Faunblut

von Nina Blazon

Buch

Taschenbuch (478 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Eine Metropole am Rande der Zeit. Eine Herrschaft im Zeichen der Gewalt. Und eine Liebe wider jede Vernunft. Als Jade, das Mädche mit den flussgrünen Augen, den schönen und fremdartigen Faun kennenlernt, ist ihre Welt bereits am Zerbrechen. Aufständische erheben sich gegen die Herrscherin der Stadt und die sagenumwobenen Echos kehren zurück, um ihr Recht einzufordern, Jade weiß, auch sie wird für ihre Freiheit kämpfen, doch Faun steht auf der Seite der Gegner

Nina Blazon erzählt emotional und mit betörender Imaginationskraft Trendig, aufregend, romantisch das ist junge Fantasy vom Feinsten Für alle Leser/innen von Stephenie Meyer, Jenny-Mai Nuyen und Christoph Marzi.

Pressestimmen:

"Fantasy vom Feinsten." Münchener Abendzeitung

Produktdetails

ISBN-10: 3-570-30708-5
EAN: 9783570307083
Erschienen: 08.12.2010
Verlag: Cbt
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 478
Länge/Breite: 206mm/136mm
Gewicht: 622 g
Altersempfehlung: 13 - 99
Reihe: cbt Taschenbücher
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Nina Blazon

Nina Blazon, geboren 1969, ist in Neu-Ulm aufgewachsen und hat Slawistik und Germanistik studiert. Danach arbeitete sie als Werbetexterin in Stuttgart und schrieb Theaterstücke, Kurzgeschichten und Prosa. Ihr preisgekröntes Debüt »Im Bann des Fluchträgers« machte sie über Nacht zum vielversprechenden Hoffnungsträger der neuen deutschen Fantasy. Sie lebt mit ihrem Mann in Stuttgart.

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Kundenrezensionen

  • Fantastische Geschichte! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Schwarzenbrunner Gregor, am 09.03.2013

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Jades Vater, der mit ihr und einer Köchin in einem heruntergekommenen Hotel wohnen, bewirtschaften auch solches. Es mangelt an Ersatzteilen für den Aufzug und Strom. Beinahe wird sie bei dem Versuch den Schwarzmarkt zu besuchen, von den Schergen der Lady entdeckt. Allerdings sind die auf der Suche nach den Echos, mysteriöse Wesen, die anscheinend der Bevölkerung gegenüber böswillig sind. Bis Faun in der Stadt auftaucht und Jade ganz durcheinander bringt.

    Die Geschichte ist sehr spannend erzählt und erinnert ein bisschen an eine Dystopie, obwohl man aus der Geschichte selbst, nicht herauslesen kann, ob jene in der Zukunft spielt. Dabei steht eher die liebevolle und romantische Liebesgeschichte im Vordergrund als die totalitäre Gesellschaft in der sie lebt. Mysteriös wird ist auch die Vergangenheit der Protagonisten. Jade weiß kaum über ihre Vergangenheit Bescheid, ihr Vater erzählt ihr kaum etwas. Auch Faun hält sich eher ganz bedeckt. Wer mit Faunblut, Blut geleckt hat, dem kann ich Ascheherz wärmsten empfehlen.

    Nina Blazon hat mit Faunblut eine wirklich gute Geschichte rund um eine noch viel bessere Hauptprotagonistin geschrieben. Spätestens mit Ascheherz, bin ich der Fantasy-Autorin verfallen. Ihre kreativen Geschichten ziehen mich schnell in den Bann, und wenn ich eins ihrer Bücher angefangen habe, kann ich kaum damit aufhören. Das Cover hat mir sehr gut gefallen, oft kommt es eben doch auch auf die Verpackung an, ob man bei einem Buch zugreift oder nicht.

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  • Sie liebt ihren größten Feind Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Anna Weidinger, am 24.08.2012

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    Dieses Buch hat mich fasziniert, berührt und gleichzeitig ab und zu verwirrt! Es ist eine Geschichte von Hass, Rebellion, Flucht, Grausamkeit, aber auch Freundschaft, Liebe und Vertrauen! Zu Beginn des Buches muss man sich erst an diese Stadt gewöhnen und an die neuen Fantasy-Wesen: Echos, Dämonen, Blutjäger und Galgos.(Man muss sich erst in die Geschichte "einlesen") Aber dann zieht einem die Geschichte in ihren Bann. Sie handelt von Jade: Von ihrem Leben in einer Stadt, die beherrscht wird von einer grausamen Lady, der Rebellion gegen die Unterdrückung und von ihrer Liebe zu Faun, der zu den Feinden gehört…
    Dieses Buch ist etwas für Leser, die Zeit haben auch mal länger am Stück zu lesen. Wer nur ab und zu eine viertel Stunde liest, wird sich schwer tun sich von dem Leben in der Stadt verzaubern zu lassen! Total empfehlenswert für Fantasy-Fans, die spannende Geschichten mit einem Schuss Romantik lieben.

