Buch
gebunden (400 Seiten)
Sprache: Deutsch
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von Kathy Reichs
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Nachtschwarz. Eiskalt. Atemlos. - Tempe Brennan jagt einen Mörder. Ihren eigenen.
Nachtschwärze, Eiseskälte, Grabesstille – als Tempe zu sich kommt, ringt sie in Todesangst nach Atem. An Händen und Füßen gefesselt liegt sie lebendig begraben an einem Ort, wo sie niemand rufen hört. Allmählich kehrt ihre Erinnerung an die letzten Stunden wieder …
Forensikerin Tempe Brennan ist es gewohnt, dass Mörder die Spuren ihrer Tat so zu verwischen versuchen, dass nicht einmal Expertinnen ihres Rangs sie aufzudecken vermögen. So ermittelt sie mit Detective Andrew Ryan im schneeverwehten Chicago gerade bei einer Reihe seltsamer Todesfälle: Drei Frauen wurden ermordet, alle auf grausame, aber verschiedene Weise. Es hat den Anschein, als gäbe es keine Verbindung zwischen den Morden. Bis Tempe schließlich doch die Handschrift eines Serienkillers erkennen kann. Umso schockierter ist sie, als man ihr vorwirft, sie habe eine Autopsie absichtlich manipuliert und ein Verbrechen vertuscht. Was Tempe nicht wissen kann: Ihre Arbeit wird sabotiert. Von jemandem, der sie um jeden Preis scheitern sehen will. Jemand aus ihren eigenen Reihen. Und so wird Tempe schon bald einen ganz besonderen Mörder jagen müssen: ihren eigenen.
| ISBN-10: | 3-89667-323-8 |
|---|---|
| EAN: | 9783896673237 |
| Originaltitel: | 206 Bones |
| Erschienen: | 02.11.2009 |
| Verlag: | Karl Blessing Verlag |
| Einband: | gebunden |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 400 |
| Gewicht: | 550 g |
| Übersetzer: | Klaus Berr |
| Reihe: | Tempe Brennan |
Die Anthropologin und Schriftstellerin Kathy Reichs kam 1950 in Chicago, Illinois zu Welt. Dort wuchs sie mit ihren drei Schwestern auf, während ihr Vater als Geschäftsführer und ihre Mutter als Musikerin im städtischen Symphonie-Orchester für die Familie sorgten. Ihr Studium schloss sie als Ph.D. mit Auszeichnung ab. Schon im Alter von 19 Jahren heiratete Kathy Reichs den Untersuchungsrichter Paul Reichs, zusammen haben sie drei Kinder. Einen festen Wohnsitz hat Kathy Reichs nicht, sie pendelt meist wegen ihrer Arbeit zwischen Charlotte und Montreal. Sie ist eine von nur sehr wenigen zertifizierten forensischen Anthropologen in Kanada und den USA und arbeitet für verschiedene medizinische Institutionen, ist als Professorin an Universitäten tätig und doziert auch an der Akademie des FBI. Selbst für die Regierung war Kathy Reichs schon im Einsatz. Neben ihren Romanen hat sie zahlreiche wissenschaftliche Schriften veröffentlicht. Für ihren Debütroman "Tote lügen nicht" im Jahr 1997 erhielt sie den "Arthur Ellis Award" und startete so den Beginn als erfolgreiche Romanautorin mit ihrer Krimireihe der Temperance Brennan. Die Romane wurden bisher in über 15 Sprachen übersetzt. Die erfolgreiche TV-Serie Bones basiert auf ihren Romanen und wird von Kathy Reichs mitproduziert. Privat engagiert Kathy Reichs sich für soziale Einrichtungen und versucht soweit es geht ihr Leben von der Öffentlichkeit abzuschirmen.
Meinung der Redaktion
Hier kämpft eine Frau mit allen Mitteln um Gerechtigkeit - Gerechtigkeit für diejenigen, die ihre Stimme nicht mehr erheben können: die Vergessenen, die Verstümmelten, die unbekannten Toten. Ein außergewöhnlich sensibles Buch, das trotz der kalten und nüchternen Wahrheiten der Forensik eine immense menschliche Wärme entfaltet.
