Das Gleichgewicht der Welt

Das Gleichgewicht der Welt

Roman. Ausgezeichnet mit dem Giller Prize 1995 und dem Commonwealth Writers Prize 1996, Best Book

von Rohinton Mistry

Buch

Taschenbuch (862 Seiten)

10. Auflage

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Man schreibt das Jahr 1975. Der Ort: Bombay. Hier treffen vier Menschen aufeinander, deren Schicksale im Mittelpunkt des Romans stehen. Dina Dalal, eine Frau Anfang Vierzig und seit fast zwanzig Jahren verwitwet; Maneck Kohlah, ein junger Student aus dem Gebiet des Himalajas; Ishvar Darji, ein unglaublicher Optimist und sein widerspenstiger junger Neffe Omprakash - zwei Schneider, die vor den unerträglichen Verhältnissen auf dem Land in die Stadt geflohen sind. Diese vier lernen sich kennen, achten und lieben und werden doch vom Schicksal wieder auseinandergerissen.

Rohinton Mistry holt weit aus und erzählt von den Lebenswegen, die diese Menschen zu dem gemacht haben, was sie sind. Seine großen erzählerischen Bögen führen den Leser von den grünen Tälern des Himalaja bis in die Straßen von Bombay. Er erzählt von Rajaram, dem Haarsammler; dem geschäftstüchtigen Bettlermeister, Herr über eine Bettlerarmee; oder Mr. Valmik, einem Korrekturleser, der eine Allergie gegen Druckerschwärze entwickelt.

»Laß mich ein Geheimnis verraten«, sagt Mr. Valmik zu Maneck. »So etwas wie ein uninteressantes Leben gibt es nicht.« Und dies trifft zu auf die Schicksale, die Rohinton Mistry meisterhaft miteinander verknüpft. »Das Gleichgewicht der Welt« läßt den indischen Subkontinent vor den Augen der Leser entstehen - und es ist ein gewaltiges wie auch gewaltsames Bild einer Gesellschaft, die nur auf den ersten Blick fremd erscheint.

Produktdetails

Verkaufsrang: 10.145
ISBN-10: 3-596-14583-X
EAN: 9783596145836
Originaltitel: A Fine Balance
Erschienen: 14.09.2011
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 10. Auflage
Seitenzahl: 862
Gewicht: 480 g
Übersetzer: Matthias Müller
Reihe: Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe
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Matthias Müller

Dr. Matthias Müller hat Sozialwissenschaften an der Universität Hannover mit den Schwerpunkten Ökonomie und Industrielle Beziehungen studiert. Das Doktoratsstudium der Betriebswirtschaft absolvierte er an der Wirtschaftsuniversität Wien. Seit 1996 ist Dr. Müller als Referatsleiter Wirtschaft in der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf tätig.

Rohinton Mistry

Rohinton Mistry, geboren 1952 in Bombay, lebt heute in Toronto, Kanada. Ausgezeichnet für seine Roman-Veröffentlichungen mit u.a. dem kanadischen Staatspreis, dem Commonwealth-Preis, dem Kiriyama-Preis und 2011 dem Neustadt International Prize for Literature.

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Kundenrezensionen

  • Wunderbar! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 13.01.2012

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    Je weiter man in diesem Buch liest, desto mehr fesselt es einen! Man wird auf wunderbare Weise mithinein genommen in die unterscheidlichen Lebensgeschichten der Charaktere, die so verschiedenartig sind, wie Menschen eben sind. Besonders anregend finde ich, dass das Buch viele Themen in Bereich sozialer Gerechtigkeit und Menschenwürde anspricht. Ich habe mir beim Lesen viele Fragen gestellt und bin mit Freunden darüber ins Gespräch gekommen. zB: Ist Vertrauen das einzige, was Tiefe im Leben schaffen kann? Absolut empfehlenswert!

