Unendlicher Spaß. rororo Taschenbücher, Band 24957

Roman. Ausgezeichnet mit dem Hieronymusring 2009 und dem Preis der Leipziger Buchmesse, Kategorie Übersetzung 2010

von David Foster Wallace

Buch

Taschenbuch (1552 Seiten)

Sprache: Deutsch

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«"Alles und noch mehr" könnte eine Beschreibung dieses Romans sein.» DON DELILLO Irgendwann in naher Zukunft machen sich die Insassen des Entziehungsheims Ennet-House und Studenten der Enfield Tennis Academy auf die Suche nach einer Kopie von «Unendlicher Spaß», einem Film, der angeblich so unterhaltsam ist, dass der berauschte Zuschauer am Ende verhungert und verdurstet. Nicht allein der schiere Umfang, sondern vor allem die Sprachmächtigkeit, die ungeheure Themenvielfalt, die treffsichere Gesellschaftskritik, die scharfe Analyse sowie der Humor machen diesen kurz vor der Jahrtausendwende erschienenen Roman zum Meilenstein der internationalen Gegenwartsliteratur - ungeheuerlich, maßlos, bewusstseinsverändernd.

Produktdetails

Verkaufsrang: 22.453
ISBN-10: 3-499-24957-X
EAN: 9783499249570
Originaltitel: Infinite Jest
Erschienen: 01.02.2011
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 1552
Gewicht: 1046 g
Übersetzer: Ulrich Blumenbach
Reihe: rororo Taschenbücher
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Ulrich Blumenbach

Ulrich Blumenbach, geb. 1964 in Hannover, lebt in Basel. Er studierte Anglistik und Germanistik in Münster, Sheffield und Berlin. Seit 1993 übersetzt er Romane und Essays, u. a. von Paul Beatty, Agatha Christie, Kinky Friedman, Stephen Fry, Arthur Miller und Tobias Wolff ins Deutsche. 2009 erhielt er den Ledig-Rowohlt-Preis.

David Foster Wallace

David Foster Wallace, geboren 1962 in Ithaca/New York, hat Literatur und Philosophie studiert, war Tennisprofi und lehrt heute am Pomona College in Claremont/Kalifornien. Er schrieb Romane und Storys (unter anderem »Der Besen im System«, »Kurze Interviews mit fiesen Männern«, »Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich«).

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Kundenrezensionen

  • überkandidelt Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 17.06.2011

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Selten sowas Dröges gelesen. Umständlich, gestelzt und alles wirkt irgendwie einförmig, die Protagonisten austauschbar, so erschien mir dieser mühsame Wälzer. Die wenigen Passagen, wo wirklich Lesegenuss aufkommt, würden auf ca. 300 Seiten passen, der grosse Rest ist quasi vertane Zeit. Es liest sich auch eher wie eine Zeitung oder ein Magazin mit verschiedensten Artikel ohne viel Zusammenhang. Kurzgeschichten hätten es auch getan, statt daraus einen umständlichen Roman basteln zu wollen. Der Roman hat nun bereits 15 Jahre auf dem Buckel und ist evtl. noch als historisch für die 90er brauchbar, aber das wars dann schon. Nach 500 Seiten Qual las ich den Rest nur noch quer.

