Flavia de Luce - Mord im Gurkenbeet. Blanvalet Taschenbücher, Band 37624

Roman. Erstmals im Taschenbuch. Ausgezeichnet mit Crime Writers Association's Debut Dagger 2007

von Alan Bradley

Buch

Taschenbuch (384 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Eine liebenswerte Giftmischerin
Der Debütroman von Alan Bradley sorgte bereits vor Erscheinen für eine beispiellose Sensation: Er wurde mit dem renommiertesten Krimipreis der Welt ausgezeichnet, dem "Dagger Award" - auf der Basis eines einzigen Kapitels!
Die junge Flavia de Luce staunt nicht schlecht, als sie im ersten Morgenlicht eine Leiche im Garten entdeckt - ausgerechnet im Gurkenbeet! Jeder hält ihren Vater für den Mörder, denn Colonel de Luce hat sich noch tags zuvor mit dem Verblichenen gestritten. Nur ein einziger Mensch glaubt felsenfest an die Unschuld des Colonels- seine neunmalkluge Tochter Flavia. Schließlich ist der Ermordete vergiftet worden, und - ganz im Gegensatz zu Flavia, die eine begnadete Giftmischerin ist - hat ihr Vater hat nie Interesse an der Chemie des Todes gezeigt. Also fragt Flavia in vermeintlich kindlicher Unschuld sämtlichen Zeugen Löcher in den Bauch. Hartnäckig folgt sie jeder noch so abwegigen Spur, bis sie einsehen muss, dass ihr Vater tatsächlich ein dunkles Geheimnis hütet. Und so befürchtet Flavia, dass sie vielleicht eine zu gute Detektivin ist.
Gewitzt, ironisch und unwiderstehlich liebenswert. Flavia de Luce ist eine Ermittlerin, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat!

Produktdetails

Verkaufsrang: 25.554
ISBN-10: 3-442-37624-6
EAN: 9783442376247
Originaltitel: The Sweetness at the Bottom of the Pie
Erschienen: 20.09.2010
Verlag: Blanvalet
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 384
Gewicht: 296 g
Übersetzer: Katharina Orgass, Gerald Jung
Reihe: Blanvalet Taschenbücher
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Alan Bradley

Alan Bradley wurde 1938 geboren und ist in Cobourg in der kanadischen Provinz Ontario aufgewachsen. Nach einer Karriere als Elektrotechniker, die schließlich in der Position des Direktors für Fernsehtechnik am Zentrum für Neue Medien der Universität von Saskatchewan in Saskatoon gipfelte, hat Alan Bradley sich 1994 aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen, um sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Alan Bradley lebt zusammen mit seiner Frau auf Malta.

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Buchhändlertipps

  • Witzig und Genial!

    von Lara Affuso, am 18.02.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Schaffhausen

    Ein genialer All-Age Roman mit der wohl jüngsten und schlausten Ermittlerin der Krimi Geschichte!
    Alain Bradley hat mit dieser genialen Story, den begehrtesten Krimi Preis der Welt (Flying Dagger) gewonnen. Meiner Meinung nach hat er diesen verdient!

Kundenrezensionen

  • Flavias 1. Fall Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Corinna, am 12.02.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    „Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet“ ist der erste Fall für die 11. Jahre alte Flavia.


    Flavia, die ein großes Interesse an der Chemie hat und auch eine kleine Giftmischerin ist, wohnt mit ihrem Vater und ihren beiden Schwestern in einem Herrenhaus in Großbritanien.
    Als sie eines Abends einen Streit im Arbeitszimmer ihres Vaters belauscht und am nächsten Morgen eine Leiche im Gurkenbeet entdeckt, beginnt für sie eine spannende Zeit. Denn ihr Vater ist der Hauptverdächtige bei diesem Mord und Flavia gibt alles den Fall aufzulösen und ihm zu helfen.


    Dieses Buch habe ich in einer kleinen, privaten Leserunde gelesen und meine Erwartungen waren schon sehr hoch. Das Cover hat mir sehr gut gefallen und auch viele Kritiken klangen so gut, dass ich dieses Buch einfach mitlesen wollte.

    Leider konnte es mich zu Beginn nicht so richtig fesseln. Ich wurde mit Flavia und ihrer Familie nicht wirklich warm, auch wenn mir der Schreibstil gefallen hat und ich ihren schwarzem Humor super fand, der Funke wollte einfach nicht so richtig überspringen.
    Dies zog sich bis ca. zur Seite 200. Danach hat sich meine Einstellung komplett geändert. Es wurde spannender, der Fall wurde kniffeliger und das Buch bekam seinen ganz eigenen Charme. Kurz, es machte mir wirklich viel Spaß.

    Zum Glück! Und genau deswegen werde ich es besser beurteilen als ich es bis zur Mitte wollte und den zweiten Teil mit einem guten Gefühl lesen.

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  • die Meisterin der Gifte Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Jana Wottawa, am 26.01.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Was macht ein 11 Jahre altes Mädchen, wenn sie im Garten (genauer gesagt im Gurkenbeet) einen Toten findet? Genau - sie will den Mörder finden.

    Flavia de Luce ist ein recht eigensinniges Mädchen. Statt mit Puppen zu spielen interessiert sie sich nur für eines - die Chemie.
    Als sie eines Abends einen Streit zwischen ihrem Vater und einem ihr unbekannten Mann belauscht, und diesen Mann am nächsten Tag tot im Gurkenbeet findet, ist Flavia klar, dass nur sie den Mord aufklären kann, denn es war ein Giftmord, und wer, wenn nicht sie, wäre dazu in der Lage diesen Fall zu lösen?

    "Mord im Gurkenbeet" ist ein toller Krimi, den ich vorwiegend Jugendlichen empfehlen würde, allerdings werden auch Erwachsene ihre Freude damit haben ;)

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  • Mord ist ihr Hobby Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Sarah Riemenschneider, am 31.10.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Die elfjährige Flavia interessiert sich sehr für die Chemie- vor allem für Gifte. Eines Tages findet sie einen Sterbendem im Gurkenbeet. Kurze Zeit davor hat sie genau diesen Mann und ihren Vater belauscht, dabei ging es um einen Mord. Flavia, die von dem Tod fasziniert ist, begibt sich auf die Suche nach dem Mörder. Welche Verbindung besteht zwischen dem Toten und ihrem Vater? Kann sie allein den Täter entlarven?
    Dieser Krimi ist außergewöhnlich. Man sieht die Welt durch die Augen der jungen Flavia. Dies wirkt sich auch auf den Stil des Buches aus. Der Charme der Geschichte entsteht durch ihre humorvolle Erzählung. Man hat das Gefühl in einer Welt fernab der unseren gelandet zu sein. Dieses Buch eignet sich vor allem für Leute, die auf der Suche nach etwas Neuem, Frischem sind.

