Buch
Taschenbuch (205 Seiten)
Sprache: Deutsch
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von Katja Kessler
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Probleme? Dr. Schatzi hilft!
Das Leben könnte so schön sein: Da macht Frau die Wohnung hübsch. Und das Einzige, was nicht mehr zu den Gardinen passt, ist Schatzi auf der Couch. Sein blau kariertes Hemd? Eine Zumutung für jedes Interieur. Aber einen Mann im Haus zu haben, hat auch gute Seiten. Wer würde der Hausfrau sonst erklären, dass Messer – bitte sehr - mit der Klinge nach unten in den Besteckkorb gehören? Und »der ganze Dekoscheiß im Keller« sein kostbares Fahrrad zustaubt. Ja wer? Wer hat den besseren Plan? Katja Kessler über den täglichen Kampf der Geschlechter und die Erkenntnis, dass Frauen die besseren Männer sind.
Komisch, rasant und mitten aus dem Leben gegriffen.
| Verkaufsrang: | 7.497 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-453-35178-9 |
| EAN: | 9783453351783 |
| Erschienen: | 01.09.2009 |
| Verlag: | Diana Taschenbuch |
| Einband: | Taschenbuch |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 205 |
| Gewicht: | 216 g |
| Reihe: | Diana Taschenbücher |
Am 5.Januar 1969 erblickte in Kiel Katja Kessler, Deutschlands bekannteste Klatschkolumnistin und Autorin, die Welt. Zusammen und verheiratet mit dem Bild-Chefredakteur Kai Diekmann sind sie stolze Eltern von vier Kindern mit den außergewöhnlichen Namen Yella, Caspi, Kolja und Lilly.
Katja Kessler wurde streng katholisch erzogen und sammelte als kleines Kind Madonnenbildchen, um ihrer Lehrerin zu gefallen. Mit ihrem Vater besuchte sie jeden Sonntag die Kirche. Glaube ist ihr auch heute noch wichtig und somit versucht sie es ihren Kindern in der Erziehung mit auf den Weg zu geben. Nach dem Abschluss ihres Abiturs an der Kieler Gelehrtenschule studierte Katja Kessler Zahnmedizin an der Universität Kiel. In Hamburg promovierte sie letztendlich nach einer zweijährigen Auszeit. Anstatt in die Zahnarztpraxis ihres Vaters mit einzusteigen, begann sie ein Praktikum beim Axel-Springer-Verlag. Dort erregte Katja Kessler mit ihren Textbeiträgen so viel Aufmerksamkeit, dass sie schon bald eine eigene Kolumne bekam. Fortan war die Karriere als Zahnärztin vergessen und sie berichtete vier Jahre lang über die High-Society der ganzen Welt. Mit ihrem ersten Roman "Herztöne"(2007) eroberte sie im Sturm die Bestsellerlisten. Vorher schon traute Katja Kessler sich an die Biografie von Dieter Bohlen. Ihr Mut wurde belohnt und im Laufe der Zeit wurde die einstige Boulevardjournalistin zu eine der beliebtesten Autorinnen Deutschlands. Nicht zuletzt wurde sie deswegen auch mit dem Journalistenpreis für Lebensfreude und der Goldenen Feder ausgezeichnet.
Die ausgeglichene, glückliche Katja Kessler, die jede Katastrophe eher als Herausforderung sieht, nicht nach Perfektion strebt, ihr Ego aus einer gesunden Distanz betrachtet und aus dem Fundus der Erfahrungen schöpft, um jede Lebenslage zu meistern, lacht und lebt mit ihrer Familie in Potsdam.
Meinung der Redaktion
In ihren Büchern erzählt die Bestsellerautorin Katja Kessler ehrlich, witzig und herrlich sarkastisch aus ihrem Familienleben. Prädikat: unbedingt lesenswert!
von einer Kundin/einem Kunden, am 24.03.2011
0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von Asti, am 18.09.2010
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von Edith Kölzer, am 11.02.2010
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Baumkraulen
Oder: Warum ich NICHT davon träume, Claudia Schiffer zu sein
Viele Frauen wünschen sich ja, sie wären Claudia Schiffer oder Eva Mendes. ICH wünschte, ich wäre unsere Eibe!
Am Freitag stand ich mit Schatzi in unserem Garten. »Du, sag mal«, fragte er wach wie ein Fuchs, »lässt das Teil Nadeln?«
Interessanterweise kriegen Männer sonst ja noch nicht mal mit, wenn die eigene Frau Glatze trägt oder sich eine Blumenvase auf den Kopf transplantieren lässt.
