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Wie man Postkartentexte richtig deutet, warum es sinnvoll ist, die Sprache des Urlaubslandes zu sprechen, was man unter "authentischem Ambiente" versteht und wer einem in der schönste Zeit des Jahres den letzten Nerv rauben kann... Kerstin Gier schildert lauter urkomische Missgeschicke, die einem bevorzugt im Urlaub passieren und kennt auch die Antwort auf die Frage, warum sie eigentlich jedes Jahr wieder auf Reisen geht: Damit Sie mal so richtig was zum Lachen haben. Das ultimative Buch für die Urlaubszeit - zum Entspannen komisch. Dieses Buch gehört in jede Reisetasche! "Locker-leicht verfasst, die perfekte Liegestuhl-Lektüre - damit sich auch der Kopf ein bisschen erholen kann." myself, München
| Verkaufsrang: | 1.718 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-8387-0063-5 |
| EAN: | 9783838700632 |
| Erschienen: | 03.2009 |
| Verlag: | Lübbe Digital |
| Einband: | EPUB |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 270 |
| Erschienen bei: | Lübbe Digital |
| Spieldauer: | 1816 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: | EPUB |
Kerstin Gier, geb. 1966, schreibt humorvolle Frauenbücher. Einige ihrer Titel waren monatelang auf den Bestsellerlisten. Die DeLIA-Preisträgerin lebt mit ihrer Familie im Bergischen Land.
von Coffeequeen, am 19.04.2012
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"Frau-Schachtmann-Phobie (S. 78-79)
oder die Angst, im Urlaub Bekannten über den Weg zu laufen
Meine Schwägerin hat ihren alten Schulfreund nach zwanzig Jahren wiedergetroffen, und zwar auf einem Campingplatz in der Nähe von Brisbane in Australien. Und als wir vor drei Jahren in Vancouver in einem vietnamesischen Restaurant saßen, setzte sich Franks alter Volleyballtrainer an den Nachbartisch. »Wie ist die Welt doch klein«, hat mein Vater schon immer gesagt, und das ist mir, ganz ehrlich, richtig unheimlich. Manchmal mag es ja lustig sein, dass einem ausgerechnet im Urlaub jemand über den Weg läuft, den man schon Jahre nicht mehr gesehen hat, aber manchmal ist es auch echt lästig. Oder peinlich. Oder mysteriös.
Oder, wie im Falle von Frau Schachtmann, alles auf einmal. Mysteriös war, dass ich Frau Schachtmann, die mit meiner Mutter Tennis spielte und eine Tochter, Silke, in meinem Alter hatte, nicht nur einmal im Urlaub getroffen habe, sondern mittlerweile sogar sechsmal. Ich traf sie gleich nach dem Abitur in Arosa im Sessellift, wo sie mir erzählte, dass Silke in Florenz Architektur studierte und mich fragte, ob ich zugenommen hätte. Ich traf sie in einem Eiscafé am Lago Maggiore, wo sie mir erzählte, dass Silke mit einem Architekten verlobt sei und mich fragte, ob ich zugenommen hätte. Ich traf sie in einer Boutique in Positano, wo sie mir erzählte, dass Silke mit dem Architekten eine Eigentumswohnung gekauft hatte und mich fragte, ob ich zugenommen hätte. Allmählich hatte ich es satt, Frau Schachtmann zu treffen. Ich gewöhnte mir an, im Urlaub Kopftücher und Sonnenbrillen zu tragen.
Auch als ich mit Bono, meinem Exfreund, in Paris unterwegs war Wir machten, was ich am liebsten mache, wenn ich in Paris bin: durch die Gegend laufen. Wir schlenderten durch das Marais, fotografierten Gaukler im Jardin du Luxembourg und marschierten die Rue Mufftard auf und ab, bis ich mich entschieden hatte, welche Art von belegtem Baguette ich denn nun nehmen wollte. Am dritten Tag vertraute Bono mir an, dass er von meinem Programm ein wenig enttäuscht sei.
Er sagte, er habe sich doch mehr typisch pariserische Sehenswürdigkeiten erhofft. »Jetzt sag bloß, du willst auf den Eiffelturm«, sagte ich verächtlich. »Ja«, sagte Bono. »Und dann will ich unbedingt noch die Bastille sehen.« Da ich unter Höhenangst leide, musste Bono allein auf den Eiffelturm, aber zur Bastille fuhr ich anschließend mit. Sie hatte eine eigene U-Bahn-Station, aber als wir dort ausstiegen und uns umsahen, konnten wir leider weit und breit keine beeindruckende Festung sehen, nur eine weit weniger beeindruckende Siegessäule."