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  • Die Auflösung ist eine Sache der Chemie.... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Bianca Dobler, am 23.10.2011

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    Flavia de Luce ist erst 11 Jahre alt, doch erstaunlich reif und (neunmal)klug für ihr Alter und genau das macht sie auch so liebenswert. In einem England etwa zu Beginn des 20. Jahrhunderts ermittelt die junge Kriminologin und begeisterte Toxikologin auf höchst amüsante und doch spannende Weise.
    Man kann nur auf viele weitere Bände hoffen.
    FÜr alle Krimifans, die mal gerne etwas andere Fälle wünschen...

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  • Chemie & Mord Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Vito Corleone, am 26.09.2011

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    Als Erstes ist das Buch, wie es sich für einen guten Krimi gehört, sehr spannend und man ist immer (aufgrund der vielen Andeutungen) am mit rätseln, aber dies allein macht das Buch natürlich noch nicht zu dem Besonderem, was es ist. Der Clou ist die Hauptperson, die 11-jährige äußerst pfiffige und intelligente Flavia, leidenschaftliche Giftmischerin mit einem heimlichen Laster: Karamellstangen. Diese entdeckt eines Tages eine Leiche und zwar nicht irgendwo, sondern bei sich im heimischen Gurkenbeet auf Buckshaw dem Anwesen ihrer Familie, einem altehrwürdigen britischen Adelsgeschlecht. Damit beginnen die Ermittlungen unserer Detektivin, die einen nicht mehr loslassen werden. Der Roman ist vom Anfang bis zum Ende mit seiner perfekten Mischung aus Humor und Spannung, ein kleines Meisterwerk. Eine richtig schöne Geschichte für jung & jung gebliebene. Lesenswert !!!! ...von mir verdiente 4 Sterne...

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  • Eine grundsätzlich gute Geschichte, die noch leichte Schwächen aufweist Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Alexia, am 27.08.2011

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    Flavia de Luce ist elf Jahre alt, ein skurriles, aufgewecktes Mädchen, dessen große Leidenschaft die Chemie ist. In dem altehrwürdigen Haus, das sie mit ihrem Vater und ihren beiden älteren Schwestern bewohnt, ist ein Labor eingerichtet, in dem sie mit mehr oder minder großem Erfolg chemische Versuche ausführt. Bevorzugt an ihrer Schwester Ophelia, mit der sie ständig streitet. Flavias Vater interessiert sich nur für seine Briefmarkensammlung und lässt seine Töchter gewähren. Als ein Toter im Gurkenbeet des Anwesens der de Luces entdeckt und ihr Vater wegen Mordes verhaftet wird, ermittelt Flavia auf eigene Faust. Mit interessanten Ergebnissen.

    „Mord im Gurkenbeet“ ist eine nette, in Ich-Form erzählte Geschichte. Grundsätzlich hat Bradley einen schönen Schreibstil und streckenweise war ich von dem Buch auch richtig gefesselt. Allerdings war so manches an der Handlung noch nicht rund. Aber für ein Debüt schon beachtenswert. Eine interessante Idee, eine kleine elfjährige Hobbychemikerin auf Verbrecherjagd zu schicken. Und mit England in den 1950er Jahren ist auch ein guter Schauplatz für diese Geschichte gewählt worden. Der so typische britische Humor kommt nicht zu kurz, die Personen sind teilweise liebevoll im Detail beschrieben, so dass man sie richtiggehend vor sich sehen kann. Dass Flavias Ermittlungsweise und ihr Umgang mit der Polizei große Ähnlichkeiten mit Miss Marple aufweist, ist wohl beabsichtigt. Grundsätzlich eine lesenswerte Geschichte, die auf mehr hoffen lässt.

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  • nicht nur für Kinder - entzückend Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 08.08.2011

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    Ein absolutes Muss! Ein Klasse britischer Krimi mit einer absolut liebenswerten und entzückenden 11 jährigen Protagonistin. Flavia de Luce ist die jüngste dreier Schwestern und ein Genie in der Chemie. Außerdem verfügt sie über logisches Denken, Akribie, gute Kombinationsgabe, Unverwüstlichkeit und Beharrlichkeit. Besser als die Polizei klärt sie einen Mord im eigenen Gurkenbeet auf, außerdem einen Selbstmord von vor 30 Jahren und findet noch eine seltene gestohlene Briefmarke, also eigentlich zwei. Es macht einfach Spaß Flavia auf ihren Wegen zu begleiten, der Schreibstil ist einfach klasse und hat eine Prise trockenen britischen Humor. Absolut lesenswert. Den zweiten teil gibt es bereits, der dritte erscheint im Oktober 2011. Unbedingt vormerken!

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  • Alan Bradley - Flavia de Luce. Mord im Gurkenbeet Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Kerstin Stutzke, am 30.05.2011

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    Flavia Sabina de Luce - das ist der Name der 11-jährigen, altklugen, giftmischenden Protagonistin des Buches. Im Hause de Luce geht jeder seinem eigenen Leben nach: der Vater sammelt leidenschaftlich gern Briefmarken, Schwester Ophelia beschäftigt sich nur mit ihrem Äußeren und Klavierspielen, Schwester Daphne ist nur hinter einem Buch anzutreffen und Flavia, ja Flavia mischt Gifte. In diesem Haus leben die Familienmitglieder nebeneinander her, statt miteinander.

    Eines morgens wird eine tote Schnepfe vor der Tür gefunden, auf ihrem Schnabel steckt eine Briefmarke. Der Vogel wird entsorgt, Flavia macht sich keinerlei weitere Gedanken über das Tier. Doch in der Nacht wird sie wach, als sie Stimmen im Haus hört. An der Tür des Arbeitszimmers ihres Vaters bekommt sie einen Streit mit. Sie versucht durch das Schlüsselloch zu spionieren, doch wird vom Gärtner überrascht.

    Am nächsten Morgen stolpert Flavia im Gurkenbeet über einen Körper. Der sterbende Mann, es ist jener, der in der Nacht einen Streit mit ihrem Vater hatte, kann ihr noch ein Wort zurauhen: Vale.

    Schon bald steht für die hinzugerufenen Polizisten fest, es war Mord! Colonel de Luce wird wegen Mordverdachts festgenommen und nun liegt es an Flavia, die Unschuld ihres Vaters mit Hilfe der Chemie zu beweisen ...


    Flavia Sabina de Luce - was für eine herrliche Protagonistin, zur Feindin möchte ich sie aber nicht haben. Der Autor lässt einen fließend in ihren Kopf und ihre Gedanken schlüpfen, ihren Schlussfolgerungen und Theorien folgen. Von der Schreibweise fand ich das Buch sehr angenehm zu lesen, auch wenn ich in meinem Kopf erst mal nach verschollen geglaubten Chemie-Wissen suchen musste. Schade fand ich jedoch, dass die Nebenfiguren recht oberflächlich gestaltet wurden, auch über den Familienhintergrund hätte ich gerne mehr erfahren, aber diesbezüglich hege ich Hoffnung für Band 2 Flavia de Luce - Mord ist kein Kinderspiel.

