Metro 2034

Roman. Deutsche Erstausgabe

von Dmitry Glukhovsky

Buch

Taschenbuch (526 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Die Rückkehr in eine atemberaubende Welt


Wir schreiben das Jahr 2034. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Auch Moskau ist eine Geisterstadt. Die Überlebenden haben sich in die Tiefen des U-Bahn-Netzes zurückgezogen und dort eine neue Zivilisation errichtet. Eine Zivilisation, wie es sie noch nie zuvor gegeben hat ...


An der Station Sewastopolskaja, die seit Tagen von der Verbindung zur Großen Metro abgeschnitten ist, taucht der geheimnisvolle Brigadier Hunter auf. Er nimmt den einsamen Kampf gegen die dunkle Bedrohung auf, der sich die Bewohner der Metro gegenübersehen, und bricht zu einer gefährlichen Expedition in die Tiefen des Tunnelsystems auf. An seiner Seite steht Homer, ein alter, erfahrener Stationsbewohner, der die Metro und ihre Legenden kennt wie kein anderer - und der seine Lebensaufgabe darin sieht, ihre Geschichte aufzuschreiben. Als die beiden auf die 17-jährige Sascha treffen, glaubt Homer, er habe in dem gebrochenen Helden und dem Mädchen das perfekte Paar für sein Epos gefunden - aber er darf sie in der Gefahr keine Sekunde aus den Augen lassen.


Dies sind die Abenteuer von Hunter, ehemaliger Soldat und nun einsamer Kämpfer gegen die dunkle Bedrohung, der sich die Bewohner der Metro gegenübersehen.


Mit diesem Roman kehrt Dmitry Glukhovsky in die düster schillernde Welt der Moskauer Metro zurück und erzählt das Abenteuer weiter, das in »Metro 2033« begann.


Produktdetails

Verkaufsrang: 12.593
ISBN-10: 3-453-53301-1
EAN: 9783453533011
Originaltitel: Metpo 2034
Erschienen: 05.10.2009
Verlag: Heyne Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 526
Gewicht: 676 g
Übersetzer: David Drevs
Reihe: Heyne-Bücher Allgemeine Reihe
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Dmitry Glukhovsky

Dmitry Glukhovsky, geboren 1979, hat internationale Beziehungen in Jerusalem studiert und arbeitet als Journalist für den Fernsehsender "Russia Today". Glukhovsky lebt in Moskau.

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Kundenrezensionen

  • 2. Teil des russischen Endzeitepos Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 02.04.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ein würdiger Nachfolger von Metro 2033.
    Erklärt weitere Vorgänge, die zu der Endzeitlage in der Moskauer U-Bahn geführt hat.
    Wie im ersten Band wird die beklemmende Atmossphäre in einer postatomaren Gesellschaft sehr lebensecht dargestellt.
    Wer massiv unter Raumangst leidet, sollte dieses Buch nicht lesen.
    Für alle Liebhaber von Endzeit- und Katastrophenromanen ein Muß.

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  • Es könnte viel besser sein... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 03.05.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Das Thema ist ein Eldorado. Moskawer Metro könnte fast zum zweiten Mittelerde werden, wenn man die alle Chancen benutzt. "Metro-2033" war o´K, frische Ideen,"ungewohnliche" russische Namen usw. Bei"Metro-2034" wird es langsam langweilig, denn der Autor schafft es nicht, das ganze Potenzial vom Buch zu entwickeln.

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  • Zweiter Metro-Teil erfüllt die Erwartungen leider nicht Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Simone, am 29.12.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Nachdem ich den Vorgängerroman "Metro 2033" ausgezeichnet fand, musste ich natürlich auch "Metro 2034" lesen. Allerdings wurden meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Die Atmosphäre wird - meiner Meinung nach - lange nicht mehr so mitreißend geschildert und auch die Figuren bleiben blass. Ganz ehrlich kann ich mich jetzt kaum noch an das Ende erinnern, wobei mir "Metro 2033" noch lebhaft im Gedächtnis geblieben ist. Falls es "Metro 2035" geben sollte, weiß ich nicht, ob ich dieses Buch noch lesen werde. Wahrscheinlich doch, aber ich freue mich nicht mehr darauf. Aber wenn man keine (hohen) Erwartungen hat, können sie auch nicht enttäuscht werden! :-)

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  • Fortetzung eines Bestsellers Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von leymich, am 14.02.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Den zweiten Teil habe ich voller Freude erwartet nach dem ich den ersten Teil regelrecht verschlungen hatte. Die Charaktere und Gedankengänge haben mich teilweise genauso positiv überzeugt wie schon im 1. Band. Teil 2 ist ein ganz eigenes Buch, ohne direkte Anknüpfung an die Geschehnisse im ersten Teil. Leider ist es nicht ganz so spannend und erlebnisreich wie der erste Teil, daher nur 3 Sterne. Ich denke das Thema ist nun ausgereizt, einen 3. Teil braucht man sicher nicht mehr, auch wenn noch sehr viel mehr rauszuholen wäre!

