Rezensent im Portrait
aus Hesel
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Ein Herz so kaltRezension vom 01.03.2012Einar wurde mit zwei Kollegen aus Reykjavik in eine kleine abgelegene Stadt versetzt. Hier sind sie für die Zweigstelle des Abendblatt zuständig. Da außer einem Festival nichts Erwähnenswertes in der Stadt passiert, wollen Einar und seine Kollegin über ein Haus berichten, in dem es angeblich spukt. Tatsächlich findet Einar einige Zeit später in diesem Haus zwar keinen Geist, aber eine Leiche. Wie sich herausstellt, wurde das junge Mädchen ermordet.
Einar wittert eine Story. Bei der Suche nach weiteren Hintergrundinformationen über das Mädchen wird er von einer obdachlosen Alkoholikerin unterstützt. Victoria, wie sie sich selbst nennt, kennt Opfer und Mörder, rückt aber nur sparsam mit ihren Informationen raus.
Letztlich wird auch Victoria ermordet. Aber sie hinterlässt eine letzte Botschaft an Einar.
Nach Todesgott ist dies der zweite ins Deutsche übersetzte Roman von Árni Thórarinsson um den isländischen Reporter Einar. Während ich beim ersten Band noch Schwierigkeiten mit der Zuordnung der isländischen Namen hatte, waren mir die Figuren in diesem zweiten Band bereits zum großen Teil vertraut, was einen noch größeren Lesegenuss bereitete.
Was mir bei isländischen Krimis bereits häufiger auffiel, zieht sich auch hier wie ein roter Faden durch das Buch: das Thema Alkohol. Dies scheint in Island ein wirklich großes Problem zu sein, wenn es immer wieder thematisiert wird.
Ein Herz so kalt ist ein typisch nordischer kalter Krimi, der sich langsam entwickelt. Die Probleme der einzelnen Figuren, die häufig mit der Einsamkeit zusammenhängen, werden dargestellt. Und diese sind es zu einem guten Teil auch, die die Täter zu Tätern und Opfer zu Opfern werden lassen
Mit hat dieser zweite Band der Serie um den Reporter Einar noch besser gefallen als der erste. Ich werde diese Serie auf jeden Fall weiter verfolgen. -
Der AugenjägerRezension vom 20.02.2012Alina Gregoriev, die bei der Jagd nach dem Augensammler ihre hellseherischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt hat, soll bei der Überführung eines weiteren Serienkillers helfen.
Dr. Zarin Suker ist ein angesehener Augenarzt, der jedoch nach Feierabend seine medizinischen Kenntnisse nutzt, um Frauen die Augenlider so zu entfernen, dass sie nie wieder geheilt werden können. Alina soll anhand ihrer Begabung feststellen, ob Suker wirklich der gesuchte Mörder ist. Doch kurz nachdem sie ihn im Gefängnis aufsucht, kann er fliehen und wählt sie als sein nächstes Opfer aus.
Alinas Komplize im Fall Augensammler war Alexander Zorbach. Zorbach ist schwer erkrankt, aber als er von Alinas Entführung erfährt, setzt er alles daran, sie zu finden. Und dies nicht nur weil er glaubt, dass sie Hinweise auf den Aufenthaltsort seines Sohnes hat.
Der Augenjäger ist die Fortsetzung des eigentlich abgeschlossenen Thrillers Der Augensammler. Eigentlich abgeschlossen, weil sich in diesem Folgeroman herausstellt, dass doch alles anders ist, als man dachte. Doch hierzu Ausführungen zu machen, würde zu viel verraten.
Sebastian Fitzek hat es wieder geschafft, den Leser mitten ins Geschehen zu katapultieren. Wie bei der Jagd nach dem Augensammler, war ich auch jetzt von der ersten Seite an gefesselt. Verschiedene mögliche Täter werden ins Auge gefasst, wieder verworfen, doch wieder kritisch betrachtet
Obwohl die Geschichte weit hergeholt ist, glaubt man Fitzek jedes Wort und ist geschockt und fasziniert zugleich.
