Die wahren Kosten des Krieges

Wirtschaftliche und politische Folgen des Irak-Konflikts

von Linda Bilmes, Joseph Stiglitz

Buch

gebunden (304 Seiten)

Sprache: Deutsch

mehr zum Inhalt

Versandfertig innert 1-2 Werktagen.

Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv
0
0
0
0
0

Fr. 32.90

In den Warenkorb

Auf den Merkzettel

  • Windows PC und Mac OS (mit der kostenlosen Software "Adobe Digital Editions")
  • Mobilgeräte mit Android (z.B. mit der kostenlosen OYO App von Thalia)
  • Mobilgeräte mit Apple iOS (z.B. mit der kostenlosen App "Bluefire Reader")
  • eReader (z.B. OYO, Sony Reader)
  • Kindle unterstützt aktuell leider kein Adobe DRM.
  • Linux unterstützt derzeit leider kein Adobe DRM.
  • Kostenlose Lieferung ab
    Fr. 75
  • Lieferung zur Abholung in Ihre Thalia Filiale möglich

Verfügbarkeit in Ihrer Thalia- Buchhandlung prüfen

Verfügbarkeit prüfen

Andere Kunden, die "Die wahren Kosten des..." kauften, interessierten sich auch für:

Weitere Artikelinformationen

Was uns der Irak-Krieg wirklich kostet - eine Abrechnung


In seinem neuesten Buch enthüllt der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz gemeinsam mit Linda Bilmes die katastrophalen Folgen des Irak-Kriegs. Dabei deckt er nicht nur die ökonomischen Kosten für die USA und die Welt auf, sondern benennt auch erstmals die langfristigen politischen, sozialen und humanitären Auswirkungen, die erst in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sichtbar werden.


Der Preis für den Irak-Krieg ist gigantisch, und zwar nicht nur mit Blick auf den hohen Tribut, den Soldaten und Zivilbevölkerung dafür zu zahlen haben. Dieser Konflikt bedeutet auch eine enorme, bisher ungeahnte wirtschaftliche Belastung, und dies nicht nur für den amerikanischen Steuerzahler, sondern für die gesamte Weltwirtschaft. Die verborgenen und langfristigen Kosten wie die Versorgung von Veteranen oder der Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Region wird die ökonomische Kraft der Vereinigten Staaten auf Jahrzehnte schwer beschädigen. Hinzu kommen kaum bezifferbare humanitäre und soziale Auswirkungen.
In ihrem ebenso nüchternen wie erschütternden Bericht rechnen Joseph Stiglitz und Linda Bilmes dem amerikanischen Präsidenten vor, welche bislang unterschätzten - oder womöglich verheimlichten - Folgen der Irak-Krieg haben wird. Ihr Buch beweist, dass Bushs Feldzug nicht nur in militärischer Hinsicht sinnlos, sondern auch mit Blick auf seine sozialen und ökonomischen Konsequenzen ein wahres Desaster ist.


Produktdetails

ISBN-10: 3-570-55072-9
EAN: 9783570550724
Originaltitel: The $3 Trillion War. The True Cost of the Iraq Conflict
Erschienen: 26.05.2008
Verlag: Pantheon
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 304
Gewicht: 441 g
Übersetzer: Thorsten Schmidt
Nach oben

Joseph Stiglitz

Joseph E. Stiglitz , 1943 in den USA geboren, war Professor für Volkswirtschaft in Yale, Princeton, Oxford und Stanford, bevor er 1993 in den Sachverständigenrat für Wirtschaftsfragen Bill Clintons wechselte, den er die ganze Amtszeit hindurch beriet. Anschließend ging er als Chefvolkswirt zur Weltbank. 2001 wurde er mit dem Nobelpreis für Wirtschaft ausgezeichnet. Stiglitz lehrt heute an der Columbia University in New York.

Nach oben

Übersicht der Bewertungen

Bewertung abgeben

Sagen Sie Ihre Meinung!

