Buch
Taschenbuch (991 Seiten)
Sprache: Deutsch
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Der Höhepunkt einer einzigartigen Fantasy-Saga
Wer ist der Held am Ende der Zeit? Einst töteten Rebellen den Obersten Herrscher des Reiches, um endlich Frieden zu schaffen. Doch nun kehren auch die dunklen Nebel zurück und bedrohen die Menschen. Nur wer das Rätsel der Vergangenheit zu lösen vermag, wird den Untergang der Welt noch verhindern können... Nach "Kinder des Nebels" und "Krieger des Feuers" führt Brandon Sanderson seine faszinierende Saga um die Nebel ge bore n en zum alles überragenden Höhepunkt.
| Verkaufsrang: | 1.159 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-453-52338-5 |
| EAN: | 9783453523388 |
| Originaltitel: | The Hero of Ages |
| Erschienen: | 06.04.2010 |
| Verlag: | Heyne Taschenbuch |
| Einband: | Taschenbuch |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 991 |
| Gewicht: | 750 g |
| Übersetzer: | Michael Siefener |
| Reihe: | Heyne-Bücher Allgemeine Reihe |
Michael Siefener, geboren 1961, promovierter Jurist, wandte sich 1992 von seinem Beruf ab und lebt seither als freier Schriftsteller und Übersetzer im Rheinland. Veröffentlichung zahlreicher Romane und Kurzgeschichtensammlungen, hauptsächlich im Genre der phantastischen Literatur.
Brandon Sanderson grew up in Lincoln, Nebraska. He lives in Utah with his wife and children and teaches creative writing at Brigham Young University. He is in the process of completing Robert Jordans bestselling Wheel of Time® series.
von David Lattwein, am 24.11.2011
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von Kerstin Hahne, am 18.02.2011
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von einer Kundin/einem Kunden, am 22.08.2010
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von Christian Roolf, am 24.07.2010
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von Kai Reinhard, am 29.04.2010
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Marsch versuchte sich zu töten. Seine Hand zitterte, während er die Kraft sammelte, die er benötigte, um nach oben zu greifen, sich den Stachel aus dem Rücken zu ziehen und damit sein ungeheuerliches Leben zu beenden. Er hatte es aufgegeben, sich befreien zu wollen. Drei Jahre. Drei Jahre als Inquisitor, drei Jahre eingekerkert in seinen eigenen Gedanken. Diese Jahre hatten ihm bewiesen, dass es kein Entkommen gab. Sogar jetzt umwölkte sich sein Verstand.
Und dann übernahm es die Kontrolle. Die Welt um ihn herum schien zu vibrieren, und plötzlich sah er alles klar und deutlich. Warum hatte er gekämpft? Warum hatte er sich Sorgen gemacht? Alles war so, wie es sein sollte.
Er machte einen Schritt nach vorn. Auch wenn er nicht mehr wie ein gewöhnlicher Mensch sehen konnte - schließlich waren ihm lange Stahlstacheln mit der Spitze voran durch die Augen getrieben worden -, spürte er den Raum um sich herum. Die Stacheln ragten aus seinem Hinterkopf hervor. Wenn er die Hand hob und sich dort berührte, fühlte er die scharfen Spitzen. Sie waren nicht blutig.
Die Stacheln schenkten ihm Macht. Alles, was er sah, war mit feinen blauen allomantischen Linien umrahmt, die seine Welt erhellten. Der Raum war von bescheidener Größe, und einige Gefährten - die ebenfalls blau umrahmt waren, denn die allomantischen Linien deuteten auf das Metall in ihrem Blut hin - standen neben ihm. Jeder hatte Stacheln in den Augen.
Jeder außer dem Mann, der auf die Platte des Tisches vor ihnen gebunden war. Marsch lächelte, nahm einen Stachel vom Tisch und wog ihn in der Hand. Der Gefangene war nicht geknebelt. Das hätte die Schreie verhindert.
»Bitte«, flüsterte der zitternde Gefangene. Sogar ein Haushofmeister aus Terris brach zusammen, wenn er sich seinem eigenen gewaltsamen Tod gegenübersah. Der Mann kämpfte schwach. Er befand sich in einer sehr unangenehmen Lage, denn er war auf einer anderen Person an den Tisch gefesselt worden. Der Tisch war für solche Zwecke entworfen und besaß Vertiefungen für den unteren Körper.
»Was willst du von mir?«, fragte der Terriser. »Ich kann dir nicht mehr über die Synode sagen!«
Marsch betastete den Messingstachel und fuhr mit dem Finger über die Spitze. Es gab noch viel zu tun, aber er zögerte und genoss den Schmerz und die Angst in der Stimme des Mannes. Er zögerte, damit er ...