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  • Echos und Blutjäger Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Nelli, am 20.07.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Schön und spannend erzählt die Autorin die Geschichte von Jade und Faun. Eine zarte Liebe, die nicht sein soll...

    Trotz allem wird es aber nie kitschig! Kann ich empfehlen!

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  • Eine Liebe wider aller Umstände Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Kerstin Stutzke, am 29.09.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Jade lebt mir ihrem Vater in einer vom Krieg zerstörten Stadt. Der Krieg, das war der Kampf zwischen den Menschen und den Echos, wobei die Echos fast vollständig vernichtet wurden und nach dessen Sieg Lady Mar die Herrschaft übernahm. Doch gebessert hat sich nichts, zumal der Krieg schon so lange vorbei ist und noch immer die Nachwirkungen zu spüren sind. Jades Vater führt mit ihr zusammen das Hotel Larimar. Um das Hotel Instand zu halten, versucht Jade die notwendigen Sachen vom Schwarzmarkt zu bekommen. Auf ihrem Weg dorthin, sieht sie zwei Echos. Diese stehen in dem Ruf, Menschen zu töten. Natürlich sieht Jade zu, dass sie Schutz findet. Doch die Jäger sind den Echos schon auf der Spur. Ihre Aufgabe ist es, die Echos zu vernichten und Lady Mar zu schützen. Als die Jäger tatsächlich eines der Echos vernichten, regt sich etwas in Jade - das Wissen, dass es falsch ist, die Echos zu töten.

    Schon lange hegt Jade Zweifel, ob ihre Welt wirklich so aussehen sollte. Alles wird rationiert, an Lady Mar ist regelmäßig Tribut zu zahlen und eine Meinungsfreiheit ist nicht gegeben.

    Eines Tages werden zwei Gäste der Lady Mar in dem Hotel Larimar einquartiert - Tam und Faun, beides Jäger. Tam macht auf Jade anfangs einen sehr netten Eindruck, doch nach und nach scheint diese Maske zu fallen. Faun hingegen ist für Jade unergründlich. Ständig geraten sie aneinander und dennoch ist da diese Anziehungskraft, derer sie sich nicht verschließen können. Trotz aller Widerstände verlieben sich die beiden ineinander und werden ein Paar, doch das Glück ist nicht ungetrübt. Faun verbirgt vor Jade ein Geheimnis und auch Jade ahnt nicht, dass in ihrer Vergangenheit der Schlüssel zu allem steckt ...

    Was für eine schöne Liebesgeschichte in einer düsteren Zeit voller Angst, Zweifel und dennoch Hoffnung. Durch den anspruchsvollen und dennoch leicht verständlichen Schreibstil lässt sich das Buch problemlos und ohne Unterbrechungen wunderbar lesen und ein Eintauchen in diese Welt geschieht wie von selbst. Die Figuren wurden interessant und einzigartig dargestellt, wobei ich mir jedoch etwas mehr Tiefe gewünscht hätte.

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  • Lebendige Fantasy und mitreißende (z.T. dunkle) Romantik Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Yuuki, am 20.09.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Faunblut ist ein Fantasy-Roman, der aus der Masse hervorsticht. Blazon gelingt es eine eigene Welt zu erschaffen, die lebendig ist und den Leser in den Bann zieht. Fans von fantastischen Welten und einer gehörigen Portion Romantik kommen hier nicht zu kurz.

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  • Wunderschön Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Corinna Sch., am 04.08.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ich fand das Buch super. Nina Blazons Schreibstil gefällt mir sehr gut. Auch fand ich die Charaktere super beschreiben. Faun mit seinem teils unfreundlichen und teils netten Verhalten zwischen dem er immer wieder wechselt. Auch Jade konnte man schnell gern haben.

    Während der Geschichte wurde es nie langweilig, es war immer spannend.

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  • super spannend Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 24.05.2011

