Karte und Gebiet

Roman. Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt 2010

von Michel Houellebecq

Buch

gebunden (414 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Michel Houellebecq, Enfant terrible der Literaturszene, hat das Buch geschrieben, das niemand erwartet hätte. ›Karte und Gebiet‹ ist ein großer Wurf: ein doppelbödiges, selbstironisches Vexierspiel, ein gewichtiger Roman, der zugleich wie schwerelos wirkt. Houellebecq erweist sich darin als begnadeter Erzähler, der alle Spekulationen ins Leere laufen lässt. Jed Martin ist Künstler. In seinen ersten Arbeiten stellt er Straßenkarten und Satellitenbilder gegenüber, zum Durchbruch verhelfen ihm jedoch Porträts. Einer der Porträtierten: »Michel Houellebecq, Schriftsteller«. Doch dann geschieht ein grausames Verbrechen: ein Doppelmord, verübt auf so bestialische Weise, dass selbst die hartgesottenen Einsatzkräfte schockiert sind. Die Kunst, das Geld, die Arbeit. Die Liebe, das Leben, der Tod: Davon handelt dieser altmeisterliche Roman, der auch hierzulande bereits als literarische Sensation gefeiert wird. Michel Houellebecqs neustes Werk ist ein vollendeter Geniestreich von überraschender Zartheit. Der einstige Agent provocateur erscheint darin gereift und auf so humorvolle Weise melancholisch wie nie. ›Karte und Gebiet‹ wird nicht nur die Freunde Houellebecqs begeistern, sondern auch manchen seiner Feinde.

Produktdetails

ISBN-10: 3-8321-9639-0
EAN: 9783832196394
Originaltitel: La carte et le territoire
Erschienen: 16.01.2012
Verlag: DuMont Buchverlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 414
Länge/Breite: 215mm/147mm
Gewicht: 575 g
Übersetzer: Uli Wittmann
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Michel Houellebecq

Michel Houellebecq, geb. 1958 in La Réunion, lebt in Irland. Er ist Preisträger des angesehenen Grand Prix des Lettres, des Prix Novembre, des Impac-Preises und des Prix de Flore.

Uli Wittmann

Uli Wittmann, geboren 1948, promovierte in Ethnologie und Literaturwissenschaften. Nach längerer Zeit als Universitätslektor in Paris und Nigeria lebt Uli Wittmann in Paris. Er übersetzte aus dem Englischen und Französischen u. a. Breyten Breytenbach, Ben Okri, Caryl Phillips, Maryse Conde, J. M. G. Le Clezio, Francoise Bouillot und Noelle Chatelet.

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Kundenrezensionen

  • Ein außergewöhnlicher Künstlerroman Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Andreas Hack, am 23.08.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Im Zentrum der Geschichte stehen zwei Künstler, der Maler Jed Martin und der Schriftsteller Michel Houellebecq. Nur dreimal begegnen sie sich auf vierhundert Seiten und doch gehören ihre Gespräche über Kunst und Literatur zu den interessantesten und unterhaltsamsten Passagen in diesem Roman.
    "Karte und Gebiet" hat mich mit seiner ungewöhnlichen Geschichte, seiner schnörkellosen Sprache, seinem versteckten Spott und seiner ätzenden Kritik am Zeitgeist gefesselt und fasziniert wie noch kein Buch von Houellebecq zuvor !

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  • Expression seiner selbst Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Domnec Êlle, am 11.08.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Karte und Gebiet ist das erste Buch, das ich von Michel Houellebecq gelesen habe. Möglich, dass es daran liegt, dass ich den Intellekt des Autors nicht gänzlich habe nachvollziehen können. An vielen Orten der Erzählung habe ich den Eindruck bekommen, dass ich nicht die Geschichte der Protagonisten lese, sondern dass ich in einem Skizzenbuch von Houellebecq höchst persönlich lese, in welchem er seine mürrische und gesellschaftskritische Art nicht hat unterbinden können. Gedankenfetzen zur modernen Welt; kritisch, zynisch und teilweise nicht ganz fertig. Der eigentlich Roman spielt nur zweitrangig eine Rolle. Daher wirkt er für mich auch nicht ganz stimmig. Zu vielen Namen, die einen durch das ganze Buch begleiten, fehlt mir auch zum Schluss ein Gesicht. Ich hätte mir eine etwas bildhaftere Darstellung der Figuren gewünscht. Auch beim Sprachfluss bin ich unsicher, ob er nicht der Übersetzung in's Deutsche zum Opfer gefallen ist. Der Schluss wirkt aufgesetzt, den Höhepunkt der Geschichte erreicht das Buch nämlich schon nach drei vierteln der Seiten.

