ich weiß nicht mehr, wie viel es war, aber der Mann schien damit zufrieden.
'Alles Gute für Sie, gnädiger Herr', sagte er und fuhr davon. Ich schaukelte wieder auf den Fersen, ein angenehmes Gefühl. Noch einmal bekam ich ein Stück vom Nachthimmel zu sehen und, als mein Gewicht sich wieder auf die Zehen verlagerte, ein Stück der Fassade des Restaurants vor mir. Ein kleines diskretes Schild zeigte 'Les Tripes de Normandie' an, ein sehr gut gehendes Restaurant, wie ich gehört hatte. Ich war noch nie dort gewesen. Ich ging nicht gerne zweimal in das gleiche Lokal, es sei denn, es war wirklich ausgezeichnet. Neuerdings gab es immer Ärger, wenn ich ein Restaurant aufsuchte, in dem ich schon mal gegessen hatte. Das Schild gefiel mir. Die Schrifttype war vermutlich Arial, und die Beleuchtung war raffiniert, die Zeichen aus Neonröhren, in einem gebrochenen Weiß, fast cremefarben, vor einem polierten schwarzen Marmorband.
Angeblich war der Küchenchef hervorragend. Er hatte ein Menü kreiert, das auf ländlichen französischen Gerichten basierte und sie zur Kunstform erhob. Er trat in zahlreichen Kochshows im Fernsehen auf, das Publikum verehrte und bewunderte ihn. Ich zitiere hier nur aus der Website, die Küche eines Restaurants interessiert mich eigentlich gar nicht. Es ist die Weinliste, der meine Aufmerksamkeit gilt. Als ich die Website von 'Les Tripes' aufrief, hatte ich gleich als Erstes die Weinliste angeklickt und entdeckt, dass sie einen 82er Château Pétrus anbot. Wie das Wetter in Westfrankreich zu der Zeit war, weiß ich nicht, aber ich hatte etwas darüber gelesen. Das Frühjahr war kühl, darauf folgte ein warmer Sommer, der sich bis in den September hinzog: endlose Sonnentage, wenig Regen. Die Bedingungen für die Weinberge bei Bordeaux waren in diesem Jahr ideal. Der 82er ist daher ein Jahrgang, der scheinbar ewig währte. Er ist ein Klassiker. Kein Wunder, dass es immer schwieriger wird, ihn aufzutreiben. Einen 82er Pétrus auf der Weinkarte, das ist, als hätte man einen Diamanten auf der Straße gefunden. Die Rebfläche des Weinguts beträgt nur 11,3 Hektar, jährlich werden etwa 25 000 Flaschen produziert. Die Trauben werden gelesen, vierundzwanzig Tage lang vergärt und anschließend in Betontanks mazeriert. Danach lässt man den jungen Wein zwanzig Monate in Eichenfässern heranreifen, bevor er in Flaschen abgefüllt wird. Jetzt braucht man nur noch fünfzehn bis zwanzig Jahre zu warten, bis man ihn trinken kann. Selten stößt man heute auf einen 82er Pétrus oder auf einen der früheren Jahrgänge, doch wenn man irgendwo eine Flasche aufgetrieben hat, sollte man die Gelegenheit nutzen ..."
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