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  • witzig, starrköpfig und scharfsinnig! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Nadine Rölz, am 11.05.2011

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    Flavia ist 12 Jahre und ein äußerst spezielles Mädchen. Sie interessiert sich nicht für Mode, Schminke oder Jungs, nein, ihre Leidenschaft gilt der Chemie. Sie ist eine begnadete Giftmischerin.
    Eines Nachts schleicht sie sich vor das Büro ihres Vaters, der offensichtlich Besuch hat und eine lautstarke Diskussion mit diesem führt. Am nächsten Morgen findet sie den nächtlichen Besucher ihres Vaters tot im Gurkenbeet auf. Die Polizei hat in Flavias Vater sofort einen Hauptverdächtigen, doch für Flavia steht seine Unschuld außer Frage und so macht sie sich auf die Suche nach dem wahren Mörder und forscht mit Witz, Starrköpfigkeit und Scharfsinn.
    Flavia de Luce ist ein Krimi für zarte Gemüter, den ich jedem empfehlen kann, der auf britischen Humor und leichte Unterhaltung steht.

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  • Ironisch,witzig und spannend - muss man lesen!!! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Sabrina Sallmayer, am 22.04.2011

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    Flavia de Luce ist ein 11 Jahre altes Mädchen, das auf einem großen Anwesen in der Nähe von dem kleinen Dorf Bishop´s Lacey in England lebt. Dort lebt sie mit ihrem Vater, zwei recht eigenen Schwestern, einer Haushälterin und Dogger. Bis hierhin klingt, das alles nicht sehr aufregend, wenn da nicht eine Kleinigkeit wäre. Flavia ist ein sehr außergewöhnliches Mädchen, sie interessiert sich für Chemie, genauer genommen für Gifte,…

    Dieser wundervoll witzige Krimi ist aus der Ichperspektive geschrieben und somit fühlt sich der Lesende als ob er selbst all das erlebt. Diese Lektüre eignet sich meiner Meinung nach für Jugendliche ab 15 Jahren, aber auch für Erwachsene wird es ein wahres Lesevergnügen sein.

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  • Eine sympathische junge Miss Marple Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Buchwurm, am 18.04.2011

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    Die 11-jährige Flavia lebt nach dem Tod ihrer Mutter mit ihren älteren 2 Schwestern, ihrem Vater und 2 Hausangestellten im England des Jahres 1950 auf einem alten Herrensitz. Während ihre Schwestern sich mit dem üblichen Mädchenkram herumschlagen und ihr Vater sich nicht wirklich um die Mädchen kümmert, sondern lieber um seine innig geliebten Briefmarken, hegt Flavia ein sehr ungewöhnliches Hobby für ein Mädchen: die Chemie.

    Eines Nachts erwacht Flavia gegen 4 Uhr morgens und findet im Gurkenbeet vor ihrem Haus einen sterbenden Mann, der ihr mit letztem, röchelndem Atem die Parole: "Vale!" zuflüstert und dann dahinscheidet. Wer ist der geheimnisvolle Fremde? Während für die Polizei schnell der Täter fest steht, Flavias Vater, beginnt diese, auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei gerät sie in einen Strudel von Geschichte und Komplotten, in dem sie zu ertrinken droht.

    Flavia de Luce erinnert mich sehr an Agatha Christies Miss Marple, nur einige Jährchen jünger. Die Geschichte ist spannend und auf jeden Fall was für Leser, die eine gute Story ohne Blut und Gemetzel suchen. Eigentlich ein Jugendroman, aber auch problemlos für Erwachsene geeignet.

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  • Skurriler Krimi Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 11.04.2011

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    Die 11-jährige Flavia findet einen toten Mann im Gurkenbeet. Die kleine Chemikerin erkennt sofort: Er wurde vergiftet! Doch wer war es?

    Noch immer kann ich kaum glauben, dass Flavia tatsächlich 11 Jahre alt sein soll. Sie hat viel Wissen, eine besserwisserische erwachsene Art an sich und ist selbstständig wie keine andere in diesem Alter. Teilweise war das recht lustig und interessant, aber an einigen Stellen ging es auch schon an die Geduld. Sowieso hat Flavia sehr viel beschrieben, der Autor hat sehr sehr sehr viele Details eingebaut, wo ich schlichtweg ständig mit den Gedanken abgeschweift bin und wieder von vorn lesen musste.
    Flavias Leidenschaft gilt der Chemie. Noch so ein Punkt, den ich persönlich nicht als super sympathisch finde - aber das beseite. Sie hat ein eigenes Labor und tiefgreifendes Wissen. Man kann durchaus Chemie-Wissen dazu lernen - sofern man sich die Begriffe merken kann ;)
    Der Plot an sich war gut durchdacht und aufgebaucht. Allerdings hat sich nie eine Spannung aufgebaut. Zum Schluss gab es eine brennzliche Situation, die aber so schnell aufgelöst wurde, dass bei mir der Puls noch gar nicht hochgegangen war.

    Insgesamt also eine skurrile und neue Geschichte. Als Film bestimmt sehr unterhaltsam, als Buch oft langatmig und dafür dann doch zu wenige verblüffende Wendungen in der Geschichte.

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  • Bittersweet Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 18.03.2011

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    Ein großartiger Roman über ein Mädchen und deren außergewöhnliche Vorliebe zur Chemie. Ihre Intelligenz, ihr Mut und ihre Sicht der Dinge in Bezug auf den im Gurkenbeet ihrer Familie aufzuklärenden Mordfall und der Story drumherum sind erfrischend. Der trockene britische Humor kommt immer wieder zum Vorschein. Zur Zeit eines meiner Lieblingsbücher!

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  • Genial Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Isabella, am 16.02.2011

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    1950. In dem kleinen Ort Bishop's Lacey, irgendwo in England, lebt Flavia de Luce, elf Jahre alt, ein hochintelligentes Chemie-Genie - und Hobbydetektivin. Denn als eines Morgens ein Mann im de Luce'schen Gurkenbeet vor Flavias Augen sein Leben aushaucht und ihr Vater des Mordes verdächtigt wird ist es für Flavia selbstverständlich, dass sie den wahren Täter finden muss.
    Alan Bradley hat mit seinem Debütroman ein wundervolles Werk geschaffen. Dazu muss gesagt werden, dass Bradley 1938 geboren wurde, was man seinem entspannten, vielseitigen und vorallem humorvollem und subtil ironischen Stil anmerkt. Die Welt, die er mit dem kleinen Dorf Bishop's Lacey geschaffen hat besticht durch ihre charmante Nostalgie und die teils schrulligen und liebenswerten Figuren.Um nur ein paar Beispiele zu nennen: während Flavias älteste Schwester Ophelia eine klavierspielende Romantikerin mit einer ausgesprochenen Vorliebe für Spiegel ist, trifft man die mittlere Schwester Daphne nie ohne ein Buch an. Flavias Vater, seit gut zehn Jahren Witwer, ist mit seinen drei Mädchen heillos überfordert und beschäftigt sich als begeisterter Philatelist den ganzen Tag mit seinen Briefmarkenalben.
    Flavia als Protagonistin habe ich persönlich sofort ins Herz geschlossen.
    Die Kriminalgeschichte ist zwar ein wenig vorhersehbar, dafür aber originell und zum Mitraten geeignet, außerdem unblutig und ohne ekelerregende Details, was ich persönlich sehr angenehm finde.
    Ich kann also dieses Buch nur weiterempfehlen, einen so charmanten Kriminalroman mit einer so außergewöhnlichen Heldin habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Auch der zweite Band "Mord ist kein Kinderspiel", konnte das hohe Niveau seines Vorgängers halten. Flavia de Luce ist also eine Reihe mit Potential und ich freue mich schon auf die Folgebände.
    Fazit: Sehr zu empfehlen.

