Winter in Maine

Roman. Ausgezeichnet als Buch des Jahres 2008 der englischen Tageszeitung "The Guardian

von Gerard Donovan

Buch

gebunden (206 Seiten)

Sprache: Deutsch

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»Winter in Maine: Das Buch des Jahres - ein meisterhafter Roman.«


Aus der Begründung der Jury zum Buch des Jahres 2008


Der Winter in den Wäldern von Maine ist kalt und einsam. Bisher hat das Julius Winsome nicht gestört, er lebt schon lange allein, und er hat einen treuen Gefährten, seinen Pitbullterrier Hobbes. Als sein Hund eines Nachmittags offenbar absichtlich erschossen wird, bricht Julius' Welt zusammen. Und er fasst einen erschreckenden Entschluss ...


Julius Winsome lebt zurückgezogen in einer Jagdhütte in den Wäldern von Maine. Der Winter steht vor der Tür, er ist allein, aber er hat die über dreitausend Bücher seines Vaters zur Gesellschaft und vor allem seinen Hund Hobbes, ein treuer und verspielter Pitbullterrier. Eines Nachmittags, als er gerade vor dem Feuer sitzt und liest, hört er einen Schuss. Eigentlich nichts Besonderes, denn es ist gerade Jagdsaison. Dennoch wundert sich Winsome, weil der Schuss ganz in seiner Nähe gefallen ist, zu nahe. Als er vor die Tür geht, entdeckt er, dass Hobbes erschossen wurde - offenbar mit Absicht.


Der Verlust trifft Julius mit ungeahnter Wucht. Er denkt an all die anderen Verluste in seinem Leben: die Mutter, die er gar nicht kannte, weil sie bei seiner Geburt starb, den Vater, der nie wieder heiratete, der ihn allein großzog und ihm die Sprache Shakespeares beibrachte und jetzt auch schon zwanzig Jahre nicht mehr da ist, an Claire, die einzige Frau in seinem Leben, die ihn einen Sommer lang liebte und dann wieder verschwand. Und jetzt Hobbes, sein letzter wahrer Freund. Am nächsten Tag holt er das Gewehr seines Großvaters aus der Scheune und zieht los, um seinen Hund zu rächen. Er macht Jagd auf die Jäger. Und obwohl diese Rache ebenso sinnlos ist wie die Tat, die ihr zugrundeliegt, verstehen wir diesen einsamen, verzweifelten Mörder, werden seine Komplizen in Eis und Schnee.


Produktdetails

ISBN-10: 3-630-87272-7
EAN: 9783630872728
Originaltitel: Julius Winsome
Erschienen: 14.09.2009
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 206
Gewicht: 375 g
Übersetzer: Thomas Gunkel
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Thomas Gunkel

Thomas Gunkel, geb 1956 in Treysa, Erzieher, studierte Germanistik und Geographie und ist als Übersetzer tätig.

Gerard Donovan

Gerard Donovan wurde 1959 in Wexford, Irland, geboren und lebt heute im Staat New York. Er studierte Philosophie und Germanistik in Irland, arbeitete in einer bayerischen Käsefabrik, studierte klassische Gitarre in Dublin und trat als Musiker mit Schwerpunkt J. S. Bach auf. Er veröffentlichte Gedichtbände, Shortstorys und Romane und wurde mit dem "Kerry Group Irish Fiction Award" ausgezeichnet.

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Kundenrezensionen

  • Es ist kalt in Maine Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Helene Oberleitner, am 04.08.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Julius Winsome lebt alleine mit seinem Hund Hobbes in einer Jagdhütte weit draussen in den Wälder von Maine. Er ist ein eigenbrötlerischer Eremit, der allerdings sehr belesen ist und tausende Bücher in seiner Hütte hat.

    Dann wird eines Tages sein Hund erschossen, ein herber Verlust für ihn, denn Hobbes war sein letzter Freund. Er beschliesst seinen Hund zu rächen, und wir begleiten diesen verzweifelten Rachefeldzug.

    Trotz des brutalen Themas ein großartiger Roman über die amerikanische Seele und darüber, wozu wir fähig sind, wenn wir das Liebste verlieren, das uns noch geblieben ist.

