Buch
Taschenbuch (442 Seiten)
Sprache: Deutsch
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Die lustigste Versuchung seit Helen Fieldings "Schokolade zum Frühstück"
Sie ist jung. Sie ist witzig, hübsch und intelligent. Sie hatte 351 Tage keinen Sex, kein Date, keinen Freund. Nichts läuft, aber irgendetwas läuft extrem schief, und Sarah Sargeant will es wissen: Wie findet man ihn, den richtigen Mann? Sie startet einen Blog und ihre neue Mission: 50 Wege, Mr. Right zu finden. Ihre Fangemeinde im Netz fiebert mit, als sie sich in den umwerfenden Paul verliebt. Paul, der nur einen Fehler hat: seine kleinen Gedächtnislücken. Oder wie konnte er sonst vergessen, seine Freundin zu erwähnen ...?
| Verkaufsrang: | 39.622 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-442-37512-6 |
| EAN: | 9783442375127 |
| Originaltitel: | 50 Ways to find a Lover |
| Erschienen: | 18.10.2010 |
| Verlag: | Blanvalet |
| Einband: | Taschenbuch |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 442 |
| Gewicht: | 350 g |
| Übersetzer: | Elfriede Peschel |
| Reihe: | Blanvalet Taschenbücher |
Lucy-Anne Holmes ist Schauspielerin und Autorin. Sie hat lange in London gelebt und wohnt derzeit in New York.
von Denny Engel, am 23.09.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Bern
von Magdalena Berger, am 31.08.2011
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von Andrea Öller, am 01.02.2011
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von Nathalie Speckmoser, am 13.11.2010
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von Doris Oberauer, am 04.11.2010
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von Monika Ziegler, am 01.11.2010
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Ich bin Single. Eine alte Jungfer. Allein. Ungeliebt. Nicht gewollt. Verstoßen. Solo. Mono.
Ich fühle mich wie ein alter Fiesta, der eingeschlossen in der Garage vor sich hin rostet. Das Inserat in Der Auto-Anzeiger stößt auf keinerlei Interesse. Es gibt entwaffnend viele neuere Modelle, die nur einen einzigen aufmerksamen Vorbesitzer hatten. Traurigerweise hatte ich ein paar sehr ungeschickte und geistig labile Besitzer. Ich bin neunundzwanzig, genauer gesagt eigentlich fast dreißig.
Außerdem bin ich eine arbeitslose Schauspielerin und habe einen Kater. Ich bin ein hoffnungsloser und peinlicher Fall, und ich rieche unangenehm. Ich bin wie eine Pilzinfektion.
Offenbar versucht sich jemand tretend aus meinem Kopf zu befreien, und in meinen Augen scheinen sich Weichtiere zur Ruhe gebettet zu haben. Warum bin ich nicht wach geworden, als ich noch betrunken war? Im betrunkenen Zustand aufzuwachen, ist viel lustiger, als mit einem Kater aufzuwachen. Dann kann man nämlich die Alkohol-plus-ein-herzhaftes-Frühstück-und-danach-wie-der-ins-Bett-Methode anwenden, die selten versagt. Meine umfangreichen Kater-Forschungen haben mich zu der Schlussfolgerung geführt, dass einen nur zwei Dinge retten können:
1) Ein kleines Glas Portwein.
2) Sex.
Beide Heilmittel kommen heute nicht infrage. Sämtlichen in der Wohnung zur Verfügung stehenden Portwein habe ich vergangene Nacht geleert, und Sex hatte ich seit dreihundertfünfundzwanzig Tagen nicht mehr.
Darum bleibt mir nichts anderes übrig, als so ruhig wie möglich liegen zu bleiben und die Augen den ganzen Tag zugeklebt zu lassen. Bitte, lieber Gott, mach, dass Simon mich nicht entdeckt. Simon vertreibt jeden Kater. Außerdem ist er mein Mitbewohner. Und er hat mehr Energie als ein hyperaktives Kleinkind auf Speed. Momentan trainiert er für den London Marathon und ist ständig high vom Laufen. Ich lebe in der Angst, die Endorphine könnten ihn jeden Moment zum Platzen bringen. Das gäbe eine richtige Schweinerei, denn wir wohnen in der kleinsten Dreizimmerwohnung, die man in Camden Town, London, jemals mieten konnte.
Ich werde versuchen, mein rechtes Auge zu öffnen, um nachzusehen, wie spät es ist: 10:14 Uhr. Vielleicht ist es heute gar nicht so schlecht, eine arbeitslose Schauspielerin zu sein. In meiner Hand vibriert mein Mobiltelefon. Offenbar bin ich letzte Nacht voll bekleidet in meinem Einzelbett ins Koma gefallen, das Handy in der Hand. Ich ekle mich vor mir. Häufig.
