Landesbühne

von Siegfried Lenz

Buch

gebunden (119 Seiten)

Sprache: Deutsch

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»Manchmal kann die Wahrheit nur erfunden werden.« Siegfried Lenz

Rätselhafte Dinge geschehen im Gefängnis Isenbüttel. Während einer Theateraufführung verlassen Häftlinge ungehindert das Gelände. Und kurz darauf feiert ein idyllisches Städtchen talentierte Schauspieler - die gar keine sind. Mit dem Hereinbrechen der Kunst und angetrieben von Gefühl, Leidenschaft und Phantasie entdeckt ein ganzes Gemeinwesen seine Möglichkeiten zu Größerem.

Und niemand scheint Verdacht zu schöpfen. Oder sind alle - der Intendant der Landesbühne, der Gefängnisdirektor, der Bürgermeister und die Bürger von Grünau - Teil einer grandiosen Inszenierung? Die Ausreißer selbst scheinen keine Ahnung zu haben. Werden Sie zurückkehren in ihre Zellen?

Turbulent geht es zu auf der Bühne des Lebens. Geradezu labyrinthisch ineinander verschlungen sind die Geschichten, die das Leben schreibt, und die der Phantasie im Roman von Siegfried Lenz, denen man so lustvoll folgt.

Produktdetails

ISBN-10: 3-455-04282-1
EAN: 9783455042825
Erschienen: September 2009
Verlag: Hoffmann und Campe
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 119
Gewicht: 240 g
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Siegfried Lenz

Siegfried Lenz, 1926 im ostpreußischen Lyck geboren, zählt zu den bedeutendsten und meistgelesenen Schriftstellern der Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Seine Werke erscheinen seit 1951 (»Es waren Habichte in der Luft«) im Hoffmann und Campe Verlag und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

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  • DIE INNERE FREIHEIT SUCHEN - GERADE IN DER GEFANGENSCHAFT. "Landesbühne" - eine "kleine" Novelle von Siegfried Lenz, die sich als großer Gesellschaftsroman entpuppt Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Matthias Franz, am 12.08.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ach, wie schön blüht der Lenz auch in seinen achtziger Jahren!
    Nach der wunderbaren „Schweigeminute“ – dieser poetischen Erinnerung eines (ehemaligen) Schülers an die frühe Liebe zu seiner Lehrerin, die tragisch „endete“, aber keine Hoffnungslosigkeit hinterläßt, sondern den inzwischen älteren Erzähler für das ganze Leben erfüllt – beschreibt Siegfried Lenz in seiner neuen menschlichen Komödie kurzweilig, spannend und doppelbödig die Flucht liebenswert Gestrauchelter zu sich selber.
    Sie lernen sich hinter Kerkermauern kennen: da ist zunächst Clemens – ein Literaturprofessor, der über Sturm und Drang an der Universität lehrte und seine hübschesten Studentinnen ohne viele Umstände, dafür jedoch mit großem Lob durch die Prüfungen schleuste, nachdem sie sich in den Nächten zuvor liebevoll um ihn bemüht hatten. Dann sein guter Zellenkamerad Hannes, der mit einer erbeuteten Polizeikelle Verkehrssünder abkassierte, bis er dabei eine Zivilstreife der Polizei zu sich heranwinkte. Ein Schiedsrichter, der immer für jene Mannschaft pfiff, die seine Dienste am großzügigsten honorierte. Der Ehemann, dem es vergönnt war, mit mehreren Frauen gleichzeitig verheiratet zu sein …
    Ihnen allen gelingt es, während einer Theatervorstellung der „Landesbühne“ – die der kulturbegeisterte und von einem anderen Strafvollzug träumende Direktor Tauber für seine „lieben Insassen“ organisierte (weil er den Menschen noch etwas zutraut) – nicht nur den Bus der Schauspieler zu kapern, sondern mit ihm wirklich durch das Gefängnistor zu entkommen und wieder freie Luft zu atmen. Sie gelangen in das kleine Städtchen Grünau, in dem für ein paar Tage die Zeit stehenbleibt und das alljährliche Nelkenfest für frohen Mut und gute Laune sorgt. Die Leute empfangen sie begeistert und mit Wärme – sie können es kaum glauben, daß die berühmte Truppe den Weg zu ihnen gefunden hat. Sogar kostümiert sind sie schon! Da knistert ein Flüstern, ein Geplauder, eine Spannung unter den Feiernden: womit werden die Komödianten sie wohl erfreuen?
    Und plötzlich geschieht das Unfaßbare – denn mehrere der Flüchtlinge (die in ihrer Lage vernünftigerweise nur ein Ziel kennen dürften: nämlich sich zu empfehlen und Land zu gewinnen) wollen auf einmal die Einheimischen nicht enttäuschen. Was sie sich dann ausdenken, wie sie tastend die Bretter betreten (die für ein paar wunderbare Augenblicke auch ihnen die Welt bedeuten) und sich dabei auf das Spiel eines anderen eigenen Lebens einlassen, woher sie die Inspiration und die Kraft dafür nehmen, versetzt sie zunehmend selber in Erstaunen. Und nicht nur sie, sondern erst recht ihren Direktor Tauber, der die Situation relativ schnell unter Kontrolle hat, seine Schützlinge aber wohlwollend gewähren läßt und einen Moment der Zufriedenheit und des Glücks in seiner Arbeit erlebt. Später, als es vorbei zu sein scheint, Clemens und Hannes wieder „zu Hause“ sind, sogar die schönen und klugen Freundinnen des Professors auftauchen, beginnt erst ihr wirklicher Ausflug. Denn allmählich spüren sie, wie wichtig ihnen Heiterkeit und Geduld, Theater und Literatur, Freundschaft und Gemeinsamkeit bei dem fortgesetzten Versuch werden, noch einmal neu loszugehen und ihre innere Freiheit zu suchen – gerade in der Gefangenschaft.

