Die komische Frau

Roman

von Ricarda Junge

Buch

gebunden (188 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Geister oder die Schatten der Vergangenheit? Ein Haus nahe der Berliner Karl-Marx-Allee, durch das der Atem der Geschichte weht, eine junge Frau, die mit der Vergangenheit konfrontiert wird, als ihre Gegenwart aus den Fugen gerät, und ein kleiner Junge, dessen Phantasien immer realer werden. Lena und Leander ziehen mit ihrem Sohn von Hamburg nach Berlin - in einen der stalinistischen Prachtbauten nahe der Karl-Marx-Allee. In diesen Häusern, einst verdienten Kommunisten vorbehalten, sind auch Jahre nach der Wiedervereinigung die alten Strukturen und Seilschaften noch lebendig. Belustigt beobachten die Neuzugezogenen die alten Mieter, die hier seit Jahrzehnten wohnen und wie in alten Zeiten ihr Hausbuch führen. Dann trennen sich Lena und Leander, er zieht aus. Und plötzlich geschehen merkwürdige Dinge: Hatte Lena die Fenster nicht geschlossen? Hat sie wirklich vergessen, die Kerzen zu löschen? Und wen sieht ihr kleiner Sohn, wenn er immer öfter ängstlich von der "komischen Frau" spricht? Eigentlich hatte sie gedacht, dass die Trennung von Leander eine Erlösung ist, dass sie den Weg frei macht für ein neues Leben. Plötzlich aber gerät alles aus dem Lot ...

Produktdetails

ISBN-10: 3-10-039329-5
EAN: 9783100393296
Erschienen: 06.07.2010
Verlag: Fischer, S.
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 188
Länge/Breite: 213mm/131mm
Gewicht: 297 g
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Ricarda Junge

Ricarda Junge, 1979 geboren, studierte zwei Semester Rechtswissenschaft. Dann wechselte sie ans Deutsche Literaturinstitut Leipzig. Sie erhielt mehrfach Förderpreise des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen, 2003 den Grimmelshausen-Förderpreis.

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Kundenrezensionen

  • Ostdeutsche Geister Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Silke Buckow, am 09.12.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Eine etwas unheimliche Geschichte über eine junge Frau, die mit ihrem kleinen Sohn in einem Haus an der Berliner Karl-Marx-Allee wohnt und sich nicht nur mit der Trennung von ihrem Lebensgefährten, sondern auch mit der alten DDR-Vergangenheit auseinandersetzen muss. Wenn sich die Unheimlichkeiten auch nicht auflösen lassen, das Schönste an diesem Roman ist die Sprache, sind die Sätze, mit der mich die Autorin in ihren Bann gezogen hat - bis zur letzten Seite.

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  • Subtile Spannung Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Melanie Marx, am 19.10.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ein kleiner Junge mit einer blühenden Fantasie. Oder ist die "komische Frau" die er immer wieder sieht doch irgendwie da? Denn wer sonst hat vergessen die Fenster zu schließen und die Kerzen auszumachen? Ein Geist der Vergangenheit oder doch ein Einbrecher?
    Eine kleine aber sehr feine und fesselnde Geschichte!

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  • Schatten der Vergangenheit Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 12.09.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Alles beginnt ganz harmlos und alltäglich:eine junge Frau mit Kind in der Trennungsphase, lebt in Ostberlin, in einem Gebäude, in dem vorwiegend verdiente Kommunisten des DDR Regimes wohnen: Beziehungsgeschichte mit etwas geschichtlichem Hintergrund ? Plötzlich "zieht" aber die Geschichte an, der kleine Sohn sieht immer häufiger eine "komische Frau" in der Wohnung und die junge Mutter bemerkt , dass merkwürdige Dinge geschehen...und schon ist man mitten im Sog einer beklemmenden Geschichte, die so wahr sein könnte, wie sie auch der Gedankenwelt und Gefühlswelt der beteiligten Personen entspringen könnte. Lesen !

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  • Ostdeutsche Schatten Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Ulrike Seine, am 10.09.2010

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Als Lena und Leander sich trennen, bleibt sie mit ihrem kleinen Sohn Adrian allein in der ostberliner Wohnung zurück. Plötzlich geschehen merkwürdige Dinge und als Adrian von einer komischen Frau spricht, die nur er sehen kann, fühlt sich Lena nicht mehr sicher.
    Eine spannungsgeladene und beklemmende Erzählung zugleich, die ich nicht aus der Hand legen konnte.