Klaus Berr, geb. 1957 in Schongau, Studium der Germanistik und Anglistik in München, einjähriger Aufenthalt in Wales als "Assistant Teacher", ist der Übersetzer von u.a. Lawrence Ferlinghetti, Tony Parsons, William Owen Roberts, Will Self.
von Kerstin Hirth, am 06.09.2010
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von einer Kundin/einem Kunden, am 08.03.2010
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von CaWa - die Leseratte, am 12.02.2010
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von Susanne Kuhn, am 27.01.2010
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von Stefan Flomm, am 30.11.2009
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von redfox_ms, am 25.11.2009
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von Dr. Christian Rößner, am 22.11.2009
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von Silke Schröder, am 05.11.2009
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Kalt. Taub. Verwirrt.
Ich öffnete die Augen.
Dunkelheit. Schwarz wie ein arktischer Winter. Bin ich tot?
Einem limbischen Befehl gehorchend, atmete ich tief ein. Mein Hirn registrierte Gerüche.
Schimmel. Modrige Erde. Etwas Organisches, das auf das Vergehen der Zeit hinwies.
War dies die Hölle? Ein Grab? Ich lauschte.
Stille. Undurchdringlich.
Aber nein. Es gab Geräusche. Luft, die durch meine Nasenlöcher rauschte. Blut, das mir in den Ohren pochte.
Leichen atmen nicht. Tote Herzen schlagen nicht.
Andere Gefühle mischten sich ein. Härte unter mir. Ein Brennen auf der rechten Seite meines Gesichts.
Ich hob den Kopf.
Bittere Galle flutete mir den Mund.
Ich bewegte die Hüften, um Druck von meinem verdrehten Hals zu nehmen.
In meinem linken Bein explodierte der Schmerz. Ein Stöhnen zerriss die Stille.
Instinktiv rollte mein Körper sich fötal zusammen. Das Pochen wurde lauter.
Ich lag zusammengerollt da und lauschte dem Rhythmus meiner Angst.
Dann die Erkenntnis. Das Geräusch war aus meiner eigenen Kehle gekommen.
Ich spüre Schmerz. Ich reagiere. Ich lebe. Aber wo?
Ich spuckte Galle und versuchte, die Hand auszustrecken. Spürte Widerstand. Merkte, dass meine Handgelenke gefesselt waren.
Ich zog ein Knie an die Brust. Beide Füße hoben sich gleichzeitig. Ich ließ die Hände sinken.
Ich versuchte es ein zweites Mal, diesmal fester. Wieder feuerten Neuronen mein Bein hoch.
Einen weiteren Schrei unterdrückend, versuchte ich, Ordnung in mein wirres Denken zu bekommen.
Man hatte mich an Händen und Füßen gefesselt und abgelegt. Wann? Wo? Wer?
Warum?
Die Suche im Datenspeicher nach jüngst zurückliegenden Ereignissen brachte nichts. Und die Lücke im Gedächtnis reichte noch viel länger zurück.
Ich erinnerte mich an ein Picknick mit meiner Tochter Katy. Aber das war im Sommer. Der Eiseskälte nach musste es jetzt Winter sein.
Traurigkeit. Ein letzter Abschied von Andrew Ryan. Das war im Oktober. Hatte ich ihn danach wiedergesehen?
Ein leuchtend roter Pullover zu Weihnachten. Dieses Weihnachten? Ich hatte keine Ahnung. Desorientiert suchte ich nach irgendeinem Detail aus den letzten paar Tagen. Doch alles blieb verschwommen.
Vage Eindrücke ohne rationale Form oder Abfolge tauchten kurz auf und verschwanden wieder. Ein Gestalt, die aus dem Schatten trat. Mann oder Frau? Wut. Schreien? Weswegen? Gegen wen gerichtet?
Schmelzender Schnee. Licht, das in Glas funkelt. Der dunkle Rachen eines Türspalts.
Erweiterte Gefäße pochten in meinem Schädel. Sosehr ich mich auch bemühte, ich konnte meinem umnebelten Verstand keine Erinnerungen entlocken.
Hatte man mich mit Drogen vollgepumpt? Hatte ich einen Schlag auf den Kopf abbekommen?
Wie schlimm war mein Bein dran? Falls ich es schaffte, mich zu befreien, konnte ich dann gehen? Kriechen?
Meine Hände waren taub, mein Finger unbrauchbar. Ich versuchte, die Handgelenke nach außen zu drücken. Spürte kein Nachgeben der Fessel.
Tränen der Frustration brannten mir hinter den Lidern. Nicht weinen!