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  • "Die Kälte des Winters" Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von M. Dupré, am 26.04.2011

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    Julius Winsome lebt zurückgezogen in einer Blockhütte in den tiefen Wäldern Maines, einige Kilometer von der nächsten Stadt entfernt. Er ist jedoch kein schrulliger Eremit, sondern ein kultivierter, belesener Mann, der am liebsten Shakespeare liest und seine Zeit mit seinem treuen Hund Hobbes verbringt. Doch eines Tages gellt ein Schuss durch die Eiswüste, und Hobbes liegt tot in einer Blutlache, niedergestreckt durch die Kugel eines Jägers. Winsome, seines besten und einzigen Freundes beraubt, gibt seinen Rachegefühlen nach und macht sich auf die Pirsch nach den Märdern seines Hundes.
    Ein eiskaltes Buch, mit schwer zugänglichem, aber faszinierendem Protagonisten, dessen Handlungsweise oft nicht leicht nachzuvollziehen ist. Das sprachlich brillante Werk voll von einer bitteren, distanzierten Rache-Atmosphäre, doch stets auf literarisch hochwertigem Niveau.

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  • Riesig spannend Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von V. Kulendik, am 23.04.2011

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    Kein typischer Krimi, aber spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Es ist erstaunlich, wie zwiespältig man für den Protagonisten empfindet. Ein Wechselbad der Gefühle. Dringend zu empfehlen.

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  • EIN FREUND SIEHT ROT! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Walter Fürhacker, am 20.04.2011

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    "Ich glaube, ich habe den Schuß gehört."
    So beginnt Donovans erschütternder Roman "Winter in Maine."

    Die Jagdsaison ist eröffnet. Im finsteren Grün des Waldes verhallen Schüsse. Nichts Ungewöhnliches in den tiefen, dunklen Wäldern Maines, in die sich Julius Winsome zurückgezogen hat. Er führt ein Leben in Einsamkeit, in Verbundenheit mit der Natur, der Schönheit des nordamerikanischen Sommers und der klirrenden Verlorenheit des eisigen Winters.
    Die Tragik nimmt einen bitteren Verlauf, denn der Schuß galt seinem treuen Freund, einem verspielten Pitbullterrier.
    Der Verlust seines Gefährten läßt Julius Winsomes schließlich ausrasten.

    Die Klarheit und Nüchternheit in Donovans Sprache hat mich zutiefst bewegt. Er beschreibt Dinge nicht, er fabuliert nicht darum herum, er sieht Dinge, Begebenheiten, Gefühle und blutet sie aufs Papier. Worte werden zutiefst lebendig, Sätze suchen in kräftigen, dann wieder hochsensiblen Schlingen ihren Weg zum Leser.

    Donovan meint in einem Kapitel: "Ausrufezeichen sind Satzzeichen, über die sich sein Vater oft beschwert hatte, weil es kraftlosen Worten als Krücke diente."

    Diese Satzzeichen braucht dieser Roman auf keiner Seite.

    Krücken hingegen brauchte mein Verstand, meine Gedanken, als ich die letzte Seite dieses Buches zuschlug und erkennen mußte, daß ich in keiner Lage meines Lebens, sei es das Verschmerzen eines Verlustes, das Einstecken einer Niederlage, ein ruhmreicher Sieg oder nur das einfache, stille Ausharren und Warten auf Nichts, weiß, zu welchen Taten ich in Extremsituationen fähig wäre.

    Ein starkes, eindrucksvolles Leseerlebnis.

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  • Auge um Auge - Wie rächt man einen Freund gerecht? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Heidi Hoffmann, am 27.03.2011

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    Julius Winsome ist die Hauptperson des Romans "Winter in Maine" von Gerard Donovan. Er lebt allein und zurückgezogen in einem einsam gelegenen Haus in den dichten Wäldern von Maine, nur Pitbullterrier Hobbes ist sein treuer Begleiter und Freund. An einem kalten Oktobertag wird Hobbes ganz in der Nähe seines Zuhauses erschossen, vermutlich absichtlich und Julius beginnt nach anfänglichem Entsetzen und großer Verachtung über die Tat einen Rachefeldzug der besonderen Art.
    Durch die Ich-Erzählperspektive ist der Leser ganz nah dran an Julius Geschichte, seinem Empfinden und wie es zu seinem Handeln kommt. Sein Vater hat ihn die Wortschöpfungen Shakespeares und deren Bedeutungen gelehrt, die er nun auf sein Erlebtes und sein Handeln anwendet , wodurch das Töten eines Menschen einen darzustellenden Sachverhalt abgibt und keine emotionale Tat.
    Julius und Hobbes ist ein Unrecht widerfahren, das wird dem Leser schnell bewusst und er leidet mit. Jedoch ist die Geschichte, die daraus entsteht, so fesselnd und spannend geschrieben, dass ich das Buch gar nicht aus der Hand legen wollte. Absolut lesenswert!