Ich merkte, wie Eifersucht in mir aufstieg. Was hatte diese Eibe, was ich nicht habe?
»Der Baum hat Stress«, erklärte mir der rasch herbeigerufene langhaarige Pflanzendoktor Marke Jesus.
»STRESS?!«, schrie ich. »Wo kommen wir denn da hin, wenn jetzt auch schon Bäume Stress haben?! Fragen Sie ihn doch mal, ob er vielleicht auch Heimweh hat?!«
Den Witz konnte Jesus nun gar nicht verstehen. Stattdessen stellte er mir ein umfangreiches Baum-Wellness-Paket zusammen: wässern, düngen, kraulen. Kraulen? Ja, Sie lesen richtig. Ich bekam eine Kupferbürste in die Hand gedrückt. »Damit den Stamm abbürsten. Macht die Rinde schön!«
Soll ich ehrlich sein? Ich habe vier Kinder zu versorgen, ein Haus und einen Mann. Ob ich da noch einen Baum massiere, auch egal.
Aber meine Eifersucht lässt mich trotzdem nicht los. Vielleicht sollte ich mich mal als Sturmschaden verkleidet ins Bett legen? Womöglich hat Schatzi da ja noch eine verborgene Seite …
Kotzbrocken
Oder: Caspi, ich liebe dich!
Einmal im Jahr fragt sich jede Mutter, ob das mit der Fortpflanzung eine gute Idee war. Einmal im Jahr ist nämlich Kindergeburtstag.
Dazu muss man wissen: Kindergeburtstage funktionieren nach einer streng geheim gehaltenen Einstein’schen Geburtstagsformel. Diese besagt: Alles ist relativ – nämlich relativ egal.
Egal welche Kinder du einlädst, egal wie viel Aufwand du treibst – es ist immer ein Gör dabei, das dich in den Wahnsinn treibt. Dein eigenes nämlich.
Caspis dritten Geburtstag werde ich nie vergessen.
Schon morgens krabbeln neunzig schlecht gelaunte Zentimeter Menschlein aus dem Bett, auf der Stirn der unsichtbare Aufkleber »Heute Kotzbrocken«. Den Kescher auf dem Geburtstagstisch, den er sich so sehr gewünscht hat, will er nicht auspacken, das Hemd hat zu viele Knöpfe, das Müsli zu wenig Joghurt. »Du kommst nicht zu meiner Piratenparty!«, wird jeder bedroht, der nicht spurt. Also alle.
Nach dem Mittagsschlaf ist endgültig Schicht im Schacht: Caspar will das Bett nicht mehr verlassen. Seine vier Gäste, schlägt er vor, soll ich wieder nach Hause schicken. Ich locke ihn mit der Aussicht, dass er abends Pippi Langstrumpf gucken darf. Er bockt weiter. Als ich noch ein Stück Schokolade obendrauf lege, erklärt er gnädig: »Okay, dann gucke ich jetzt Pippi Langstrumpf.« Für die Gäste hat er aber immer noch keine Verwendung.
Schließlich darf ich ihn doch in die von mir in ewig langer Nachtarbeit mit jeder Menge Piraten-Schnickschnack dekorierte Küche tragen. Das folgende Kuchenessen gestaltet sich allerdings schwierig, weil niemand außer ihm den Geburtstagskuchen probieren darf.
»Na, du bist sicher auch froh, wenn das hier heute Abend vorbei ist«, meint eine der Mamas, die dageblieben ist.
Ich möchte zurückbrüllen: »Nein, ich bin überhaupt nicht froh. Das hier alles hat scheißviel Arbeit gemacht!! Jetzt wird gefälligst Spaß gehabt!!« Aber ich biete ihr eine Salzstange an. Vom Kuchen will Caspi ja, wie gesagt, nichts abgeben.
Am Ende des Tages sitze ich dann an seinem Bettchen: Den ganzen Nachmittag hätte ich ihn am liebsten ins Tierheim gebracht und gegen ein Meerschweinchen getauscht. Und wären keine Meerschweinchen vorrätig gewesen, hätten sie ihn auch so haben können.
Doch jetzt liegt mein Kind da – blass, still, mit riesen Augen – unter seiner Decke und greift nach meiner Hand. Und plötzlich bin ich mir nicht mehr sicher, wer hier geknickter ist: er oder ich?
Wir beten: »Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm!«
Caspar schaut mich an: »Ich will aber nicht in den Himmel, Mama, ich will aber nicht tot werden.«
Ich ziehe ihn an mich. Ich drücke ihn fest. Und weine.
Und der nächste Geburtstag wird so gefeiert, wie du es möchtest: ohne Gäste und mit Käferfangen im Garten.
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