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Dieses Buch ist etwas völlig Neues. Denn es macht schlau. Man liest ja kein ganzes Buch, um am Ende immer noch blöd zu sein wie ein Sack Dinkelmehl. Doch hier werden sogar elementare Fragen beantwortet: Dies ist ein Ratgeber für alle Gelegenheiten, vom Urknall bis zum Jüngsten Gericht. Dieter Nuhr gibt Ratschläge zur Reinkarnation, dem Umgang mit Alkohol, Hautcreme, dem Schöpfer, Privatfernsehen, Weinbrandbohnen und dem Leben an sich. Der Philosoph unter den Comedians mit neuen brüllend komischen Weisheiten.
| Verkaufsrang: | 1.709 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-8387-0782-6 |
| EAN: | 9783838707822 |
| Erschienen: | 03.2011 |
| Verlag: | Lübbe Digital |
| Einband: | EPUB |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 304 |
| Erschienen bei: | Lübbe Digital |
| Spieldauer: | 5634 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: | EPUB |
Mit "Nuhr am nörgeln" hat alles angefangen. Mit "Nuhr weiter so" wurde Dieter Nuhr zum ständigen "Humorbeauftragten" des ZDF in Sachen Sport und produzierte dort seine täglichen Einwürfe zu Olympia, Fußballeuropa- und Weltmeisterschaften. Seine Kabarett-Programme wurden von zahlreichen Sendern aufgezeichnet. Unzählige TV-Engagements, ausgebuchte Tourneepläne und überfüllte Theater bezeugen, dass Nuhr indessen zu einem der gefragtesten Kabarettisten im Land geworden ist. Die Konsequenz: 1998 bekam er von einer internationalen Jury von Journalisten den begehrtesten aller Kleinkunstpreise, den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Kabarett.
von Désirée Hasler, am 24.04.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Schönbühl
von Christiane Strecker, am 13.06.2011
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von einer Kundin/einem Kunden, am 05.06.2011
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DAS MASS (S. 182-183)
Während die alten Ägypter ihre Kultur Dynastie für Dynastie verfeinerten, machten sich im Mittelmeer die Griechen breit. Wo sie plötzlich herkamen, wissen wir nicht. Die mittelmeerischen Hochkulturen in Troja, Mykene und auf Kreta haben sich verabschiedet, das Licht ausgemacht und sind verschwunden, die Menschen wurden gelyncht oder als Putzhilfen ohne Steuerkarte eingestellt. Mit den Griechen beginnt die Geschichte des Abendlandes. Warum?
Weil die Griechen die Grundlagen unserer Kultur erfinden, die Philosophie, die Geschichtsschreibung, Literatur und Theater, Demokratie, Tsatsiki, Wein, Steuerhinterziehung, Staatsverschuldung und Sklaverei. Dennoch: Sind die Griechen wirklich der Anfang unserer Geschichte? Kann es überhaupt einen Anfang geben? Schließlich würde die Annahme eines Urmomentes bedeuten, dass es einen Moment gegeben hätte, vor dem keine Zeit gewesen wäre.
Gab es den? Natürlich! Und damit ist nicht die Zeit vor dem ersten Geschlechtsverkehr gemeint – auch wenn die Erinnerung das nahelegt. Gerade geistig orientierte Menschen haben zum Körperlichen ohnehin ein gestörtes Verhältnis. Sie kommen gar nicht dazu, weil sie immerfort zweifeln, ob Ort, Zeit und Beziehung moralisch, ethisch oder ästhetisch richtig seien. Und am Ende sterben sie, ohne den Anfang überhaupt begonnen zu haben. Vielleicht pflanzt sich unsere geistige Elite nur deshalb so zögerlich fort, weil sie vor dem Geschlechtsakt nachdenkt, das Für und Wider erörtert und Möglichkeiten der Krankheits- oder Empfängnisverhütung in Betracht zieht, anstatt nach Art der Dolldeppen einfach draufloszuklopfen.
Glaubt man der Relativitätstheorie, ist Zeit ohne Raum und Masse nicht denkbar, das heißt, dass vor der Erfindung des Raumes auch keine Zeit war, der Begriff "vor" in diesem Zusammenhang also unzulässig ist, weil es "vor" dem Raum auch keine Zeit gab. Das ist schwer verständlich, bedeutet es doch, dass man seinen eigenen Altersprozess ohne Probleme beenden könnte, indem man einfach den Raum verlässt.
Den physikalischen Raum zu verlassen, ohne in einen Nebenraum oder ins Freie zu gelangen, ist allerdings keine leichte Übung, denn auch nebenan gibt es eine Zeit, die einem auf Dauer die Gelatine in den Hautzellen verkrumpeln lässt. Wenn Sie nicht aussehen wollen wie eine geschrumpelte Zitrone, beschäftigen Sie sich also am besten nicht mit Physik, sondern treiben Sie Sport und kaufen Sie eine gute Creme.
Die hilft zwar nicht gegen Hautalterung, gibt einem aber das gute Gefühl, nichts unversucht gelassen zu haben, bevor es einen von der Stange haut. Angeblich hilft ja auch ein Gläschen Wein gegen frühes Ableben. Ich glaube das nicht, bin aber der festen Überzeugung, dass es lebensverlängernd wirkt, wenn man sich ab und zu einen gönnt, egal was. So mancher Asket ist mit 107 viel zu früh abgetreten, weil er noch gar nichts vom Leben gehabt hat. Das ist kein Plädoyer für unkontrollierten Drogenkonsum! Manch ein Rockstar hat schon mit 25 so viele Chemikalien durch seinen Schädel geschleust, dass die eigentlich dort vorgesehene graue Masse völlig durchgenudelt ist und jede weitere Funktion verweigert.