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    meine Meinung:
    Ich liebe die Welt von Faunblut, weil sie irgendwie fast noch ein bisschen mittelalterlich ist, es aber dennoch schon so etwas wie ein Lift oder ein Motor gibt, weshalb man es irgendwie von der Zeit her nicht wirklich einordnen kann, eine ganz eigene Welt halt. Außerdem mag ich die Wesen, die die Autorin erschaffen hat, ich hätte aber gern noch etwas mehr über sie erfahren, weil die Wesen wirklich besonders sind und sie, zumindest so viel ich weiss in keiner anderen Geschichte (mit Ausnahme von Ascheherz) vorkommen, was ich sehr mag, weil ich gern neue Wesen und Welten entdecke.
    Auch die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, weil sie nicht zu vorhersehbar war und ich (auch beim zweiten mal lesen) teilweise wirklich überrascht war, ich will jetzt hier nicht zu viel sagen und so welchen, die das Buch noch nicht gelesen haben die Spannung nehmen. Auch die Liebesgeschichte zwischen Jade und Faun war nicht zu kitschig und unrealistisch, weil sie auch nicht immer gleicher Meinung sind und sich auch streiten.
    Ich mag auch den Schreibstil der Autorin, weil er auch wirklich gut zur Geschichte passt und nicht zu modern ist.
    Was mir an der Geschichte fast am besten gefällt, sind die Charaktere. Zuerst wäre da mal Faun, irgendwie mochte ich in von Anfang an, obwohl er da total arrogant ist. Anscheinend habe ich eine Schwäche für arrogante Typen, denn auch Gideon aus der Edelstein- Trilogie mochte ich bereits ganz am Anfang der Geschichte, was allerdings komisch ist, ist dass ich auch total trotteliege Typen mag, aber eigentlich ist das ein anderes Thema ;D. Also außer Faun mochte ich auch Moira wirklich sehr, weil sie Jade oft hilft und man auch merkt, dass sie das Herz am richtigen Fleck hat. Aber am liebsten möchte ich Jade, weil sie ihren eigenen Kopf hat und sie auch für ihre Freiheit kämpft und etwas dafür macht, dass sich die Dinge ändern. Außerdem glaubt sie nicht einfach alles was man ihr erzählt, sondern hinterfragt es und wenn sie merkt, dass etwas nicht stimmt will sie die Wahrheit herausfinden, aber sie ist nicht rücksichtslos, sonder hilft ihren Freunden auch, wenn sie in Schwierigkeiten sind. Jade gehört wirklich zu meinen liebste Romanfiguren, außerdem mag ich ihren Namen, eigentlich mag ich fast alle Namen in dieser Geschichte.

    Fazit:
    Ich mag diesen Geschichte wirklich sehr gern und würde sie auch alle weiterempfehlen, die eine schöne, spannende, romantische und einzigarte Fantasygeschichte mögen.

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  • Fantasy? Nein, viel mehr!! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Regina Nikolic, am 15.03.2011

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    Eine Liebe.Darf sie sein? Eine falsche oder doch richtige Identität?
    Dass sind die Fragen die man sich stellt wenn man dieses Buch liest.
    Das Werk von Nina Blazon ist viel mehr als eine Fantasy Geschichte.
    Ich war total berührt von der wirren Situation und dem Ende des Buches.

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  • Fesselnd!!!! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Anita Dunst, am 26.02.2011

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    Jade wohnt mit ihrem Vater nahe dem Fluss Wila. Es ist eine gefährliche Zeit. In den Ruinen der alten Stadt begegnet Jade den Echos. Das sind gefährliche Wesen und sie werden von der Herrin der Stadt gejagt und getötet. Vor Jades Augen wird ein Echo umgebracht, einer kann aber fliehen. Jade ist fasziniert von diesen Wesen und führt die Wächter der Stadtherrin auf eine falsche Spur.
    Ich konnte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Für alle Fans von Stephenie Meyer

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  • Wer ist sie?? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Regina Nikolic, am 14.02.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ich als nicht Fantasy - Leserin bin von Faunblut mehr als begeistert.
    Faunblut ist eine traurige und zum nachdenken anregende Geschichte.
    Aber einfach genial.
    Wer ist Jade, und was hat sie mit den dunklen Gestalten die die ganze Stadt zerstören zu tun? Ist sie verliebt? Ja oder Nein? Kann sie das Risiko eingehen über sich und den seltsamen Jungen mehr zu erfahren?

    Eine fesselnde Geschichte die es in sich hat!

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  • Faun,wo...?... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Kerstin Hahne, am 07.01.2011

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    Also, nur um etwas klar zu stellen:dieser
    Fantasyroman hat mir wirklich gut gefallen und
    ich habe ihn in einem Rutsch durchgelesen,aber
    seinen Titel halte ich für glatt verfehlt.
    Ich zumindest kenne Faune immer noch als Wesen
    aus der griechischen Mythologie und die kommen
    in dieser Geschichte definitiv nicht vor.
    Stattdessen hat die männliche Hauptperson in
    diesem spannenden Buch mit Liebesge
    schichte den Namen "Faun" sowie seine "Gegen
    spielerin" "Jade" heißt. Beide haben ein Geheimnis (auch voreinander),welches in der
    flott gestrickten Handlung nach und nach
    aufgedeckt wird,ohne den Leser aber von
    diversen Spekulationen abhalten zu können.

    Schlussendlich hat sich im fulminanten Finale alles
    geklärt, nur der Leser muss sehen ,dass er nicht vor lauter Action und Spannung
    einiges glatt überspringt...
    Natürlich sieht Faun echt gut aus(läster,läster...),
    also St.Meyer-sowie C.Clare-Fans kommen duchaus auf ihre Kosten. Außerdem ist es endlich mal wieder eine phantastische Geschichte ,die in sich rund ist und nicht automatisch nach
    Fortsetzung schreit...