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  • meisterhaft Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 21.01.2011

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    dieser roman ist für mich der beste der letzten jahre! empörend, aufrührend und wiederum einfühlsam in die person des opfer-täters. wenn auch oft benutzt, hier aber absolut zutreffend: ein meisterwerk! und die nr.1 im bücherschrank.

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  • Man spürt förmlich den Schnee unter den Füßen knirschen... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Antje Roschlau, am 06.08.2010

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    Ein Buch, das nicht sehr umfangreich, dafür aber umso gewaltiger ist.
    Ein Winter in Maine ist dunkel, kalt und nicht unbedingt etwas für
    Zartbesaitete. Man taucht ein in die düsteren Wälder und die einsam
    stehende Hütte von Julius Winsome, die der Autor einem sehr gut vor
    Augen führt. Man ist direkt dabei, spürt die Kälte an der Nasenspitze
    und hört den Schnee unter den Füßen knirschen. Und man versteht diesen
    Mann sogar ein bißchen, dem sein einziger Weggefährte, ein Hund, durch
    einen Schuß genommen wurde und der auf eigene Faust beginnt die Jäger
    in der näheren Umgebung umzubringen. Am besten läßt sich dieses Buch an
    einem verregneten Wochenende auf der Couch oder im Winter in der warmen
    Badewanne genießen. Dann kommt garantiert die richtige Stimmung auf.

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  • Winter in Maine Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Agnes Bötticher, am 22.06.2010

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    Dieses Buch zieht den Leser von der ersten Seite an unglaublich in seinen Bann:
    es führt ihn in die Wälder von Maine, auf eine abseits gelegene Lichtung. Wir teilen dort die Anspanung eines Mannes, der fühlt, dass etwas unausweichlich Schlimmes auf ihn zukommt. Julius Winsome, 51 Jahre, lebt seit 25 jahren in einer abseits gelegenen hütte in den North Maine Woods, zuerst mit seinem Vater, und nach dessen Tod allein. Ein stiller friedfertiger Mann, der Blumenbeete anlegt und Shakespeare liebt. Seit 4 Jahren gibt es seinem Leben Hobbes, einen Pittbullterrier, seinen besten und einzigen Freund. Hobbes, auf dessen Rückkehr er jetzt wartet, vergeblich. Denn unweit der Hütte fiel ein Schuss....

    Die psychologische Studie eines Mannes, der liebt und dessen Liebe jetzt nur noch eine Ausdrucksform finden kann: Rache.
    Der es kannte, allein zu sein, und den jetzt die Einsamkeit trifft. so wie das einsetzende Winterwetter mit Schnee und unerbittlicher Kälte den sommer und alle damit verbundene Farb- und Blütenpracht beendet, so verändert sich innerhalb von wenigen Tagen auch sein gesamtes Leben.

    Ein Männerbuch, im Sinne der Romane von Cormac McCarthys.
    Und ein Buch für Frauen, die versuchen, die Seelenlandschaften von Männern zu erkunden.

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  • Wundervoll! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Cornelia Lütke Wöstmann, am 23.04.2010

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    Julius Winsome, 51, lebt allein mit seinem Pitbullterrier Hobbes in einer Hütte mitten in den Wäldern von Maine. Ringsherum nur Wald und die nächsten Hütten sind 5 km entfernt. Eines Tages findet Julius Hobbes blutüberströmt im Blumenbeet liegend, er hat eine klaffende Schusswunde. War es ein Jagdunfall?
    Er fährt sofort mit seinem Hund in das kleine Städtchen Fort Kent um einen Tierarzt aufzusuchen. Dort angekommen bricht für ihn eine Welt zusammen, Hobbes stirbt. Der Arzt teilt ihm mit, dass er aus allernächster Nähe erschossen wurde, aus einer Entfernung von ein paar Zentimetern. Hobbes wurde mit voller Absicht erschossen. Aber von wem? Julius begibt sich auf die Suche nach dem Mörder seines treuen Gefährten und beginnt einen Rachefeldzug. Zusätzlich werden mit dem erscheinen seiner einstigen Geliebten Claire alte Wunden aufgerissen. Es kommt Licht ins Dunkel. Findet Julius Winsome den Mörder seines Hundes Hobbes?