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    von Domnec Êlle, am 11.08.2011

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    Karte und Gebiet ist das erste Buch, das ich von Michel Houellebecq gelesen habe. Möglich, dass es daran liegt, dass ich den Intellekt des Autors nicht gänzlich habe nachvollziehen können. An vielen Orten der Erzählung habe ich den Eindruck bekommen, dass ich nicht die Geschichte der Protagonisten lese, sondern dass ich in einem Skizzenbuch von Houellebecq höchst persönlich lese, in welchem er seine mürrische und gesellschaftskritische Art nicht hat unterbinden können. Gedankenfetzen zur modernen Welt; kritisch, zynisch und teilweise nicht ganz fertig. Der eigentlich Roman spielt nur zweitrangig eine Rolle. Daher wirkt er für mich auch nicht ganz stimmig. Zu vielen Namen, die einen durch das ganze Buch begleiten, fehlt mir auch zum Schluss ein Gesicht. Ich hätte mir eine etwas bildhaftere Darstellung der Figuren gewünscht. Auch beim Sprachfluss bin ich unsicher, ob er nicht der Übersetzung in's Deutsche zum Opfer gefallen ist. Der Schluss wirkt aufgesetzt, den Höhepunkt der Geschichte erreicht das Buch nämlich schon nach drei vierteln der Seiten.

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  • 10 Sterne für dieses Meisterwerk! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Moritz Revermann, am 03.08.2011

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Dass ich Herrn Houellebecq verehre, dürfte nach all meinen Rezensionen seiner bisherigen Bücher offensichtlich sein. Nach diesem Buch bin ich kurz davor, ihm einen Schrein zu bauen, jeden Morgen eine Kerze anzuzünden und zu versprechen, eines seiner Gedichte auswendig zu lernen.

    Mit 'Karte und Gebiet' ist Houellebecq ein literarischer Geniestreich gelungen. Das Enfant terrible der französischen Literatur gibt sich handzahm, wollte unbedingt den Prix Goncourt...dass ich nicht lache - den hatte er übrigens schon viel früher verdient - nein, nein, nein, MH hat nur seine Taktik geändert, ist subtiler geworden, und ich wette, er hat sich dabei totgelacht. Der böse Misanthrop wird zum zahmen Romancier, no way, er ist nur ruhiger, abgeklärter und damit bei all seinem Talent noch brillanter geworden.

    Dieses Buch können Sie auf vielen Ebenen lesen, der rein unterhaltsamen und der literarischen; und doch ist es gespickt mit philosophischen und kunsttheoretischen Auseinandersetzungen. Dazu kommt eine gepfefferte Prise Selbstironie und zudem ein Kommissar Jassellin, der mich hoffen läßt, dass MH, angeödet vom Literaturbetrieb, demnächst einen reinen Kriminalroman schreibt. Dann spätestens baue ich ihm einen Tabernakel...

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  • Warum.... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Thomas Löw, am 18.07.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    ...hört der Roman nicht einfach auf Seite 200 auf? Bis dahin gibts Leselust pur. Und dann? Die Linie bricht, der Charme verfliegt, aus Leselust wird -qual. Für das "halbe" Werk daher auch nur 2,5 Sterne, die auf 3 aufgerundet werden.

