Manifest des evolutionären Humanismus

Manifest des evolutionären Humanismus

Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur

von Michael Schmidt-Salomon

Buch

Taschenbuch (196 Seiten)

2. erweiterte Auflage

Sprache: Deutsch

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Wir leben in einer Zeit der Ungleichzeitigkeit: Während wir technologisch im 21. Jahrhundert stehen, sind unsere Weltbilder mehrheitlich noch von Jahrtausende alten Mythen geprägt. Diese Kombination von höchstem technischen Know-how und naivstem Kinderglauben könnte auf Dauer fatale Konsequenzen haben.
Angesichts der Gefahren, die aus der Renaissance unaufgeklärten Denkens in einem technologisch hoch entwickelten Zeitalter erwachsen, entwirft das Manifest des Evolutionären Humanismus eine säkulare Gegenposition, die im Einklang mit den häufig desillusionierenden Ergebnissen der (natur-) wissenschaftlichen Forschung steht. Das Manifest liefert auf diese Weise nicht nur eine kompakte Zusammenfassung der Grundpositionen einer "zeitgemäßen Aufklärung", es ist auch ein entschiedenes Plädoyer für eine "alternative politische Leitkultur", die auf die besten Traditionen von Wissenschaft, Philosophie und Kunst zurückgreift, um das unvollendete Projekt der aufgeklärten Gesellschaft gegen seine Feinde zu verteidigen.

Produktdetails

Verkaufsrang: 5.974
ISBN-10: 3-86569-011-4
EAN: 9783865690111
Erschienen: Juni 2006
Verlag: Alibri Verlag
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 2. erweiterte Auflage
Seitenzahl: 196
Gewicht: 209 g
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Michael Schmidt-Salomon

Dr. phil. Michael Schmidt-Salomon, geb. 1967, ist freischaffender Philosoph und Schriftsteller sowie Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung.

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Kundenrezensionen

  • Interessanter Ansatz Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Lena Waider, am 07.02.2009

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Grundsätzlich gefallen mir der Ansatz des Buches und dessen Kernaussagen sehr gut. Im Zentrum der Ausführungen steht die soziobiologische These, dass jedes Lebewesen Eigeninteressen verfolgt, bei seinen Handlungen also den Eigennutzen sucht. Der Gedanke hat durchaus etwas sehr Befriedendes an sich, da er unmittelbar auch die Interessen aller anderen in den Vordergrund rückt, die ja mit den eigenen in Konflikt stehen könnten. Wenn es dann doch zu häufigem unsozialen Egoismus kommen sollte, muss man erst gar nicht die Moral bemühen oder mit Beschimpfungen auf die vermeintlichen "Kriminellen" reagieren, sondern weiß, dass hier Verhältnisse vorliegen, die ein solches Verhalten ermöglichen oder gar begünstigen, weswegen die Verhältnisse dann zu ändern (oder die Menschen entsprechend zu bilden) sind. Natürlich hat das auch zur Konsequenz, dass Humanismus letztlich auf materieller Sicherheit beruht. Würde eine solche Sicherheit in unserer Gesellschaft wegfallen, käme es mit hoher Wahrscheinlichkeit schon bald wieder zum "Kampf ums Dasein", mit was für politischen Begründungen auch immer.

    Allerdings besitzt das Buch für mich auch eine Schwachstelle. Wie Mersch in Evolution, Zivilisation und Verschwendung: Über den Ursprung von Allem aufzeigt, hat die Evolution neben den Ein- und Mehrzellern nun eine dritte Systemebene hervorgebracht, deren Individuen vergleichbare Eigeninteressen ausbilden, nämlich die Organisationssysteme (z. B. Unternehmen). Voraussetzung der Entstehung der Organisationssysteme war die herausragende Kooperationsfähigkeit des Menschen.

    Das Problem ist nur: Diese Organisationssysteme evolvieren in Umwelten (den Märkten), die international zu wenig und vor allem zu uneinheitlich geregelt sind. Mersch meint: Der schönste, ausschließlich auf den Menschen bezogene evolutionäre Humanismus nützt nichts, wenn die Organisationssysteme gleichzeitig ungeregelt ihrem Egoismus frönen können. Das führe auf Dauer zu einer Zerstörung der Welt, und zwar nicht durch den Menschen, sondern durch die von Menschen gebildeten Großsysteme (siehe Finanzkrise). Menschen hätten gegenüber ungeregelten Superorganismen keine Chance und auch viel zu wenig Einfluss.

    Wie in fast allen Büchern mit evolutionstheoretischem Hintergrund fehlt auch hier mal wieder der Bezug zur Sexualität, die im gesamten Buch praktisch nicht vorkommt. Die Folgen davon zeigen sich in kleinen Details: Schmidt-Salomon führt die Vorteilhaftigkeit von Kooperation und Altruismus auf spieltheoretische Überlegungen zurück, für Mersch ist Altruismus dagegen ein Produkt der getrenntgeschlechtlichen Sexualität und ohne diese nicht vorstellbar.

    Fazit: Ein sehr interessantes Buch mit sinnvollen Vorschlägen zu einer nicht auf religiösen Vorstellungen basierenden Ethik, welches aber in einigen Punkten zu kurz greift, weil es die durch Menschen gebildeten Superorganismen nicht in die Überlegungen einbezieht.

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  • Der spricht aus, was ich schon lange fühle Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 28.12.2008

    1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Endlich mal jemand, der aufräumt mit diesem Der -Herr -wird- dich- erlösen Stuß! Erlösen müssen wir uns selbst, nämlich von verlogenen, machtgeilen Klerikern und ihren speichelleckenden Jüngern, inklusive den Politikern, die sich gerne mit dem großen C schmücken, in dessen Namen sie nicht vor Waffengeschäften zurückschrecken.

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  • Das wichtigste Buch der letzten Jahre Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 15.09.2007

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    „MSS“, so das Kürzel des Autors, legt dar, wie abhängig das Überleben der Menschheit auch von ihrer inneren Einstellung ist… und wie wenig die Mythen vergangener Jahrtausende zur Technologie des 21. Jahrhunderts passen. Und – Achtung! – dazu zählt er auch und vor allem die Religionen.
    Kristallklar gedacht und geschrieben, logisch sauber aufgebaut, sachlich und in allem begründet (und durch Quellenangaben belegt), teilweise aber auch witzig, pointiert und ironisch, fernab von allem esoterisch aufgeblasenem Sprachgeblubber – ein MUSS für jeden, der die Frage „Glaubst du noch oder denkst du schon?“ (Zitat) richtig beantwortet.
    Achtung: hier wird Klartext gesprochen! Nichts für zart besaitete weichgespülte Katholikentagsbesucher, schon gar nichts für Fundamentalisten jeglicher Glaubensrichtung. Wer aber anstelle „Ich denke mal“-Worthülsen wirklich einmal wieder seinen aufgeklärten Verstand gebrauchen möchte, der sollte dieses Buch mindestens zwei Mal lesen.

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