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  • Buch der Bücher Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 11.06.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Da ich diesen Roman tatsächlich von Deckel zu Deckel gelese habe, verstehe ich die Irritationen bei denjenigen, die 400 Seiten hinter sich gebracht haben (dort aufzuhören ist unglücklich) - um sich dann zu ergeben.
    Zugegeben: Es bedarf wohl - sofern man damit nicht beruflich assoziert ist - einer persönlichen Extremsituation, um dieses Buch wirklich durchzuhalten. Dann allerdings - es steigert sich über die letzten Hunderte von Seiten - entfaltet es eine Kraft, die ich keinem anderen Buch je zugetraut hätte. Es kann retten. Wer die Kritik am Dauerironismus der Postmoderne nicht verstanden hat, ist natürlich schlecht bedient. D.F.W. ist ein abstrakte Konzepte nutzender Herzblutschreiber von unerhörter Art. "Endlich hat mal jemand die Wahrheit geschrieben, und keiner hat's gemerkt", sagte ein Freund, der sich den Text ebenfalls vollständig angetan hat. Und antun muss man ihn sich. Er ist eine Zumutung.
    Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass ein einzelner Mensch derartiges zustande bringen würde, einen Roman, der mühelos alles nur Vorstellbare verschluckt - auch alles Erträgliche. Ohne dabei eitel verspielt zu sein. Das Ding ist bitter ernst (und nicht etwa "pubertär". Es wirkt nur vielleicht so - zunächst - und das hat seinen Sinn.)
    Der Roman hätte auch Anlass sein können für eine Debatte zur strikten Trennung von Autor und Erzähler. Hier ist oft ganz klar nicht zu trennen. Das Ganze ist wie ein gigantischer Hilfeschrei, der in gescheiter Literaturwissenschaftelei untergegangen ist.
    Besonders beeindruckend: das Finale um Gately und die zirkuläre Struktur des Gesamtwerks.

    Diese Buch sprengt in jeder Hinsicht alles mir Bekannte.

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  • Nicht mein Fall Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 02.06.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ich habe mich lange Zeit auf US gefreut! Nachdem ich den Wälzer dann endlich zur Hand hatte, bin ich zu meiner Enttäuschung allerdings schon nach hundert Seiten ins Stocken gekommen, nach ein paar Ruhetagen habe ich ihm aber noch 100 weitere Seiten gegeben, um mich zu überzeugen, um dann nach doch noch und immerhin 400 Seiten endgültig aufzugeben. Zu vieles störte mich.

    Angefangen beim Humor: Der beschränkt sich, fast zu meiner Bestürzung, allzu oft auf Pubertäres, billigen Slapstick à la Dick & Doof oder der Überdehnung von Klischees. Warum etwa muß ein deutscher Lehrer mit dem so unendlich komischen Namen Schtitt mit Schaftstiefeln, Reitgerte und faschistoiden Lehrmethoden eingeführt werden? Warum die Albernheit frankokanadischer Selbstmordattentäter? Allenfalls wer Holland nur mit Tulpen und Holzschuhen verbindet, wem zu Spanien nur Toreros und Kastagnetten einfallen, kann sich von solchen Klischee-Reitereien, auch wenn sie nicht affirmativ gemeint sind, nicht verdrießen lassen.

    Der auch mir durchaus zugängliche Charme eines Fußnotenapparats in einem Roman verfliegt bei der realexistierenden Lektüre spätestens nach der dritten überflüssigen Fußnote zur Fußnote. Für sich spricht auch, dass ich als bekennender Fremdwörterfetischist das Wörterbuch schnell beseite gelegt habe, weil David Foster Wallace' lexikalische Monomanie sprichwörtlich zu Redundanz führt. Erzählerisch schadet das Fachwörterwimmeln sogar, weil es die 200 oder mehr Charaktere, die jemand gezählt haben will, schlichtweg einebnet. Überhaupt lassen sich - und das ist nur teilweise eine Konsequenz des unendlichen Wortschatzes - alle Personen des Romans auf höchstens zwei Grundtypen herunterbrechen. Was bleibt ist ein personales Rauschen, oder, durch die bloße Menge der Erzählstränge, allenfalls ein Sound von Komplexität.