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  • Eins meiner Lieblingsbücher Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Birgit Herrmann, am 17.11.2010

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    „Das Gleichgewicht der Welt“

    Ich habe dieses Buch vor 10 Jahren gelesen, als es in Deutschland erschien. Ich bin kein Indienfan, aber es hat mich in seinen Bann gezogen.
    Es erzählt das Leben von vier Personen zwischen 1975-1984 zur Zeit Indira Gandhis, die in Bombay leben und deren Kampf vom Versuch auf- bzw. nicht abzusteigen handelt. Eine erschütternde Geschichte, die von vier miteinander verwobenen Schicksalen berichtet und einen weder kalt- noch loslässt.
    Dieser Roman gibt Einblicke in die politische sowie soziale Situation durch alle Kasten hindurch., die einen lange nach dem Ende immer noch beschäftigt.

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  • Ergreifend! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Ariane Kohrt, am 11.08.2010

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    Dieses Buch ist ein Muss! Rohinton Mistry beschreibt in seinem Roman Indien in seiner ganzen pulsierenden Fülle. Ein so intensives Lesevergnügen, das uns zeigt wie schnell das Schicksal vorbestimmte Lebenswege verändern und beeinflussen kann. Ein Buch, welches man nicht mehr vergisst.

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  • Eine höchst intensive, herzzerreissende Lektüre Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Andreas Hack, am 08.09.2009

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    Mistry erzählt in dem Roman "Das Gleichgewicht der Welt" von vier Menschen,
    die der Zufall in Bombay zusammenführt. Diese vier versuchen mit Witz und
    Phantasie ihr Glück zu finden; trotzdem sind am Ende ihre Lebensträume
    zerstört.

    Im Umfeld dieser vier Schicksale erlebt der Leser Geschichten, die durch
    ihre teils brutale, teils anrührende Absurdität faszinieren. Ob Slumbewohner
    oder Grossgrundbesitzer, Bettlermeister oder Krüppel, keiner entkommt den
    strengen Regeln der Gesellschaft, die jedes Leben in engen Bahnen festlegen.
    Ein Aufbegehren gegen die strengen (Kasten-) Regeln oder jeder andere
    Versuch, sich ein Stück Freiheit zu erkämpfen, endet hier durch
    verhängnisvolle Verknüpfungen im Fiasko.

    "Das Gleichgewicht der Welt" ist ein spannender, intensiver Roman, der mich
    auch als erzählte Landeskunde Indiens faszinierte. Was diesen Roman für mich
    wirklich einzigartig macht, das ist der gewitzte Lebensmut, der mitten im
    Elend aufblitzt, die Daseinsfreude, der Humor, den die strauchelnden Helden
    ihrem Schicksal entgegensetzen.

    Am Ende des Buches ist einem, als habe man gerade einige neue, gute Freunde
    gefunden, so nahe geht einem das Schicksal der Figuren.

    Eines meiner einprägsamsten Leseerlebnisse .

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  • Die Entstehung einer Patchworkdecke Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von rebellyell666, am 28.08.2009

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Inhalt:

    Dina Dilal, Maneck Kolah, Ishvar und Omprakash Darji. Vier Menschen begegnen sich wegen Geldprobleme in Indien Ende der siebziger Jahre.

    Erzähl-/Schreibstil:

    Mistry ist meine erste Berührung mit einem indischen Autor und so muss ich sagen, dass ich sehr fasziniert von seinem Stil bin. Einfache Worte, auch mal etwas ausgeschmückter, benutzt er, um schwierige Situationen für den Leser greifbarer zu machen. Er erzählt sehr sachlich, ohne richtige politische Stellung, er lässt vielmehr seine Protagonisten oder fremde Menschen sprechen.
    Sein Stil drückt viele Emotionen und Wendungen aus, die er glaubhaft herüber bringt. So fesselt er den Leser mit Lebensweisheiten, die einfach auf den Punkt genau sind und nicht überladen wirken.