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  • Ihr Hobby die Chemie Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von C. Dullinger, am 28.01.2011

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    Flavia ist in vielen Dingen ein ganz normales Mädchen, sie ärgert gern Ihre Schwestern und vergöttert Ihren Vater. In manchen Dingen ist sie jedoch außergewöhnlich, sie liebt die Chemie und stolpert im hauseigenen Gurkenbeet über eine Leiche. Der Verdacht fällt schnell auf ihren Vater und das Gegenteil gilt es zu Beweisen. So stöbert sie in der Vergangenheit.
    Ein wunderbarer Krimi der bisher noch jeden Leser den ich kenne in Verzückung geraten lies.

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  • Chemie, eine Leiche und jede Menge Witz Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Jackie Opitz, am 16.01.2011

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    Flavia hat es wirklich nicht leicht: als jüngste von drei Schwestern ist sie natürlich ständigen Hänseleien ausgesetzt, und die Tatsache, dass ihre Interessen in der Chemie liegen, besonders was die Giftmischerei angeht, machen es auch nicht besser.
    Aber das macht ihr alles nichts aus, denn vor ihrer sarkastischen Art ist niemand gefeiht. Ihre von Natur aus sachliche und durch nichts aus der Ruhe zu bringende kühle Denkweise hilft Flavia auch dabei, nicht den Kopf zu verlieren, als sie eines Morgens eine Leiche im Garten entdeckt. Und damit ist Flavias Neugier geweckt: mit teilweise unverschämten Mitteln fragt sie das halbe Dorf aus und versteckt den Wissensdurst hinter ihren unschuldigen elf Jahren. Was sie zusätzlich anspornt, ist die Tatsachem, dass ihr Vater von der Polizei für die Tat verantwortlich gemacht wird.
    Nach und nach kommt die jüngste de Luce jedoch mehreren gut gehüteten Geheimnissen über seltene Briefmarken, falsche Freunde und nette Lehrer auf die Spur, die es zu lösen gilt. Nicht zuletzt helfen ihr die Chemiekenntnisse um einiges weiter.
    Dieses Buch ist vollkommen frei von langweiligen Durststrecken wie man es in manchen Büchern findet. Mit sehr viel Witz, Sarkasmus und Täuschung schafft Alan Bradley eine wunderbare Geschichte über ein kleines neugieriges Mädchen, das alle ihre Kenntnisse einsetzt, um einen Mordfall zu lösen, für den ihr Vater angeklagt wird.

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  • Eine junge Miss Marple Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Markus Riedelsheimer, am 13.01.2011

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    Flavia ist ein aufgewecktes junges Mädchen von gerade mal 11 Jahren, welches in diesem herrlichen, verschrobenen, spannendenen und humorvollen Jugendbuch, den Giftmord an einem ihr unbekannten Mann aufklären muss. Schließlich wird ihr doch ihr Vater des Mordes beschuldigt! Stück für Stück deckt sie mit ihrer Unbekümmertheit und ihrem unglaublichen Scharfsinn die Hintergründe auf. Viele tolle Wendungen geben diesem Roman die besondere Würze. Dazu kommt die einfühlsame atmosphärisch dichte Sprache und eines meiner liebsten Jugendbücher 2010 ist entstanden.

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  • Ganz ok ... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 06.01.2011

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    ... mehr aber auch nicht. Diese Buch hat mich leider nicht vom Hocker gerissen. Man kann es gut lesen. Aber wo der Dagger Award herkommt, ist mir unklar.

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  • Einfach klasse... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Leseteufel, am 06.12.2010

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    .... mehr muss man da gar nicht sagen. So viel Witz und Charme, gepaart mit einem interessanten Kriminalfall habe ich wirklich noch nie erlebt, Ich jedenfalls habe die meiste Zeit während des Lesens ein Schmunzeln auf dem Gesicht gehabt, das ab und zu auch in lautes Prusten ausgeartet ist.
    Man schließt die altkluge, pfiffige Flavia von der ersten Seite an total ins Herz!

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  • Chemie, fiese Schwestern und dann auch noch ein Mord im Gurkenbeet! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Judith Fekete, am 02.12.2010

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    Die unerschrockene Flavia geht nichtsahnend spazieren und findet in ihrem Gurkenbeet einen unbekannten Mann, er stirbt noch im selben Augenblick.
    Als ihr Vater dann von der Polizei als Giftmörder beschuldigt wird, begibt sie sich mit ihrem Fahhrad Gladdys auf Spurensuche.
    Doch dabei enthüllt Flavia ein dunkles Geheimnis und gerät selbst in große Gefahr.
    Mit sehr viel Witz und Ironie bespickt, schließt man Flavia sofort ins Herz.
    Ein Krimi der etwas anderen Art!