    Insgesamt habe ich den Verdacht, dass Foster Wallace (dem Diktionäre verschlingenden Hal im Roman nicht unähnlich) als Schriftsteller eine Art Tatsachenphilatelist mit enormen erzählerischen Defiziten ist. Deshalb die seitenlangen Gebäudebeschreibungen, deshalb die Exkurse über beispielsweise Tätowierungen und Tätowierte, die Listen und Verzeichnisse. Ein Kapitel, in dem ein paar Schüler über eine Droge quatschen, liest sich da fast als würden unter erzähltechnischer Zuhilfenahme von ein paar Schülern die Wirkung und die urbanen Mythen einer Droge referiert. Man könnte in diesem Zusammenhang zuspitzend von einer Faktizität des Erzählens sprechen, eine Art enzyklopädo-autistische Erzählhaltung konstatieren. Ich kann ja sogar verstehen, wenn man das mit dem zwangsläufigen Stichwort "Postmoderne" lobt! Aber auch mit seiner vorgeblichen Modernität ging es mir anders: Mich ließ US seltsamerweise oft an das Barockzeitalter denken, - freilich ohne diese Assoziation auf Anhieb erklären zu können.

    Aber genug der Vorwürfe und Schuldnachweise. US hat einige großartige Passagen, wie die Hal-Orin-Telefonate, und David Foster Wallace unverkennbar auch Stärken. Ausrufezeichen.
    Ein Beispiel: "Hals Spiegelbild passt genau in eine Kachel der gegenüberliegenden Wand [im Duschraum]; wenn er langsam den Kopf bewegt, verzerrt sich sein Gesicht und gewinnt auf der nächsten Kachel mit einem optischen Ploing die Form zurück." - Das ist zugegebenermaßen mehr als gut und Ähnliches oft die einzige Belohnung über Dutzende von Seiten.

    Allinsgesamt: Wäre US kürzer, hätte ich vielleicht sogar durchgehalten. Als Schriftsteller will ich David Foster Wallace für mich jedenfalls nicht abhaken. Soviel Versöhnung zum Schluß muß immerhin sein.

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  • Skurril, verrückt und herrlich experimentell Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Andreas Hack, am 24.05.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    "Unendlicher Spaß" ist vieles gleichzeitig: eine satirische Zukunftsversion des westlichen Kapitalismus, Sport- und Drogendrama, Medienkritik, Psychothriller und Science Fiction, ein radikales Sprachexperiment und eine Verballhornung des traditionellen Familienromans. Das Personal dieses komplexen, multiperspektivischen Romans besteht aus drei Dutzend zum Teil höchst skurrilen Figuren.
    Als Leser ist man ständig in der Gefahr in den Wasserfällen endloser Sätze und der
    Vielfalt der Perspektiven unterzugehen, aber das Weiterlesen lohnt sich: "Unendlicher Spaß" ist insgesamt komisch bis zum Kalauer und erschütternd bis zum schwer Erträglichen.

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  • Wohl nicht mein Fall Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 14.04.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ich habe mich lange Zeit auf US gefreut! Nachdem ich den Wälzer dann endlich zur Hand hatte, bin ich zu meiner Enttäuschung allerdings schon nach hundert Seiten ins Stocken gekommen, nach ein paar Ruhetagen habe ich ihm aber noch 100 weitere Seiten gegeben, um mich zu überzeugen, um dann nach doch noch und immerhin 400 Seiten endgültig aufzugeben. Zu vieles störte mich.

    Angefangen beim Humor: Der beschränkt sich, fast zu meiner Bestürzung, allzu oft auf Pubertäres, billigen Slapstick à la Dick & Doof oder der Überdehnung von Klischees. Warum etwa muß ein deutscher Lehrer mit dem so unendlich komischen Namen Schtitt mit Schaftstiefeln, Reitgerte und faschistoiden Lehrmethoden eingeführt werden? Warum die Albernheit frankokanadischer Selbstmordattentäter? Allenfalls wer Holland nur mit Tulpen und Holzschuhen verbindet, wem zu Spanien nur Toreros und Kastagnetten einfallen, kann sich von solchen Klischee-Reitereien, auch wenn sie nicht affirmativ gemeint sind, nicht verdrießen lassen.