    Dieses Buch ist ein wunderbares Psychogramm eines Mannes, der auf Grund des schmerzhaften Verlustes seines treuen Gefährten all seine Prinzipien über den Haufen wirft und einen erschreckenden, unerwarteten Entschluss fasst.

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  • Ein großes Lob!!! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Peter Ross, am 06.04.2010

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    Hier wird in der Form eines Romanes nicht nur die 'Dämlichkeit' der meisten anderen Menschen dargestellt, auch die Unfähigkeit der Kommunikation untereinander sowie mit anderen Wesen!!!
    Die Sinnlosigkeit gewisser Kreise (Jäger, Polizei, ...) wird aufgezeigt.
    Leider ist der Schluß wie ... (selber lesen!!!)
    Klasse ist der Hinweis auf das Verhalten von Hunden, die Schwierigkeit von Menschen, sich zu unterhalten/verständigen, obwohl die selbe (!!!) Sprache gesprochen wird.
    -
    Kommt mir irgendwie bekannt vor: Man redet in der Firma meist gegen eine Wand, trotz Unterlagen und Beweise.
    Ein Hund ist ja nur ein Tier; tja: ich lebe auch alleine und habe einen Hund, besser gesagt: einen Kumpel. Auch habe ich viele Bücher, kein Telefon, TV für besondere Sendungen.
    Der Author hat hier voll ins Schwarze getroffen, wie im Buch (sniper ... ... ...)

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  • Nur Schüsse unterbrechen die Stille von Maine Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Michael Winter, am 03.04.2010

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    Da ist Gerard Donovan etwas ganz Besonderes gelungen. Ein Buch über die Stille - und spannend bis zur letzten Seite. Der Protagonist lebt seit 50 Jahren in den Wäldern von Main und ist eigentlich sehr sympathisch: Er besitzt eine riesige Bibliothek mit über 3000 Büchern und einen Hund - und als dieser Hund eines nachts erschossen wird, ändert sich alles. Julius nimmt seine Flinte und läuft Amok. Welche Motive dahinter stecken, das hält den Leser auf Trab. Man wird gekonnt immer wieder auf falsche Fährten gelockt und denkt sich, jetzt durchschaut man alles, aber dann ist es doch wieder ganz anders. Die Geschichte kommt in einer gekonnt erstklassigen Sprache daher, und mich würde es nicht wundern, wenn Sie das Buch an einem Wochenende durchlesen. Es hat ja auch nur gute 200 Seiten und relativ kurze Kapitel.

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  • Betörend/Verstörend Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Uta Iwan, am 31.03.2010

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    Selten hat mich ein Buch so ergriffen wie dieses. Auch beim zweiten Lesen war ich ganz gefangen in der kalten Winterwelt Maines. Julius Winsomes Geschichte ist ein literasches Erlebnis, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

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  • SCHARFSCHÜTZE TRIFFT SHAKESPEARE Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 23.02.2010

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    Dieses 200-Seiten Buch erzählt die Geschichte des wortkargen, etwas eigenbrötlerischen
    Julius Winsome. Julius ist 52, liebt seine 3282 Bücher (darunter viele Shakespeare-Ausgaben) und lebt von Kindesbeinen an in einer Hütte in der amerikanischen Wildnis. Das Lee-Enfield-Gewehr Modell 14 seines Großvaters liegt wohlverwahrt im Schuppen nebenan.
    Autor Gerad Donovan entwickelt von der ersten Seite an daraus eine Geschichte voller Esprit, Spannung und atemloser Dramatik. Donovan erzählt frisch und unverbraucht in bester Hemingway’scher Tradition. Große Lebensfragen über Moral, Liebe, Natur und Tod werden verblüffend und äußerst intelligent miteinander verknüpft.
    Ein kleines Erzähl-Juwel!

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  • Winter in Maine Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Martina Fiß, am 12.02.2010

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    Julius Winsome lebt Zeit seines Lebens in einer einsamen Hütte in den Wäldern von Maine.Seine einzigen Begleiter sind sein
    Hund, der Pitbullterrier Hobbes, und die über
    3000 Bücher seines verstorbenen Vaters.
    Eines Tages wird sein Hund erschossen und
    für Julius bricht eine Welt zusammen.Er
    nimmt die Schrotflinte seines Vaters , streift durch die verschneiten Wälder und
    übt wie selbstverständlich Selbstjustiz.
    Erstaunlicherweise kann der Leser dieses
    Verhalten nicht einmal verurteilen.
    Das Schöne an diesem Buch ist für mich,
    dass man völlig von der Atmosphäre gefangen
    ist.