Fazit:
Unheimlich spannender Pageturner. Wer auch Der Augensammler lesen möchte, sollte dies aber unbedingt vorher tun, da es sich nach dem Lesen dieses Thrillers erübrigt. -
Kuss der UnsterblichkeitRezension vom 30.11.2011Sarah lebt allein mit ihrer Mutter, nachdem ihr Vater an einer schweren Krankheit verstorben ist. Nach einem Wohnortwechsel fühlt sie sich noch recht neu an ihrem College. Ihr fehlt eine richtige Freundin, mit der sie ihre Gedanken teilen kann, die sich zum Großteil mit dem Verlust ihres Vaters beschäftigen, zunehmend jedoch auch mit Dustin, einem neuen Schüler am College.
May könnte diese neue Freundin werden, jedoch verwickelt sie sich in Widersprüche und Sarah kann ihr nicht trauen. Somit fühlt sie sich weiterhin einsam und immer stärker zu Dustin hingezogen. Er ist es auch, dem sie ihr Herz ausschüttet, als ihre Mutter sich neu verliebt. Sehr zum Leidwesen von May, die sich wie ein Racheengel aufführt und Sarah vor Dustin warnt. Denn was Sarah nicht weiß, ist, dass Dustin ein dunkles Geheimnis umgibt.
Alice Moons Auftakt der Serie Blood Romance, Kuss der Unsterblichkeit ähnelt stark der Biss-Serie, kommt jedoch inhaltlich nicht an sie heran.
Zunächst wird das Leben Sarahs beschrieben. Ihre Einsamkeit und ihre Probleme, mit dem Tod ihres Vaters umzugehen. Als sie bereit ist, sich wieder einem Menschen außer ihrer Mutter zu öffnen, fühlt sie sich von dieser Person May verraten. So zieht sie sich wieder in ihr Schneckenhaus zurück und träumt weiter von Dustin.
Über Dustin wird nur verschleiert geschrieben. Es gibt Andeutungen, die darauf schließen lassen, dass Dustin ein Vampir ist, deutlich gesagt wird es jedoch nicht. Auch werden immer wieder Anspielungen auf ein Verbrechen gemacht, das Dustin begangen haben soll. Aber bei Anspielungen bleibt es. Mir war es daher auch nicht möglich, mit der Figur Dustin warm zu werden. Er war mir weder sympathisch, noch unsympathisch. Er war einfach da Der Lesespaß blieb aus diesem Grunde etwas auf der Strecke, obwohl der Schreibstil einfach und flüssig zu lesen ist.
Der Jugendroman endet offen. Um zu wissen, ob aus Sarah und Dustin ein Paar wird, muss man den Folgeband lesen. Ich finde es schade, dass es kein in sich abgeschlossener Roman ist, was ja trotz der Folgebände hätte sein können.
Ein der Biss-Serie ähnelnder Jugendroman, der jedoch deutlich weniger Spannung bietet. Der Mangel an interessanten Charakteren wird durch die einfache, flüssige Sprache ausgeglichen.
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FriesenschneeRezension vom 28.11.2011Der Frühpensionär Stuhr besucht mit seiner Freundin eine Theateraufführung im alten Kieler Wasserturm. Mitten in der Aufführung stürmt die Polizei den Turm, denn vor dem Gebäude wurde eine junge Frau ermordet. Der Mörder wird unter den Schauspielern vermutet. Bei der Polizeiaktion kommt der Hauptdarsteller ums Leben.
Während der Kieler Hauptkommissar Hansen vor Ort ermittelt, setzt Stuhr seinen Freund Olli auf die Theatergruppe an. Dieser deckt einen Drogenhandel mit Verbindungen zur Nordseeinsel Föhr auf.
Auch Stuhr hat Verbindungen zur Insel Föhr, wenn auch aus privaten Gründen. Seine Ex-Geliebte verspricht ihm ein Vermögen, wenn er die Vaterschaft ihrer Tochter anerkennt.