    Der auch mir durchaus zugängliche Charme eines Fußnotenapparats in einem Roman verfliegt bei der realexistierenden Lektüre spätestens nach der dritten überflüssigen Fußnote zur Fußnote. Für sich spricht auch, dass ich als bekennender Fremdwörterfetischist das Wörterbuch schnell beseite gelegt habe, weil David Foster Wallace' lexikalische Monomanie sprichwörtlich zu Redundanz führt. Erzählerisch schadet das Fachwörterwimmeln sogar, weil es die 200 oder mehr Charaktere, die jemand gezählt haben will, schlichtweg einebnet. Überhaupt lassen sich - und das ist nur teilweise eine Konsequenz des unendlichen Wortschatzes - alle Personen des Romans auf höchstens zwei Grundtypen herunterbrechen. Was bleibt ist ein personales Rauschen, oder, durch die bloße Menge der Erzählstränge, allenfalls ein Sound von Komplexität.

    Insgesamt habe ich den Verdacht, dass Foster Wallace (dem Diktionäre verschlingenden Hal im Roman nicht unähnlich) als Schriftsteller eine Art Tatsachenphilatelist mit enormen erzählerischen Defiziten ist. Deshalb die seitenlangen Gebäudebeschreibungen, deshalb die Exkurse über beispielsweise Tätowierungen und Tätowierte, die Listen und Verzeichnisse. Ein Kapitel, in dem ein paar Schüler über eine Droge quatschen, liest sich da fast als würden unter erzähltechnischer Zuhilfenahme von ein paar Schülern die Wirkung und die urbanen Mythen einer Droge referiert. Man könnte in diesem Zusammenhang zuspitzend von einer Faktizität des Erzählens sprechen, eine Art enzyklopädo-autistische Erzählhaltung konstatieren. Ich kann ja sogar verstehen, wenn man das mit dem zwangsläufigen Stichwort "Postmoderne" lobt! Aber auch mit seiner vorgeblichen Modernität ging es mir anders: Mich ließ US seltsamerweise oft an das Barockzeitalter denken, - freilich ohne diese Assoziation auf Anhieb erklären zu können.

    Aber genug der Vorwürfe und Schuldnachweise. US hat einige großartige Passagen, wie die Hal-Orin-Telefonate, und David Foster Wallace unverkennbar auch Stärken. Ausrufezeichen.
    Ein Beispiel: "Hals Spiegelbild passt genau in eine Kachel der gegenüberliegenden Wand [im Duschraum]; wenn er langsam den Kopf bewegt, verzerrt sich sein Gesicht und gewinnt auf der nächsten Kachel mit einem optischen Ploing die Form zurück." - Das ist zugegebenermaßen mehr als gut und Ähnliches oft die einzige Belohnung über Dutzende von Seiten.

    Allinsgesamt: Wäre US kürzer, hätte ich vielleicht sogar durchgehalten. Als Schriftsteller will ich David Foster Wallace für mich jedenfalls nicht abhaken. Soviel Versöhnung zum Schluß muß immerhin sein.

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  • Intelligent, großartig, monströs: ein Wunder! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Martin Bär, am 28.02.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Meine Güte, was soll man dazu sagen (oder schreiben)? Das ist ein Buch, so groß wie dick und schwer. 1600 Seiten prallen Lebens, das konnte ich nicht am Stück lesen (oder verarbeiten). Eine Inhaltsangabe ist nicht wirklich möglich, so zersplittert ist das Buch, so ausschweifend die vielen Erzählstränge. Diese Figuren bleiben jedenfalls lange in Erinnerung, die genialen Incandenzas und all die Satelliten rundherum, die Französischen Freiheitsattentäter im Rollstuhl und die ganzen anderen wunderbar skurrilen Typen. Das ist einfach großartige Literatur, und wer dieses Buch nicht liest, versäumt ein, nein das Meisterwerk der amerikanischen Literatur der letzen zwanzig Jahre!

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