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  • Nicht nur für Kunstinteressierte Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Anna Sedow, am 13.06.2011

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    Jed Martin erreicht als junger Künstler Ruhm und Reichtum durch das abfotografieren von Michelin Karten. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere zieht er sich zurück und gibt nicht nur die Fotografie, sondern auch jegliche soziale Kontakte auf. Er widmet sich einer anderen Kunstform, der Malerei. Er malt Menschen in ihren Berufen und Stellungen. Das Vorwort für seinen Ausstellungskatalog, soll kein anderer als Michel Hoellebecq verfassen. Zwischen ihnen entsteht eine Verbindung, die auf ihre eigene Weise einer Freundschaft gleicht. Nach erfolgreicher Ausstellung besucht Jed Hoellebecq ein letztes Mal, er bringt ihm wie versprochen sein letztes Gemälde, Michel Hollebecq – Schriftsteller. Jahre später wird Jed auf das Polizeirevier geladen, der berühmte Schriftsteller wurde ermordet aufgefunden.
    Mit diesem Buch hat Hollebecq eine Mischung aus einem, wie gewohnt kühlen, Gesellschaftsroman und einem brutalem Krimi geschaffen, indem dem Leser neben ihm noch viele weitere bekannte Persönlichkeiten begegnen.

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  • Houellebecq, Nebendarsteller Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Conny Hannesschläger, am 30.05.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    "Karte und Gebiet" ist ein literarischer Genuss!

    Auf den Seiten dieses Romans wird das Leben des Künsterls Jed Martin beobachtet und geschildert, nähergebracht und beleuchtet! Sein Werdegang, und auch ein Teil seiner familiären Situation werden zu Tage getragen.

    Aber neben dem küstlerischen Dasein und Wirken Martins gibt es noch eine kleine, unscheinbare persönliche Note...die durch Houellebecq, den Schriftsteller, der sich hier selbst äußerst gekonnt in Szene setzt, ans Tageslicht tritt.

    Ein starker Roman, ohne sich hervorzuheben, ohne groß aufzufallen...eine Geschichte, leicht erzählt, durch die perfekte Wortwahl und den fulminanten Sprachgebrauch zu einem gelungenen Kunstwerk gemacht!

    Wie es Houellebeq allerdings geschafft hat auch noch einen gelungenen Krimi in diese Geschichte zu packen fasziniert besonders!

    Angenehm, anspruchsvoll und unvorhersehbar...eines seiner besten Werke!!!

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  • Heute: Carpaccio à la Houellebecq Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Christian Oertel, am 22.05.2011

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    "Er brauchte eine Weile, ehe er wusste, was es war...: Er wirkte glücklich."

    Es ist schon schlicht und ergreifend genial! Dem dürftigen Geschmack einer Öffentlichkeit von Millionen zum Trotz, die noch nicht einmal weiß, dass ein Kunstbetrieb existiert, schreibt Michel Houellebecq einen Künstlerroman.

    Jed Martin widmet sein Leben der Kunst. Mit Fotografien von Michelin-Karten gerät er in den Fokus der Feuilletons und Sammler. Nach und nach bringt er es, ohne es wirklich geplant zu haben, zu komfortablem Wohlstand. Eine Ausstellung ist in Vorbereitung. Das Vorwort zum Katalog soll kein geringerer verfassen als Michel Houellebecq.

    Houellebecq zeichnet in KARTE UND GEBIET mit einer breiten Palette von Farben, unter dem Deckmantel des Kunstmarktes, in plastischer Eleganz und absoluter Klarheit einen Gesellschaftsroman. Mit elementarem Sinn für Ästhetik beschreibt er die Welt als eine von gemäßigter Schönheit; ohne jede Magie und von besonderem Interesse. In resignierter, hellsichtiger Melancholie schildert Houellebecq das Leben als eine Folge steiler Abgründe voneinander getrennter Stufen. (So zum Beispiel in den herzergreifenden Gesprächen zwischen Jed Martin und seines, im Sterben begriffenen, Vaters.).
    Im Kontrast zu Houellebecqs bisherigen Romanen, hat Leid und Tod einen höheren Marktwert als Vergnügen und Sex. Und ja, Houellebecq lässt seiner Figur Jed Martin das aufrichtige, gepflegte Glück der Liebe zuteil werden (OHNE einen Escort-Service in Anspruch zu nehmen!).


    Nie, noch nie, war ein Houellebecq so zugänglich, so versöhnlich, so friedlich und so unterhaltsam!

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  • Großer Start - und dann...? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Andreas Willumeit, am 21.05.2011

    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Als "Fan" von MH kenne ich seine früheren, "expliziten" Bücher wie die "Elementarteilchen". Dieses neue Werk ist überraschend anders, verliert aber seine Linie und seinen Charme mit der Mordstory. Was dann noch kommt, ist ein müder Abklatsch der ersten, richtig guten 200 Seiten.

