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von Volker Leppin, Michael Wermke
EAN: 9783647770017
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In acht abgeschlossenen Bausteinen werden zentrale Thesen Luthers behandelt.
Im Rahmen der Lutherdekade lernen SchülerInnen der Sekundarstufe I so wichtige Inhalte der Thesen Martin Luthers kennnen. Hierbei erfolgt zunächst eine grundlegende Einführung in die Thematik. Didaktisch-methodische Kommentare unterstützen die Arbeit an den Arbeitsmaterialien.
Der Band eignet sich für einen systematischen Durchgang von ca. vier Wochen. Die praxisbezogenen Arbeitsmaterialien sind aber in sich abgeschlossen und können auch einzeln verwendet werden.
Über den Autor:
Volker Leppin, geb. 1966, ist Professor für Kirchengeschichte in Jena.
Michael Werme ist Fachberater für den evangelischen Religionsunterricht an Gymnasien bei der Bezirksregierung Lünebur/Niedersachsen.
| ISBN-10: | 3-647-77001-9 |
|---|---|
| EAN: | 9783647770017 |
| Erschienen: | 06.10.2011 |
| Verlag: | Vandenhoeck & Ruprecht |
| Einband: | |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 63 |
| Erschienen bei: | Vandenhoeck & Ruprecht |
| Spieldauer: | 2905 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: |
Volker Leppin, geb. 1966, ist Professor für Kirchengeschichte in Jena.
Michael Werme ist Fachberater für den evangelischen Religionsunterricht an Gymnasien bei der Bezirksregierung Lünebur/Niedersachsen.
Baustein 4: Bekennen und (an)erkennen?! (S. 29-30)
1. Kirchengeschichtliche Einordnung
Nach längerer Abwesenheit aus Deutschland wollte Kaiser Karl V. auf einem Reichstag 1530 verschiedene anstehende Dinge regeln: Für den Krieg gegen die Türken brauchte er die Bewilligung einer Steuer und dafür einen breiten Rückhalt der Reichstagsmitglieder. Diese aber waren in der Religionssache offenkundig uneins: Mehrere Reichsstädte – wie Nürnberg oder Straßburg – und auch Territorien hatten schon die Reformation eingeführt. Für die Altgläubigen aber bedeutete dies Ketzerei. Als der Kaiser am 21. Januar zum Reichstag nach Augsburg einlud, schlug er auffällig zurückhaltende Töne an. Beide Seiten, so erklärte er im Reichstagsausschreiben, sollten ihre "opinion und maynung" darlegen.
Die weitere Entwicklung zeigte, dass nur die eine Seite, die evangelische, diese Aufforderung auf sich bezog. Über Monate hinweg wurde an Texten gearbeitet, in denen die evangelische Position erläutert werden sollte. Dabei fiel vor allem Luthers wichtigstem Gefährten Philipp Melanchthon (1497–1560) die Aufgabe zu, unterschiedliche Vorlagen zu einem gemeinsamen Text zusammenzubinden, der sowohl Fragen der christlichen Lehre als auch der kirchlichen Gebräuche behandeln sollte.
Ab dem 2. Mai war er in Augsburg und arbeitete rastlos an dem Text, während Luther auf der Coburg, im südlichsten Zipfel Sachsens, festsaß. Eine Weiterreise wäre für den Geächteten zu riskant gewesen. Melanchthon musste bei seiner Arbeit in unterschiedliche Richtungen Rücksicht nehmen: Einerseits mussten die Angriffe von altgläubiger Seite abgewehrt werden, andererseits der Versuch gemacht werden, nicht nur eine sächsische Apologie vorzulegen, sondern ein möglichst breites reformatorisches Bündnis hinter einem Text zu versammeln. Das hieß aber konkret: Man musste eine Fassung finden, der auch oberdeutsche Städte, vor allem aber Philipp von Hessen zustimmen konnte, ohne dass die Wittenberger Theologen ihre Position ganz aufgaben; Hauptstreitpunkt war dabei die Abendmahlsfrage.
Dies führte zu langwierigen, hektischen Beratungen. Noch in der Nacht vor der Verlesung auf dem Reichstag am 25. Juni 1530 nahm Melanchthon redaktionelle Bearbeitungen vor. Der Text wurde auf dem Reichstag vom Kaiser nicht akzeptiert und ihm eine altgläubige Gegenschrift, die Confutatio, entgegengesetzt. Für den evangelischen Glauben handelt es sich hier gleichwohl um ein wichtiges Grunddatum: Die Confessio Augustana, wie der Text künftig hieß, wurde zu der zentralen Bekenntnisschrift des Luthertums: die knappste Zusammenfassung der christlichen Lehre im Sinne der Wittenberger Reformation und der bald entstehenden lutherischen Konfession. Die gemeinsame Frage beider Glaubenslehren ist, wie das durch die Sünde gestörte Verhältnis zwischen Gott und Mensch wieder hergestellt werden kann.