Gewalt und Krieg am Beispiel von Ex-Jugoslawien

Eine vergleichende Filmanalyse von Kusturicas "Underground", Tanovics "No Mans' Land" und Zbanics "Esmas Geheimnis"

von Nadija Tomasovic´

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Gewalt und Krieg am Beispiel von Ex-Jugoslawien

Gewalt und Krieg am Beispiel von Ex-Jugoslawien

von Nadija Tomasovic´

EAN: 9783640243587

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Grundsätzlich ist jeder Film ein Kommunikationssystem und die in ihm Wirkenden, wie Schauspieler, Drehbuchautoren, Filmemacher, u. a. wollen mit ihrem Werk der Welt etwas mitteilen. Ohne die Annahme sinnvoller, über Zeichen vermittelter Kommunikation würde keine Sequenzanalyse Sinn machen. Die Frage nach dem Sinn ist also konstitutiv für diese Arbeit, obwohl nicht jede Mitteilung eine Bedeutung haben muss, was den informationstheoretischen und ästhetischen Spielraum des Mediums "Film" aber noch erhöht, wie im weiteren zu zeigen sein wird. Die Sequenzanalysen ausgewählter Gewalt- und Kriegsszenen dreier Filme in der hier vorliegenden Abschlussarbeit von drei verschiedenen Regisseuren der ehemaligen sozialistischen föderativen Republik Jugoslawiens (SFRJ) bilden den Mittelpunkt. Diese Filmanalysen kreisen weder vorrangig um filmhistorische Zusammenhänge noch um genrespezifische Aspekte, sondern es handelt sich jeweils um detaillierte Analysen zur Problematik filmischer Gewalt und ihrer jeweiligen filmästhetischen Organisation.
"Die Analyse(n) frag(en) nach der Eigenständigkeit der Ästhetik, nach der genuin filmischen Qualität seiner Formen, nach den Bedingungen des je unterschiedlichen Gelingens, mit den Mitteln des Films dem gesellschaftlichen Phänomen Gewalt Ausdruck zu geben." Mittel und Werkzeuge, mit denen der Film arbeitet zu untersuchen, bedeutet, etwas über die Mittel und Werkzeuge des Geistes, samt der Rolle des Gefühls und der Sinne zu erfahren. Gewalt wird zur Gewalt im Film nicht dadurch, dass ein Gewaltverhältnis der "äußeren Wirklichkeit" mit Hilfe von bewegten Bildern abfotografiert wird, sondern erst dadurch, dass jene Gewalttätigkeit aus sich heraus eine Bildsprache, einen Rhythmus, eine Spannungskurve gewaltförmiger Qualität produziert. Dass sie, im Vermögen eines ästhetischen Transformationsprozesses, eine eigene gewaltförmige Wirklichkeit, eine filmische Gewalt organisiert, und dass sie diese filmische Gewalt nicht als Abbild äußerer Gewaltverhältnisse fälschlicherweise ausgibt, sondern sie vielmehr als eigengesetzliche Filmkunst Wirklichkeit fasst und mitteilt.
In den Filmen werden Bilder inszeniert, angsterfüllte Wahrnehmung von Schrecken dargestellt. Dabei wird Gewalt technisch hoch organisiert mitgeteilt. Die Konzentration auf Wirkungsaspekte solcher Bilder, greift die Frage von aggressiven Energien durch Brutalität und Krieg auf.

Produktdetails

ISBN-10: 3-640-24358-7
EAN: 9783640243587
Erschienen: 13.01.2009
Verlag: GRIN Verlag
Einband: PDF
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1
Seitenzahl: 93
Erschienen bei: GRIN Verlag
Spieldauer: 664 KB
Kapitel: 0
Medium: PDF
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