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Im Wandschrank war es so dunkel, und die Dunkelheit hatte die Farbe von altem Blut. Sie hatten mich einfach reingeschubst und abgeschlossen. Ich sog die abgestandene Luft tief durch die Nase ein und bemühte mich, ruhig zu bleiben. Ich versuchte, bei jedem Einatmen bis zehn zu zählen und bei jedem Ausatmen bis acht. Zum Glück hatten sie mir den Knebel so fest in den Mund gesteckt, dass meine Nasenlöcher frei geblieben waren und ich einen tiefen Schnaufer nach dem anderen machen konnte.
Ich versuchte, die Fingernägel unter den Seidenschal zu zwängen, mit dem sie mir die Hände auf den Rücken gefesselt hatten, aber weil ich mir die Nägel immer bis auf die Kuppen abkaue, klappte es nicht. Wenigstens hatte ich daran gedacht, die Finger aufeinanderzulegen und die Handflächen auseinanderzudrücken, als sie den Knoten festgezogen hatten.
Jetzt ließ ich die Handgelenke kreisen und drückte die Hände gegeneinander, bis die Fesseln ein bisschen nachgaben, worauf ich den Knoten mit den Daumen herunterziehen konnte, bis er erst in meiner Handfläche landete - und dann zwischen meinen Fingern. Wären sie so schlau gewesen, mir auch die Daumen zu fesseln, hätte ich mich nie im Leben befreien können. Diese Trottel!
Als meine Hände endlich frei waren, war der Knebel schnell entfernt.
Jetzt die Tür. Aber erst musste ich mich vergewissern, dass sie nicht davor auf der Lauer lagen.
Ich spähte durchs Schlüsselloch auf den Dachboden hinaus. Kein Mensch war zu sehen, nur dunkle Ecken, das übliche Dachbodengerümpel und allerlei ausrangierte Möbel. Die Luft war rein.
Ich griff über den Kopf nach hinten und drehte einen der drahtenen Kleiderhaken heraus. Indem ich das krumme Ende in das Schlüsselloch steckte und das andere Ende nach unten drückte, bog ich mir einen L-förmigen Haken zurecht, mit dem ich in den Tiefen des alten Schlosses herumstochern konnte. Nachdem ich eine Weile zielstrebig hier und dort probiert und gefummelt hatte, wurde ich mit einem zufriedenstellenden Klick belohnt. Es war beinahe zu einfach gewesen. Die Tür ging auf, und ich war wieder frei.
Ich hüpfte die breite Steintreppe zur Eingangshalle hinunter und blieb ganz kurz vor der Esszimmertür stehen, nur so lange, wie ich brauchte, um meine Zöpfe auf den Rücken zu werfen, wo sie normalerweise immer lagen.
Vater bestand nach wie vor darauf, dass das Abendessen pünktlich zur gewohnten Zeit serviert und an unserem Esstisch aus massiver Eiche eingenommen wurde. Genau wie damals, als meine Mutter noch lebte.
»Sind Ophelia und Daphne noch nicht unten, Flavia?«, fragte er leicht gereizt und blickte von der neuesten Ausgabe des British Philatelist, der Zeitschrift für den Briefmarkenfreund, auf, die neben seinem Teller mit Braten und Kartoffeln lag.
»Die habe ich schon ewig nicht mehr gesehen«, antwortete ich.
Was der Wahrheit entsprach. Ich hatte die beiden nicht mehr gesehen - seit sie mich gefesselt und geknebelt und mit verbundenen Augen die Dachbodentreppe hochgeschleift und in den Schrank gesperrt hatten.
Vater schaute mich die gesetzlich vorgeschriebenen vier Sekunden über seinen Brillenrand an, ehe er sich wieder seinen klebrigen Kostbarkeiten widmete.
Ich schenkte ihm ein so breites Lächeln, dass er eine prächtige Aussicht auf die Zahnspange hatte, mit der mein Gebiss verdrahtet war. Obwohl ich damit wie ein Luftschiff ohne Außenhülle aussah, wurde mein Vater gern ab und zu daran erinnert, dass er für sein Geld auch etwas bekam. Diesmal war er jedoch viel zu beschäftigt, um darauf zu achten.
Daraufhin hob ich den Deckel der mit Schmetterlingen und Brombeerranken handbemalten Terrine hoch und entnahm ihr eine großzügige Portion Erbsen. Unter Verwendung meines Messers als Lineal und meiner Gabel als Gerte dirigierte ich die Erbsen so, dass sie sich in Reih und Glied auf meinem Teller formierten. Die kleinen grünen Kugeln bildeten so exakt ausgerichtete Zweierreihen, dass der Anblick das Herz des penibelsten Schweizer Uhrmachers hätte höher schlagen lassen. Anschließend piekte ich sie von links unten nach rechts oben mit der Gabel auf und verputzte sie.
Ophelia war an allem schuld. Schließlich war sie schon siebzehn, weshalb von ihr inzwischen das Mindestmaß an Reife erwartet wurde, über das sie demnächst als Erwachsene verfügen sollte. Dass sie sich mit der dreizehnjährigen Daphne verbündete, war einfach nicht fair. Zusammen waren die beiden schon dreißig! Dreißig Jahre gegen meine kümmerlichen elf! Das war nicht nur unsportlich, sondern geradezu niederträchtig. Und es schrie förmlich nach Rache.
Am nächsten Morgen, als ich in meinem Labor im obersten Stock des Ostflügels gerade mit einigen Glaskolben und Reagenzgläsern beschäftigt war, kam Ophelia einfach so hereingeplatzt.
»Wo ist meine Perlenkette?«
Ich zuckte die Achseln. »Seit wann bin ich für deine Klunker verantwortlich?«
»Ich weiß, dass du sie weggenommen hast. Die Pfefferminzbonbons aus meiner Unterwäscheschublade sind auch weg, und mir ist nicht entgangen, dass alle in diesem Haushalt vermissten Pfefferminzbonbons früher oder später im selben ungewaschenen Mund wieder auftauchen.«
Ich regulierte die Flamme des Brenners, auf dem ich ein Becherglas mit einer roten Flüssigkeit erhitzte. »Wenn du damit andeuten möchtest, dass meine Körperpflege nicht denselben hohen Standards entspricht wie die deine, kannst du mir mal die Überschuhe lecken.«
»Flavia!«
»Und zwar kreuzweise. Ich habe es satt, immerzu als Sündenbock herzuhalten, Feely.«
Aber mein berechtigter Zorn verflog im Nu, als Ophelia kurzsichtig in das rubinrote Becherglas linste, in dem es just in diesem Augenblick zu brodeln anfing.
»Was ist das für ein klebriges Zeug auf dem Boden?« Sie klopfte mit einem langen, sorgsam gefeilten Fingernagel an das Glas.
»Das ist ein Experiment. Vorsicht, Feely! Das ist Säure!«
Ophelia wurde leichenblass. »Das ist doch meine Kette! Die hab ich von Mama geerbt!«
Ophelia war die einzige von Harriets Töchtern, die von unserer Mutter als »Mama« sprach, denn sie war die einzige von uns dreien, die alt genug war, sich noch an die Frau aus Fleisch und Blut zu erinnern, die uns unter dem Herzen getragen hatte. Eine Tatsache, die uns Ophelia bei jeder sich bietenden Gelegenheit unter die Nase rieb. Harriet war, als ich gerade mal ein Jahr alt war, beim Bergsteigen ums Leben gekommen, und seither wurde auf Buckshaw nicht oft von ihr gesprochen.