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  • Auf zur nächsten Station Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Philipp Brandstötter, am 13.01.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Wir schreiben das Jahr 2034. Nach einem verheerenden Atomarkrieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Die wenigen Überlebenden des globalen Infernos haben sich in das Metronetz (U-Bahn) der Stadt Moskau zurückgezogen. Die Geschichte selbst spielt zwei Jahrzehnte nach Stunde Null. Die einzelnen bewohnten Stationen sind längst zu eigenständig lebensfähigen Welten geworden. Die Hauptperson ist Hunter eine Art Söldner der über die Metro und deren Bewohner wacht. Doch nun steht diese Welt vor dem endgültigen Fall. Eine unbekannte neue Gefahr geht von einer unbesetzten Station aus. Hunter macht sich zusammen mit Homer, dem Stationsvorsteher der „Sewastopolskaja“, auf um dieser rätselhaften neuen Gefahr auf den Grund zu gehen. Auf Ihrer Reise durch die Metro treffen die Beiden auf Sascha, in der Homer das optimale Gegenstück für Hunter sieht. Doch nicht nur die Strahlung an der Oberfläche, auch einige Kreaturen die in der Metro hausen, stellen sich Ihnen in den Weg. Die Hauptperson des ersten Teils „Metro 2033“ Artjom, spielt hier allerdings nur eine Nebenrolle.

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  • Ich hätte gern etwas mehr vom ersten Teil gehabt... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Daniel Flojhar, am 13.01.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Metro 2034 ist auf jeden Fall ein gutes Buch und ein solider Nachfolger. Der Autor hat eine schöne Fantasie und weiß diese zu Papier zu bringen. Die Geschichte wird spannend und bildreich erzählt.
    Jedoch fehlt mir zum Vorgänger die Brise Horror und das klemmende Gefühl, die mich bei Metro 2033 sehr gefesselt haben. Mir fehlen Details und die Komplexität des ersten Buches, sowie haben mich die neuen Charaktere nicht besonders überzeugt. Die Geschichte entwickelt sich eher simpel, dass man fast enttäuscht ist. Der Autor wird zu oft philosophisch und schreibt um den Brei herum. Das stört meiner Meinung nach den Storyverlauf. Zudem war das erste Buch irgendwie abgeschlossen. Enttäuschend sind auch die Rollen von bekannten Charakteren.

    Mein Fazit:
    Metro 2034 wird wohl einen faden Nachgeschmack hinterlassen. Man schließt das Buch, das sich besonders schnell liest mit gemischten Gefühlen. Gedanken wie „es fehlt etwas“ oder „hätte was anderes erwartet“ werden einen verfolgen. Jedoch ein Muss für Leser des ersten Buches und Fans der Moskauer Metro.

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  • Die Metro lebt weiter? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von René Herrmann-Zielonka, am 22.12.2009

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Nach dem riesigen Erfolg von Metro 2033, hat man mit diesem Buch die indirekte Fortsetzung von Dmitry Glukhovsky. Nur leider kann der Autor nicht an den Erfolg seines ersten Romans anknüpfen. An sich ist die Geschichte wieder spannend und toll erzählt, aber der Autor verliert sich zu sehr in seiner poetischen Ader und fängt dadurch an, Seitenlang zu schwafeln. Zwei seiner Hauptpersonen denken für meinen Geschmack einfach zu viel an die Vergangenheit und philosophieren über die „gute alte Zeit“. Auch brauch man als Leser viel zu lange um zu verstehen, was eigentlich die Handlung und Aufgabe der 3 Hauptpersonen ist. Zur Mitte des Buches nimmt der Roman Fahrt auf und man kann kaum aufhören zu lesen. Allerdings endet Metro 2034 diesmal nicht mit einem Knall und das Ende ist arg unbefriedigend. Auch wenn man nicht wirklich auf eine Aufklärung hoffen konnte, war es doch zu abrupt. Schade, diesmal nur Mittelmaß, aber vielleicht beim nächsten Mal?!?!

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  • Düsteres Szenario Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von M. Hollerbaum, am 04.12.2009

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Der Autor zeigt eine grausame Welt nach einer Katastrophe auf. Die Menschen verstecken sich in der Metro. Feindliche Kreaturen lauern ihnen auf und an der radioaktiven Oberfläche ist es sehr gefährlich. Die Menschen versuchen trotzdem ein alltägliches Leben zu führen.

