Tatsache Evolution. dtv-Taschenbücher,  Band 24707

Tatsache Evolution. dtv-Taschenbücher, Band 24707

Was Darwin nicht wissen konnte

von Ulrich Kutschera

Buch

Taschenbuch (339 Seiten)

Sprache: Deutsch

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»Zu Zeiten Darwins war die Evolution eine Hypothese. Heute kann sie als erwiesen betrachtet werden.« Theodosius Dobzhansky

»Noch nie hat sich eine von einem einzigen Mann aufgestellte Lehre als so wahr erwiesen wie die Abstammungslehre von Charles Darwin.« Konrad Lorenz

»Kein seriöser Biologe bezweifelt die Evolution.« Richard Dawkins

Götter, Geister und Designer sind nicht Gegenstand der Wissenschaft. Gegenstand der Wissenschaft sind Dinge und Ereignisse, die experimentell und durch Dokumente nachweisbar sind. Wenn wir zwanzig Skelette von Tyrannosaurus Rex gefunden haben, die etwa 66 Millionen Jahre alt sind, dann muss man es als Faktum hinnehmen, dass es im Mesozoikum Populationen mit Riesen-Dinosauriern gegeben hat, die später ausgestorben sind. Es gibt keinen Zweifel daran, dass Evolution stattgefunden hat.
Die Evolutionstheorie erklärt diesen Prozess des Andersartigwerdens der Organismen. Was Evolution bedeutet, erläutert der international renommierte Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera in diesem Buch. Er schildert die Geschichte der Evolutionstheorie und ihrer Protagonisten, allen voran Charles Darwin, und stellt den aktuellen Stand der Forschung dar, die seit Darwin erhebliche Fortschritte gemacht hat.

Produktdetails

ISBN-10: 3-423-24707-X
EAN: 9783423247078
Erschienen: 01.01.2009
Verlag: dtv
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 339
Gewicht: 505 g
Reihe: dtv-Taschenbücher
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Ulrich Kutschera

Prof. Dr. Ulrich Kutschera, geb. 1955, studierte Biologie und Chemie an der Universität Freiburg, Arbeitsgebiete zoologische Systematik und Evolutionsforschung. Promotion im Fach Pflanzenphysiologie. Von 1985-1988 Stipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung in den USA. Habilitation für Botanik an der Universität Bonn. Seit 1993 Inhaber des Lehrstuhls für Pflanzenphysiologie an der Universutät Kassel. Forschungs- und Lehrgebiete: Pflanzenphysiologie, Evolutionsbiologie.

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  • Interessante Ausführungen zur Evolution und Evolutionstheorie Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Lena Waider, am 04.03.2009

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Das Buch gibt einen sehr interessanten Überblick über die Entdeckung der Evolution, die Evolutionstheorie und die später folgenden Erweiterungen und Modifikationen. Es ist sehr kurzweilig (bisweilen witzig) geschrieben, wenngleich an einigen Stellen auch etwas anekdotenhaft.

    Es beginnt mit der Entdeckung des Selektionsprinzips durch Darwin und Wallace. Sehr aufschlussreich die schon damals bestehenden Auffassungsunterschiede zwischen Darwin und Wallace: Darwin glaubte noch an die Vererbung erworbener Eigenschaften, Wallace hielt eine solche Vorstellung dagegen für falsch (S. 40). Wallace hatte in diesem Punkt somit die zutreffendere Vorstellung.

    Es folgt eine Erörterung des Faktors Zufall im Rahmen der Evolution. Kutschera bezieht hier klar Stellung: "Variation und Selektion (d.h. Zufall und Notwendigkeit) stehen im gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis zueinander." (S. 65) Der Zufall spielt also bei der Evolution eine bedeutende Rolle.

    Anschließend wird die Entwicklung der Evolutionstheorie bis hin zur modernen Evolutionsbiologie beschrieben.

    Eine eingehende Darstellung der Forschungsarbeiten Darwins, angefangen von einem Überblick über zahlreiche unbekannte Theorien des Biologen Darwins bis hin zu dessen besonderen Interessengebieten (Käfer, Krebse, Geologie etc.) zeigt, dass Darwin sowohl ein Spezialist als auch ein großer Generalist war.

    Sehr interessant sind die Ausführungen über den bedeutenden theoretischen Gegenspieler Darwins, den russischen Biologen Konstantin Sergejewitsch Mereschkowski, über dessen Symbiogenese-Theorie (die später von Lynn Margulis zur Endosymbiontentheorie ausgebaut wurde) und über dessen im Grunde gescheitertes Leben (was im Selbstmord endete). Aufschlussreich ist auch das von Kutschera präsentierte Löwen-Gleichnis gemäß Mereschkowski (S. 248). Während in Darwins Forschungsarbeiten mehr die Organismen und Populationen im Vordergrund standen, hatte Mereschkowski vor allem die Zellen und Organellen (den "Organen" der Zellen) im Sinn. Anders als Darwin vermutete Mereschkowski, dass Evolution - gemäß seiner Symbiogenese-Theorie - auf Kooperation und nicht auf Wettbewerb basiere, ein Gedanke, der heute von verschiedenen Autoren wieder aufgegriffen wird.

    Auf den Folgeseiten nimmt Kutschera Stellung zu aktuellen populärwissenschaftlichen Büchern wie etwa Joachim Bauers Das kooperative Gen, die behaupten, dass die Ergebnisse der DNA-Sequenzanalysen einen Abschied vom Darwinismus einläuteten. Kutschera hält dem entgegen, dass die DNA-Analysen das Selektionsprinzip bis auf das Niveau einzelner Gene hin bestätigt hätten. Er resümiert (S. 285): "Darwins These wurde durch molekularbiologische Resultate in allen wesentlichen Punkten bestätigt."

    Nach einer Beschreibung der modernen "Erweiterten Synthetischen Theorie der Biologischen Evolution" (Expanded Synthesis) mit ihren Untertheorien Verwandtenselektion (Smith/Hamilton), Endosymbiontentheorie (Mereschkowski/Margulis) und Kontinentaldrift (Wegener) schlägt Kutschera dann ein neues Modell mit dem Namen Synade-Modell zur Erklärung der Makroevolution vor, welches vor allem auf den Prinzipien Symbiogenese, natürliche Selektion und dynamische Erde (Vulkanismus, Plattentektonik etc.) basiert.

    Ich habe das Buch mit großem Gewinn gelesen. Bedauert habe ich lediglich die etwas stiefmütterliche Behandlung der Sexualität, obwohl diese für die Evolution von so ungeheurer Bedeutung war. Dies macht sich sogar bis in Einzelaussagen bemerkbar. Beispielsweise behauptet Kutschera, dass sich mittels der Verwandtenselektion das Aufkommen altruistischer Verhaltensweisen erklären lasse. Dem widersprechen andere Autoren wie Zahavi oder Mersch entschieden: Echter Altruismus (z. B. das todesmutige Retten nicht leiblicher Kinder aus einem reißenden Strom) kann gemäß deren Auffassung nur in getrenntgeschlechtlichen Populationen entstehen.

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