War ich eifersüchtig auf Ophelias Erinnerungen? Nahm ich es ihr übel, dass sie sich noch an unsere Mutter erinnern konnte? Ich glaube nicht. Es ging viel tiefer. Aus unerfindlichen Gründen verabscheute ich Ophelias Erinnerungen an unsere Mutter.
Ich hob ganz langsam den Kopf, damit meine runden Brillengläser Ophelia ordentlich anblitzten, denn ich wusste, dass meine Schwester dann jedes Mal das beklemmende Gefühl bekam, vor einem verrückten deutschen Wissenschaftler aus einem alten Schwarzweißfilm zu stehen.
»Blöde Kuh!«
»Gewitterziege!«, fauchte ich zurück. Aber erst, nachdem Ophelia auf dem Absatz kehrtgemacht hatte - übrigens ausgesprochen elegant - und hinausgerauscht war.
Die Vergeltung ließ nicht lange auf sich warten. Was ich von Ophelia schon gewohnt war. Sie war, im Gegensatz zu mir, keine geduldige Planerin, die davon überzeugt war, dass man das Süppchen der Rache möglichst lange köcheln lassen musste, um es zur Perfektion reifen zu lassen.
Gleich nach dem Abendessen, als sich Vater wieder in sein Arbeitszimmer zurückgezogen hatte, um über seiner Sammlung papierener Miniaturporträts zu brüten, legte Ophelia das silberne Buttermesser, in dem sie die letzte Viertelstunde wie ein Wellensittich ihr Spiegelbild betrachtet hatte, ein klein wenig zu bedächtig auf den Tisch. Dann verkündete sie unvermittelt: »Weißt du, eigentlich bin ich gar nicht deine richtige Schwester. Und Daphne auch nicht. Darum sind wir auch so ganz anders als du. Dir ist wahrscheinlich noch nie in den Sinn gekommen, dass du bloß adoptiert worden bist.«
Ich ließ den Löffel fallen, dass es nur so schepperte.
»Das stimmt nicht! Ich bin Harriet wie aus dem Gesicht geschnitten! Das sagen alle.«
»Eben deswegen hat Mama im Heim für ledige Mütter gerade dich ausgesucht.« Ophelia schnitt eine angeekelte Grimasse.
»Wie konnte ich ihr denn ähnlich sehen, wo ich doch ein Neugeborenes war und sie eine Erwachsene?« So leicht ließ ich mich nicht ins Bockshorn jagen.
»Weil du sie an ihre eigenen Babybilder erinnert hast. Herrje, sie hat die Fotos sogar mitgeschleppt und zum Vergleich neben dich gehalten.«
Ich wandte mich an Daphne, die ihre Nase tief in eine ledergebundene Ausgabe von Die Burg von Otranto steckte. »Das ist gelogen, Daffy, stimmt's?«
»Leider nein.« Daphne schlug behutsam eine zwiebelhautdünne Seite um. »Vater hat immer gesagt, dass es dich aus den Schuhen hauen wird, wenn du es eines Tages erfährst. Wir mussten ihm beide schwören, dass wir es dir nie verraten würden. Jedenfalls nicht vor deinem elften Geburtstag. Wir mussten einen richtigen Eid ablegen.«
»Eine grüne Gladstone-Tasche«, mischte sich Ophelia wieder ein, »hab ich selber gesehen. Ich hab gesehen, wie Mama ihre eigenen Babyfotos in eine grüne Gladstone-Tasche gesteckt hat und in das Heim gefahren ist. Ich war damals zwar erst sechs, fast sieben, aber ich werde ihre vornehm blassen Hände niemals vergessen _ wie sie mit ihren schlanken Fingern die Messingschließe zugemacht hat.«
Ich brach in Tränen aus, sprang auf und rannte aus dem Esszimmer. Erst am nächsten Morgen beim Frühstück kam mir das Gift in den Sinn.
Wie alle großartigen Pläne war auch dieser ganz einfach.
Buckshaw war seit undenklichen Zeiten das Zuhause unserer Familie, der de Luces. Das jetzige Gebäude im georgianischen Stil wurde errichtet, nachdem das ursprüngliche elisabethanische Haus von den Dorfbewohnern, die den de Luces unterstellten, mit den Oraniern zu sympathisieren, bis auf die Grundmauern niedergebrannt worden war. Dass wir vierhundert Jahre lang glühende Katholiken gewesen waren und sich daran auch nichts geändert hatte, konnte die aufgebrachten Bürger von Bishop's Lacey nicht besänftigen. Das »Alte Haus«, wie es damals hieß, war in Flammen aufgegangen, und inzwischen war das neue Gebäude, das an derselben Stelle errichtet worden war, auch schon wieder an die dreihundert Jahre alt.
Zwei spätere Familienmitglieder, Antony und William de Luee, die über den Krimkrieg in Streit geraten waren, hatten die Anlage verschandelt, indem jeder nachträglich einen Flügel hatte anbauen lassen: William den Ostflügel, Antony den Westflügel.
Jeder hatte sich in sein höchsteigenes Herrschaftsgebiet zurückgezogen, und jeder hatte dem anderen untersagt, auch nur einen Fuß über den schwarzen Strich zu setzen, den sie quer durch die vordere Eingangshalle, das Vestibül und das Wasserklosett des Butlers hinter der Treppe gezogen hatten. Die beiden gelben, pustelhaft viktorianischen Ziegelanbauten, zeigten wie die steinernen Schwingen eines Friedhofsengels nach hinten, was den hohen Fenstern und Fensterläden der georgianischen Fassade in meinen Augen das affektierte, leicht verdutzte Aussehen einer alten Jungfer mit schmerzhaft straffem Haarknoten verlieh.
Ein späterer de Luce - Tarquin, auch »Tar« genannt - hinterließ nach einem spektakulären Nervenzusammenbruch das, was einmal eine brillante Chemikerkarriere zu werden versprach, als Scherbenhaufen. Er wurde in dem Sommer, in dem Königin Viktoria ihr fünfundzwanzigjähriges Thronjubiläum beging, von der Universität Oxford verwiesen.
Tars nachsichtiger Vater, stets besorgt um die schwache Gesundheit seines Sohnes, hatte weder Kosten noch Mühen gescheut, ihm im obersten Stock des Ostflügels ein richtiges Labor einzurichten: komplett mit Glasbehältern, Mikroskopen und einem Spektroskop aus Deutschland, Messingwaagen aus Luzern sowie einer verwirrend geformten, mundgeblasenen deutschen Geißlerröhre, an der Tar elektrische Spulen befestigen konnte, um zu untersuchen, wie verschiedene Gase fluoreszieren.
Auf einem Schreibtisch vor dem Fenster stand ein Leitz-
Mikroskop, dessen Messinggehäuse immer noch so schwelgerisch glänzte wie an dem Tag, als es per Kutsche von der Bahnstation Buckshaw angeliefert worden war. Der blanke Spiegel konnte so eingestellt werden, dass er die ersten Strahlen der Morgensonne einfing, und damit man das Gerät auch an diesigen Tagen und nach Einbruch der Dunkelheit benutzen konnte, war es mit einer Petroleum-Mikroskoplampe von Davidson & Co. aus London ausgestattet.
