Rezension vom 06.09.2011
Ein wirklich schönes Spiel für Spieler, die umfangreiche und anspruchsvollere Spiele bevorzugen. Gelegenheitsspieler sollten sich das Spiel und die Regeln erstmal anschauen, da das Spiel besonders in den ersten Runden lang dauern kann.
Das Prinzip der Computerspielreihe wurde intelligent auf das Brettspiel heruntergebrochen, ohne das man den Eindruck hat, das etwas fehlt.
Es gibt vier verschiedene Siegmöglichkeiten: Militär, Kultur, Forschung und Wirtschaft.
Jede Forschung wird komplett mit Handel realisiert, den die Städte generieren. Die Menge hängt natürlich von ihrer Position und ihren Gebäuden ab. Das selbe haben wir mit Kultur, die allerdings fast ausschliesslich mit Gebäuden generiert wird. Der Militärsieg bedeutet, dass man eine feindliche Hauptstadt einnehmen muss (und das ist hier schon schwerer als in den Computerspielen, zum Kampfsystem später mehr). Der Wirtschaftsieg ist wohl das kniffeligste: Ihn kann man schnell und überraschend erringen, wenn die Mitspieler nicht aufpassen, allerdings muss man dafür die richtigen Technologien erforschen und viel vom Umland erkundet haben.
Natürlich darf man auch die Weltwunder nicht vergessen. Diese halten mächtige Verbesserungen und starke Vorteile bereit, und können den Weg zu Sieg stark beschleunigen. Allerdings sind sie bei weitem nicht spielentscheidend, da sie auch leicht ausgeschaltet werden können - mit Technologiefertigkeiten oder Kulturkarten.
Die vielen unterschiedlichen Möglichkeiten, die einem die Technologien bieten, verändern auch die Möglichkeiten, die dem einzelnen Spieler zur Verfügung stehen. Dadurch kann man sich auf eines von vier unterschiedlichen Siegzielen spezialisieren. Derjenige, der schon zu Beginn des Spieles einen Plan hat, welche Technologien er wann erforscht, ist auch derjenige, der die besten Chancen auf Gewinn hat. Aber Vorsicht, gerade in Partien mit mehr als zwei Spielern wird sowas schnell bemerkt und mit militärischen Interventionen bestraft - und dann muss man doch die Tech erforschen, die einem bessere Infanterie beschert, anstatt wie gedacht die besseren Kulturgebäude freizuschalten.
Das Kampfsystem ist ungefähr nach dem Stein-Schere-Prinzip-System, d.h., Infanterie schlägt Kavallerie, diese schlägt Artillerie, und diese wieder Infanterie. Das schlagen bedeutet aber lediglich, dass sie erschlagartig zuschlagen. Da man mitkriegt, wer was baut, laufen so meist ausgewogene Armeen herum. Allerdings ist nicht die Anzahl der gebauten Einheiten ausschlaggebend, sondern die Anzahl an Einheiten, die man tatsächlich einsetzen darf, die Technologiestufe jener, und das richtige Taktieren.
Man hat hier wirklich den Eindruck, dass dieses Spiel durchdacht und getestet wurde - es hat entsprechend Spaß gemacht.