Überraschend vielfältige Insel, die mehr als nur Vulkane zu bieten hat
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Peter Krackowizer, am 11.01.2011
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Lesen Sie Reiseführer von der ersten bis zur letzten Seite? Wenn bisher noch nicht, bei diesem DuMont Reise-Taschenbuch empfehle ich es Ihnen aber sehr! Denn das ist nicht nur ein Führer mit den üblichen Tipps für Einkaufen, Essen usw., sondern ein wirklich interessant geschriebenes Buch über Geschichte, Entwicklung und Gegenwart der dem afrikanischen Kontinent am nächsten liegenden Insel der Kanaren.
Und genau diese geografische Nähe beeinflusste auch die Geschichte. Piratenüberfälle, wie man sich dagegen wehrte und manchmal leider auch verlor, warum die Inselhauptstadt heute nicht mehr Teguise ist, welche Problematik das Trinkwasser darstellt, warum die Insel mit, aber auch ohne dem Tourismus nicht mehr überleben könnte, warum Weinreben in Trichtern angepflanzt werden, sind einige der Kapitel. Der Leser erfährt vom Leben der Ureinwohner, der Guanchen, der Vielmännerei (!), einem Familienmodell in Notzeiten oder über die zahlreichen Künstler, die sich im 20. Jahrhundert auf dieser Insel niedergelassen hatten, wie der Visionär und das Multitalent César Manrique oder Literaten wie Benito Pérez Galdós; doch auch in Musikszene Lanzarote einiges zu bieten: Folklore, Pop und Jazz und als Lebenslust pur bietet sich alljährlich der Karneval, ein Ereignis, dass die Insel schon Monate vorher in Atem hält.
Als Tourist bietet Ihnen die Insel erstaunlich viele Attraktionen, von denen landläufig ja nur die Feuerberge mit dem Kamelritt bekannt sind. Da wären aber noch: Das Castillo de San in der Hauptstadt Arrecife bietet Ausstellungen moderner Kunst; nahe von Costa Teguise kann man im Jardín de Cactus, ein Kakteengarten, bizarre Formen dieser Pflanze in einem vom Künstler Manrique mitgestalteten Park bewundern; im nordöstlichsten Teil der Insel laden die Jaemos del Agua, die Kamine des Wassers, zu einem Besuch ein: ein unterirdisches Vulkangewölbe mit einem Lavatunnel, einem Lagunensee und einem Haus der Vulkane zeigen anschaulich den Vulkanismus. Nicht weit von den Jaemos del Agua gibt es die Cueva de los Verdes, eine sieben Kilometer lange Kette aus Höhlen und Tunnels, die ein unterirdische Farbenspiel bieten. Ein Besuch in der Weinbauregion La Geria bietet Einblick in den Weinanbau und man kann hervorragende Weine verkosten.
Das sind nur einige der interessanten Kapitel, die dieser Führer von Verónica Reisenegger, einer gebürtigen Chilenin, die in Spanien lebt, zu bieten hat. Neben Richtpreisen und Öffnungszeiten gibt es aber stets auch Weblinks, damit man sich von Änderungen, die ja heutzutage oft rasch kommen, informieren kann. Die Autorin selbst meint auch, was heute hipp sei, könnte morgen schon ein Flopp sein und wählt entsprechend danach ihre Vorschläge aus. Lanzarote ist es aber in jedem Fall wert, zusammen mit diesem DuMont Reise-Taschenbuch, dass man es beim nächsten Urlaub entdeckt.