Kiel Föhr Hamburg. Zwischen diesen Orten muss es eine Verknüpfung geben, der die junge Frau zum Opfer gefallen ist.
Mit Friesenschnee knüpft Kurt Geisler an die Ermittlungen des Paares Kommissar Hansen und Pensionär Stuhr aus seinem ersten Kriminalroman Bädersterben an. Es werden jedoch kaum Verbindungen zum ersten Fall beschrieben, sodass der Roman gut allein für sich zu lesen ist.
Neben der eigentlichen Kriminalhandlung wird viel aus dem Privatleben Stuhrs erzählt. Die Kriminalgeschichte gerät dadurch oft in den Hintergrund, weswegen sie mich auch nicht fesseln konnte.
Obgleich Stuhrs Privatleben sehr in den Vordergrund gestellt wurde, wurden er, und auch die Figuren um ihn herum, sehr lieblos gezeichnet. Ich kann nicht eine Figur benennen, die mir auf Anhieb sympathisch war.
Für einen Friesenkrimi gab es für meinen Geschmack zu wenig Regionalbezug. Für einen Thriller zu wenig Spannung. Die Auflösung des Falles fand ich teilweise weit hergeholt.
Wenig Spannung, lieblos gezeichnete Figuren, aber ansonsten angenehmer Schreibstil. -
Nicht ohne meinen MopsRezension vom 28.09.2011Tanja jobbt in einem Tabakladen in Stuttgart und findet ihre Traumwohnung! Obwohl sie sich die Wohnung nicht leisten kann, unterschreibt sie den Mietvertrag und ist so gezwungen, Mitbewohner zu suchen. Die findet sie, und so bildet sie mit zwei bildhübschen Männern und einem Mops eine Wohngemeinschaft. Schade nur, dass sich die beiden Männer nicht für Tanja interessieren, sondern füreinander
Als Tanja auch noch ihren Job verliert und langsam ihre Ersparnisse verbraucht sind, scheint ihre Welt nur noch grau. Aber natürlich wendet sich am Ende alles zum Guten.
An Silke Poraths Roman Nicht ohne meinen Mops kann ein Hundeliebhaber kaum vorbeigehen; schaut einem vom Titelbild doch ein süßer Mops mit seinen Knopfaugen entgegen.
Erwartet habe ich einen humorvollen Roman, in dem es zu einem großen Teil um den Mops Earl of Cockwood geht. Eine Hauptrolle hat der Mops leider nicht gespielt, aber er wurde immer wieder in die Geschichte einbezogen. Schade nur, dass die WG-Bewohner von Hundeernährung nicht die geringste Ahnung zu haben scheinen
Die Protagonistin Tanja war mir gleich sympathisch. Sie hat eine fröhliche, lustige Art, obwohl sie immer wieder Rückschläge hinnehmen muss. Ein bisschen kitschig fand ich die übertriebene Fürsorge, die ihr die Mitbewohner angedeihen ließen, aber es passte zur Geschichte, die man ja nicht bitterernst nehmen sollte.
Erst vor einigen Wochen las ich Klostergeist, einen Kriminalroman von Silke Porath. Ich muss sagen, diese Art von Romanen liegt ihr um Längen besser als Kriminalromane.
Lustige, anspruchslose Unterhaltung mit Mops. -
TodgeweihtRezension vom 15.08.2011Der Leuchtturm sandte unaufhörlich seinen Lichtstrahl über unsere Köpfe hinweg, was hier unten den Effekt hatte, als sähe man sich einen Schwarzweißfilm an, der immer wieder aussetzt. Blut konnte ich keines erkennen, und ich redete mir selbst ein, das sei ein gutes Zeichen. Ich versuchte, nicht an Ellis´ Schädel zu denken und erst recht nicht an Eierschalen.
Ellis stürzt auf der niederländischen Insel Ameland vom Leuchtturm und stirbt. Ihr Tod reißt ein großes Loch in die Herzen ihrer Familie.