Es gab sogar ein Skelett auf einem Rollständer, das Tar im zarten Alter von zwölf Jahren von dem berühmten Naturforscher Frank Buckland geschenkt bekommen hatte, dessen Vater einst das mumifizierte Herz von König Ludwig XIV. verzehrt hatte.
Drei Wände waren mit deckenhohen Schränken und Vitrinen versehen, von denen wiederum zwei mit Chemikalien in gläsernen Apothekengefäßen vollgestellt waren, ein jedes mit Tar de Luces akribischer Handschrift beschriftet, denn Tar hatte dem Schicksal ein Schnippchen geschlagen und sie alle überlebt. Er war 1928 im Alter von sechzig Jahren inmitten seines chemischen Königreichs gestorben, wo er eines Morgens von seinem Verwalter gefunden wurde, am Schreibtisch sitzend und mit dem gebrochenen Auge durch sein geliebtes Leitz-Mikroskop spähend. Man munkelte, er habe sich mit dem Zerfall erster Ordnung von Stickstoffpentoxid beschäftigt. Wenn das stimmt, handelt es sich um die erste belegte Forschung zu einer Reaktion, die letztendlich zur Entwicklung der Atombombe führte.
Onkel Tars Schatzkammer wurde verschlossen und verharrte in staubiger ungestörter Stille, bis das, was Vater meine »skurrile Begabung« nannte, zutage trat und ich so weit war, das Labor für mich zu beanspruchen.
Mich überläuft immer noch jedes Mal ein freudiger Schauer, wenn ich an den regnerischen Herbsttag denke, an dem die Chemie in mein Leben trat.
Ich war beim Bergsteigerspielen in der Bibliothek an den Regalen hochgeklettert, als ich mit dem Fuß abrutschte und ein dickes Buch zu Boden polterte. Als ich es aufhob und die zerknitterten Seiten glatt streichen wollte, sah ich, dass es nicht nur Worte, sondern auch lauter Abbildungen enthielt. Zum Beispiel gossen körperlose Hände Flüssigkeiten in eigenartig geformte Glasbehälter, die außerirdischen Musikinstrumenten glichen.
Der Titel des Buches lautete Grundzüge der Chemie, und ich entnahm dem Werk im Handumdrehen, dass das Wort Jod von »violett« und das Wort »Brom« vom griechischen Wort für »Gestank« abgeleitet ist. Hochspannend! Ich schob den dicken roten Wälzer unter meinen Pullover und nahm ihn mit nach oben in mein Zimmer, und erst viel später entdeckte ich, dass jemand H. de Luce auf das Vorsatzblatt geschrieben hatte. Das Buch hatte Harriet gehört.
Schon bald vertiefte ich mich in jeder freien Minute in meine neue Errungenschaft. Abends konnte ich es manchmal kaum erwarten, endlich ins Bett gehen zu dürfen. Harriets Buch war inzwischen mein heimlicher Freund.
Es führte sämtliche Alkalimetalle eingehend auf: Metalle mit wunderlichen Namen wie Lithium und Rubidium, außerdem Erdalkalien wie Strontium, Barium und Radium. Als ich las, dass eine Frau, nämlich Madame Curie, das Radium entdeckt hatte, stieß ich einen Freudenschrei aus.
Und dann die Giftgase: Phosphin, Arsin (von dem eine einzige Blase tödlich sein kann), Stickstoffpentoxid, Schwefelwasserstoff ^ die Liste war schier endlos. Als ich entdeckte, dass mein Buch auch noch ausführliche Anleitungen für die Herstellung dieser Stoffe enthielt, war ich im siebten Himmel.
Sobald ich mir beigebracht hatte, wie man chemische Gleichungen liest (etwa KFeCgNg + 2K = 6KCN + Fe, womit die Reaktion beschrieben wird, die auftritt, wenn man das gelbe Prussiat Pottasche oder auch Kalziumkarbonat erhitzt, um Kaliumzyanid bzw. Zyankali herzustellen), kam es mir vor, als stünde mir von nun an die ganze Welt offen, als wäre mir das Zauberbuch einer Märchenhexe in die Hände gefallen.
Am spannendsten fand ich aber, dass alles (die ganze Schöpfung - ohne Ausnahme!) von unsichtbaren chemischen Verbindungen zusammengehalten wurde. Und ich fand es aus unerfindlichen Gründen ausgesprochen tröstlich, dass es irgendwo - selbst wenn es unsereiner nicht sehen kann - etwas unerschütterlich Dauerhaftes gibt.
Anfangs kam ich nicht gleich darauf, den offenkundigen Zusammenhang zu bemerken - nämlich den zwischen dem Buch und dem verlassenen Labor; aber als der Groschen endlich fiel, erwachte mein Leben erst zum richtigen Leben, falls irgendwer versteht, wie ich das meine.
Hier, in Onkel Tars Labor, standen ordentlich aufgereiht sämtliche Chemiebücher, die er einst liebevoll zusammengetragen hatte, und schon bald fand ich heraus, dass die meisten gar nicht so sehr über meinen Verstand gingen.
Es folgten einfache Experimente, bei denen ich mich darin übte, die Anweisungen Wort für Wort zu befolgen. Was nicht heißen soll, dass es nicht gelegentlich zu beträchtlichem Gestank und etlichen Explosionen gekommen wäre, aber darüber wollen wir lieber den Mantel des Schweigens breiten.
Meine Notizbücher wurden immer dicker. Sobald sich mir die Geheimnisse der organischen Chemie offenbart hatten, traute ich mir immer kniffligere Experimente zu und erfreute mich an meinem neuen Wissen darüber, was einem die Natur so alles großzügig zur Verfügung stellt.
Meine besondere Vorliebe galt den Giften.
Ich hieb mit einem Bambusspazierstock, den ich aus dem Elefantenfuß-Schirmständer in der vorderen Eingangshalle gemopst hatte, auf das Unkraut ein. Hier hinten im Küchengarten hatten die hohen roten Ziegelmauern die wärmende
Sonne noch nicht durchgelassen. Alles war noch feucht vom nächtlichen Regen.
Ich bahnte mir einen Weg durch das wuchernde, letztes Jahr nicht mehr gemähte Gras, bis ich am Fuß der Mauer das Gesuchte entdeckte: ein Büschel hellrot schimmernder Pflanzen, deren dreiblättrige Stauden sich von den anderen Kletterpflanzen abhoben. Ich zog die baumwollenen Gartenhandschuhe an, die ich mir in den Gürtel gesteckt hatte, und machte mich, begleitet von einer schallend gepfiffenen Interpretation von Bibbidi-Bobbidi-Buu, frisch ans Werk.
Später, als ich glücklich wieder in meinem Sanctum Sanctorum, meinem Allerheiligsten, saß - auf diesen Ausdruck war ich in einer Biografie Thomas Jeffersons gestoßen und hatte ihn mir sogleich angeeignet -, stopfte ich die bunten Blätter in einen Destillierkolben und achtete darauf, dass ich die Handschuhe erst auszog, nachdem ich alles bis ganz unten auf den Boden gedrückt hatte. Nun kam der Teil, der mir am meisten Spaß machte.