    Nichtsdestotrotz,alle ,die diese Welt ohne Drachen und Elfen toll fanden,können sich auf eine neue Geschichte von Nina Blazon freuen("Ascheherz",Jan.2011),die dann diesmal Jades Gegenspielerin ,die Lady Tod ,und ihre Gefolgsleute zum Inhalt hat.

    P.S.Diesen Titel gibt es übrigens auch für
    e-book und Hörbuchfans, hurra!

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Auf den ersten Blick sahen sie erschreckend menschlich aus. Soweit Jade von ihrem Platz im Schatten der Mauer erkennen konnte, waren es nur zwei Gestalten. Sie standen mitten auf dem alten Rathausplatz und starrten nach oben, zu den gezackten Ruinenrändern der Häuser, die in den wirbelnden Wolkenhimmel ragten. Beide waren von Kopf bis Fuß verhüllt, aus dem Saum troff schmutziges Wasser. Sogar die Köpfe hatten sie bedeckt - der eine mit einem lumpigen Fetzen, der andere mit etwas, das ein Stück von einem feinmaschigen Fischernetz sein mochte. Im fahlen Licht des Frühsommermorgens lagen ihre Gesichter im Schatten, sodass es aussah, als stünden auf dem verlassenen Rathausplatz körperlose Wesen - Gespenster der ehemaligen Bewohner, die vor ihren zerstörten Behausungen warteten, wo Fensterhöhlen, so leer wie ihre unsichtbaren Gesichter, erbarmungslos gleichgültig zurückstarrten.
Jade drückte den Rucksack an ihre Brust und wich zur Mauer zurück. Obwohl der Morgen so kühl war, dass sie ihren Atem sehen konnte, fühlte sie sich plötzlich, als würde sie vor Fieber glühen. Sie atmete tief durch, um die Furcht nicht übermächtig werden zu lassen. Sie wusste, sie sollte, so schnell es ging, von diesem Ort verschwinden, dennoch blieb sie stehen, unfähig, den Blick abzuwenden. Gegen ihren Willen fasziniert, verfolgte sie die geschmeidigen Bewegungen, die den beiden Gestalten die Anmutung von Tänzern verliehen. Sie verrieten sich allein schon durch die Art, wie sie sich umsahen und einige Schritte weiterglitten, wie sie das Ausmaß der sie umgebenden Zerstörung in ihre Gesten und Haltung aufnahmen und spiegelten. Etwas Fließendes lag darin, zu flink und flüchtig, um menschlich zu sein. Vor dem ehemaligen Rathaus, von dem nur noch die von Einschusslöchern durchsiebte Front stand, blieben sie abermals stehen und sahen nach oben.
»Komm, weg hier!« Lilinns kräftige Hand legte sich auf ihre Schulter.
»Das ^ das sind Echos!«, wisperte Jade atemlos.
»Ich weiß. Sie dürfen uns nicht entdecken.«
Jade schluckte. Natürlich nicht. Nur zu gut erinnerte sie sich an den übel zugerichteten Leichnam eines Mannes, den Martyn und die anderen Flussleute vor einigen Wochen aus dem Hafenbecken geborgen hatten. Und auf dem Schwarzmarkt erzählte man sich, dass vor wenigen Tagen zwei Wächter der Lady aufgefunden worden waren - vor den Gittern des Goldenen Tores, mit Wunden im Genick und einem Ausdruck des Entsetzens auf den erstarrten Gesichtern.
Langsam zog sich Jade zurück, einen tastenden Schritt nach dem anderen, geduckt und so vorsichtig, dass nicht einmal der zerbröckelte Marmor unter ihren Schuhen knirschte. Noch vier Schritte, noch drei bis zum Ende der Mauer. Immer noch hielt sie ihren leeren Rucksack wie einen Schutzschild vor ihrer Brust. Ihre Nackenhärchen stellten sich auf bei dem Gedanken, dass tote Augen sie vielleicht längst im Schatten erspäht hatten und jede ihrer Bewegungen verfolgten. Jedenfalls hieß es, sie hätten tote Augen. Die Geschichten, die man den Kindern zuflüsterte, wenn sie nicht folgsam waren, erzählten von Bestienfratzen, Fangzähnen und einer Zunge, die so lang und scharf war wie ein Dolch und den Tod brachte. Andere beharrten darauf, dass die Echos Mumiengesichter hatten, nur die Augen, klar und grün wie die Wasser der Wila, würden leben und jeden lähmen, der zu tief hineinblickte.
Obwohl Jade vor Angst und Anspannung kaum Luft bekam, konnte sie einfach nicht anders: Kurz bevor sie hinter Lilinn um die Ecke huschte, warf sie einen raschen Blick zurück.
Die Echos waren verschwunden. Nur das Wasser, das aus den nassen, lumpenähnlichen Umhängen geflossen war, glänzte noch auf dem Steinboden.
