Buch
gebunden (351 Seiten)
Sprache: Deutsch
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Denn ein jeder tötet, was er liebt ...
Sie ist eiskalt, aufregend schön - und sie ist untergetaucht: die teuflisch raffinierte Serienmörderin Gretchen Lowell. Nur einer kann sie finden, der Mann, den sie tötete und rettete, den sie liebt und hasst: Detective Archie Sheridan ...
Schon zweimal hat Detective Archie Sheridan den teuflischen Tanz um Leben und Tod mit Gretchen Lowell überlebt. Nun ist die schöne Serienmörderin untergetaucht und Archie wieder bei seiner Familie. Doch eine neue Mordserie erschüttert die Ermittler. Unverkennbar trägt sie die Handschrift der grausamen Täterin. Eine Botschaft an Archie? Doch die Details stimmen nicht. Kopiert ein perverser Fan etwa Gretchens Morde? Um dies beweisen zu können, braucht Archie die Hilfe seiner eiskalten Peinigerin. Und dabei ahnt er nicht, wie tödlich nah ihm Gretchen bereits wieder gekommen ist ...
| ISBN-10: | 3-8090-2535-6 |
|---|---|
| EAN: | 9783809025351 |
| Originaltitel: | Evil at Heart |
| Erschienen: | 19.10.2009 |
| Verlag: | Limes Verlag |
| Einband: | gebunden |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 351 |
| Gewicht: | 512 g |
| Übersetzer: | Fred Kinzel |
Chelsea Cain, geboren 1972, verbrachte ihre Kindheit als Tochter von Hippie-Eltern auf einer Farm in Iowa. Sie studierte Politikwissenschaft und Journalismus und arbeitet als freie Autorin. Nach einigen preisgekrönten Jugendbüchern ist "Furie" ihr Debüt im Thriller-Genre. Chelsea Cain lebt in Portland, Oregon.
von einer Kundin/einem Kunden, am 06.07.2011
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von einer Kundin/einem Kunden, am 30.12.2010
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von Bianca Susiti, am 08.09.2010
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von Buchwurm, am 30.05.2010
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von Corinna, am 26.04.2010
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von S. Brenneisen, am 25.02.2010
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von Manuela Thiel, am 05.12.2009
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von redfox_ms, am 25.11.2009
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von karen, am 05.11.2009
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von Elaine Trute, am 03.11.2009
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von Evelyn Bernecker, am 02.11.2009
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von Petra Bunte, am 01.11.2009
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Das WC-Häuschen des Parkplatzes an der I-84, auf der Oregonseite des Columbia Rivers, sah selbst für eine Parkplatztoilette übel aus. Graffiti bedeckten die mit weißen U-Bahn-Fliesen gekachelten Wände. Jemand hatte die Spender für Papierhandtücher und Toilettenpapier geleert und ihren Inhalt über den Betonboden verstreut. Zwei der metallenen Kabinentüren waren aus den Angeln gerissen worden und hingen schief. Es roch wie im Treppenhaus einer Tiefgarage, nach dieser besonderen Mischung aus Urin und Zement.
Achtzehn Meilen bis zum nächsten Klo, und sie mussten ausgerechnet auf einem von Hooligans verwüsteten Parkplatz landen. Doch es gab keine andere Möglichkeit. Amy stützte die Hände in die Hüften und sah ihre elfjährige Tochter an.
"Nun mach schon, Dakota", sagte sie.
Dakota riss die blauen Augen auf. "Da gehe ich nicht hinein", sagte sie.
So ging es schon während der gesamten Reise. Seit Dakota ein Kleinkind gewesen war, fuhren sie jeden Sommer von Bakersfield nach Hood River, um Eriks Familie zu besuchen. Sie hatte es immer geliebt. Dieses Jahr aber hatte sie während der ganzen Fahrt SMS an ihre Freundinnen geschickt und Musik auf ihrem iPod gehört. Wäre Dakota während der letzten beiden Tage nicht so anstrengend gewesen, vielleicht hätte Amy mehr Mitgefühl aufgebracht.
"Hock dich einfach über die Schüssel", sagte sie.
Dakota biss sich auf die Unterlippe, was einen Klecks rosa Lippenstift auf einem ihrer Schneidezähne hinterließ. "Es ist eklig", sagte sie.
"Soll ich nachsehen, ob es bei den Männern besser ist?", fragte Amy.
Dakota wurde rot. "Nie im Leben", sagte sie.
"Du hast gesagt, du musst", erinnerte Amy. Tatsächlich hatte Dakota, nachdem sie in dem Restaurant, in dem sie zu Abend gegessen hatten, nicht gewesen war, rasch zu beteuern begonnen, ihre Blase drohe zu platzen und sie würde in diesem Fall unabhängigen Minderjährigenstatus nach kalifornischem Recht anstreben. Amy hatte keine Ahnung, was zum Teufel das war, aber es klang ernst. Und so waren sie auf diesem Parkplatz mitten in der Wildnis gelandet.
