Buch
gebunden (640 Seiten)
Sprache: Deutsch
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Der beliebteste Roman der großen englischen Klassikerin
Nicht weniger als fünf Töchter haben die Bennets standesgemäß unter die Haube zu bringen. Kein leichtes Unterfangen für eine Familie auf dem Lande, die nur über ein bescheidenes Vermögen verfügt. Ausgerechnet die intelligente Elizabeth, das Lieblingskind des Vaters, erweist sich als besonders schwieriger Fall.
Zum allgemeinen Unverständnis hat Elizabeth die Stirn, den Antrag eines wohlsituierten Pfarrers auszuschlagen. Statt dem Drängen der Familie nachzugeben, folgt sie hartnäckig ihrem eigenen Urteil. Neue Hoffnungen schöpft die Familie, als der attraktive Gutsbesitzer Darcy, ein Junggeselle aus besten Kreisen, im benachbarten Herrenhaus zu Gast ist. Doch über den sind bald böse Gerüchte in Umlauf, und seine stolze Zurückhaltung wird ihm als Standesdünkel ausgelegt. Auch Elizabeth läßt sich vom äußeren Anschein täuschen. Erst als sie ihre Vorurteile und Darcy seinen Stolz abzulegen lernt, kann sich das Hochzeitskarussell wieder drehen.
In ihrem zweiten und populärsten Roman, 1813 erschienen, zeichnet Jane Austen Figuren von unübertroffener Lebendigkeit. Die ganze Schwesternschar, von der aufmüpfigen Jüngsten bis zur besonnenen Ältesten, das ungleiche Elternpaar, die neidischen Nachbarn, sie alle zeugen von der Menschenkenntnis und feinen Beobachtungsgabe der Autorin. Mit treffsicherer Ironie entlarvt sie menschliche Schwächen, zeigt die Komik des Alltäglichen und stellt in immer neuen Varianten die zeitlose Frage nach den Voraussetzungen für eine glückliche Ehe.
Pressestimmen:
«In Andrea Otts funkelnder Übersetzung wirkt Elizabeth weitaus temperamentvoller als in vorherigen - sehr zum Vorteil der Konturierung ihrer Figur im Kontrast zu anderen Protagonisten. Die Dialoge gewinnen an Tempo und Elizabeth an Schlagfertigkeit, was Austens brillantem Parlando-Stil bestens gerecht wird. So wird Otts Übersetzung, gerade weil sie sich einer behutsam modernisierten Sprache bedient, dem Original weitaus gerechter, als das frühere Übersetzungen taten, denn sie ist frei von etwas, was auch Austen völlig fremd war: Steifheit.» NZZ
| ISBN-10: | 3-7175-2010-5 |
|---|---|
| EAN: | 9783717520108 |
| Originaltitel: | Pride and Prejudice |
| Erschienen: | 11.03.2003 |
| Verlag: | Manesse Verlag |
| Einband: | gebunden |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 640 |
| Länge/Breite: | 157mm/90mm |
| Gewicht: | 296 g |
| Übersetzer: | Andrea Ott |
| Reihe: | Manesse Bibliothek der Weltliteratur |
Jane Austen wurde 1775 in Steventon (Hampshire) als Tochter eines Landpfarrers geboren. Sie gilt als die herausragendste Vertreterin des englischen Gesellschaftsromans. Mit ihrem ersten großen Werk Sense and Sensibility (1811) wandte sie sich gegen die zeitgenössische empfindsame Literatur, statt dessen schilderte sie das alltägliche, scheinbar ausgeglichene Leben des Bürgertums sowie des niederen Adels. Weitere wichtige Werke von Jane Austen: Stolz und Vorurteil (1813, Dt. 1948), Emma (1818, dt. 1961) und Mansfield Park (1814, Dt. 1968). Jane Austen starb 1817 im Alter von einundvierzig Jahren an Tuberkulose. Erst nach ihrem Tod wurde sie als Schriftstellerin anerkannt.