    Für alle SF-Leser die ein Buch mit einen gesellschaftlichen Anspruch wollen. Die von Dick "Bladerunner" super finden.

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  • Gute Fortsetzung mit kleinen Schwächen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Kai Reinhard, am 12.11.2009

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Dmitry Glukhovsky ist mit Metro 2034 eine spannende Fortsetzung seines ersten Romanes Metro 2033 gelungen.
    Die Atmosphäre ist wieder richtig düster und die Handlung wird spannend und gut erzählt.
    Jedoch würde ich jedem, der das Buch lesen will empfehlen, erst den Vorgängerroman Metro 2033 zu lesen, da in dem neuen Roman die Beschreibung der Stationen etwas spärlich ausfällt und man in Metro 2033 wesentlich mehr über die Geschichte der einzelnen Stationen und Moskau erfährt.
    Auch ist der Roman nicht so actionreich wie sein Vorgänger.
    Was mir aber besonders gut gefallen hat, sind die philosophischen Gedankengänge der einzelnen Protagonisten.
    Die Welt, welche Dmitry Glukhovsky erschaffen hat birgt noch viel Potential und man darf gespannt sein auf weitere Geschichten aus der Metro.

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Es ist das Jahr 2034. Die Welt liegt in Trümmern. Die Menschheit ist fast vollkommen vernichtet. Strahlung hat die zerstörten Städte unbewohnbar gemacht. Außerhalb ihrer Grenzen, so erzählt man sich, erstrecken sich endloses, ausgebranntes Ödland sowie zu undurchdringlichem Dickicht mutierte Wälder. Doch keiner weiß genau, was sich dort befindet. Die Zivilisation erlischt. Und die Erinnerungen an die ehemalige Größe des Menschen werden allmählich von Märchen und Legenden überwuchert.
Über zwanzig Jahre ist es her, seit das letzte Flugzeug gestartet ist. Verrostete Eisenbahnschienen führen ins Nichts. Und wenn die Funker zum millionsten Mal die Frequenzen abhören, auf denen früher New York, Paris, Tokio und Buenos Aires sendeten, so hören sie noch immer nichts als ein einsames Heulen.
Über zwanzig Jahre sind seit damals vergangen. Doch der Mensch hat die Herrschaft über die Erde bereits anderen Arten überlassen. Geschöpfe der Strahlung, die viel besser angepasst sind an das Leben in dieser neuen Welt.
Die Ära des Menschen ist vorbei.
Aber die Überlebenden wollen es nicht wahrhaben. Einige Zehntausende Menschen sind übrig geblieben, und sie wissen nicht, ob außer ihnen noch irgendwo Menschen leben - oder ob sie die letzten auf dieser Welt sind.
Sie bewohnen die Moskauer Metro, den größten Atombunker, der jemals von Menschenhand geschaffen wurde. Den letzten Zufluchtsort der Menschheit.
Fast alle Überlebenden befanden sich an jenem Tag in der Metro. Und das rettete ihnen das Leben. Die hermetischen Sicherheitstore der Stationen schützen sie vor der Strahlung und den furchtbaren Kreaturen an der Oberfläche. Alte Filter reinigen Luft und Wasser. Von findigen Tüftlern konstruierte Dynamomaschinen erzeugen Strom. In unterirdischen Farmen züchten die Menschen Champignons und Schweine. Die Ärmeren schrecken auch vor Rattenfleisch nicht zurück.
Eine zentrale Verwaltung gibt es schon lange nicht mehr. Die Stationen haben sich in Zwergstaaten verwandelt, wo Menschen sich um Ideologien, Religionen und Wasserfilter scharen. Oder sich einfach nur zusammenschließen, um feindliche Angriffe abzuwehren.
Es ist eine Welt ohne Morgen. Träume, Pläne, Hoffnungen - all das hat hier keinen Ort. Gefühle sind Instinkten gewichen, und der wichtigste davon ist der Wille zu überleben. Um jeden Preis.
Die Vorgeschichte zu den Ereignissen dieses Buches wird in dem Roman "Metro 2033" erzählt.


