Blumenberg

Roman. Ausgezeichnet mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2011

von Sibylle Lewitscharoff

Buch

gebunden (216 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Groß, gelb, gelassen: mit berückender Selbstverständlichkeit liegt eines Nachts ein Löwe im Arbeitszimmer des angesehenen Philosophen Blumenberg. Die Glieder bequem auf dem Bucharateppich ausgestreckt, die Augen ruhig auf den Hausherrn gerichtet. Der gerät, mit einiger Mühe, nicht aus der Fassung, auch nicht, als der Löwe am nächsten Tag in seiner Vorlesung den Mittelgang herabtrottet, sich hin und her wiegend nach Raubkatzenart. Die Bänke sind voll besetzt, aber keiner der Zuhörer scheint ihn zu sehen. Ein raffinierter Studentenulk? Oder nicht doch viel eher eine Auszeichnung von höchster Stelle - für den letzten Philosophen, der diesen Löwen zu würdigen versteht?

Das Auftauchen des Tieres wirkt in mehrerlei Leben hinein, nicht nur in das Leben Blumenbergs. Ohne es zu merken, gerät auch eine Handvoll Studenten in seinen Bann, unter ihnen der fadendünne Gerhard Optatus Baur, ein glühender Blumenbergianer, und die zarte, hochfahrende Isa, die sich mit vollen Segeln in den Falschen verliebt.

»Blumenberg« ist nur nebenbei eine Hommage an einen großen Philosophen, vor allem ist es ein Roman voll mitreißendem Sprachwitz, ein Roman über einen hochsympathischen Weltbenenner, dem das Unbenennbare in Gestalt eines umgänglichen Löwen begegnet.


Produktdetails

Verkaufsrang: 66.240
ISBN-10: 3-518-42244-8
EAN: 9783518422441
Erschienen: 28.11.2011
Verlag: Suhrkamp Verlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 216
Gewicht: 366 g
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Sibylle Lewitscharoff

Sibylle Lewitscharoff wurde 1954 in Stuttgart geboren und lebt in Berlin. Für Pong erhielt sie 1998 den Ingeborg-Bachmann- Preis. Bei BvT erschien 2002 ihr Roman Der höfliche Harald.

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Kundenrezensionen

  • Von Löwen und Lämmern Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Jan-Hendrik Kopf, am 14.12.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Plötzlich ist er da. Mitten im Arbeitszimmer des Philosophen Blumenberg: Ein Löwe – „Habhaft, fellhaft, gelb“. So beginnt der nach seinem Protagonisten betitelte Roman Sibylle Lewitscharoffs. Der Löwe wird zum ständigen Begleiter Blumenbergs, erscheint ihm bei der allabendlichen Arbeit im heimischen Arbeitszimmer ebenso wie während seiner Vorlesungen an der Universität. Es versteht sich von selbst, dass der Löwe von den Mitmenschen Blumenbergs unbeachtet, weil ungesehen, bleibt; nur ihm steht er als Quelle der Kraft und Zuversicht zur Seite. Diese außergewöhnliche (oder absonderliche?) Beziehung kontrastiert Lewitscharoff mit den Schilderungen der Schicksale mehrerer Studenten Blumenbergs, denen – so unterschiedlich ihre Geschichten und Erlebnisse auch sind – eines gemein ist: Ihnen allen fehlt ein Blumenberg’scher Löwe, eine stützende, schützende Kraft, die es braucht, um den Problemen und Ängsten zu begegnen, die dem Leben so eigentümlich sind. So fügt sich der Text, so episodisch, ja gar fragmentarisch er zum Teil anmutet, am Ende doch zu einem großen Ganzen zusammen. „Blumenberg“ ist ein ungemein facettenreiches Buch, phantastisch wie philosophisch, metaphorisch-verwinkelt und dabei eines ganz bestimmt nicht: langweilig. Sibylle Lewitscharoff gehört zweifelsohne zu den ganz großen Erzählerinnen der deutschen Gegenwartsliteratur. Brilliant komponiert und ebenso virtuos wie stilsicher erzählt (man erfreue sich bitte an den unzähligen Wortneuschöpfungen Lewitscharoffs!), setzt sich „Blumenberg“ wohltuend vom faden Einerlei der jährlichen Neuerscheinungen ab. Ein mutiges, ein lesenswertes Buch. Und am Ende bleibt vor allem der Wunsch, dass einem selbst doch bitte auch einmal ein Löwe erscheine…

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  • wunderschöne Sprache Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Edith Berger, am 01.10.2011

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Wie jede Nacht, arbeitet der Philosoph Blumenberg in seinem Arbeitszimmer. Als er aufblickt, bemerkt er einen Löwen, der sich auf dem Teppich vor seinem Schreibtisch ausgestreckt hat und ihn gelassen anschaut...."Der Löwe ist zu mir gekommen, weil ich der letzte Philosoph bin, der ihn zu würdigen versteht, dachte Blumenberg".....
    Der Löwe, übrigens ein alter Löwe, uralt um genau zu sein, wird Blumenberg fortan begleiten.
    Auch auf Gerhard Optatus Baur, seinen Freund Richard und seine Freundin Isa Kurz,alle 3 sind Studenten und glühende Verehrer Blumenbergs, hat das Auftauchen des Löwen ungeahnte Auswirkungen....

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