Poetik. Reclam Universal-Bibliothek,  Band 7828

Poetik. Reclam Universal-Bibliothek, Band 7828

Übertr. u. hrsg. v. Manfred Fuhrmann

von Aristoteles

Buch

Taschenbuch (181 Seiten)

Sprache: el, Deutsch

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Die Tragödie besteht nach Aristoteles aus den sechs qualitativen ElementenHandlung (Mythos), Charakter (Ethe), Sprache (Lexis), Schau (Opsis), Gedanke/ Absicht (Di noia) und Gesang (Melopoiia). Die Handlung besteht aus einerVerknüpfung von Begebenheiten zu einem einheitlichen Ganzen. Innerhalbdes Handlungsverlaufs des Dramas muss ein Wendepunkt, die Peripetie, eintreten.Dieser Umschlag vom Glück ins Unglück wird durch das Handeln des Protagonistenerzeugt, der ein tüchtiger, aber fehlbarer Charakter sein sollte und durchseinen Fehler, sei es Unwissenheit oder Hybris, dem Zuschauer ähnelt. Diefehlerhafte Handlungsweise des tragischen Helden zwingt diesen, schweresLeid zu ertragen und führt, oft verbunden mit einem Umschlag von Unkenntnisin Kenntnis, zur Katastrophe. Die Wirkung der Tragödie auf den Zuschauergründet sich auf die Erregung der physischen Affekte Jammer (eleos) undSchauder (phobos) mit dem Ziel der Katharsis, die als Erleichterung undBefreiung erlebt werden soll.

Produktdetails

Verkaufsrang: 14.612
ISBN-10: 3-15-007828-8
EAN: 9783150078280
Erschienen: 1994
Verlag: Philipp Reclam Jun.
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): el, Deutsch
Seitenzahl: 181
Gewicht: 95 g
Übersetzer: Manfred Fuhrmann
Reihe: Reclam Universal-Bibliothek
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Manfred Fuhrmann

Manfred Fuhrmann, geboren 1925, studierte Musik, Alte Sprachen sowie Römisches Recht und war von 1962 bis 1990 Professor für Klassische Philologie an den Universitäten von Kiel und Konstanz. Seit 1989 ist er ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Heidelberg. 1990 wurde ihm der Johann-Heinrich-Voss-Preis für die Übersetzung der Reden Ciceros durch die Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt verliehen. Er starb am 12. Januar 2005. Er veröffentlichte u. a. Die antike Rhetorik (1984), Cicero und die römische Republik. Eine Biographie (1989), Rom in der Spätantike (1994), Europas fremd gewordene Fundamente (1995), Seneca und Kaiser Nero. Eine Biographie (1997), Geschichte der römischen Literatur (1999) und Der europäische Bildungskanon des bürgerlichen Zeitalters (1999).

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Kundenrezensionen

  • Erste poetiktheoretische Abhandlung Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Zitronenblau, am 23.05.2009

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    Mit diesem akroamatischen Fragment versucht Aristoteles eine Erschließung der Dichtkunst (wohlbemerkt: seiner Zeit). Strukturell durchleuchtet er den Begriff Poetik im Allgemeinen, führt fort mit der Tragödie und dem Epos/der Epik; Komödie (wohl auch Jambendichtung) ist uns nicht erhalten. Fragment ist "Poetik" (hat nichts mit Poesie zu tun) ergo erst geworden. Abgesehen von den Grundlagen der Dramatik (beispielsweise Einheit von Ort, Zeit u. Handlung), die bis heute richtungsweisend sind, transportiert A. die Kunst als (naive) Nachahmung - obgleich er die Möglichkeit einer "Liberalisierung" vorwegnimmt, indem er Nachahmung nicht eben nur notwendig, sondern auch als wahrscheinlich-möglich (Bruch mit dem platonischen Wahrheitsdogma) betrachtet. Genial aber einfach: Die Dichtkunst des Menschen ergibt sich aus dessen Natur, der ihm immanenten Musikalität (Rhythmus, Melodie, Sprache). Dennoch heute veraltet: Begriff der Ästhetik heute viel umfassender, Dramatik steht neben Lyrik und Epik und nicht darüber, Poetik ist nicht mehr vor allem Darstellungs- und Inszenierungskunst (in der Antike gab es ja auch keine "massentauglichen" Bücher), freie gitterlose Verse wurden erfunden (z.B. Hölderlin) etc. Standardliteratur, die jeder gelesen haben sollte, der sich mit Kunst, vor allem mit der Poetik als Sprach- und Spielkunst auseinandersetzen will.

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  • Pflichtlektüre Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 04.05.2009

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Dieses Buch ist Pflichtlektüre für alle Germanistikstudenten. Aristoteles ist verantwortlich für die Dramentheorie und andere Theorien, die im literaturgeschichtlichen Unterricht gelehrt werden.

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