Hochschul-Fundraising

Ein Handbuch für die Praxis

von Marita Haibach

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Weitere Artikelinformationen

Fundraising, das Einwerben von privaten Fördermitteln, ist für Hochschulen heute überlebenswichtig. Spitzenleistungen lassen sich nicht allein durch staatliche Gelder finanzieren. Häufig aber fehlt es am Know-how für ein systematisches Fundraising. Marita Haibach erläutert Schritt für Schritt den Weg zur erfolgreichen Akquise von Fördermitteln für Hochschulmanagement und Dozenten: Dazu gehören das Sammeln von Argumenten für die Sponsoren und das Einrichten einer Fundraising-Struktur ? mit einem hochschulinternen Fundraising-Büro, permanenter Alumniarbeit und Fördergesellschaften. Konkrete Tipps für die Praxis, von der Kontaktanbahnung über die Gesprächsführung bis zur Betreuung der Förderer, runden den Band ab.

Produktdetails

ISBN-10: 3-593-40439-7
EAN: 9783593404394
Erschienen: 13.05.2008
Verlag: Campus
Einband: EPUB
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1
Seitenzahl: 327
Erschienen bei: Campus
Spieldauer: 2594 KB
Kapitel: 0
Medium: EPUB
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Marita Haibach

Dr. Marita Haibach arbeitet seit 1991 als selbständige Beraterin für Fundraising und ist Expertin zum Thema Erschließung privater Finanzquellen für gemeinnützige Organisationen. Zu ihren Klienten zählen die unterschiedlichsten Nonprofit-Organisationen, darunter Stiftungen, Einrichtungen im Sozialbereich, Frauenorganisationen, Jugendverbände, Hochschulen, Organisationen aus den Bereichen Kultur und Umwelt, Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft. Dr. Marita Haibach war als langjährige stellvertretende Vorsitzende der BSM (Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing) maßgeblich am Aufbau dieses Berufsverbandes der FundraiserInnen in Deutschland beteiligt. Sie ist außerdem Vizepräsidentin von EFA (European Fundraising Association), Vorsitzende der Prüfungskommission der Fundraising Akademie und geschäftsführender Vorstand der Stiftung Filia.

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Kapitel 9

Wirtschaftsunternehmen als Förderer von Hochschulen (S. 182-183)

Unsere Gesellschaft formulierte lange Zeit keine Erwartungen an das bürgerschaftliche Engagement von Unternehmen. Forderungen an selbige, meist vorgebracht von Gewerkschaften, gingen traditionell in andere Richtungen (Lohnerhöhungen, verbesserte Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung). Insgesamt wurde das Verhältnis zwischen Unternehmen und Gesellschaft eher antagonistisch gesehen, wobei es dabei viele unterschiedliche Schattierungen gab. Im vergangenen Jahrzehnt aber ist viel in Bewegung gekommen.
Die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung durch die Wirtschaft wird von der Gesellschaft zunehmend eingefordert. Parallel zu dieser Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahren auch auf der Seite der Wirtschaft viel getan. Corporate Social Responsibility (CSR) als die spezifische Verantwortung von Unternehmen in der Gesellschaft ist insbesondere bei den Global Playern zu einem Thema geworden. Allerdings erfolgen die gesellschaftsbezogenen Aktivitäten der meisten Unternehmen in Deutschland nach wie vor überwiegend spontan und unkoordiniert. Doch es ist ein Veränderungsprozess in Gang gekommen: Zumindest Großunternehmen sehen ihr Engagement deutlich häufiger als Voraussetzung für wirtschaftliche Erfolge und gehen aktiv auf Partner aus dem gesellschaftlichen Umfeld zu.
Die Soziologen Holger Backhaus-Maul von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Prof. Dr. Dr. Sebastian Braun von der Universität Paderborn veröffentlichten im November 2007 die Analyse »Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen in Deutschland«. Die Daten basieren auf einer 2006 vorgenommenen empirischen Befragung von 501 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens einer Million Euro und mindestens zehn Mitarbeitern. Die Untersuchung wurde in Kooperation mit dem Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement der Universität Paderborn, Forsa - Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analyse mbH und dem Centrum für Corporate Citizenship Deutschland (CCCD) e. V. durchgeführt, von der Deutschen BP AG gefördert und die Ergebnisse in der Zeitschrift Stiftung & Sponsoring publiziert. Holger Backhaus-Maul (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Sebastian Braun (Universität Paderborn) kommen in ihrer Studie (2007: 13) zu dem Ergebnis, »dass sich das freiwillige gesellschaftliche Engagement von Unternehmen in Deutschland im Spannungsfeld zwischen Philanthropie und wirtschaftlicher Verwertung entwickelt und angesichts der Internationalität des Themas und der Beteiligung namhafter deutscher Großunternehmen derzeit besondere Dynamik erfährt - wobei die Tradition der sozialen Marktwirtschaft und die faktische Bedeutung von Klein- und Mittelunternehmen ein hohes Maß an schöpferischem Eigensinn erzeugen und auch zukünftig erwarten lassen.«
Die Finanzierung von Bildung gilt in Deutschland im Wesentlichen als eine öffentliche Aufgabe. Doch Unternehmen haben großes Eigeninteresse an einem funktionierenden Schul- und Hochschulsystem. Nur so kann gewährleistet werden, dass dem Arbeitsmarkt ausreichend gut qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen. Die öffentlichen Diskussionen über die Lage unseres Bildungswesens - angefangen von den Ergebnissen der PISAStudie, über Folgen der finanziell angespannten Situation von Hochschulen für Studierende bis hin zur Abwanderung von hoch qualifizierten Wissenschaftlern ins Ausland - haben bewirkt, dass nicht nur der Staat, sondern auch Unternehmen Handlungsbedarf sehen. Die Erkenntnis ist daher gewachsen, dass trotz der Grundverantwortung des Staates für den Hochschulbereich privates Engagement notwendig ist, damit Hochschulen Profil gewinnen und Zukunftsinvestitionen tätigen können.
Hauptaufgabe des Hochschul-Fundraisings ist die Gewinnung von Förderern, daher gilt das Hauptaugenmerk in diesem Buch den Förderbeziehungen zwischen Hochschulen und Wirtschaft. Doch auch das Sponsoring wird beleuchtet, da es als Fundraising-Instrument gesehen werden sollte. Oft entscheidet sich erst bei den Verhandlungen mit Unternehmen, ob diese eine Spende leisten oder sich als Sponsor engagieren.

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