Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann

Oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann. Erzählung. Mit einem Nachwort: 'Zehn Jahre später'

von Heinrich Böll

Buch

Taschenbuch (145 Seiten)

46. Auflage

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

»Ähnlichkeiten mit den Praktiken der ›Bild‹-Zeitung ...] sind weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.« Aus dem Vorwort Bölls

Katharina Blum ist eine junge hübsche Haushälterin, die sich eine kleine Eigentumswohnung und einen Volkswagen leisten kann. Sie hat ein heiter-bescheidenes Wesen und wird, weil sie Zudringlichkeiten der Männer verabscheut, in ihrer Umgebung die »Nonne« genannt. Diese Frau verliebt sich spontan in einen jungen Mann, einen von der Polizei gesuchten radikalen Rechtsbrecher. Sie verhilft ihm zur Flucht und gerät in den Mittelpunkt der Sensationsmache einer großen Boulevardzeitung. Die Situation eskaliert, als der Journalist Werner Tötges in ihre Wohnung kommt ...

Pressestimmen:

"Das Netz von Beziehungen, in welches Böll diese Menschen verstrickt, das labile Gebäude von Abhängigkeiten, das er mit stillem Humor und sprühendem Witz nach und nach sichtbar werden lässt, erscheinen keinen Augenblick als Konstruktion . In der abgerundeten, ausgeglichenen Form dieser auf knappstem Raum entwickelten brillanten Komposition bewährt sich ein großer Erzähler."
Neue Zürcher Zeitung

Produktdetails

Verkaufsrang: 2.122
ISBN-10: 3-423-01150-5
EAN: 9783423011501
Erschienen: 01.01.1976
Verlag: dtv
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 46. Auflage
Seitenzahl: 145
Länge/Breite: 191mm/120mm
Gewicht: 175 g
Reihe: dtv-Taschenbücher
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Heinrich Böll

Heinrich Böll, geb. am 21. Dezember 1917 in Köln, gest. am 16. Juli 1985 in Langenbroich, war Sohn eines Tischlers und Holzbildhauers, in dessen Hause in Köln ab 1933 Zusammenkünfte verbotener katholischer Jugendverbände stattfanden. Nach einem gerade begonnenen Studium der Germanistik und klassischen Philosophie wurde Böll 1939 zur Wehrmacht eingezogen. Er desertierte 1944 und kehrte 1945 aus der Kriegsgefangenschaft nach Köln zurück, wo er sein Studium wieder aufnahm und in der Schreinerei seines Bruders arbeitete. Ab 1947 publizierte er in Zeitschriften und wurde 1951 für die Satire 'Die schwarzen Schafe' mit dem Preis der Gruppe 47 ausgezeichnet. Fortan war er als freier Schriftsteller tätig. Außerdem übersetzte er, gemeinsam mit seiner Frau Annemarie, englische und amerikanische Literatur (u.a. George Bernard Shaw und Jerome D. Salinger). Als Publizist und Autor führte Heinrich Böll Klage gegen das Grauen des Krieges und seiner Folgen, polemisierte er gegen die Restauration der Nachkriegszeit und wandte er sich gegen den Klerikalismus der katholischen Kirche, aus der er 1976 austrat. In den 60er und 70er Jahren unterstützte er die Außerparlamentarische Opposition. 1983 protestierte er gegen die atomare 'Nachrüstung'. Insbesondere engagierte sich Böll für verfolgte Schriftsteller im Ostblock (Reisen in die UdSSR und CSSR). Der 1974 aus der UdSSR deportierte Alexander Solschenizyn war zunächst Bölls Gast. Ab 1976 gab er, gemeinsam mit Günter Grass und Carola Stern, die Zeitschrift 'L 76. Demokratie und Sozialismus' heraus. Der Verband deutscher Schriftsteller wurde 1969 von ihm mitbegründet, und er war Präsident des Internationalen PEN-Clubs (1971-74). Böll erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so den Georg-Büchner-Preis (1967), den Literatur-Nobelpreis (1972) und die Carl-von-Ossietzky-Medaille (1974).

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Kundenrezensionen

  • Ein Buch ohne Spannung Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von *Nadine*, am 28.07.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Mein Fall war dieses Buch leider nicht unbedingt. Die Geschichte an sich mag ja recht interessant sein, aber begeistert war ich nicht. Ich finde, dass alles sehr eintönig geschrieben ist und meiner Meinung nach kaum etwas passiert. Die Andeutungen zu einer bekannten deutschen Tageszeitung regen allerdings schon zum Schmunzeln und Nachdenken an.

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  • Immer noch aktuell Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Kerstin Hirth, am 26.07.2010

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    Eine unbescholtene und unpolitische junge Frau verliebt sich in einen polizeilich gesuchten Bundeswehrdesateur und verhilft diesem zur Flucht. Für die ZEITUNG ist klar: Katharina Blum ist eine charakterlose und gefährliche Kommunistin, die einen skrupellosen Terroristen unterstützt und deckt... Die gemeinte ZEITUNG ist heute sicherlich nicht mehr jenes politische Kampfblatt der 60er und 70er Jahre. Und auch die Kommunisten sind längst nicht mehr die größte Bedrohung, trotzdem ist Heinrich Bölls Erzählung auch heute noch ein wichtiges Stück Sozialkritik. "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" zeigt eindrucksvoll, wie öffentliche (Vor-)Verurteilung Menschen gesellschaftlich ruinieren kann (und sogar zu Verbrechern macht).
    Ein guter Einstiegsroman, für jeden, der sich mit Bölls Werken befassen möchte.