Es klopfte an der Tür. "Was treibt ihr beide da drinnen?", rief Erik. Sie waren zwanzig Minuten vom Haus seiner Schwester entfernt. Amy wusste, wenn sie nicht bald dort ankamen, würde Erik ausrasten. Er hatte schon seit zehn Meilen das Lenkrad mit weißen Knöcheln umklammert. Ach was, wem wollte sie etwas vormachen? Sie würde selbst ausrasten.
"Sie will keine von den Toiletten benutzen", rief Amy zu ihrem Mann hinaus.
"Dann komm raus und geh hinter einen Baum", erwiderte Erik.
"Dad!", protestierte Dakota.
Amy stieß die Tür zur letzten Kabine auf. Sie war sauberer als die anderen oder zumindest weniger schmutzig. Toilettenpapier im Spender. Kein sichtbarer menschlicher Unrat. Es war ein Anfang. "Wie wäre es mit der hier?", fragte sie ihre Tochter.
Dakota machte ein paar zögerliche Schritte und spähte in die Toilettenschüssel. "Da drin ist etwas", sagte sie und deutete schlaff auf das hellrosa Wasser in der Schüssel.
Amy hatte nicht die Zeit, ihrer Tochter die Wirkung von Roten Beten auf Urin zu erklären. "Spül es einfach runter", sagte sie stattdessen. Sie drehte sich um und ging zu der Reihe der weißen Waschbecken, um zu warten. Sie hörte die Toilettenspülung und spürte, wie die Anspannung ein wenig von ihr abfiel. Bald würde es weitergehen. Eriks Schwester würde mit Wein auf sie warten. Eriks Schwester wartete immer mit Wein.
"Mom?", hörte Amy ihre Tochter fragen.
Was ist jetzt wieder?
Amy drehte sich um und sah ihre Tochter in der offenen Kabine stehen. Dakotas Gesicht war kreidebleich, ausdruckslos, sie hatte die Hände zu Fäusten geballt. Die Toilette floss über, das Wasser ergoss sich über den Rand auf den Boden und bildete eine Pfütze, die beinahe aussah, als würden Gezeiten auf sie einwirken. Nur dass etwas in dem Wasser war. Rote Wirbel drehten sich darin, und für einen Moment dachte Amy: Hat Dakota ihre Periode bekommen?
Das blutige Wasser strömte an der Außenseite der weißen Toilettenschüssel hinunter und lief unter Dakotas Turnschuhen weiter auf die Stelle zu, wo Amy wie erstarrt stand. Etwas war in der Toilette, etwas, das an die Oberfläche geschnellt war und jetzt auf Höhe des Rands schwamm. Etwas wie ein rohes Stück Fleisch. Als hätte ein Verrückter eine Ratte gehäutet und ertränkt. Es verharrte einen Moment am Rand der Schüssel, dann klatschte es auf den Boden und glitt vorwärts, streifte Dakotas Turnschuh und verschwand in der angrenzenden Kabine.
Dakota kreischte und hastete in Amys Arme. Sie blickte sich nicht einmal um, als ihr der iPod aus der Hand rutschte und mit einem dumpfen Spritzer am Fuß der Schüssel landete.
Amy zwang sich, den warmen Speichel zu schlucken, der ihr in die Kehle stieg, und bot alle Willenskraft auf, um nicht zu würgen. Es war keine Ratte. Es war definitiv keine
Ratte.
"Mom?", sagte Dakota.
"Ja?", flüsterte Amy. Der iPod spielte immer noch. Amy hörte irgendeinen blechernen Popsong aus den halb in das Wasser getauchten Ohrstöpseln kommen. Dann hörte die Musik auf, einfach so.
"Ich muss nicht mehr auf die Toilette", sagte Dakota.
Detective Henry Sobol hob den Beweismittelbeutel aus dem Waschbecken der Parkplatztoilette. Sein Inhalt, vier Handvoll abgetrenntes Fleisch, von denen drei aus der Toilette gefischt worden waren, glänzte unter dem durchsichtigen Plastik. Es war schwerer, als es aussah, dunkel, beinahe purpurn, und die großen Fleischmedaillons waren ausgefranst, wie mit einer gezahnten Klinge abgeschnitten. Blut und Toilettenwasser bildeten in einer Ecke des Beutels ein rosa Saftdreieck. Es hatte nicht das keimfreie Aussehen von einem Stück rosa Fleisch unter Frischhaltefolie im Supermarkt; für das hier war etwas getötet worden. Oder jemand hatte versucht, ein Kebab aus etwas zu machen, das er überfahren hatte.
"Wo haben Sie das noch mal gefunden?", fragte Henry.
Der Polizist, der ihn angerufen hatte, stand mit seinem Hut in der Hand neben Henry. Das Neonlicht in der Toilette verlieh seiner Haut einen hellgrünen Schein. "Im Klo", sagte der Streifenbeamte und nickte in Richtung einer offenen Kabine. "Wir haben einen Notruf erhalten. Eine Familie meldete Blut in der Toilette. Ich fuhr her." Er zuckte mit den Achseln. "Hab sie mit dem Saugnapf bearbeitet. Das hier kam raus." Vielleicht liegt es nicht an der Beleuchtung, dachte Henry.
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