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  • Landesbühne Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Gudrun Wiedeburg, am 03.02.2010

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    Ein paar Häftlinge nutzen eine Theateraufführung, um im Bus der Schauspieler zu fliehen. Sie kommen nur bis ins Städtchen Grünau, wo man sie für die Mimen der Landesbühne hält. So schlüpfen sie in deren Rollen und werden zu Stars des Grünauer Nelkenfestes. Dort geht es zunächst erstaunlich harmlos und bieder zu, dann aber macht die Polizei dem Spaß ein Ende. Das Schelmenstück schlägt in einen grotesken Albtraum um, der die Flüchtlinge an ihren Ausgangsort zurückbefördert. Am Ende kommt die Landesbühne noch einmal und spielt Becketts „Warten auf Godot“. Dessen Hauptfiguren geht es wie den Gestalten bei Lenz. Sie warten vergeblich, doch nicht allein: „Die Traurigen müssen zusammenbleiben, sie sind füreinander bestimmt“, lautet das Fazit.

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  • Herrliche Posse! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Dr. Christian Rößner, am 18.10.2009

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    Im biederen Kreisstadtgefängnis Isenbüttel sitzt ein munteres Völkchen ein: Da ist z.B. ein betrügerischer Fußballschiedsrichter oder ein hochstaplerischer Polizist oder Hannes – die Hauptfigur des neuen Romans von Siegfried Lenz -, ein Professor, der hübschen Studentinnen - gegen körperliche „Gegenleistungen“ – zu höchsten akademischen Weihen verholfen hat. Als die fahrende Schauspieltruppe „Landesbühne“ in der Haftanstalt gastiert, nutzen die gelangweilten Häftlinge die Gelegenheit zum Ausbruch, kapern den Bus, verstecken sich in einem kleinen Dörfchen und werden dort für Schauspieler der „Landesbühne" gehalten. Und die Komödie beginnt… Lenz’ neuer Roman ist eine Hommage an große Literatur, aber auch an seine eigenen Werke. So schlägt unter anderem neben Kellers „Kleider machen Leute“ oder Lenz' „So zärtlich war Suleyken“ auch immer wieder Becketts „Warten auf Godot“ durch. Beachtlich ist, wie humorvoll und respektlos Lenz diese Geschichte erzählt. Herrlich komisch und voller erzählerischer Anmut und Sympathie. Einfach wunderbar!

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  • Wieder ein Meisterwerk, diese kleine Novelle... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Birgitt Schweren-Wolters, am 25.09.2009

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    Siegfried Lenz gelingt es einfach immer wieder, mit schlichten Worten und interessanten Charakteren brillant deutsche Zeitgeschichte zu beschreiben. Gerne hätte man noch mehr gehört und hängt nach 120 Seiten noch lange seinen eigenen Gedanken über das "Personal" der Landesbühne nach.

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  • "Sehr originell!" Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Christina Andraschke, am 20.09.2009

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    Siegfried Lenz kann einfach schreiben. Nach seiner sehr einfühlsam erzählten Liebesgeschichte "Schweigeminute" legt er wieder ein außergewöhnliches Buch vor. Das schmale Büchlein "Landesbühne" zeichnet sich vor allem durch Lenz Einfallsreichtum und Sinn für Humor aus. Ich hatte viel Vergnügen bei der kurzweiligen Lektüre.

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