Ich biss die Zähne zusammen, drehte mich auf den Rücken und riss meine Füße auseinander. Flammen schossen mir in den linken Unterschenkel.
Dann wusste ich nichts mehr.
Ich wachte wieder auf. Augenblicke später? Stunden? Ich hatte keine Ahnung. Mein Mund fühlte sich trockener an, die Lippen noch ausgedörrter. Der Schmerz im Bein war dumpfer geworden.
Obwohl ich meinen Pupillen Zeit ließ, registrierten sie nichts. Wie sollten sie sich auch anpassen können? Die dichte Schwärze bot nicht den winzigsten Schimmer von Licht.
Die alten Fragen kehrten wieder. Wo? Warum? Wer?
Offensichtlich war ich verschleppt worden. Um zum Opfer irgendeines kranken Spiels zu werden? Um als Bedrohung aus dem Weg geschafft zu werden?
Der Gedanke löste meine erste klare Erinnerung aus. Eine Leiche, verkohlt und verdreht, der Mund in einem letzten Schrei aufgerissen.
Dann eine kaleidoskopische Sequenz, Bilder, die einander jagten. Zwei Autopsiesäle. Namensschilder, die zwei Labore kennzeichneten. Tempérance Brennan, Forensische Anthropologin. Tempérance Brennan, Anthropologue Judiciaire.
War ich in Charlotte? Montreal? Viel zu kalt für North Carolina. Sogar im Winter. War es Winter? War ich in Quebec?
War ich zu Hause verschleppt worden? Auf der Straße? Vor dem Edifice Wilfrid-Derome? Im Institut?
War ich nur durch Zufall zum Opfer geworden? Oder weil ich war, was ich war? Suchte da jemand Rache für einen früheren Beschuldigten? Ein Verwandter mit Verschwörungsfantasien? An was für einem Fall hatte ich zuletzt gearbeitet?
Mein Gott, konnte es wirklich so kalt sein? So dunkel? So still?
Warum dieser Geruch, der mir so verstörend vertraut vorkam?
Wie zuvor schon, versuchte ich, meine Hände zu bewegen. Meine Füße. Vergeblich. Ich war verschnürt, konnte mich nicht einmal aufsetzen.
"Hilfe! Ich bin hier! Ist da jemand? Helft mir!"
Immer und immer wieder rief ich das, bis ich heiser wurde.
"Irgendjemand. Bitte!"
Mein Flehen blieb unbeantwortet.
Panik drohte mich zu überwältigen.
Du wirst nicht hilflos sterben.
Vor Angst und Kälte zitternd und weil ich verzweifelt etwas sehen wollte, drehte ich mich auf den Rücken, drückte die Hüfte nach oben und streckte die Arme so weit aus, wie es ging, ohne auf den Schmerz in meinem Bein zu achten. Ein Stoß. Der zweite. Der dritte. Mein Fingerspitzen spürten einen knappen halben Meter über meinem Gesicht Härte.
Ich bäumte mich noch einmal auf. Bekam Kontakt. Sediment rieselte mir in die Augen und den Mund.
Spuckend und blinzelnd drehte ich mich auf die rechte Seite und schob mich mit einem Arm und beiden Füßen nach vorne. Der raue Boden schürfte mir die Haut an Ellbogen und Fersen ab. Ein Knöchel kreischte protestierend. Es war mir egal. Ich musste mich bewegen. Musste hier rauskommen.
Schon nach einer kurzen Strecke stieß ich gegen eine Wand. Rechteckiger Umriss. Mörtel und Ziegel.
Mit hämmerndem Herzen drehte ich mich auf die andere Seite und schob mich in der Gegenrichtung vorwärts. Wieder stieß ich sehr schnell gegen eine Wand.
Adrenalin flutete meinen Körper, als Entsetzen sich auf Entsetzen legte. Meine Eingeweide zogen sich zusammen. Meine Lunge sog keuchend die Luft ein.
Mein Gefängnis war keinen halben Meter hoch und keine zwei Meter breit! Die Länge scherte mich nicht. Die Wände schienen schon näher zu rücken.
Ich verlor die Kontrolle.
Ich rutschte ein Stückchen vorwärts und fing an zu schreien und mit den Fäusten gegen die Wand zu hämmern. Immer und immer wieder schrie ich, versuchte die Aufmerksamkeit eines Passanten zu erregen.
von Miriam Meckel
von Rohinton Mistry
von John Grisham
von John Grisham
von Wolfgang Krüger