»Lilinn! Sie sind fort!« Ihr Flüstern war kaum wahrnehmbar gewesen, doch die Köchin fuhr herum und runzelte besorgt die Stirn. Sie hatte nicht oft harte Augen, aber hier, im Schatten, glichen sie mehr denn je hellblauen Habichtaugen, ein Eindruck, der durch die Umrandung mit schwarzer Schminke noch betont wurde.
»Verdammt«, stieß sie zwischen zusammengepressten Zähnen hervor. Jade wusste, dass sie in diesem Moment dasselbe dachten. Sie wechselten einen stummen Blick, dann drückten sie sich an die nächste schützende Mauer und hielten den Atem an. Doch es war zu spät, um sich zu verstecken: Marmortrümmer knirschten unter schnellen Schritten. Und die Schritte kamen genau auf sie zu.
Dort entlang!, bedeutete Lilinn mit der Hand. Zur alten Schule!
Jade war schon oft geflohen - vor den Leuten der Lady, die den Schwarzmarkt aufgespürt hatten, vor Dieben und Betrunkenen. Und nicht zuletzt vor den Jägern, die sie selbst für eine Diebin hielten. Doch diesmal musste sie schneller sein - und leiser. Es wäre leicht gewesen, Lilinn zu überholen, die einen Rock trug und längst nicht so schnell war wie Jade, aber heute legte es Jade nicht darauf an, an ihr vorbeizuziehen. Lilinns langes Haar, das sie in einem kunstvoll gedrehten Zopf trug, tanzte bei jedem Schritt wie eine goldene Schlange. Lautlos schlüpften sie unter einem mit Efeu bewachsenen Türstock hindurch und huschten den breiten Flur entlang, über den einst Schüler gelaufen waren. Schon vor Jahren hatten Kletterpflanzen damit begonnen, die Mauern zu überwuchern, und selbst die eisigen Winter hatten sie nicht aufhalten können. Das Gebäude hatte kein Dach mehr, und wenn man nach oben blickte, konnte man die blassen, schlierigen Wolken sehen, die über den weißen Morgenhimmel zogen.
Jade kannte jeden Winkel der verbotenen Stadt, von der Halle, in der die Schüler an langen Tischen gesessen und gegessen hatten, bis hin zu der prächtigen, mit schwarzem Marmor gepflasterten Hauptstraße. Und auch den kleinen Marktplatz, die verwinkelten Gässchen und die Ruinen der Tuchhallen und Kontore, in denen die Händler früher Seidenstoffe und Pelze gehortet hatten. Geschwungene Steinbrücken führten über die Kanäle, die vom Stadtfluss Wila abzweigten. Schlingpflanzen hatten sich unter den Brücken verfangen und streckten ihre blassgrünen Finger nach den bemoosten Treppen aus.
Jade und Lilinn hasteten durch einen Hinterhof und von dort aus über die hoch gewölbte, schmale Brücke, die die Flussleute den »Katzenbuckel« nannten. Sie umrundeten eine halb zerfallene Kirche und liefen auf einen prächtigen Stadtpalast zu, dessen zwei Marmorfiguren in Form von bärtigen Riesen nicht mehr das Dach, sondern nur noch den Himmel trugen.
An der Hausecke des Palasts verharrte Jade, hastig atmend, bemüht, kein Geräusch zu machen, obwohl sie das Gefühl hatte, ihr Herzschlag müsse in den Gassen widerhallen. Echos, so sagte man, hatten ein gutes Gehör, besser als Katzen.
Angespannt lauschte sie. Kein Scharren, kein Geräusch, aber dennoch - da war etwas, ein Blick, den sie als Gänsehaut spüren konnte. Sie zuckte zusammen, als Lilinn sie warnend mit dem Ellbogen anstieß, aber längst hatte sie es auch wahrgenommen: Hundegebell, dumpf und weit entfernt, doch schnell lauter werdend. Die Leute der Lady. Das hatte gerade noch gefehlt! Hatten sie die Echos bereits entdeckt? Oder war es die Spur der Menschen, die die Jagdhunde aufgenommen hatten?
Lilinn und Jade wechselten einen gehetzten Blick und sahen sich um. Es war die ungünstigste Stelle für eine Flucht. Von einem kleinen Sternplatz neben dem Haus zweigten Gassen und Wege ab. Welche Richtung sie auch wählten - sobald sie sich vom Haus entfernten, würden sie möglicherweise gesehen werden. Vielleicht lauerten die Echos bereits hinter der Ecke und warteten nur darauf, dass die beiden Menschen ihnen in die Fänge liefen?