    Meine Meinung:

    Ein wertvolles Buch für die Weltliteratur. Jeder, der sich mit Indien auseinander setzen möchte und von den stundenlangen Bollywoodfilmen genervt ist und dieser freundlichen Ausstrahlung nicht traut, sollte Mistry gelesen haben! Mistry brachte mir Indien so viel näher, dass ich Bilder im Kopf hatte, von Menschen, die ihr Leben unter den gegebenen Umständen, versuchen, irgendwie zu meistern. Die Politik ist hier natürlich der zentrale Punkt: Massensterilisationen werden an Menschen durchgeführt. Sogar mehrere Male, nur um die Quote zu erfüllen. Auf der anderen Seite gibt es Bettler, die nichts anderes mehr vom Leben erwarten und sogar weites gehend glücklich mit ihrer Situation sind! Dieses Durcheinander von Menschen, die schon gar nicht mehr auf eine bessere Zukunft hoffen, hat mir zunächst Mitleid in den Körper und meinen Kopf getrieben. Doch als ich mich näher damit befasste, musste ich dem doch meinen Respekt gegenüber diesen Menschen entgegen setzen. Vielleicht gibt es keine identische Situation, wie es den vier Protagonisten ergeht, aber es gibt mit Sicherheit Vergleichsbeispiele, die in diesem Moment bangen, hoffen oder auf nur für den nächsten Tag leben.

    Am Anfang zog Mistry mich mit auf seine Erzählreise und berichtete von der Witwe Dina, den Schneidern Ishvar und Om und dem Studenten Maneck beinahe von Kindesbeinen an, so dass man rund um die Figur alles erfuhr und keine Fragen offen blieben. Diese Teile fand ich sehr wichtig, denn der Leser wurde von Mistry nicht mit Häppchen gefüttert, sondern mit Fakten und Anleitungen für die weitere Geschichte. Ich konnte dem gut folgen und war auch nicht verwirrt, weil er die vier Teile schön nacheinander geschildert hatte.

    Als er damit geendet hatte, fügte er die vier Personen nur noch für sich zusammen: Dina benötigte zwei Schneider, weil ihre Augen die Arbeit nicht mehr hergaben. Weiterhin nahm sie Maneck als "zahlenden Gast" auf. Somit konnte sie weiterhin die Miete und die weiteren Kosten aufbringen. Sprich, die vier griffen sich gegenseitig unter die Arme, um den "Ausnahmezustand", durchzuhalten.

    Fazit:

    Mistry ist ein Erzähler der besonderen Art. Sachlich und nüchtern lenkt er von dem Bollywood-Schema ab, verteilt aber auch hier und da Emotionen, damit der Leser mitfühlen kann. Für jede Geschichte hat er einen Stofffetzen, den Dina an ihre Decke nähen kann. Und so erzählt die Decke hinterher ihre Entstehungsgeschichte, die Mistry nur noch zu Papier bringen musste! Mein Eindruck: Mein Highlight 2009!

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  • Ein Buch, das die Welt verändert Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    In " Das Gleichgewicht der Welt", dem Geniestreich von Rohinton Mistry merkt der Leser sehr bald, dass sich die Welt der vier Hauptcharaktere hier ganz und gar nicht im Geichgewicht oder im Einklang befindet. Auf gnadenlose Weise erfährt der Leser, der diesem Buch nach einigen Seiten bereits auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist, wie die vier Protagonisten und die zahlreichen, mit Liebe zum Detail versehenen Nebenfiguren, mit den Wechselseitigkeiten und Ungerechtigkeiten des Lebens fertig zu werden versuchen. Der Zufall bringt hier vier Personen zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten; zwei Schneider, ein Student sowie eine Witwe; - alle haben ihre ganz eigene Vergangenheit, durchleben zusammen ein Stück Gegenwart um dann auf fatalistische Weise in ihre oft zu grausame Zukunft entlassen zu werden. All dies wird detailgetreu erzählt - und Rohinton Mistry könnte uns das ein oder andere Schicksal fürwahr ersparen - keine Frage bleibt unbeantwortet und kein Charakter ist zufällig gewählt - er wird uns noch wochenlang weiter beschäftigen und unser Wertesystem bis in die Grundfesten erschüttern. Ein Buch, das einem nicht mehr loslässt und daher mit Fug und Recht als große Literatur bezeichnet werden kann.

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