Rabenliebe

Roman. Ausgezeichnet mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis 2010 und dem Publikumspreis der Tage der deutschsprachigen Literatur 2010

von Peter Wawerzinek

Buch

Taschenbuch (418 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Ein Buch wie ein Erdbeben. Über fünfzig Jahre quälte sich Peter Wawerzinek mit der Frage, warum seine Mutter ihn als Waise in der DDR zurückgelassen hatte. Dann fand und besuchte er sie. Das Ergebnis ist ein literarischer Sprengsatz, wie ihn die deutsche Literatur noch nicht zu bieten hatte. Ihre Abwesenheit war das schwarze Loch, der alles verschlingende Negativpol in Peter Wawerzineks Leben. Wie hatte seine Mutter es ihm antun können, ihn als Kleinkind in der DDR zurückzulassen, als sie in den Westen floh? Der Junge, herumgereicht in verschiedenen Kinderheimen, blieb stumm bis weit ins vierte Jahr, mied Menschen, lauschte lieber den Vögeln, ahmte ihren Gesang nach, auf dem Rücken liegend, tschilpend und tschirpend. Die Köchin des Heims wollte ihn adoptieren, ihr Mann wollte das nicht. Eine Handwerkerfamilie nahm ihn auf, gab ihn aber wieder ans Heim zurück.
Wo war Heimat? Wo seine Wurzeln? Wo gehörte er hin? Dass er auch eine Schwester hat, erfuhr er mit vierzehn. Im Heim hatte ihm niemand davon erzählt, auch später die ungeliebte Adoptionsmutter nicht. Als Grenzsoldat unternahm er einen Fluchtversuch Richtung Mutter in den Westen, kehrte aber, schon jenseits des Grenzzauns, auf halbem Weg wieder um. Wollte er sie, die ihn ausgestoßen und sich nie gemeldet hatte, wirklich wiedersehen? Zeitlebens kämpfte Peter Wawerzinek mit seiner Mutterlosigkeit.
Als er sie Jahre nach dem Mauerfall aufsuchte und mit ihr die acht Halbgeschwister, die alle in derselben Kleinstadt lebten, war das über die Jahrzehnte überlebensgroß gewordene Mutterbild der Wirklichkeit nicht gewachsen. Es blieb bei der einzigen Begegnung.
Aber sie löste - nach jahrelanger Veröffentlichungspause - einen Schreibschub bei Peter Wawerzinek aus, in dem er sich das Trauma aus dem Leib schrieb: Über Jahre hinweg arbeitete er wie besessen an Rabenliebe, übersetzte das lebenslange Gefühl von Verlassenheit, Verlorenheit und Muttersehnsucht in ein großes Stück Literatur, das in der deutschsprachigen Literatur seinesgleichen noch nicht hatte.

Pressestimmen:

"Ein tolles Buch: unerträglich und laut, leise und liebevoll, geduldig und unduldsam, sprachmächtig und sprachlos zugleich. Es geht an die Nieren und zu Herzen, es macht bescheiden und sehr, sehr still." NDR

Produktdetails

Verkaufsrang: 12.392
ISBN-10: 3-442-74265-X
EAN: 9783442742653
Erschienen: 09.01.2012
Verlag: Btb Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 418
Länge/Breite: 188mm/120mm
Gewicht: 340 g
Reihe: btb
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Peter Wawerzinek

Peter Wawerzinek wurde unter dem Namen Peter Runkel 1954 in Rostock geboren. Er wuchs in verschiedenen Heimen und bei verschiedenen Pflegefamilien auf. Seit 1988 ist er freier Schriftsteller, Regisseur, Hörspielautor und Sänger.

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Kundenrezensionen

  • Lebenstrauma Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Ulrike Seine, am 30.04.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Von der leiblichen Mutter verlassen zu werden, kann zwangsläufig nur zu einem Traumata führen. Warum? Immer wieder stellt sich der Autor diese Frage, Antworten finden sich wohl kaum. Ich denke das Gefühl einmal nicht genug geliebt worden zu sein, verfolgt einen Menschen sein ganzes Leben.

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  • Starker Tobak Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Brigitte Bouman-Mengering, am 18.04.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Bereits als dies Buch herausgekommen ist,hab ich es gelesen.Und nun gleich noch einmal.Diese Sprache,dieses grosse Thema,die Verstrickungen mit anderen Zusammenhängen.Für mich gibt es jedes Mal eine Gänsehaut.Dieser Schrei nach Liebe,Beachtung und nach dem grossen Warum.Ein wirklich starkes Stück Literatur zum Thema Kind-Mutter,ein unlösbares Rätsel.Habe mich selber dort immer wieder gefunden.So berührend,so intensiv.

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