Deutschstunde. dtv-Taschenbücher,  Band 13411

Deutschstunde. dtv-Taschenbücher, Band 13411

Roman

von Siegfried Lenz

Buch

Taschenbuch (572 Seiten)

41. Auflage

Sprache: Deutsch

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Der 1926 im ostpreußischen Lyck geborene Siegfried Lenz gehört zu den bekanntesten deutschen Autoren der Gegenwart. Für sein Werk hat er viele Ehrungen und Auszeichnungen bekommen, dazu gehören unter anderem der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt.
Lenz' Kindheit und Jugend sind von den Ereignissen des Dritten Reiches geprägt. Im Alter von 13 Jahren trat er der HJ bei, machte 1943 sein Notabitur und wurde dann Soldat bei der Marine der Reichswehr. Er desertierte in Dänemark und kam in englische Kriegsgefangenschaft. Diese Erlebnisse beeinflussen sein journalistisches und literarisches Werk. In seinem Roman „Die Deutschstunde", der 1968 erschien, setzt sich Lenz kritisch mit dem Dritten Reich auseinander. Der Protagonist des Romans ist Siggi Jepsen, ein Zögling einer Anstalt für schwererziehbare Jugendliche, der einen Deutschaufsatz zum Thema 'Die Freude der Pflicht' schreiben muss. Darin thematisiert Siggi den Konflikt mit seinem Vater, der zur Zeit des Nationalsozialismus Polizist im norddeutschen Rugbüll ist.Siggis Vater ist mit dem Maler Nansen befreundet, doch die NS-Zeit verändert diese Freundschaft. „Die Deutschstunde" schildert, wie der Polizist Jepsen die Durchsetzung des Malverbots für Nansen zu dessen persönlichem Feldzug macht. Nahezu blind erfüllt der Vater seine Pflicht, während der Sohn versucht, die Kunstwerke zu retten. Das Ende des Dritten Reiches bringt keine Veränderung. Der Vater wird kurzfristig interniert, kehrt jedoch später auf seinen Posten zurück, ungebrochen autoritätsgläubig. Mit der „Deutschstunde" konfrontiert Siegfried Lenz seine Leserschaft schonungslos mit scheinbar unpolitischer Pflichterfüllung und Heimattreue, welche in der Nachkriegszeit als tragender Pfeiler des Nationalsozialismus demaskiert wurde.

Produktdetails

Verkaufsrang: 62.923
ISBN-10: 3-423-13411-9
EAN: 9783423134118
Erschienen: 01.02.2006
Verlag: dtv
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 41. Auflage
Seitenzahl: 572
Gewicht: 460 g
Reihe: dtv-Taschenbücher
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Siegfried Lenz

Siegfried Lenz, 1926 im ostpreußischen Lyck geboren, zählt zu den bedeutendsten und meistgelesenen Schriftstellern der Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Seine Werke erscheinen seit 1951 (»Es waren Habichte in der Luft«) im Hoffmann und Campe Verlag und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

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Kundenrezensionen

  • Geschichtsbuch der Extraklasse Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Leni Pawelczynski, am 07.05.2012

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    Ein Junge ringt in einer Besserungsanstalt mit dem Thema Pflicht, wochenlang schreibt er über die Freuden der Pflicht und was dieser sehr deutsche Begriff anrichten kann. Siegfrid Lenz hat mir mit diesem modernen Klassiker die Augen geöffnet über das Lebensgefühl der Kinder des NS-Regimes. Dieses Regime fand nicht im Geschichtsbuch statt, die Familie, Freunde und jeder Mensch den man kennt, sogar man selbst war Teil dieses Regimes. Ja dieses Regime scheint kaum wirklich Vergangenheit zu sein. Ein wirklich gutes und ein wirklich wichtiges Buch.

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  • "Die Freuden der Pflicht" Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Dr. Andreas Schmidt, am 29.04.2010

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    "Die Freuden der Pflicht" so lautet das Thema eines Deutschaufsatzes, den Siggi Jepsen verweigert hat. Als Insasse einer Besserungsanstalt wird er daraufhin in eine Arrestzelle gesperrt und muss den Aufsatz nachschreiben - natürlich zum gleichen Thema. Nach einigem Nachdenken fängt er an zu schreiben und berichtet von seinem Vater, Jens Ole Jepsen, dem "nördlichsten Polizeiposten Deutschlands". Dessen ganzes Leben war eine einzige Pflichterfüllung. Auch dann noch als er im "Dritten Reich" den hoch politischen Befehl bekam, das Malverbot gegen einen weltberühmten Maler durchzusetzen. Siegfried Lenz ist mit diesem Buch ein Meisterwerk gelungen. Seine Schilderungen der Charaktere sind absolut glaubwürdig, sein Blick auf die deutsche Vergangenheit ist unbestechlich. Ein ernstes und ein ganz wichtiges Buch. Unbedingt lesenswert.

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  • Vater und Sohn Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Polar, am 20.06.2008

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    In einer Besserungsanstalt einen Aufsatz über die Pflicht zu schreiben, ist schon ein Anachronismus in sich. Kein Wunder, dass Siggi Jepsen angesichts seiner Kindheit daran scheitert. Er muss sich einer Vergangenheit stellen, in der die Pflicht eine deutsche Tugend, in der das Land dem Nationalsozialismus verfallen war. Ausgerechnet sein Vater ist Ausdruck dieses Pflichtgefühls schlechthin, in dem er das Malverbot für einen expressionistischen Maler überwacht. Wie die Nationalsozialisten ein Land abseits ihrer Parteigänger hat überwachen können, wird in dieser eindringlichen Geschichte geschildert. Die Menschen funktionieren über Freundschaftsgrenzen hinweg, fühlen sich berufen, Anordnungen durchzusetzen, zu gehorchen. Doch Siegfried Lenz erschafft auch ein Stück Widerstand in der Figur des Jungen, der sich dem Vater in seiner blinden Pflichterfüllung widersetzt, indem er dem Maler hilft, seine Bilder zu verstecken. Dass Verblendung häufig in Starrsinn übergeht, zeigt Lenz in dem Verhalten des Vaters nach dem Krieg, indem er keinen Zweifel zulässt, weiterhin glaubt, seine Pflicht erfüllen zu müssen, indem er die versteckten Bilder in Brand setzt. Siegfried Lenz ist mit der Deutschstunde sowohl gelungen, seine Leser einen Einblick in den nationalsozialistischen Alltag zu geben, als auch die Frage aufzuwerfen, wie hätte man selbst reagiert, neigt man nicht selber dazu, sich hinter dem aufgetragenen Notwendigen zu verstecken. Dass ausgerechnet Siggi Jepsen, der zu helfen versucht hat, in der Besserungsanstalt landet, ist an Hohn kaum zu überbieten. Siegfried Lenz kennt sein Land, die Menschen darin. Ihnen beim Leben zuzusehen, kann manchmal erschrecken. Nach dem Fall des Dritten Reiches haben viele behauptet, sie hätten nichts von Gräueln gewusst. Sie hätten nur Befehle ausgeführt. Wie ein solches Leben im Kleinen, in der Nachstellung, in der Unterdrückung aussieht, das alles formt der Autor zu einer mitreißenden Geschichte.

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