Ellis´ Schwester Aline hat seit Ellis´ Tod die Insel nicht mehr betreten. Doch gegen ihren Willen lässt sie sich von ihrer Schwester zu einem Besuch des Unfallortes überreden. Die Familie möchte hier die Asche von Ellis verstreuen, und Aline soll dabei sein. Aline findet dies makaber, reist aber aus Liebe zur Familie und um des lieben Friedens willen auf die Insel.
Auch Werner, Ellis´ Witwer, ist zu diesem Anlass angereist. Er und Aline wollen dieses Familientreffen dazu nutzen, ihre Affäre zu beichten. Sehr wohl mit dem Wissen, dass dies nicht auf uneingeschränkte Zustimmung stoßen wird.
Die Stimmung in dem Ferienhaus auf Ameland ist absolut spannungsgeladen. Die Mutter trinkt zu viel. Der Vater ist in sich gekehrt und äußert sich fast nur durch bissige Kommentare und Erniedrigungen. Die Geschwister haben sich auseinandergelebt. Alle versuchen auf ihre Weise mit dem Verlust von Ellis umzugehen.
Aline hat den Abend des Unfalls aus ihrem Gedächtnis verdrängt. Doch jetzt vor Ort, ist die Erinnerung wieder da. Und dass es sich bei dem Sturz um einen Unfall handelt, wird in Frage gestellt.
Todgeweiht ist untertitelt mit Kriminalroman. Einen Kriminalroman kann ich in Nicolet Steemers Buch jedoch nicht erkennen. Fast bis zum Ende gibt es weder Spannung noch kriminelle Handlungen, wenn man von dem Drogenkonsum Alines absieht, der aber in den Niederlanden erlaubt ist, soweit ich informiert bin.
Todgeweiht ist ein sehr gefühlsgeladener Roman. Die Emotionen der Familienmitglieder, insbesondere die von Aline, werden beleuchtet; ihr Umgang mit dem Verlust eines geliebten Familienmitgliedes beschrieben. Auch, dass durch so einen Schicksalsschlag eine Familie auseinanderbrechen kann.
Wäre ich mit anderen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, hätte es mir eventuell besser gefallen. Ich hatte jedoch beabsichtigt, einen Krimi zu lesen und war daher arg enttäuscht.
Todgeweiht ist kein Kriminalroman sondern ein Drama. Mit diesem Wissen sollte man das Buch in die Hand nehmen, um nicht enttäuscht zu werden. -
AhnenlandRezension vom 29.07.2011Was die Zukunft bringt, das müssen später die Kinder erzählen . Ich kann nur erzählen, was bisher geschah, seit 1252.
Und das tut er, Boris Kálnoky, in seinem umfangreichen Epos Ahnenland. Ursprünglich wollte er nur eine Biografie über seinen Großvater Hugo Kálnoky schreiben. Tatsächlich ist daraus ein rund 500 Seiten umfassendes Geschichtsbuch geworden.
Die Geschichte der Kálnokys beginnt 1252 in Siebenbürgen. Ein Urahn des Autors bekam vom ungarischen König als Belohnung für einen Kampf ein Stück Land geschenkt. Dort siedelte sich die Familie an.
Sie brachte Grafen, Pioniere, Literaten, Richter und Minister hervor. In der Geschichte Österreichs, Ungarns und auch Rumäniens spielten die Kálnokys stets eine wichtige Rolle. Aber nicht nur politisch waren sie aktiv. Hugos Großvater war bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Flugzeug unterwegs. Sein Urgroßvater war berühmtester Reiter der K.u.K.-Monarchie und Ballonfahrt-Pionier.
Boris Kálnoky konnte für seine Recherchen auf eine umfangreiche Sammlung alter Urkunden, Briefe, Tagebücher, Akten und Zeitungsartikel zurückgreifen. Damit schafft er eine Verbindung der Familiengeschichte mit dem Zeitgeschehen. Bilder machen das Ganze anschaulich.
