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Gail Walton führt ein perfektes Leben: Verheiratet mit dem geradlinigen, unkomplizierten Jack, Mutter zweier reizender Töchter und weit und breit keine dunklen Wolken am Horizont. Doch dann bricht ein Alptraum über ihre Welt herein. Ihre sechsjährige Tochter Cindy wird vergewaltigt und ermordet. Gail gibt der Polizei 60 Tage Zeit, den Mörder zu fassen. Als diese Frist vorbei ist und es immer noch keine Spur gibt, macht sie sich selbst auf die Suche. Sie will keine Rache, sagt sie, nur Gerechtigkeit. In ihrer maßlosen Trauer weist Gail alle Menschen, die sich um sie bemühen, zurück: ihre Freunde, ihre Tochter Jennifer, ihren Mann. Die Suche nach Cindys Mörder ist für sie zur Obsession geworden ...
| Verkaufsrang: | 1.651 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-641-05414-1 |
| EAN: | 9783641054144 |
| Originaltitel: | Life Penalty |
| Erschienen: | 12.11.2010 |
| Verlag: | Goldmann |
| Einband: | EPUB |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 352 |
| Übersetzer: | Christa Seibicke |
| Erschienen bei: | Goldmann |
| Übersetzt von: | Christa Seibicke |
| Spieldauer: | 540 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: | EPUB |
Joy Fielding wurde am 18. März 1945 in Kanada geboren - was sie allerdings scherzhaft bezweifelt, weil sie sich noch nicht so alt fühlt, wie sie von der Jahreszahl her zu sein hätte. Schon seit Jahren zählt Joy Fielding zu den absoluten Spitzenautorinnen für Spannungsliteratur. Ihre Thriller und Psychothriller spielen immer wieder mit den Abgründen der Gesellschaft und der Gewalt, die sich in ihr wiederfindet. Die Hauptfiguren sind meist Frauen, die gut ausgebildet und in einer scheinbar perfekten Welt mit toller Beziehung in amerikanischen Großstädten leben. Scheinbar harmlose Ereignisse fördern dann alte Geheimnisse oder Sehnsüchte der Figuren ans Licht, die das vorher perfekte Leben komplett zerlegen.
Beruflich machte Joy Fielding ein paar Umwege, obwohl ihr schon früh klar war, dass sie Schriftstellerin werden wollte. Als Achtjährige begann sie, Entwürfe an Zeitschriften zu schicken, die aber abgelehnt wurden, genauso wie ihre Geschichten, die sie im Teenageralter schrieb. Einen leichten Hang zur blutigen Feder lässt sich allerdings schon zu dieser Zeit entdecken: Ein Drehbuch handelte von einem Mädchen, dass seine Eltern umbringt. Während ihres Literaturstudiums ab 1963 in Toronto spielte Joy Fielding in mehreren Studentenfilmen mit und verwarf den Plan, Schriftstellerin zu werden. Stattdessen wollte sie Schauspielerin werden und zog nach dem Studium nach L.A. Nach einigen kleinen Rollen, aber ohne großen Durchbruch, begann Joy Fielding wieder zu schreiben. Anfang der 1970er Jahre kehrte sie nach Toronto zurück, finanzierte sich durch das Mitspielen in TV- Spots und schrieb nebenher an ihren Romanen, bis sie damit genug zum Überleben verdiente. Der internationale Durchbruch gelang ihr 1991 mit dem Roman "Lauf, Jane, lauf", der 1,8 Mio. Mal verkauft wurde. Die Autorin Joy Fielding lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Toronto, Kanada und in Palm Beach, Florida.
Meinung der Redaktion
Einmal Joy Fielding - immer Joy Fielding! Ihre Romane sind fesselnd, spielen mit den Abgründen der Gesellschaft und zeigen, dass jeder zwei Seiten hat. Pointiert und manchmal brutal schildert Fielding, wie sich Menschen ändern können und wie sie sich in Ausnahmesituationen verhalten. Einfach nur spannend und eine Lesedroge.
von einer Kundin/einem Kunden, am 24.06.2012
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"11 (S. 91-92)
Gail beschäftigte sich am Wochenende hauptsächlich mit der Lektüre von Presseberichten über anormales Sexualverhalten. Sie erfuhr, daß die Welt voll sei von Menschen, die entweder dem Gruppensex frönten oder es auf Friedhöfen und Kirchenbänken trieben, während andere gleichgeschlechtliche Partner bevorzugten und wieder andere sich mit Tieren oder mit den lieben Dahingeschiedenen vergnügten. Manche liebten Züchtigungen, andere Sodomie; die einen standen auf Exhibitionismus, die anderen auf Voyeurismus. Manche schlugen gern; anderen gefiel es, sich schlagen zu lassen. Sie lernte sämtliche Fachausdrücke.
Einige gängige Begriffe - wie etwa Homosexualität, Lesbianismus und Sodomie - waren ihr schon geläufig. Auch Masochismus, Sadismus und Vergewaltigung kannte sie. Neu waren Ausdrücke wie Nekrophilie, Koprophagie und Pädophilie. Pädophilie - auf Kinder gerichteter Sexualtrieb Erwachsener. Die Artikel bestätigten vieles von dem, was Lieutenant Cole ihr bereits gesagt hatte, daß sämtliche Triebtäter fast ausschließlich männlichen Geschlechts seien, in der Regel jung, daß sie Frauen entweder haßten oder fürchteten, daß sie aber auch sich selbst haßten und ihre eigenen Bedürfnisse fürchteten.
Ihre Eltern waren häufig Bestien, die sie als Kinder mißhandelt oder vernachlässigt und dadurch ihr Schicksal bis zu einem gewissen Grad vorherbestimmt hatten. Kleine Grausamkeiten steigerten sich im Laufe der Zeit. Es gab wenig Möglichkeiten, solchen Menschen zu helfen, aber noch weniger, andere vor ihnen zu schützen. Männer, die kleinen Mädchen nachjagten, waren in der Regel zurückhaltend, wenn nicht gar feige. Sie töteten mehr aus Angst vor Entdeckung, als aus dem Wunsch, ihrem Opfer weiteres Leid zuzufügen, wenngleich es auch Geistesgestörte gab, denen das Morden an sich höchsten Lustgewinn verschaffte.
Die Gesellschaft hatte ihre Haltung gegenüber sexuell Abartigen im Laufe der Jahre geändert. Strikte Ablehnung war gleichgültiger Duldung gewichen. Heute herrschte die Meinung vor, Erwachsene dürften in ihren vier Wänden miteinander tun, was immer ihnen Spaß machte - vorausgesetzt, alle Beteiligten seien einverstanden.
Privatclubs und sogar öffentliche Badeanstalten wurden zur Plattform für dieses zunehmend anerkannte neue Sozialverhalten. Selbst krankhaft Abartige, Sexualpsychotiker, die ihre Triebe befriedigten, ohne zu fragen, die Menschen vergewaltigten und sinnlos Leben zerstörten, ohne sich um das Alter ihrer Opfer zu kümmern, durften inzwischen auf ein gewisses Mitgefühl rechnen und wurden nicht mehr für ihre Taten verantwortlich gemacht."