Andrea Ott, geboren 1949 in München, nach fruchtbaren Umwegen über Bibliothek, Theater und Programmkino seit 1986 Übersetzerin aus dem Englischen, u.a. von Jane Austen, Charlotte Brontë, Thomas Hardy und Anthony Trollope.
von Blacky, am 29.01.2013
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von einer Kundin/einem Kunden, am 15.08.2010
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von Petra Dressing, am 20.05.2010
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von Mag, am 25.04.2010
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von LongGoneBy, am 18.08.2006
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von Knuddel, am 28.12.2005
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von Susanne, am 13.12.2005
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von Christel, am 01.10.2005
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von einer Kundin/einem Kunden, am 18.01.2005
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Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, daß ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringender braucht als eine Frau.
Wie wenig man auch von den Gefühlen oder Aussichten eines solchen Mannes wissen mag, wenn er zum ersten Mal in einer Gegend auftaucht - diese Grundwahrheit ist in den Köpfen der dort lebenden Familien so fest verankert, daß man ihn bereits als das rechtmäßige Eigentum der einen oder anderen Tochter betrachtet.
"Mein lieber Mr. Bennet", sagte seine Gemahlin eines Tages zu ihm, "haben Sie gehört, daß Netherfield Park endlich verpachtet ist?"
Mr. Bennet erwiderte, das habe er nicht gehört.
"Es ist aber so", antwortete sie, "Mrs. Long war nämlich gerade hier und hat mir alles erzählt."
Mr. Bennet gab keine Antwort. "Wollen Sie denn nicht wissen, wer es gepachtet hat?" rief seine Frau ungeduldig.
"Sie wollen es mir offenbar erzählen, und ich habe nichts dagegen, es mir anzuhören."
Das war Aufforderung genug.
"Also, mein Lieber, Mrs. Long sagt nämlich, daß Netherfield von einem sehr vermögenden jungen Mann aus Nordengland gepachtet worden ist, daß er am Montag vierspännig vorgefahren kam, um das Haus zu besichtigen, und dermaßen begeistert war, daß er sofort mit Mr. Morris einig wurde; daß er vielleicht noch vor Michaeli einziehen wird und einige Dienstboten schon Ende nächster Woche ins Haus kommen sollen."
"Wie heißt er?"
"Bingley."
"Ist er verheiratet oder ledig?"
"Oh, natürlich ledig, mein Lieber! Ein Junggeselle mit einem großen Vermögen, vier- oder fünftausend Pfund im Jahr. Wie schön für unsere Mädchen!"
"Wieso? Was haben die damit zu tun?"
"Mein lieber Mr. Bennet", erwiderte seine Frau, "Sie sind wirklich unerträglich! Ich rechne doch damit, daß er eine von ihnen heiratet."
"Läßt er sich zu diesem Zweck hier nieder?"
"Zu diesem Zweck! Unsinn, wie können Sie so etwas sagen! Aber es ist durchaus möglich, daß er sich vielleicht in eine von ihnen verliebt, und deshalb müssen Sie ihm einen Antrittsbesuch abstatten, sobald er eingezogen ist."
"Dazu sehe ich keine Veranlassung. Sie können gern mit den Mädchen hingehen - oder schicken Sie sie allein hin, das ist vielleicht noch besser, denn da Sie genauso hübsch sind wie Ihre Töchter, fällt Mr. Bingleys Wahl sonst womöglich auf Sie."
"Sie schmeicheln mir, mein Lieber. Natürlich habe ich auch einmal mein Quentchen Schönheit besessen, aber ich bilde mir nicht ein, heute noch etwas Besonderes zu sein. Wenn eine Frau fünf erwachsene Töchter hat, sollte sie aufhören, an ihre eigene Schönheit zu denken."
"In diesem Fall hat eine Frau meist nicht mehr viel Schönheit, an die sie denken könnte."
"Wie dem auch sei, mein Lieber, Sie müssen Mr. Bingley unbedingt besuchen, wenn er kommt."
"Das ist mehr, als ich versprechen kann."
"Aber denken Sie doch an Ihre Töchter! Überlegen Sie, wie gut dann eine von ihnen versorgt wäre! Sir William und Lady Lucas haben auch beschlossen hinzugehen - nur aus diesem Grund, denn im allgemeinen machen sie ja keine Antrittsbesuche. Sie müssen ihm unbedingt Ihre Aufwartung machen, denn wir können ihn ja unmöglich besuchen, wenn Sie nicht dort waren."