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  • unbedingt lesen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Edith Berger, am 28.04.2011

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Jed Martin fotografiert Straßenkarten, Satellitenbilder - Landschaftsausschnitte und hat damit ganz passablen Erfolg. Er ist Künstler. Aus einer gutbürgerlichen Familie stammend - lebt er dennoch in einem heruntergekommenen Atelier. Einige Wochen ist er glücklich mit Olga liiert. Als sie ein Jobangebot erhält, das sie nicht ausschlagen kann - ersucht sie Jed mitzukommen. Unentschlossen läßt er sie alleine gehen, bleibt unglücklich in Paris zurück und zerstört in der Folge seine Fotoarbeiten. Er schlägt ein neues Kapitel auf und wendet sich der Malerei zu.
    Porträts genauer gesagt und damit gelingt ihm der Durchbruch.
    Eine Ausstellung seiner nun berühmten und beinahe unbezahlbar teuren Werke ist in Planung. Für ein Vorwort im Ausstellungskatalog versucht er Michel Houellebecq zu gewinnen, der sich überraschenderweise dazu bereit erklärt........
    Unbedingte Leseempfehlung

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  • Houellebecqs wahrscheinlich bestes Werk Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Maria Faustmann, am 28.04.2011

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    Die Rahmenhandlung bildet das Dasein des Malers Jed Martin. Es wird ein Künstlerleben beschrieben, welches in seiner Dekadenz kaum zu überbieten ist und deshalb nicht ohne jede Komik auskommt.

    Die Handlung spielt teilweise in der Zukunft. Der Autor des Buches höchstselbst, ein "Leidensverwandter" des Protagonisten, kommt auch darin vor, er wird bestialisch ermordet.

    Die große Stärke des Textes liegt in der zum Inhalt passenden Sprache. Die Sinnlosigkeit des Künstlerlebens in einer scheinbar hoffnungslos verrückten Welt wird sprachlich überzeugend veranschaulicht. Die Übersetzung des Originals ist hier sehr gut gelungen.

    Wer Michel Houellebecq kennt und liebt wird zustimmen, dass dies sein bisher bestes Werk ist.

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  • Ein 5-Sterne Gericht Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Jens Paller, am 19.04.2011

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    Der mit dem Prix Goncourt ausgezeichtnete Roman "Karte und Gebiet" verbindet vieles, was ein gutes Buch ausmacht und vieles, was das Buch wohl in der Literaturgeschichte manifestieren wird.
    Schöne Sprache, spannend für den Leser von der ersten bis zur letzten Seite, ein Abbild der aktuellen französischen Kulturszene und nicht zueletzt der Autor selbst, der sich im Buch wiederfindet, dem eigentlichen Protagonisten und Künstler Jed Martin ein Vorwort schreibt. In beiden Personen lassen sich Züge des bekanntesten und gefürchteten Schriftstellers erkennen, der in "Karte und Gebiet" sogar so weit geht, sich selbst äusserst brutal ermorden zu lassen.

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  • Houellebecq mordet Houellebecq Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Thomas Fritzenwallner, am 09.04.2011

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Die Karriere des Jed Martin – ein lethargischer junger Mann mit feinen Gesichtszügen – beginnt mit Fotografien der französischen Provinz: von Michelinkarten, die er so in Szene setzt, als zeige er tatsächlich Wiesen, Hügel, Küsten. Und siehe: „Zum ersten Mal seit Jean-Jacques Rousseau wurde in Frankreich alles Regionale wieder trendy.“ Es zeichnet die Laufbahn Martins aus, dass er nach einem Erfolg die erfolgreiche Arbeit einstellt. Sein nächster Schaffenszyklus entspringt Jahren der Isolation: Die Gemälde der „Serie einfacher Berufe“ tragen Namen wie „Bill Gates und Steve Jobs unterhalten sich über die Zukunft der Informatik“, sie porträtieren „den produktiven Sektor der Gesellschaft“. Für einen Ausstellungskatalog bittet Martin Michel Houellebecq um ein Vorwort.
    Jed Martin verfertigt zum Dank für das Vorwort ein Porträt „Michel Houellebecq, Schriftsteller“. Der Autor hängt es in seinem Landhaus auf. Kurz darauf wird er ermordet, und hier erlaubt sich Houellebecq, der Echte, eine wahre Splatter-Sauerei: Der Mörder zerlegte den Körper offenbar mit einem Laserschneider, der Raum voller Fleischbröckchen lässt Polizisten die Haltung verlieren und Jed Martin an einen schlecht nachgeahmten Jackson Pollock denken. Houellebecqs Kopf (und der seines Hundes) sitzen auf dem Sofa. Später stellt sich heraus, dass der Mord einen Kunstraub vertuschen sollte. Ein echter Jed Martin ist längst mehrere Millionen Euro wert.