Sie waren nicht zurückgekehrt, weder am Dienstag noch am Mittwoch, noch am Donnerstag - dem letzten vereinbarten Termin. Der Außenposten war rund um die Uhr besetzt, und hätten die Wachen auch nur das Echo eines Hilferufs gehört oder den schwachen Widerschein einer Lampe an den feuchten, dunklen Tunnelwänden gesehen, dort, wo es zum Nachimowski prospekt ging, so wäre unverzüglich ein Stoßtrupp losgeschickt worden.
Die Anspannung wuchs mit jeder Stunde. Die Wachen -hervorragend ausgerüstete und eigens für solche Einsätze trainierte Soldaten - schlossen nicht eine Sekunde lang die Augen. Der Stapel Spielkarten, mit dem sie sich sonst die Zeit zwischen den Alarmeinsätzen vertrieben, staubte schon seit zwei Tagen in der Schublade der Wachstube vor sich hin. Ihre zwanglosen Unterhaltungen waren erst kurzen, nervösen Absprachen gewichen, und jetzt herrschte nur noch unheilvolles Schweigen. Jeder hoffte, als Erster die hallenden Schritte der zurückkehrenden Karawane zu hören. Es hing einfach zu viel davon ab.
Alle Bewohner der Sewastopolskaja, ob fünfjähriger Knabe oder alter Greis, verstanden es, mit Waffen umzugehen. Sie hatten ihre Station in eine uneinnehmbare Bastion verwandelt. Doch obwohl sie sich hinter MG-Nestern, Stacheldraht, ja sogar Panzersperren aus verschweißten Schienen eingeigelt hatte, drohte diese scheinbar unverwundbare Festung jeden Augenblick zu fallen. Ihre Achillesferse war der Mangel an Munition.
Wäre den Bewohnern anderer Stationen das widerfahren, was die Sewastopolskaja täglich auszuhalten hatte, sie hätten keinen Gedanken daran verschwendet, sich zu verteidigen, sondern wären geflohen wie die Ratten aus einem überfluteten Tunnel. Selbst die mächtige Hanse, der Zusammenschluss der Stationen auf der Ringlinie, hätte im Ernstfall wohl kaum zusätzliche Streitkräfte zum Schutz dieser einen Station abgeordnet - aus Kostengründen. Sicher, die strategische Bedeutung der Sewastopolskaja war enorm. Doch der Preis war zu hoch.
Hoch war auch der Preis für Elektrizität. So hoch, dass die Sewastopoler, die eines der größten Wasserkraftwerke der Metro errichtet hatten, sich für ihre Stromlieferungen von der Hanse mit Munition versorgen lassen und dabei sogar noch Gewinn machen konnten. Aber viele von ihnen bezahlten dies nicht nur mit Patronen, sondern mit einem verkrüppelten, kurzen Leben.
Das Grundwasser war zugleich Segen und Fluch der Sewastopolskaja. Wie die Fluten des Styx die morsche Barke des Charon umströmten, so war die Station von allen Seiten von Wasser umgeben. Das Grundwasser schenkte ihr und einem guten Drittel der Ringlinie Licht und Wärme, denn es setzte die Schaufeln Dutzender von Wassermühlen in Bewegung. Diese hatten geschickte Konstrukteure der Station nach eigenen Plänen in Tunneln, Grotten, unterirdischen Wasserläufen, kurz: an jedem Ort, der sich für diese Zwecke erschließen ließ, errichtet.
Zugleichjedoch nagte das Wasser unablässig an den Pfeilern, löste allmählich den Zement aus den Fugen, während es ganz nah, hinter den Wänden der Station vorbeigluckerte, wie um die Bewohner einzulullen. Das Grundwasser hinderte sie daran, überflüssige, nicht genutzte Streckenabschnitte zu sprengen. Und genau durch diese Tunnel bewegten sich Horden alptraumhafter Kreaturen auf die Sewastopolskaja zu, wie ein endloser giftiger Tausendfüßler, der in einen Fleischwolf kriecht.
Die Bewohner der Station kamen sich vor wie die Mannschaft eines Geisterschiffs auf dem Weg durch die Hölle. Ständig waren sie dazu verdammt, neue Löcher zu finden und zu flicken, denn ihre Fregatte war schon vor langer Zeit Leck geschlagen. Und ein Hafen, in dem sie Schutz und Ruhe finden könnten, war nicht in Sicht.
Gleichzeitig mussten sie eine Attacke nach der anderen abwehren, denn von der Tschertanowskaja im Süden und vom Nachimowski prospekt nördlich ihrer Station kamen Monster durch Lüftungsschächte gekrochen, tauchten aus der trüben Brühe der Abwasserleitungen auf oder stürmten aus den Tunneln heran. Die ganze Welt schien sich gegen die Sewastopoler verschworen zu haben und keine Mühen zu scheuen, um ihre Heimstatt von der Metrokarte zu tilgen. Doch sie verteidigten ihre Station mit Klauen und Zähnen, als wäre sie die letzte Zuflucht im gesamten Universum.

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