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  • "Schnörkellos und ein bisschen gespenstisch" Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Andrea Habedank, am 27.08.2010

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    In schnörkelloser Sprache berichtet eine junge Frau über einen Abschnitt ihres Lebens von der Kindheit bis zum
    Leben als alleinerziehende Mutter . Der Leser lernt Alltag , Sorgen und Ängste kennen, und wird plötzlich mit mystischer
    und gespenstischer Vergangenheit , die über DDR Zeiten bis in die Gegenwart Bestand hat , konfrontiert . Das Buch
    zieht einen schnell vom Anfang bis zum Ende und zurück bleibt , ohne schwermütig zu wirken , das Gefühl , dass auch in der
    Gegenwart die Vergangenheit immer eine Rolle zu spielen scheint .

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  • beklemmendes Stück ostdeutscher Geschichte Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Irene Hantsche, am 23.08.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Lena und Leander, aus dem Westen nach Berlin gekommen, haben sich getrennt. Nun wohnt Lena allein mit ihrem Sohn in einer Wohnung im Osten Berlins, inmitten einer Hausgemeinschaft, in der alte DDR Strukturen noch lebendig zu sein scheinen. Ist die „komische Frau“ tatsächlich in ihrer Wohnung oder sieht ihr Sohn Gespenster? Zunächst versucht die Protagonistin, die Ereignisse logisch zu erklären. Doch bald stellen sich bei ihr Angst und Zweifel ein. Ricarda Junge versteht es sehr gut, in klaren Sätzen gerade diese Beklemmung deutlich werden zu lassen und den Leser mitzunehmen in eine Welt, in der Realität und Einbildung nur schwer zu unterscheiden sind. Mit Lenas Versuch, den ungewöhnlichen Ereignissen auf den Grund zu gehen, gibt sie ein beklemmendes Stück ostdeutscher Geschichte frei.

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  • Die komische Frau Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Anke Hackler, am 22.08.2010

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Eine junge Familie zieht von Hamburg nach Berlin und dort in ein geschichtsträchtiges Haus nahe der Karl-Marx-Allee.
    Das Paar trennt sich und Lena bleibt mit ihrem Sohn allein dort wohnen.
    Es passieren unerklärliche Dinge in der Wohnung und im Haus. Ist alles nur Einbildung oder gibt es wirklich eine komische Frau, die Lenas Sohn zu sehen glaubt?
    Dieses Buch ist wie ein Sog, überzeugt durch seine klare Sprache und nebenbei vermittelt die Autorin etwas ostdeutsche Geschichte.

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  • Zum Gruseln schön Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Kirsten Heesch, am 10.08.2010

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Eine junge Frau trennt sich vom Vater ihres kleinen Sohnes und lebt allein mit dem Kind in einer Altbauwohnung aus DDR-Zeiten. Als Adrian anfängt von einer "komischen Frau" zu sprechen, beginnt eine spannende Geschichte, deren Sog man sich als Leser nicht entziehen kann. Spukt jemand durch Lenas Wohnung, und wenn ja, wer? Eine glühende Herdplatte, ein offenes Fenster lassen Lena fast durchdrehen. Bis zum Schluß hält man als Leser den Atem an, sehr empfehlenswert!

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  • Geister der Vergangenheit Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Michael Lehmann-Pape, am 16.07.2010

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    Ricarda Junge, mehrfach bereits ausgezeichnete Autorin, wendet sich in ihrem neuen Roman der Welt der alten Strukturen der ehemaligen DDR in der Gegenwart zu. Das gewohnte Leben, das damals gewohnte Leben in Seilschaften und der allseitigen Beobachtung bis ins private Leben hinein schildert sie im Blick auf einen räumlich eng begrenzten Lebensraum, in einem konkreten Haus in Berlin.

