Romulus der Grosse. Diogenes Taschenbücher,  Band 23042

Romulus der Grosse. Diogenes Taschenbücher, Band 23042

Ungeschichtliche historische Komödie. In vier Akten. Neufassung 1980

von Friedrich Dürrenmatt

Buch

Taschenbuch (167 Seiten)

12. Auflage

Sprache: Deutsch

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"Kaiser Romulus Augustus hält das römische Weltreich für unmoralisch und will es als 'Richter Roms' liquidieren, indem er 467 n. Chr. tatenlos die einmarschierenden Germanen erwartet. Germanenfürst Odoaker freilich, ein leidenschaftlicher Hühnerzüchter wie Romulus, hat keinen sehnlicheren Wunsch als sich zu unterwerfen, um zu verhindern, daß die Germanen 'endgültig ein Volk der Helden' werden."

Produktdetails

Verkaufsrang: 4.921
ISBN-10: 3-257-23042-7
EAN: 9783257230420
Erschienen: Oktober 1998
Verlag: Diogenes Verlag
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 12. Auflage
Seitenzahl: 167
Gewicht: 151 g
Reihe: Diogenes Taschenbücher
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Kundenrezensionen

  • Der Untergang des alten Roms Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Mario Pf., am 16.03.2008

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Kaiser Romulus Augustus hält sich Hennen und hat diese nach seinen Vorgängern benannt. Wer nichts taugt und keine Eier legt landet auf dem Tisch und die Beschäftigung mit ihnen lässt den weströmischen nur leicht vergessen dass sein Reich kurz davor steht unterzugehen, denn die Germanen sind längst im Anmarsch. Selbst des Kaisers Kammerdiener weist dies mit den Worten "aber das tun sie doch schon die letzten 500 Jahre" zurück und weil der Staatsbankrott längst eingetreten ist, hat sich der Finanzminister mit der leeren Kasse aus dem Staub gemacht um das zu vertuschen. Der Kaiser sieht all dem gelassen entgegen und ist längst germanophil, weshalb er auch dem Angebot des Hosenfabrikanten Cäsar Rupf, der anbietet das Reich zu retten ablehnt...

    Den römischen Kaiser Romulus Augustus hat es tatsächlich gegeben, jedoch ohne den Beinamen der Große sondern der Kleine (Augustulus), da er als relativ bedeutungsloser letzter Herrscher des weströmischen Reiches als Teenager auf den Thron gesetzt wurde und als solcher kurz darauf wieder abgesetzt wurde, nachdem sich der Anführer der in Rom eingerückten Germanen Odoaker zum König ausrufen ließ. Sehr interessant ist auch das Romulus seine Villa behalten durfte und eine Pension von 6000 Solidi bezahlt bekam, wobei er tatsächlich Hennen gehalten haben soll, von denen seine liebste Roma hieß. Alles was Friedrich Dürrenmatt an der Geschichte verändert hat, außer sie in gewisser Weise zu parodieren, war Romulus Amtszeit von wenigen auf 20 Jahre auszudehnen und die Geschichte entsprechend auszuschmücken.

    Dass Friedrich Dürrenmatt ein großer Weltdramatiker war, ist wohl schon hinlänglich betont worden, aber sein wirkliches Talent kam in Werken wie "Romulus der Große" zum Tragen, in Tragikomödien, die einen Zustand oder ein historisches Geschehen derart überspitzt darstellen, dass sie dadurch trotz aller Tragik längst ins Lächerliche geraten und dennoch zum Nachdenken anregen.

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  • komisch bis genial Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Max Frost, am 02.02.2007

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Einer der letzten Vertreter des Welttheaters lässt uns den Einblick in seine Kunst, dem Gleichnis nicht nur der damaligen Dekadenz, sondern schiebt der ganzen Gegenwart den Spiegel vor; abgedroschen, aber in diesem Falle passend: aktuell wie je. Mit dem Anhang, welcher erläuternde Schriften, eine ebenso gelungene frühere Form des vierten Aktes und das Fragment einer späteren Arbeit Dürrenmatts umfasst ein Konvolut in sich geschlossenen Genies.

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  • Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Es scheint mir entscheidend, daß Dürrenmatt nicht einfach den Ausverkauf einer Kultur zeigt, was eine zynische oder sarkastische Farce lieferte und weiter nichts, sondern im Mittelpunkt einen Menschen, der diesen Ausverkauf vollzieht im Sinne einer Erkenntnis, im Sinne einer unerschütterlichen Bejahung. (Die Weltwoche)

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