Bitte, lieber Gott, lass es meinen Agenten sein. Vergangene Woche hatte ich zweimal ein Vorsprechen für die Rolle einer drallen Schäferin in Wie es euch gefällt, eine Produktion der Royal Shakespeare Company. Ich fasste den tapferen Entschluss, den Part der Schäferin mit walisischem Akzent zu sprechen. Weil ich mir dachte, dass es in Wales jede Menge Schafe gibt. Ich begann die Rolle auch mit einem walisischen Akzent, der aber leider erst in einen jamaikanischen und dann in einen litauischen abrutschte, ehe er sich größtenteils als einer aus Kent stabilisierte. Der Regisseur sah mich lange Zeit ungläubig an, nachdem ich geendet hatte, und behauptete dann, das Stück spiele in Somerset. Ich ging fest davon aus, Vorsprech-Selbstmord begangen zu haben, aber sie haben mich noch mal kommen lassen, und das bedeutet, dass meine Chancen recht gut stehen.
Ich brauche diesen Job, wie die Regenbogenpresse Sexskandale von Soapstars braucht. Wenn ich ihn bekomme, werde ich erst nach Stratford-upon-Avon und dann auf USA-Tournee gehen. Bitte, bitte, lieber Gott, wenn das mein Agent ist, um mir zu sagen, dass ich den Job bekommen habe, dann werde ich auch zu den Amerikanern nett sein, während ich unterwegs bin, versprochen. (Ich habe eine Klosterschule besucht. Dreizehn Jahre lang hat man mich in Katholizismus mariniert. Jetzt rede ich häufig mit Gott. Aber wenn ich »reden« sage, meine ich eigentlich, dass ich ihn um etwas bitte. Er geht nie darauf ein.)
»Guten Morgen, Sonnenschein.« Wieder nicht drauf eingegangen. Es ist nicht mein Agent. Es ist Julia, meine beste Freundin. Ich glaube, Julia hat im Lauf der Jahre einen Hörschaden gekriegt, weil sie in den Klubs immer direkt vor den Lautsprechern tanzt. Sie brüllt immer, als würde sie direkt neben dem Verstärker stehen.
»Pst«, flüstere ich.
»Wie geht es dir heute, Sonnenschein?« Sie klingt sehr besorgt.
»Mh, mmh«, sind die einzigen mitleiderregenden Laute, die mir über die Lippen kommen.
»Nicht doch, Sarah, er ist es nicht wert. Er ist ein Schwachkopf.«
»Ahhh!«, jammere ich.
In grauenhaften Wellen überkommt es mich wieder. Ich fange an zu weinen und mich zu erinnern. Während ich weine und mich erinnere, bewege ich meinen Kopf, und während ich das tue, wird der kleine Kerl, der aus meinem Kopf auszubrechen versucht, plötzlich wütend und kauft sich einen Hammer.
»Also wirklich, Sarah, es wird alles wieder gut«, murmelt sie.
Ich mag Julia sehr, aber es wird nicht wieder gut werden. Gestern Abend habe ich einen Mann gefragt, ob er mit mir ausgehen möchte. Er arbeitet in meiner Stammkneipe. Ich mag ihn schon seit einer Ewigkeit. Damit will ich nicht sagen, dass er der Mann fürs Leben ist, aber er ist ein heterosexueller Mann in meinem Alter und noch nicht völlig heruntergekommen. Da ich solche Männer nicht oft treffe, habe ich mich womöglich in was hineingesteigert. Ich dachte, er mag mich. Ich schickte ihm eine SMS, um ihn zu fragen, ob er sich mit mir auf einen Drink treffen möchte. Und bekam postwendend folgende Antwort: Tml, ich will lieber den Narnia-Film auf DVD ansehen. Ich denke, das »Tml« gab den Ausschlag. Es könnte aber auch der »Narnia-Film« gewesen sein. Was auch immer, ich trank eine Flasche Portwein, aß sieben Scheiben Toast mit Erdnussbutter und heulte die ganze Nacht.
»Der Film ist ohnehin bescheuert«, meinte Julia liebevoll.
»Ich bin zu stolz für diese Zurückweisung«, stöhne ich.
»Ach, Süße, das hast du gestern Abend auch schon gesagt.«
Ich erinnere mich nicht einmal daran, gestern Abend mit Julia gesprochen zu haben.
»Es ist mir aber ernst damit«, schniefe ich.
Und das ist es tatsächlich. Ich kann verstehen, dass der Gebrauch der Abkürzung Tml für »Tut mir leid« in einer ablehnenden SMS für die meisten nichts bedeutet. Aber für mich ist es eine große Sache. Ich verliebe mich nicht. Liebe ist der Weg ins Elend. Ich bin seit drei Jahren und neun Monaten Single.
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