"Ich finde, Sie nehmen es allzu genau. Mr. Bingley freut sich bestimmt sehr über Ihren Besuch, und ich gebe Ihnen ein paar Zeilen mit, in denen ich ihm versichere, daß ich von Herzen einverstanden bin, wenn er eines der Mädchen heiratet, gleichgültig, welches er sich aussucht - obwohl ich ein gutes Wort für meine kleine Lizzy einlegen sollte."
"Ich hoffe doch sehr, daß Sie nichts dergleichen tun! Lizzy ist keinen Deut besser als die anderen, nicht halb so hübsch wie Jane und nicht halb so fröhlich wie Lydia. Trotzdem geben Sie ihr immer den Vorrang."
"Keine ist besonders empfehlenswert", versetzte er, "sie sind so albern und einfältig wie alle anderen Mädchen; nur Lizzy ist ein bißchen aufgeweckter als ihre Schwestern."
"Wie können Sie nur so über Ihre eigenen Kinder schimpfen, Mr. Bennet? Sie machen sich ein Vergnügen daraus, mich zu ärgern. Sie haben kein Mitleid mit meinen armen Nerven."
"Sie verkennen mich, meine Liebe. Ich habe großen Respekt vor Ihren Nerven. Wir sind alte Bekannte. Sie führen sie seit mindestens zwanzig Jahren ins Feld."
"Ach, Sie wissen nicht, was ich durchmache."
"Ich hoffe, Sie überstehen es und dürfen noch miterleben, daß viele junge Männer mit viertausend Pfund im Jahr in unsere Nachbarschaft ziehen."
"Auch wenn zwanzig kämen, würde uns das nichts nützen, da Sie sie ja nicht besuchen."
"Verlassen Sie sich darauf, meine Liebe, wenn es einmal zwanzig sind, werde ich sie alle besuchen."
In Mr. Bennet vermischten sich Scharfsinn, beißender Witz, Verschlossenheit und Launenhaftigkeit auf eine so merkwürdige Weise, daß seine Frau ihn auch nach dreiundzwanzig Jahren noch immer nicht richtig einzuschätzen vermochte. Ihre Persönlichkeit hingegen war weniger schwer zu durchschauen. Sie war eine Frau von mäßigem Verstand, geringer Bildung und wankelmütigem Wesen. Wenn sie unzufrieden war, bildete sie sich ein, sie habe ein nervöses Leiden. Ihr Lebensinhalt war die Verheiratung ihrer Töchter, und ihre einzige Freude bestand in Besuchen und im Austausch von Neuigkeiten.
Mr. Bennet war unter den ersten, die Mr. Bingley ihre Aufwartung machten. Er hatte von Anfang an vorgehabt, ihn zu besuchen, seiner Frau gegenüber jedoch bis zuletzt behauptet, er werde nicht hingehen, und bis zum Abend desselben Tages hatte sie keine Ahnung davon. Erst da erfuhr sie auf folgende Weise von seinem Besuch.
Er schaute seiner zweiten Tochter zu, die damit beschäftigt war, einen Hut aufzuputzen, und sagte plötzlich zu ihr: "Hoffentlich gefällt der Hut Mr. Bingley, Lizzy."
"Wir werden nie erfahren, was Mr. Bingley gefällt", versetzte ihre Mutter gereizt, "da wir ihn nicht besuchen können."
"Aber Sie vergessen, Mama", sagte Elizabeth, "daß wir ihm auf Gesellschaften begegnen werden und daß Mrs. Long versprochen hat, ihn uns vorzustellen."
"Ich glaube kaum, daß Mrs. Long etwas Derartiges tut. Sie hat selbst zwei Nichten. Sie ist eine eigennützige, heuchlerische Frau, und ich halte nicht viel von ihr."
"Ich auch nicht", sagte Mr. Bennet, "und ich bin froh, daß Sie nicht auf ihre Hilfe angewiesen sind."