Rezension schreiben

Buchhändlertipps

Kundenrezensionen

Mittlerweile steht fest, dass der Irakkrieg der USA ein schrecklicher Fehler war. Fast 4000 US-Soldaten sind gefallen, und über 58000 wurden verwundet, verstümmelt oder sind ernstlich erkrankt. Weiteren 7300 US-Soldaten widerfuhr in Afghanistan das Gleiche. 100 000 US-Soldaten sind mit gravierenden psychischen Problemen und Störungen aus dem Krieg heimgekehrt, und bei einem erheblichen Prozentsatz dieser Personen werden diese Schädigungen einen chronischen Verlauf nehmen und langfristig andauern. So erbärmlich das Regime von Saddam Hussein auch gewesen sein mag, hat sich der Lebensalltag für die Iraker heute jedoch weiter verschlimmert. Viele Straßen, Schulen, Krankenhäuser, Wohnhäuser und Museen des Landes wurden zerstört, und die Strom- und Wasserversorgung ist heute schlechter als vor dem Krieg. Ethnisch und religiös bedingte Gewalt grassiert. Das Chaos im Irak hat das Land zu einem Magneten für alle Arten von Terroristen gemacht. Die Annahme, der Einmarsch der Amerikaner würde das Land demokratisieren und den politischen Wandel im Nahen Osten beschleunigen, gleicht heute einem Hirngespinst. Wenn der Preis des Krieges vollständig bezahlt worden sein wird, dürfte die amerikanische Staatsverschuldung um einige Billionen Dollar größer sein. Der Irakkrieg hat auch den Ölpreis in die Höhe getrieben. So hat dieser Krieg auf diese und andere Weise die Volkswirtschaft der USA geschwächt.
In Anbetracht des menschlichen Leids, das der Krieg im Irak verursacht hat, mag es gefühllos erscheinen, nur die finanziellen Kosten in Betracht zu ziehen. Nüchterne Zahlen werden nie die Schmerzen der Gefallenen oder der lebenslang Verstümmelten und Entstellten wiedergeben. Trotzdem sind wir der festen Überzeugung, dass es wichtig ist, sich Klarheit zu verschaffen über die Kosten dieses Krieges.
Der Entschluss, in den Krieg zu ziehen, beruhte auf falschen Prämissen. So wurde unter anderem behauptet, es gebe eine Verbindung zwischen Saddam Hussein und den schrecklichen Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center und das Pentagon. Falsche Geheimdienstinformationen führten zu der Behauptung, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen, obgleich die Inspektoren der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO, englisch: »International Atomic Energy Agency«, IAEA) zum gegenteiligen Ergebnis gekommen waren. Viele behaupteten, der Krieg wäre rasch vorüber und die Demokratie würde im Irak eine Blütezeit erleben. Und schließlich wurde die Ansicht vertreten, der Krieg werde nur wenig kosten und sich selbst finanzieren.
Tatsächlich hat sich herausgestellt, dass die Kosten des Krieges in Bezug auf Menschenleben und Staatsfinanzen gigantisch sind. Schätzungsweise werden sich die Haushalts- und Wirtschaftskosten für die Vereinigten Staaten auf etwa drei Billionen Dollar belaufen, wobei die übrigen Staaten der Welt vielleicht noch einmal doppelt so hohe Kosten tragen müssen. Einerseits geht es in diesem Buch um diese drei Billionen Dollar - darum, dass Amerika die Schulden für diesen Krieg jahrzehntelang wird abtragen müssen und die wahren Kosten viel höher liegen als die ursprünglichen Schätzungen der Regierung Bush. Aber in diesem Buch geht es um viel mehr als nur um eine Zahl. Indem wir eine genaue Aufstellung der Kosten vornehmen, verstehen wir die Auswirkungen des Krieges besser und lernen vielleicht, wie wir uns möglichst unbeschadet aus dem Irak zurückziehen können.