Marsch erlangte die Herrschaft über seinen Geist zurück. Die Gerüche des Raumes verloren ihre Süße; stattdessen stank es jetzt nach Blut und Tod. Seine Freude verwandelte sich in Gestalt gewordenes Entsetzen. Sein Gefangener war ein Bewahrer aus Terris - ein Mann, der sein ganzes Leben zum Wohle anderer gearbeitet hatte. Ihn zu töten war nicht nur ein Verbrechen, sondern eine Tragödie. Marsch versuchte sich zu beherrschen, seinen Arm nach oben zu zwingen und den Achsstab aus seinem Rücken zu ziehen - was ihn sofort töten würde.
Doch es war zu stark. Die Kraft. Irgendwie hatte sie Macht über Marsch - und sie brauchte ihn und die anderen Inquisitoren als Werkzeuge. Sie war frei - Marsch spürte noch immer, wie sie darüber frohlockte -, aber irgendetwas hielt sie davon ab, unmittelbar auf die Welt einzuwirken. Ein Widerstand. Eine andere Kraft, die wie ein Schutzschild über dem Land lag.
Es war noch nicht vollkommen. Es brauchte mehr. Noch etwas anderes . etwas Verborgenes. Und Marsch würde dieses Etwas finden und es seinem Herrn und Meister bringen. Dem Meister, den Vin befreit hatte. Das Wesen, das bei der Quelle der Erhebung eingeschlossen gewesen war. Es nannte sich selbst Ruin.
Marsch lächelte, als sein Gefangener aufschrie; dann trat er einen Schritt vor und hob den Stachel in seiner Hand. Er drückte die Spitze gegen die Brust des wimmernden Mannes. Der Stachel musste Körper und Herz durchdringen und dann in das Fleisch des Inquisitors fahren, der unter ihm lag. Die Hämalurgie war eine schmutzige Kunst.
Und genau deshalb machte sie so viel Spaß. Marsch nahm einen Hammer zur Hand und schlug zu.
Unglücklicherweise bin ich der Held aller Zeiten.
Fatren blinzelte in die rote Sonne, die sich hinter ihrem ewigen Schirm aus dunklem Dunst verbarg. Ein wenig schwarze Asche fiel aus dem Himmel, wie es in letzter Zeit oft geschah. Die dicken Flocken regneten schnurgerade herunter, die Luft war stickig und heiß, und nicht die geringste Andeutung einer Brise hob Fatrens Stimmung. Seufzend lehnte er sich zurück gegen das Bollwerk aus Erde und blickte über Vetitan. über seine Stadt. »Wie lange?«, fragte er.
Druffel kratzte sich an der Nase. Sein Gesicht war schwarz gefleckt von der Asche. In der letzten Zeit hatte er nicht mehr sonderlich auf Reinlichkeit geachtet. Fatren wusste jedoch, dass er selbst nach den Anstrengungen der vergangenen Monate auch keinen großartigen Anblick bot.
»Vielleicht eine Stunde«, sagte Druffel und spuckte in den Schmutz des Bollwerks.
Fatren seufzte und betrachtete die niedergehende Asche. »Glaubst du, dass es stimmt, Druffel? Was die Leute sagen?«
»Was?«, fragte Druffel zurück. »Dass die Welt untergeht?«
Fatren nickte.
»Keine Ahnung«, meinte Druffel. »Ist mir auch egal.« »Wie kannst du das nur sagen?«
Druffel zuckte die Achseln und kratzte sich. »Sobald die Kolosse da sind, bin ich ein toter Mann. Das ist zumindest für mich das Ende der Welt.«
Fatren schwieg darauf. Er mochte es nicht, seinen Zweifeln Ausdruck zu verleihen; er sollte schließlich der Starke sein. Als die Grafen den Ort verlassen hatten - eine bäuerliche Gemeinschaft, die ein wenig städtischer war als die Plantagen im Norden -, war er derjenige gewesen, der die Skaa dazu überredet hatte, weiterhin Ackerbau zu betreiben. Fatren war es gewesen, der die Erpresserbanden ferngehalten hatte. In einer Zeit, in der die meisten Dörfer und Plantagen jeden halbwegs gesunden Mann an die eine oder andere Armee verloren hatten, besaß Vetitan noch eine arbeitsfähige Bevölkerung. Ein großer Teil des Getreides hatte als Bestechungsgeld herhalten müssen, aber Fatren war es gelungen, seine Leute zu schützen.
Größtenteils.
»Heute hat sich der Nebel erst gegen Mittag verzogen«, sagte Fatren leise. »Er hält sich immer länger. Du hast die Ähren gesehen, Druffel. Es geht ihnen nicht gut - zu wenig Sonnenlicht, vermute ich.
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