Jade schielte nach oben. Ein Marmorriese starrte grimmig auf sie herunter. Im Schatten der gewaltigen Steinmuskeln hatte eine Taube ihr Nest in seiner Armbeuge gebaut. Ein sicherer Platz in der Stadt voller streunender Katzen und Köter. Und ganz bestimmt ein guter Aussichtspunkt.
Lilinn runzelte fragend die Stirn, als Jade ihren Rucksack auf den Boden legte und sich ihrer Schuhe entledigte. Doch als sie erkannte, was Jade vorhatte, schnappte sie entsetzt nach Luft. Sie sprang vor und wollte sie am Ärmel packen, doch Jade war schneller. Längst hatte sie mit den Fingern einen Mauerspalt ertastet. Rasch hangelte sie sich an der Wand des Stadtpalastes nach oben. Hier zu klettern, war nicht besonders schwierig, in der Mauer fehlten Steine, und selbst das Bein des Riesen war voller Scharten, die ihren Zehen als Kletterschwellen dienen konnten. Jetzt war sie froh, dass sie an diesem Tag die weiten Leinenhosen angezogen hatte, die ihr genug Bewegungsspielraum ließen. Als sie einen kurzen Blick über die Schulter zurückwarf, sah sie Lilinn. Sie war eine auffallend ruhige, kühle Schönheit, jetzt aber glühten ihre Wangen rot und die Augen funkelten vor mühsam verhaltener Wut. Runter!, befahl ihre herrische Geste, aber Jade schüttelte den Kopf und kletterte weiter. Hand über
Hand zog sie sich hoch, wobei sie darauf achtete, im Sichtschutz des Marmorriesen zu bleiben. Rauer Stein kratzte über ihre Handflächen. Ihre Muskeln pochten bereits nach wenigen Metern, und an ihren bloßen Zehen spürte sie, wie scharfkantig der Stein an manchen Stellen war. Mit einer gewaltigen Kraftanstrengung zog sie sich über den marmornen Rand einer Gewandfalte des Riesen, wobei sie sich den Fußknöchel aufschürfte. In letzter Sekunde verkniff sie sich einen gezischten Fluch und ertrug den brennenden Schmerz, ohne einen Laut von sich zu geben.
In der Falte des Riesengewandes konnte sie sitzen wie in einer steinernen Hängematte. Für den Bruchteil eines Augenblicks genoss sie den Triumph, das Pochen und Ziehen in ihren Armen und das berauschende Gefühl der Höhe.
Die Taube beobachtete sie mit schräg gelegtem Kopf, bereit, bei der kleinsten Bewegung davonzuflattern.
Jade beugte sich vorsichtig nach vorne und spähte zu den Straßen hinunter. Von hier oben wirkte die tote Stadt wie ein Labyrinth mit blinden Gängen, Toren und Nischen. Wie blasse Adern zogen sich die Kanäle durch die Ruinen. In der Ferne leuchtete das breite kristallgrüne Band der Wila. Jenseits des Flusses stieg die neue Stadt aus den Morgennebeln: Der Regierungssitz der Lady erhob sich wie ein glatter hellgrauer Monolith am Nordufer. Früher war das Gebäude ein
Palast gewesen - ein verwinkeltes, prächtiges Gebäude mit Bogenfenstern -, und obwohl es mit den neu erbauten Außenmauern eher an eine Festung gemahnte, nannten die Stadtbewohner es immer noch den »Winterpalast«. Unweit davon standen die Glaskirche und die Häuser der reichen Lords. Viele davon hatten helle, neue Fassaden, doch es gab auch eine lange Reihe alter Gebäude mit neuen Herren direkt am Fluss. Und ein ganzes Stück stromaufwärts, an der Grenze von Gestern und Heute, lag Jades Heim.
Ein Windstoß fuhr Jade in den Kragen und wehte ihr das dichte Lockengestrüpp ihrer Haare vor die Augen. Schwarzes Feuer - so nannte ihr Vater Jakub ihre Mähne gerne. Mit Silberfunken. Ungeduldig drehte sie die Locken zu einem Strähnenknäuel zusammen, das sie sich in den Kragen stopfte. Die Echos waren nirgendwo zu sehen. Das Hundegebell war nun ganz nah, es kam von Norden. Natürlich - die Leute der Lady mussten über die große Drachenbrücke gekommen sein, vielleicht wussten sie nichts von den Echos, vielleicht waren sie nur auf einer Patrouille oder suchten den Schwarzmarkt, zu dem Jade und Lilinn unterwegs gewesen waren. Mit klopfendem Herzen spähte sie in die Gassen, suchte nach den Echos, einer Bewegung, irgendeinem Hinweis. Als sie einen kurzen Blick nach unten warf, bemerkte sie, dass Lilinn nicht mehr neben der Mauer stand, vermutlich hatte sie sich versteckt. Jade wusste, dass die Köchin vor Wut schäumte. Sie konnte sich auf Vorwürfe gefasst machen, aber das spielte nun keine