Ich habe mich mit dem Lesen dieses Werkes sehr schwer getan. Die Sprache ist anspruchsvoll. Die sich ähnelnden Namen der Vorfahren (es gibt beispielsweise mehrere Hugos) machen es nicht einfach, die einzelnen Anekdoten den richtigen Personen zuzuordnen. Zumal innerhalb kurzer Abschnitte zwischen den Generationen und Jahrhunderten hin und her gesprungen wird.
Interessant ist die Familiengeschichte allemal. Ich hätte mir jedoch etwas mehr Struktur gewünscht und evtl. einzelne Kapitel einer jeden Generation.
Ein Buch für Familienforscher und Geschichtsbegeisterte. Nichts, das man so eben nebenbei liest. Das Buch verlangt die volle Aufmerksamkeit. -
AlpengrollenRezension vom 28.07.2011Der Kommissar a. D., Max Raintaler, möchte eigentlich in seinem Winterurlaub nur Ski fahren und sich erholen. Doch bevor er sich auf den Weg nach Kitzbühel macht, erhält er den Auftrag einer Freundin, sich am Urlaubsort nach deren Tochter umzusehen. Diese macht dort ebenfalls Urlaub, scheint jedoch verschwunden zu sein.
In Kitzbühel angekommen, gibt es zunächst nur Probleme. Das Auto streikt, sein Hotelzimmer wurde anderweitig vergeben und auf die Rennstrecke am Hahnenkamm soll ein Attentat verübt werden.
Letztlich wendet sich für Raintaler aber alles zum Guten. Bei rasanten Skifahrten und einer aufregenden Affäre bessert sich seine Laune.
Die Suche nach der vermissten Tochter der Freundin erweist sich zunehmend als schwierig. Raintaler stößt auf Entführungen, Drogenhandel, Erpressung er ist froh, von Alois, dem Kitzbüheler Gendarmen, Unterstützung zu erhalten. Gemeinsam machen sie sich an die Lösung des Falles.
Alpengrollen ist Michael Gerwiens erster Kriminalroman. Mit Max Raintaler hat er einen so einprägsamen eigenen Charakter entworfen, dass ich denke, es wird noch viele Folgebände zu diesem Roman geben.
Die Kriminalgeschichte steht in diesem Roman nicht so sehr im Vordergrund. Das Privatleben Raintalers nimmt ebenso viel Raum in Anspruch.
Sehr schön werden die Eigenarten Raintalers beschrieben. Da nicht gleich klar war, dass er ein Frühpensionär ist, hielt ich ihn für einen ewig meckernden, schlecht gelaunten, alten Herrn. Ein nicht bis zum Eichstrich gefülltes Bierglas bringt ihn in Rage. Ein junger Polizist, der ihm nicht in den Kram passt, wird beschimpft. Raintaler ist der Typ Mensch, den man nicht zum Nachbarn haben möchte. Im Verlauf des Romans wurde Raintaler mir aber sympathischer.
Die Nebencharaktere, wie z. B. der Gendarm Alois, der gerne tief ins Glas schaut und dann auch gern etwas ausplaudert, oder Johanna, Raintalers Liebelei aus den Niederlanden, wurden liebevoll gezeichnet.
Michael Gerwien hat bewiesen, dass viel Potential in ihm steckt.
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NeptunopferRezension vom 28.06.2011Hans-Jürgen Rusch legt mit Neptunopfer den dritten Kriminalroman um die Kommissare Löffler und Müller vor.
In eine Reederei wird eingebrochen. Zunächst ist Müller sich über das Motiv nicht im Klaren, aber kurz darauf erhält die Reederei einen Erpresserbrief. Sie soll um zwei Millionen Euro erleichtert werden
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, als es auf der MS Rügen, einem Kreuzfahrtschiff der erpressten Reederei, ein Mordopfer gibt. Während einer Neptuntaufe ertrank ein Passagier. Wie sich herausstellte, wurde er gewaltsam unter Wasser gehalten. Jetzt liegt es an Müller und seinem Kollegen Löffler, bis zur Lösegeldübergabe weitere Morde zu verhindern. Aber es gelingt ihnen nicht
Hans-Jürgen Rusch hat einen Kriminalroman geschrieben, dessen Handlung sich von der Nord- zur Ostsee erstreckt. Begonnen wird mit einem Einbruch in Bremerhaven, der erste Mord geschieht vor der Hochseeinsel Helgoland, die Lösegeldübergabe soll in Stralsund erfolgen.