Die USA haben schon jetzt einen gepfefferten Preis für den Einmarsch im Irak bezahlt. Die sichtbarste Belastung ist der Blutzoll, den kämpfende Männer und Frauen entrichten müssen. Die ökonomische Belastung ist nicht so offensichtlich. Die laufenden Ausgaben, die weitgehend über Kredite finanziert werden, wurden erheblich unterschätzt, auch wenn nicht einmal die gewaltigen Summen, die ausgegeben wurden, genügten, um die gesteckten Ziele zu verwirklichen oder die US-Truppen zu schützen. Die künftigen Kosten, die auch nach dem Abzug der USA aus dem Irak weiter steigen werden, wurden gezielt beschönigt.
Diese Kosten werden mit Sicherheit immens sein, und sie werden noch mehrere Generationen belasten. Das ist die Lehre aus dem Golfkrieg von 1991, einem Konflikt, der weniger als zwei Monate dauerte, bei dem es kaum zu Bodenkämpfen kam und in dessen Vorfeld 694550 US-Soldaten an den Golf verlegt wurden. 148 US-Soldaten fielen, und 467 wurden bei direkten Kampfhandlungen verwundet. Die Verbündeten der USA (hauptsächlich Saudi-Arabien und Kuwait) trugen die Kosten der meisten Kampfeinsätze im Ersten Golfkrieg. Wenn man hier aufhört zu zählen, hat es den Anschein, als hätte der Golfkrieg fast keine Kosten verursacht. Aber das lässt die zahlreichen Veteranen außer Acht, die aufgrund ihrer Teilnahme am Krieg unter irgendeiner Art von Invalidität leiden, sodass die Vereinigten Staaten heute - über sechzehn Jahre später - noch immer jedes Jahr über 4,3 Milliarden Dollar für Entschädigungen, Pensionen und Invalidenrenten an mehr als 200 000 Veteranen des Golfkriegs auszahlen.
Die USA haben bis jetzt über 50 Milliarden Dollar an Invalidenrenten für Golfkriegsveteranen ausgezahlt. Diese Summe beinhaltet jedoch nicht die Kosten für die laufende medizinische Behandlung von Kriegsversehrten, für die Stationierung von US-Streitkräften in Kuwait, für die medizinische Erforschung des »Golfkriegssyndroms« und für alle öffentlichen Bediensteten, die an diesen Programmen mitarbeiten. Sie berücksichtigt nicht einmal ansatzweise die weiteren ökonomischen Auswirkungen, zum Beispiel die Einkommensverluste für bis zu 100 000 Soldaten, die Chemikalien ausgesetzt waren, die mit dem so genannten Golfkriegssyndrom in Verbindung gebracht werden und von denen 40 000 dauerhaft erwerbsunfähig sind.
Um auf die Zahl von 3 Billionen Dollar zu kommen, mussten wir über die mangelhaften Haushaltspläne und die irreführenden Buchführungssysteme der US-Regierung hinausblicken. Es mag merkwürdig klingen, aber der Krieg ist, ökonomisch gesehen, eine hoch komplexe Angelegenheit. Kein modernes Unternehmen würde versuchen, seine Geschäfte ohne zeitnahe, exakte Informationen zu betreiben, wie sie gute Buchführungssysteme liefern. Die von Behörden benutzten Verfahren und Methoden der öffentlichen Buchführung dagegen sind so schlecht und unzuverlässig, dass eine damit arbeitende Aktiengesellschaft wegen irreführender Praktiken von der Börsenaufsichtsbehörde zur Rechenschaft gezogen würde.
So wie mangelhafte Rechnungslegung in der Privatwirtschaft Investoren irreführt, so täuscht eine unzulängliche öffentliche Buchführung die Bürger über die tatsächlichen Sachverhalte und trägt zu erheblichen Fehlzuweisungen von Finanzmitteln bei.

Nach oben

Zuletzt angesehene Produkte