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  • ... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Ingrid Führer, am 03.04.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Erzählt wird die Geschichte des Künsterles Jed Martin. Martin gelingt es Michel Houellebecq als Texter für seinen neuen Ausstellungskatalog zu gewinnen. Houellebecq führt uns zu Houellebecq und ich fragte mich jede Zeile, ob er wirklich so ist, so empfindet, ob es eine Fiktion ist, die er dem Leser vorsetzt. Aber die Haltung der Figur Houellebecq und das Leben der Figur des Jed Martin passen gut in das Gesamtwerk des Autoren, denn auch hier geht es wieder um das Individium in der modernen Gesellschaft und um die Frage, wie erträglich diese Welt ist und was sie bewegt. Selbst der eingesponnene Kriminalfall geht der Frage nach, was denn das Motiv der Kriminellen ist und kommt zu entwaffnenden, aber banalen Ergebnissen.

    Ich bin gespannt, wie andere Leser die Rolle des Autoren in seinem eigenen Roman auffassen und wieviel Houellebecq sie darin erkennen.

    Fazit: Absolut empfehlenswert, auch für Leser, denen Houellebecq bisher nicht so zugesagt hat.

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  • Ein poetischer Abgesang Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Helga Ebenkofler, am 28.03.2011

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    Ein Künstlerroman, ein Gesellschaftsroman, ein Krimi mit Splatterelementen, all das ist der neue Roman von Houellebecq. Zudem macht er sich den Spaß, all jenen, die ihn für frühere Werke als reinen Skandalautor interpretiert haben, diesmal die Argumente gegen ihn, höchstselbst zu liefern, indem er eine gleich doppelte Karikatur seiner selbst geschrieben hat. Zum einen im lethargisch/passivem Maler Jed, zum anderen im Autor Houellebecq, der ernsthaft entschlossen ist, den Rest seines Lebens glücklich zu sein.
    Neben Gesellschaftskritik, die gewohnt sarkastisch ausfällt, Reflexionen über Architektur und Gedanken zur Zukunft der Welt sind der Tod und das Leben die eigentlichen beiden großen Themen des Buches - immer wieder sehr interessant dargestellt in und anhand von Jeds Gemälden, in denen die beiden metaphysischen Konstanten einander gegenüber gestellt werden, so z.B. Damien Hirsts Todesphantasien versus Jeff Koons lebenshungrige, sinnenfreudige Kunst; Steve Jobs, den Asketen, geschwächt, scheinbar in Verliererposition versus Bill Gates, den warmherzigen, weltoffenen Lebemensch; der alte Vater, der sich von seinem Lebenswerk verabschiedet, das eine jüngere Generation übernehmen wird. Es ist der Tod, das Dunkle, die Nacht, die Houellebecq „über den am weitesten entwickelten Teil der Welt“ heraufziehen sieht.
    Das mag betrüblich sein, aber der Autor erkennt auch die dem Morbiden und Gleichmütigen innewohnende Schönheit und versteht diese subtil zu vermitteln.
    Alles in allem ist der Meister der Provokation leiser und nachdenklicher geworden, der Zorn von einst ist einer gewissen Altersweisheit, oder besser noch Altersresignation gewichen.
    Doch auch diese neuerliche Bestandsaufnahme der Welt und des menschlichen Daseins bleibt bei einem melancholischen Humanisten wie Michel Houellebecq eine schopenhauersche, eine changierende zwischen Sarkasmus und Pessimismus, eine an der nicht eingelösten Aufklärung leidende.





