Angst

Novelle

von Stefan Zweig

Buch

Taschenbuch (121 Seiten)

12. Auflage

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Als Stefan Zweigs ›Angst‹ 1928 zum erstenmal verfilmt wurde, hielt ein französischer Kritiker die Vorlage für eine Novelle von Arthur Schnitzler. Das psychologische Raffinement von Zweigs bereits 1912 geschriebener Erzählung erinnert tatsächlich an Schnitzlers erst acht Jahre später entstandene ›Fräulein Else‹. Stefan Zweig spannt die bewußte Auslosung und Intensivierung der Angst bis zur Krise um eines Eingeständnisses willen in eine Erzählbericht, Dialog und inneren Monolog verbindende Form. Die gedankenlose Müdigkeit ihrer Ehe läßt Irene Wagner trotz ihrer beiden Kinder ein Verhältnis mit einem jungen Musiker eingehen. Sie empfindet vor jedem Rendezvous, indem sie sich »über den Rand ihrer täglichen Gefühle« beugt, »diese erste Angst, in der doch auch Ungeduld« brennt; als aber eine Frau »mit massigem Körper», die ihre heimlichen Wege beobachtet hat, sie zu erpressen beginnt, verliert diese Angst den Reiz des angenehm Vibrierenden. Sie fühlt sich mehr und mehr bedrängt. Ihr Mann versucht ihr zu helfen und gibt ihr ein Beispiel: er veranlaßt in ihrer Gegenwart ihre Tochter zum Geständnis eines kleinen Vergehens, um Nachsicht üben zu können. Irene Wagner entzieht sich diesem Weg; statt sich zu erklären, versucht sie sich Gift zu verschaffen – ihr Mann weiß sie zu hindern und klärt die Situation auf: die »Erpressung als Zwang des Gestehens« war seine Idee, um sie wiederzugewinnen.

Produktdetails

Verkaufsrang: 52.200
ISBN-10: 3-596-10494-7
EAN: 9783596104949
Erschienen: 19.05.2011
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 12. Auflage
Seitenzahl: 121
Länge/Breite: 193mm/120mm
Gewicht: 131 g
Reihe: Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe
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Stefan Zweig

Stefan Zweig (1881-1942) wuchs als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien auf. Er schrieb Gedichte, Novellen, Dramen und Essays, die 1933 der Bücherverbrennung der Nazis zum Opfer fielen. Er lebte von 1919 bis 1934 in Salzburg, emigrierte von dort nach England und 1941 nach Brasilien. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten. Am 23. Februar 1942 schied er in Petrópolis, Brasilien, freiwillig aus dem Leben.

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Kundenrezensionen

  • Angst Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 28.02.2013

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    In der Novelle wird das Alltagsleben eines scheinbar glücklichen Ehepaares beschrieben. Scheinbar deshalb, denn die Ehefrau, führt neben ihrer Ehe noch eine Affäre mit ihrem Geliebten. Das stellt soweit kein Problem dar, bis jedoch die Ex- Geliebte ihrer Affäre aufkreuzt und sie erpresst. Die Ehefrau gibt ihr ganzes Geld und zuletzt sogar ihr Ehering, sodass ihre Affäre von der Erpresserin nicht aufgedeckt wird. Zum Schluss jedoch hielt die Ehefrau dem Druck und der Lüge nicht Stand und wollte sich aufgrund dieser Situation ihr Leben nehmen. Der Ehemann hat den Suizidversuch seiner Frau verhindert, indem er ihr gestand, dass er die Erpresserin beauftragte, weil er von der Affäre wusste.


    Die Novelle fesselt den Leser indem die Spannung immer erhalten bleibt, ob die Affäre aufgedeckt wird oder nicht, ob Irene Wagner ihrem Mann die Affäre beichtet oder nicht usw. Das Buch ist in einem Fluss durchzulesen und bleibt bis zum Schluss spannend und offen.

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  • beängstigend menschlich Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Mario Pf., am 08.08.2005

    4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Mit diesem Werk ist Stefan Zweig eine umfassende Darstellung des menschlichen Verhaltens, unter Beeinflussung von Angst, gelungen. Bereits nach dem Lesen weniger Seiten befindet man sich in einer Geschichte, die wie aus dem Leben gegriffen zu sein scheint. Zweig ist ein großartiger Erzähler, wenn es darum geht Charakteren Leben einzuhauchen und ihre Reaktionen dermaßen menschlich zu gestalten, dass man nur sagen kann: "Ich hätte es auch so gemacht" oder "so was ist mir auch schon passiert".

    Die Angst ist etwas das uns zu enormen Leistungen antreibt, was wir aber gleichzeitig fürchten, weil sie uns vollkommen zu blockieren und verändern vermag. Sich von ihr zu lösen ist ebenso nicht leicht, weil sie sich wie ein Chamäleon zu tarnen vermag.

    Angst handelt von Frau Irene, die sich durch eine scheinbar unauffällige Affäre in die Fänge ihrer eigenen Angst begibt. Zunächst kratzt nichts an der makellosen Fassade ihres Leben, bis sie einer Frau begegnet die sie zu erkennen und durchschauen scheint. Den Vorwürfen und Drohungen dieser Frau zu entgehen versuchend gibt sie nach und versucht sie mit Geld zum Schweigen zu verpflichten. Ihre eigene Angst und das andauernde Drängen der Frau treiben sie tiefer und tiefer in die Verzweiflung.

    In der Kürze liegt die Würze dieses menschlich begreiflichen Romans.

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