Rolle. Wo waren die Echos? Jade kniff die Augen zusammen. Dort, in der alten Färbergasse am Kanal: Pfützen auf dem Boden, eine Spur von Tropfen! Und - sie duckte sich unwillkürlich - eine gleitende Bewegung, der Faltenwurf eines Lumpens. Schon war das Phantom hinter einer Häuserecke verschwunden. Die Echos waren also stadtauswärts nach Süden unterwegs. Offenbar wichen sie vor dem Hundegebell zurück und hatten Jade und Lilinn aus den Augen verloren. Erleichtert atmete sie auf. Jetzt galt es nur noch, den Jägern der Lady zu entkommen. Soweit sie von ihrem Aussichtspunkt erkennen konnte, kamen sie im Bogen auf den Stadtpalast zu. Es waren etwa ein Dutzend, jeder von ihnen führte einen Hund. Die Galgos - braunweiß gestromte, schlanke Jagdhunde - warteten nur darauf, von den Leinen gelassen zu werden. Jade ließ sich über den steinernen Bogen gleiten, hangelte sich nach unten und warf einen prüfenden Blick zur Straßenecke. Lilinn hatte auch ihren Rucksack und ihre Schuhe in Sicherheit gebracht. Gut!
Mit einem geschmeidigen Satz landete sie auf dem Boden, federte den Schwung des Aufpralls mit den Händen ab - und fühlte Nässe an ihren Fingern. Erschrocken schoss sie hoch und starrte ihre Hände an. Die Echos waren nicht nur in der Nähe gewesen, sondern direkt am Haus! Bestimmt hatte Lilinn sich deshalb so schnell in Sicherheit gebracht.
»Komm raus!«, flüsterte Jade in den Schatten. »Die Echos sind weg, aber die Jäger kommen genau auf uns zu!«
Keine Antwort. Jade versuchte, das Sirren in ihrem Magen zu ignorieren. Getrappel ertönte in der Nähe, heiseres Bellen, Steinschlag und Geprassel, als würden Mauerreste in sich zusammenstürzen. Dann ein verwaschener Ruf - und ein Schuss.
Jade prallte so heftig zurück, dass sie sich den Kopf an der Mauer stieß. Ein weiterer Schuss verhallte in den Gassen, dann hörte sie Geschrei und eine herrische Stimme aus der Richtung, in die die Echos gelaufen waren: »Dahinten!«
Bevor Jade sich hinter die Mauer flüchten konnte, tauchte an einer Straßenecke schon der erste Jäger auf - es war eine junge Frau. Ihr Mantel bestand aus dunklen und hellen Lederfetzen, die in ihrer regelmäßigen Anordnung an ein Schachbrett erinnerten. Die Augen der Jägerin verengten sich, als sie das Gewehr hochriss und auf etwas zielte, das sich einige Meter rechts von Jade befand. Im Bruchteil einer Sekunde nahm Jade jede Einzelheit wahr: das straff zurückgekämmte braune Haar der Frau, die seidengrauen Augen und den schwarzen Glanz der Waffe. Der Schuss zerriss ihr fast die Ohren. Mauerwerk zerplatzte über ihrer Schulter, und noch während die Steinsplitter auf sie herunterregneten, begriff sie, dass ein Querschläger sie knapp verfehlt hatte. Instinktiv rettete sie sich in den Torbogen. Zitternd kauerte sie sich an die Reste einer zerbrochenen Tür und machte sich so klein wie möglich. Sie waren nicht hinter ihr her, die Jägerin hatte sie noch nicht einmal entdeckt, trotzdem saß der Schreck.
»Hier! Wasserspuren, die zur alten Kirche führen!«, rief eine Männerstimme. Hundegebell erklang, die Frau und die anderen Jäger stürmten weiter nach Süden. Also hatte Jade richtig vermutet: Sie waren den Echos auf den Fersen. Dennoch wagte sie erst nach einer ganzen Weile, wieder den Kopf zu heben. Sie musste zu Lilinn zurück. Sicher war ihre Freundin schon auf dem Weg zur Greifenbrücke. Das war der Treffpunkt, an dem sie aufeinander warteten, wenn sie sich in der Stadt aus den Augen verloren hatten.
Jade ließ die Arme, die sie immer noch schützend über dem Kopf hielt, ganz sinken. Vor Erleichterung stiegen ihr die Tränen in die Augen. »Wo warst du?«, flüsterte sie der Gestalt zu, die im Gegenlicht auf sie heruntersah. Jade sprang auf - und der Schatten wich sofort zurück. Ein blasser Sonnenstrahl fing sich in den Maschen eines Fischernetzes. Jade erstarrte mitten in der Bewegung. Das da war nicht Lilinn. Nur wenige Schritte entfernt stand ein Echo und starrte sie direkt an. Hinter dem schmutzigen Netz glaubte sie das Funkeln seiner Augen zu erkennen, doch viel schrecklicher war der dunkle Fleck, dort, wo das Maul sein mochte. Das Wesen gab ein Zischen von sich, ein erstickter Laut, der Jade durch und durch ging. An jedem anderen Tag hätte sie geschworen, sie würde lieber barfuß auf glühenden Kohlen tanzen, als die Leute der Lady zu Hilfe zu rufen, aber jetzt holte sie krampfhaft Luft, nahm ihre ganze Kraft zusammen und schrie: »Echo! Hier!«