Ich stöpselte den Destillierkolben zu, verband ihn auf einer Seite mit einem Glaskolben, in dem bereits Wasser kochte, und auf der anderen mit einer gewundenen gläsernen Kühlschlange, die in ein leeres Reagenzglas mündete. Das Wasser brodelte wie verrückt, und ich sah zu, wie sich der Dampf seinen Weg in den Kolben mit den Blättern bahnte. Die fingen schon an, weich zu werden und sich aufzurollen, während der heiße Dampf die winzigen Taschen zwischen den Zellen öffnete und die Essenz der Pflanze freisetzte.
So hatten schon die alten Alchimisten ihre Kunst praktiziert: Feuer und Dampf, Dampf und Feuer. Destillation.
Einfach herrlich.
Destillation. Ich sprach es laut vor mich hin: »Des-til-la- tion!«
Ehrfürchtig sah ich zu, wie sich der Dampf in der Glasspirale abkühlte und kondensierte, rieb mir verzückt die Hände, als sich der erste klare Tropfen am Glasrand bildete - und mit vernehmlichem Plopp! in das Auffanggefäß fiel.
Als das ganze Wasser verdampft war, drehte ich den Bunsenbrenner aus, stützte das Kinn in die Hände und beobachtete gespannt, wie die Flüssigkeit in dem Reagenzglas zwei Schichten bildete. Unten auf dem Boden sah man das klare destillierte Wasser, obendrauf schwamm eine gelbliche Flüssigkeit, der Pflanzensaft. Er wurde Urushiol genannt, eine Substanz, die unter anderem bei der Lackherstellung verwendet wird.
Ich zog ein goldfarbenes Röhrchen aus der Pullovertasche, nahm die Kappe ab und musste schmunzeln, als die rote Spitze erschien. Es war Ophelias Lippenstift, aus der Schublade ihrer Frisierkommode geklaut, wie auch die Perlenkette und die Pfefferminzbonbons. Und Feely - Fräulein Rotzfahne - war nicht mal aufgefallen, dass ihr heißgeliebter Lippenstift verschwunden war.
Apropos Pfefferminzbonbons - ich steckte eins in den Mund und zermalmte es krachend.
Der Lippenstift selbst ließ sich ganz leicht herausdrehen. Ich zündete den Bunsenbrenner wieder an. Der wachsähnliche Stift verwandelte sich im Nu in eine klebrige Masse. Wenn Feely wüsste, dass man Lippenstifte unter anderem aus Fischschuppen herstellt, dachte ich, wäre sie vielleicht nicht ganz so erpicht darauf, sich das Zeug auf den Mund zu schmieren. Ich musste es ihr bei Gelegenheit mal erzählen. Aber das hatte Zeit.
Mit einer Pipette entnahm ich dem Reagenzglas eine kleine Menge destillierten Saft, ließ ihn vorsichtig in die Lippenstiftpampe tröpfeln und rührte die Mixtur mit einem Holzspatel kräftig durch.
Zu dünn, fand ich, nahm ein Gefäß aus dem Regal und fügte ein paar Klümpchen Bienenwachs hinzu, um die ursprüngliche Konsistenz zu erreichen.
Jetzt war es wieder Zeit für die Handschuhe - und für die eiserne Patronengussform, die ich mir aus der recht passablen Feuerwaffensammlung von Buckshaw ausgeborgt hatte.
Schon komisch, dass ein Lippenstift genauso groß ist wie ein Projektil vom Kaliber 45. Gut zu wissen, jedenfalls. Wenn ich heute Abend im warmen Bettchen lag, musste ich ausführlicher darüber nachdenken, was sich mit diesem Wissen noch alles anfangen ließ, jetzt war ich zu beschäftigt.
Nachdem ich den roten Pfropf behutsam aus der Gussform gelöst und unter kaltem Wasser abgekühlt hatte, passte er wieder anstandslos in seine goldene Hülse.
Ich drehte ihn mehrmals raus und rein, um mich zu vergewissern, dass der Stift einwandfrei funktionierte, dann schob ich die Kappe wieder darüber. Feely war eine Langschläferin und saß bestimmt noch beim Frühstück.
»Wo ist mein Lippenstift, du Miststück? Was hast du damit gemacht?«
»Der liegt in deiner Schublade«, antwortete ich. »Da hab ich ihn jedenfalls gesehen, als ich deine Perlenkette geklaut hab.«
In meinem kurzen Leben war ich, als jüngste von drei Schwestern, wohl oder übel zu einer Meisterin der gespaltenen Zunge geworden.
»In der Schublade ist er nicht. Da hab ich eben erst nachgeschaut.«
»Hast du die Brille aufgehabt?«, fragte ich feixend.
Obwohl uns Vater alle drei mit Brillen ausgestattet hatte, weigerte sich Feely hartnäckig, ihre aufzusetzen, und meine enthielt kaum mehr als Fensterglas. Ich trug sie fast nur im Labor, als Augenschutz, und sonst hin und wieder auch mal, um Mitleid zu erregen.
Feely schlug auf den Tisch und stürmte in ihr Zimmer.
Ich konnte warten.
Mrs Mullet, die untersetzt und grau und rund wie ein Mühlstein war und die, da bin ich mir sicher, sich für eine Gestalt aus einem Gedicht von A. A. Milne hielt, war in der Küche mit einem ihrer eitergelben Schmandkuchen beschäftigt. Wie gewöhnlich kämpfte sie mit dem riesigen AGA-Herd, der die kleine, vollgestopfte Küche schier erschlug.
»Ach, du bist's, Miss Flavia! Hilf mir doch bitte mal mit dem Herd, mein Schatz.«
Noch ehe mir eine passende Erwiderung einfiel, stand Vater hinter mir.
»Ich muss dich kurz sprechen, Flavia.« Sein Ton war gewichtig wie die Bleistücke an den Stiefeln eines Tiefseetauchers.
Ich schielte zu Mrs Mullet hinüber. Die pflegte sich nämlich beim kleinsten Anzeichen von Missstimmigkeiten aus dem Staub zu machen. Einmal hatte sie sich sogar, als Vater die Stimme erhoben hatte, in einen Teppich eingerollt und sich geweigert, wieder herauszukommen, bis man nach ihrem Mann geschickt hatte.
Sie schloss die Backofentür so behutsam, als wäre sie aus kostbarstem Kristallglas.
»Ich muss los«, verkündete sie. »Das Mittagessen steht in der Wärmeklappe.«
»Vielen Dank, Mrs Mullet«, sagte Vater. »Das kriegen wir schon hin.« Wir kriegten es immer hin.
Sie öffnete die Küchentür - und stieß unvermittelt einen Schrei aus wie ein in die Enge getriebener Dachs.
»Ach herrje! Entschuldigen Sie vielmals, Colonel de Luce, aber _ um Himmels willen!«
Vater und ich mussten uns an ihr vorbeidrängeln.
Es war ein Vogel. Eine Zwergschnepfe. Und zwar eine tote. Sie lag rücklings auf der Treppe, die steifen Flügel wie ein kleiner Flugsaurier ausgebreitet, die Augen mit einem ziemlich unschönen Film überzogen, und der lange schwarze nadelartige Schnabel zeigte senkrecht in die Luft. Etwas war darauf aufgespießt und wehte im Morgenwind - ein Fitzelchen Papier.
Nein, kein Papierfitzelchen, sondern eine Briefmarke.
Vater bückte sich und rang plötzlich nach Luft. Er griff sich an die Kehle, seine Hände zitterten wie Espenlaub im Herbst, und sein Gesicht war aschfahl.

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