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  • Er ist wieder da... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 27.03.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Nach zuletzt 2 schwächeren Werken (Plattform und Die Möglichkeit einer Insel) meldet sich Houellebecq mit diesem Buch eindrucksvoll in alter Stärke zurück.

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  • fantastisch! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 26.03.2011

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    Michel Houellebecq spricht über sein Land und deren Menschen, das Leben und den Tod. Genau wie eine Karte bildet er dies ab und schreibt dennoch mit einer scheinbaren Leichtigkeit doppelsinnig, so dass die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt! Ich halte dieses Werk mit für das seiner besten Werke, auch weil es nicht so seinem Stil entspricht und eher überraschend für mich war. Sehr lustig geschrieben, dennoch detailgenau und korrekt und vor allem durch seine Wendigkeit Spannung pur! Da mag man gar nicht aufhören zu lesen. Letztendlich hatte ich es an zwei Wochenenden durch. Einfach nur genial!

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  • Houellebecq wie man Ihn liebt Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Kai Reinhard, am 26.03.2011

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    In dem neuesten Werk von Houellebecq geht es um den Künstler Jed Martin und sein gesamtes Leben. Angenehm überrascht hat es mich, dass auch der Autor selbst eine Rolle in dem Roman spielt. Wie weit dieser geschilderte "Houellebecq" dem Original entspricht, sollte jeder Leser selbst entscheiden. Sehr viel schildert Houellebecq hier Kunst, Architektur, Malerei und die Schriftstellerei aus einer technischen Betrachtungsweise und sein gewohntes doppelbödiges, selbstironisches Vexierspiel fehlt auch in diesem Roman nicht. Er seziert ein Land und dessen Bewohner und das Leben, die Kunst und der Tod werden kartografisch unglaublich gut geschildert. Jeder Houellebecq Fan dürfte an diesem Meisterwerk seine Freude haben.

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  • Houellebecq, Karte und Gebiet Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Odilie Pressberger, am 21.03.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Was mich an diesem Roman von Michel Houellebecq fasziniert hat, war, daß alles, was für mich M.H. ausmacht, vorhanden ist, aber alles das, was mich bisher an seinen Büchern abgestoßen hat, hier fehlt. Ich meine damit seine Kunst des Erzählens, seine Sprache, seinen "Sound" und ich meine seinen ungeheuren Pessimismus betreffend der Zukunft der Menschheit auf diesem Planeten. Das ist da. Aber es fehlen seine für mich "nervigen" sexuellen Schilderungen und seine Menschenverachtung, seine Frauenfeindlichkeit. Hier wird die Geschichte eines Künstlers in Frankreich erzählt: der Fotograf und Maler Jed Martin lernt den Schriftsteller M.Houellebecq kennen, von dem er sich ein Vorwort zu seinem Ausstellungskatalog erhofft. Jed kennt bereits (flüchtig) einen weiteren Schriftsteller: Frederic Beigbeder. Um diese drei Figuren herum entwickelt sich ein Künstlerroman, der im zweiten Teil zu einer Art Krimi wird. Es geht unter anderem um die Themen: Einsamkeit, Alter, Sterben und ja auch, die Liebe. Ein sehr sanfter und trostreicher Houellebecq! Ich bin verblüfft und erfreut. Diesen Roman hatte ich von ihm nicht erwartet. Er gefällt mir sehr!

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  • Zukunftsvisionen eines genialen Zynikers Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Bettina Strutz, am 16.03.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    "Karte und Gebiet" ist ein sehr vielschichtiger Roman, dessen Handlung am Ende auch etwas von einem Krimi hat. Michel Houllebecq erzählt von einer Welt, die von Konsum und Markenartikeln beherrscht wird, dem Milieu der Kunst, der Fernseh- und Showstars, von einer Gesellschaft, in der der Individualismus und das große Geld regieren. Er erzählt in einem zynisch-nihilistischen Grundton, voller Pessimismus und Melancholie und doch nicht ohne Humor.
    Der Autor hat sich damit wieder einmal selbst übertroffen. Beweis hierfür ist der Prix Goncourt, den er für diesen Roman erhalten hat.

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