Gleich am Anfang des Buches werden die Reiseroute der MS Rügen, deren Deckliste und die einzelnen Charaktere des Romans aufgeführt. Ich habe mich daher innerlich bereits auf schwere Kost eingestellt, mit vielem Nachblättern. Ich wurde jedoch positiv überrascht. Alle Figuren wurden ausreichend beschrieben, um sie auch ohne Nachblättern zuordnen zu können.
Etwas ungewöhnlich ist, dass Rusch in seiner Erzählung häufig von der Gegenwart in die Vergangenheit springt. Während die Gegenwart voranschreitet, handeln die Kapitel der Vergangenheit jedes Mal ein bisschen früher in der Vergangenheit. Hier erzählt das erste Mordopfer seine Geschichte. Deutlich abgegrenzt werden diese Kapitel durch deren Nummerierung. Die Kapitel der Vergangenheit beginnen mit einem Minuszeichen, sodass man stets weiß, wo genau man sich befindet.
Der Roman ist glaubwürdig, obwohl es sich um eine verzwickte Geschichte handelt. Ein paar Freunde haben aus unterschiedlichem Interesse das Ziel, ein Internat zu bauen. Hierfür benötigen sie sieben Millionen Euro, die sie auf nicht ganz legale Weise erwirtschaften. Und immer wieder geistert der Name Undine durch den Roman, der einige in Angst und Schrecken versetzt, andere traurig macht, aber deren Geschichte erst am Ende des Buches erzählt wird.
Ein deutscher Krimi ganz nach meinem Geschmack. Wer viel Action mag, wird enttäuscht sein. Wie Puzzleteile fügen sich nach und nach die einzelnen Kapitel zusammen und ergeben eine interessante Geschichte. -
KlostergeistRezension vom 27.06.2011Im Anschluss an eine Messe stürzt Bürgermeister Engel vom Klosterturm. Er wird unter anderem von Pater Pius gefunden, der aus lauter Neugier anfängt, Fragen zu stellen.
Die Ermittlungen werden von der Kommissarin Hälble und ihrem Kollegen Fischer aufgenommen. Beide sind grundverschieden, verstehen sich zunächst überhaupt nicht, lernen dann aber, die Macken des jeweils anderen zu mögen.
Verschiedene Figuren geraten in Verdacht, nachdem klar ist, dass ein Selbstmord ausgeschlossen werden kann. Letztlich kommen mehr Straftaten ans Licht, als gedacht. Aber der Klostergeist wird gefasst.
Als Freund deutscher Krimis war ich besonders gespannt auf die Verbindung zum ermittelnden Pater Pius. Mir schwebte ein ermittelnder Geistlicher in der Art von Pater Brown oder der deutschen Krimiserie Pfarrer Braun vor. Tatsächlich hat Pater Pius jedoch nur eine Nebenrolle gespielt. Hauptakteure waren die Kommissare Hälble und Fischer.
Stets eingestreut waren Meldungen des Radiosenders Donauwelle. Am Anfang fand ich diese durchaus zum Schmunzeln. Passend zu Grüßen wurden Lieder ausgewählt, ein Optiker warb mit täglich wechselnden Angeboten. Diese Meldungen begannen aber zunehmend, mich zu langweilen. Zum Ende hin habe ich sie einfach überlesen.
Die Aussage aus dem Klappentext Lachen und Schaudern garantiert finde ich sehr übertrieben.
Solider deutscher Krimi ohne großen Spannungsbogen. Leider versprechen Untertitel und Klappentext mehr, als der Roman hält.
