Das Echo duckte sich, spannte die Gliedmaßen an wie ein Raubtier, das mit gesträubtem Fell zum Sprung ansetzt - und schnellte los.
Jades eigener Schrei gellte ihr noch in den Ohren, dann verschwamm die Zeit vor ihren Augen, sie wusste nicht mehr, wie sie vom Stadtpalast weggekommen war, aber nun lief sie, ganz von selbst trugen ihre Beine sie davon. Ihr keuchender Atem hallte in ihrem Kopf. Das Echo holte auf, sie konnte es hören. Ein zischender Ruf erreichte sie und jagte ihr einen eisigen Schauer über den Rücken. »Sinahe!« Ein fremdes Wort. Sie glaubte bereits, Atem im Genick zu fühlen, die lange Dolchzunge zu spüren, die sich zwischen ihre Schulterblätter bohrte, war sicher, dass Fänge bereits nach ihr schlugen und sie gleich zu Fall bringen würden. Mit einem Schrei sprang sie zur Seite, schlug einen Haken und tauchte durch einen Steinbogen.
Scharf bog sie um eine Ecke und rutschte beinahe auf Geröll aus. Der Schmerz an ihrer bloßen Sohle ließ sie zusammenzucken. Taumelnd fing sie sich wieder, dann fegte sie auf einen Brunnenplatz in der Nähe einer Brücke. Ein Schwarm Tauben flatterte hoch und floh, zwei Schüsse fielen - so laut und nah, dass Jade den Knall als schmerzhaftes Knacken in ihrem Ohr spürte. Sie sah aufgerissene Galgomäuler, blitzende Hundefänge und die Mündungen von Gewehren. Finger lagen gespannt an den Abzügen. Zweifel huschten über die Mienen der Jäger, für einen Moment zwischen Leben und Tod schwebend, erkannte Jade, dass sie nicht sicher waren, ob sie abdrücken sollten.
»Weg da!«, schrie einer. Gleich darauf feuerten sie. Jade warf sich auf den Boden, rollte zur Seite und kroch auf allen vieren aus der Schusslinie. Der Geruch der verbrannten Treibladungen der Patronen - trocken, herb und fast ein wenig an Rauchfleisch erinnernd - verursachte ihr schlagartig Übelkeit. Es gelang ihr, in den Sichtschutz einer Überdachung zu kommen. Dort rappelte sie sich auf und floh an einem schmalen Kanal entlang. Zerbrochene Ruderboote hingen wie Treibgut an vermoderten Seilen mit langen grünen Algenbärten. Es stank nach öligem Stein und Brackwasser.
Schüsse verhallten hinter ihr. Und dann nahm sie voller Entsetzen wahr, dass das Echo überlebt hatte.
Schlimmer noch: Es war ihr immer noch auf den Fersen und holte auf, sie konnte es fühlen und hören, und ehe sie darauf reagieren konnte - schnellte es an ihr vorbei!
Ein Tropfenregen traf ihre Wange, ein Stück nassen Mantels klatschte gegen ihren wunden Knöchel, dann hatte es sie schon überholt und hetzte auf die nächste Brücke zu, die noch etwa dreißig Schritte entfernt war. Jade war viel zu verblüfft, um zu schreien. Das Echo schien genau zu wissen, wohin es wollte. Auf der anderen Seite des Kanals befanden sich die alten Kontore, ein gutes Versteck, labyrinthartig und mit vielen Kellern, die Verbindungen zu den Kanälen hatten. Mit langen Sätzen hetzte das Echo die steile Brücke hoch. Gerade als es den Scheitelpunkt des Bogens erreicht hatte, zögerte es plötzlich und sah sich nach Jade um.
Jade, die ohnehin langsamer geworden war, blieb ruckartig stehen. Würde es zurückkommen, um sie anzufallen? Durch die Maschen des Fischernetzes zeichnete sich ein Wangenbogen ab. Das Wesen betrachtete sie so angespannt, als würde es auf sie warten. Dann peitschte wieder ein scharfer Knall die Luft. Das Echo prallte zurück und taumelte rückwärts von der Brücke, während der Schuss noch in den Gassen widerhallte. Kurz hinter dem Brückenpfosten, nur noch wenige Schritte von Jade entfernt, verlor es das Gleichgewicht und brach zusammen.

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