    Lena und Leander, die glückliche, junge Familie, ziehen mit Ihrem Sohn nach Berlin und beziehen eine Wohnung in einem geschichtsträchtigem Haus. Zu DDR Zeiten waren die Wohnungen des Hauses reserviert für verdiente und überzeugte Genossen teils oberer Ränge in Partei und Staatsapparat. Menschen, die immer noch dort wohnen und ihren Teil der alten DDR Vergangenheit durchaus in ihren Verbindungen und ihrer Lebensweise untereinander aufrecht erhalten. So, wie Frau König, die im obersten Stock lebt, und nur dann von den neuen Mietern gesehen wird, wenn sie gesehen werden will. Oder Herr Kantental mit dem freundlichen Gesicht, aber dem kalten Blick. Oder wie in den vielen Haubüchern, in denen immer noch akribisch niedergeschrieben wird, wer im Haus wohnt, wer Gast war, wer einige Tage blieb (zu DDR Zeiten waren solche Hausbücher Pflicht).

    Zunächst eine Reihe von Gründen für Lena und Leander, sich über die antiquierten Lebensweisen der Bewohner samt all ihrer Marotten zu mokieren, doch dies ändert sich, als Leander Lena verlässt und auszieht. Plötzlich sind Fester offen, von denen Lena überzeugt war, sie geschlossen zu haben. Die Türkette ist nicht vorgelegt, obwohl Lene dies ansonsten sehr gründlich beachtet, eines Tages findet sie sich von außen eingesperrt in der eigenen Wohnung wieder und eines Nachts erkennt sie einen Schemen in der Wohnung. Und nein, ihre Nerven spielen ihr keinen Streich, denn ihr Sohn Adrian kann den Schemen im Lauf der Tage noch klarer erkennen, als sie es vermag. Eine Frau ist es, „die komische Frau“, die Adrian nur schweigend in der eigenen Wohnung begegnet. Geht dem Jungen die Phantasie durch?

    In klarer und nachvollziehbarer Sprache vermag es Ricarda Junge, die Personen, Verbindungen, auch Geheimnisse im Haus zu beschreiben, dabei ist sie immer für eine Überraschung gut, lange Zeit bleibt im Dunkeln, was wirklich passiert ist und passiert..
    Eine Vergangenheit wird lebendig und fühlbar, die innere Opfer gekostet hat, Opfer, die wie Geister in den Wohnungen, dem Treppenhaus, den Bewohnern des Hauses präsent sind, Opfer, die noch lange nicht jeder einsehen würde und die noch weniger bereut werden.

    „Die komische Frau“ ist eine hervorragend klar und mitnehmend erzählte Geschichte, die aufzeigt, wie die eigene Vergangenheit, die festen Prägungen des Lebens immer wieder die Gegenwart bestimmen und dies nicht immer zum Guten tun.
    Das Befremdliche des Lebens, die befremdliche Atmosphäre in diesem antagonistischen Wohngefüge ist sehr gut getroffen, eine Atmosphäre, die dem ganzen Buch eine bedrohliche Note mit auf den Weg gibt und erstaunt davor stehen lässt, mit welcher Selbstverständlichkeit versucht wird, in das Leben anderer einzugreifen und sie auch im persönlichsten Bereich einer Beobachtung zu unterziehen.

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  • Wer ist "Die komische Frau"? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Dr. Christian Rößner, am 03.07.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Als Lena, Leander und ihr kleiner Sohn Adrian nach Berlin ziehen, ist die Welt für die kleine Familie noch in Ordnung. Doch im Laufe des Jahres trennen sich Lena und Leander und nun bewohnen Lena und Adrian alleine die Altbauwohnung im Mehrparteienhaus in der Nähe der Karl-Marx-Allee. Nicht nur dieses private Desaster muss Lena durchstehen; es geschehen zu allem Überfluss in der Wohnung die merkwürdigsten Dinge und ihr kleiner Sohn sieht plötzlich eine merkwürdige Frau, die nur er sehen kann… Diese Geschichte von Vertrauen und (falschen) Verdächtigungen beginnt ganz langsam, nimmt rasant Fahrt auf und entwickelt eine enorme Anziehungskraft, der man sich als Leser nicht entziehen kann. Bis zum Schluss bleibt spannend, was hinter den spukhaften Vorgängen in der Wohnung steckt: Ist es Lenas Mann Leander? Sind es die Hausbewohner, die die „Wessis“ nicht haben wollen? Spielt Lenas Phantasie ihr einen Streich? Oder…? Beklemmend schön!

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