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  • In den Siebzigern Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Polar, am 11.10.2008

    3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Literatur vermag sich einzumischen. Es gibt Bücher, die verblassen, je weiter ihr Erscheinungsdatum zurückliegt. Wer sich an die Wirkung von Heinrich Bölls Roman bei der Veröffentlichung erinnert, an den Hass, der ihm entgegenschlug, sieht sich zurzeit vergeblich nach einer deutschen Literatur um, die eine ähnliche gesellschaftliche Aussprache findet. Die Geschichte der Katherina Blum, die ins Räderwerk bundesrepublikanischer Terroristenhatz, Bombenhysterie, Presse und Politik gerät, ist sicher aus der genauen Beobachtung des deutschen Herbstes, der Paranoia geschrieben worden. Die Striche darin sind grob gezeichnet. Böll nimmt Partei, klagt an, setzt sich gegen Vorverurteilung und den Verlust von Bürgerrechten ein. Die Erzählung erscheint aus heutiger Sicht, wie ein Rückblick, eine Erinnerung. Dies spricht nicht unbedingt gegen sie. Zumal wenn man die Wucht mit einbezieht, mit der darüber diskutiert wurde, was man darf und was man nicht darf. Böll hat sicher eindrucksvollere Erzählungen, sprachlich verfeinerte Momente geschrieben, doch er war ein Autor, der sich das Recht herausnahm, über das zu schreiben, was ihm auf der Seele lag. Das sollte man immer wieder mal hervorkramen und lesen.

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  • Dicke Staubschichten... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Ferdinand Miller, am 25.07.2008

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    3 Jahrzehnte nach seinem Erscheinen treten die Schwächen von Bölls Roman über die Machenschaften des Journalismus’ wohl stärker zutage als bei seinem Erscheinen. Die Aufregung um den bundesdeutschen Terrorismus ist abgeflaut, und obwohl die Themen Überwachungsstaat und Sensationsjournalismus nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben, wirken sie in der Darstellung Bölls irgendwie altbacken und bieder. Das Buch liest sich angenehmer weg, als es eigentlich die Absicht des Autors gewesen sein kann. Ein Roman fürs Museum, gut zur Schullektüre geeignet: und als solcher dann allerdings wirklich gut geschrieben.

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  • Hoffen und Verzweifeln Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von David, am 31.03.2008

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Man stellt sich vor, dass es…
    …dem Autor nicht viel Mühe gemacht hat, dieses Buch zu schreiben…
    denn…
    …alles ist offensichtlich gewesen, ein Elfmeter für einen Schreiber, dieses Monopol der „Zeitung“, die Gläubigkeit der Menschen.

    Aber…
    Man stellt sich auch vor, dass es…
    …dem Autor eine Menge an Überwindung gekostet hat, dieses Buch zu schreiben…
    denn…
    …man schreibt hier gegen eine Mauer des Narzissmus, der Überheblichkeit und der Ignoranz.

    Was soll das bringen: Den Blinden die Augen zu öffnen – man sieht einen verzweifelten Heinrich Böll vor seinem Schreibtisch, der sich überlegt, was das soll. Er schreibt Selbstverständliches, für jeden mündigen Bürger zu jeder Zeit sichtbar – warum also…?

    Verzweiflung ist manchmal ein gutes Motiv und bringt große Werke hervor.

    Verzweiflung allerdings auch, wenn man sieht, wie wenig Bölls Werk bewirkt hat…

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  • Absolut Böll! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von raubkatzal, am 23.06.2007

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Sicher eines der bekanntesten Werke vom Nobelpreisträger Heinrich Böll. Und eines der Besten. Ein absolut lesenswertes, wenn auch etwas verwirrendes Werk, das deutlich aufzeigt, die sehr wir heutzutage von Medien beeinflusst werden und auch davon abhängig sind. Erschreckend, aber wahr.

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  • Sehr sachlich beschriebene Erzählung Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 11.01.2007

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Heinrich Böll ist wohl der wichtigste Nachkriegsautor im deutschsprachigen Raum. Eines seiner Werke ist "Die verlorene Ehre der Katharina Blum". Der Autor hält sich sehr sachlich. Die Erzählung wirkt dann eher wie ein Bericht. Die Figuren haben kein richtiges Leben. Ebenfalls erfährt man nicht, wie einzelne Personen aussehen. Der Autor wechselt oft zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Das Buch liest sich recht flüssig, ab und zu kam ich ein bisschen ins Stocken, da oft dieser Wechsel Gegenwart - Vergangenheit vorkommt. Die Erzählung hat aber großen Wahrheitsgehalt. Vor allem das Vorgehen der ZEITUNG passt mit der heutigen Zeit noch perfekt zusammen. Ich würde "Die verlorene..." nicht als Meilenstein der Nachrkiegsliteratur bezeichnen, aber doch als gelungenes Werk eines Vertreters dieser Ära.

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  • Böll für Anfänger Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Max Frost, am 23.04.2006

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ein sehr gutes Einstiegswerk, wenn man vor hat dem genialen Autor auch weiterhin passioniert zu sein.
    Die Geschihte der Katharina, die durch Verleumdungen und Lügen der ZEITUNG unschuldig bis zum Äußersten getrieben wird, als fikriver Bericht präsentiert macht süchtig.
    Kein Buch zum blättern, sondern zum nachdenken über die Außmaße freien Pressejournalismus

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  • Hochinteressant Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden

    1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ich finde das Buch sehr interessant. Es regt zum nachdenken an. Obwohl es nicht sehr viel handlung gibt ist es trotzdem ein spannendes und verworrenes Buch.

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