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  • Willkommen in der Welt des Julius Winsome Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Christian Schumacher, am 01.02.2010

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    Ein beeindruckendes Buch, das ich nicht mehr aus den Händen legen konnte. Als ich es nach dem Lesen des letzten Satzes dann doch tun musste, war ich für einen kurzen Moment perplex. Das sind die Bücher, an die man sich noch lange erinnern wird. Der Autor Gerard Donovan beschreibt die Gedankenwelt des Einsiedler Julius Winsome mit einer solchen Präzision, das man glaubt diesen Mann wirklich zu kennen. Doch jedes Mal wird man überrascht von den Taten dieses sich nach Gerechtigkeit sehnenden Mannes.

    Betreten sie die Gedankenwelt eines Mannes, der der Gesellschaft auf der Suche nach Zufriedenheit den Rücken gekehrt hat. Eines Mannes der die Literatur ebenso liebt, wie die Tiere des Waldes. Eines Mannes, der sich selber nicht immer sicher ist, ob nun die Gesellschaft oder doch er selber verrückt ist. Gehen sie mit ihm auf die Suche nach Gerechtigkeit, aber erwarten sie keine Gerechtigkeit, denn Julius Winsome befindet sich im Krieg.

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  • Winter in Maine Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Romeo Schmidt, am 19.01.2010

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    Julius Winsome, dessen einziger Freund, sein Hund, erschossen wurde, nimmt sein
    Lee Enfield Gewehr und beginnt Jäger zu töten, von denen einer seinen Hund getötet hat.
    Donovan schafft es, daß der Leser seinen Täter/Mörderabsichten folgen kann. Der Autor offenbart eine glasklare Sprache, die die existenziellen Seiten des Menschseins beschreibt. Ein athmosphärisch dichtes Buch mit einem überraschendem Ende.

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  • (K)ein Wintermärchen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von B. Keller, am 15.01.2010

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    Der eigenbrötlerische Julius Winsome lebt seit Jahrzehnten zurückgezogen in einer Hütte in den Wäldern von Maine. Gesellschaft leisten ihm nur seine 3000 Bücher und sein Hund Hobbes. Als Hobbes eines Tages erschossen wird, gerät Julius’ in Gleichgültigkeit verbrachtes Leben aus den Fugen und er greift nach seiner Schrotflinte.
    Diese Buch ist ein Phänomen, denn man begleitet einen Mann durch verschneite Wälder, der so selbstverständlich Selbstjustiz verübt, wie er diese mit Shakespearezitaten kommentiert; und doch empfindet man nicht eine Sekunde der Antipathie für diesen Mörder, der noch eine Daunendecke über das Grab seines Hundes legt, damit dieser mit gewohnten Gerüchen schlafen kann. Und das ist das wirklich Bemerkenswerte an diesem Buch, dass man sich als Leser einfach nicht in die Position bringen kann, verächtlich den Kopf zu schütteln, auch wenn Julius ohne mit der Wimper zu zucken, erst schießt und dann fragt „Hast du meinen Hund getötet?“ Donovan seziert nicht seinen Protagonisten sondern den Leser. Und ab Seite 100 merkt man, dass „Winter in Maine“ eigentlich nichts anderes ist, als ein Spiegel. Julius handelt und wir dürfen dieses Handeln bewerten und nicht zuletzt mit Emotionen füllen. Welcher Art diese Emotionen sind, wird jeder selbst entscheiden müssen, aber nach der Lektüre des Romans weiß man ein bisschen mehr über sich selbst, als vorher.
    Ein zutiefst verstörendes Buch darüber, wie schnell der Verlust eines geliebten Lebewesens den völligen Verlust von Moral mit sich führen kann!

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  • Winter in Maine Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Myrtis Gasse, am 15.01.2010

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    Julius Winsome lebt zurückgezogen in einer kleinen Hütte in den endlosen Wäldern von Maine. Zerstreuung bietet ihm die umfangreiche Bibliothek seines verstorbenen Vaters und sein Pitbullterrier Hobbes. Die Liebe zu dem Hund ist so rein und ehrlich, daß Hobbes zum einzigen Freund für Julius wird.
    Doch eines Tages bricht das Unglück in das beschauliche Leben des Einsiedlers herein. Ein Jäger erschießt Hobbes in den Wäldern und der Hund stirbt in Julius' Armen. Der Verlust des geliebten Freundes trifft ihn mit solcher Wucht, daß sein Leben völlig aus der Bahn gerät. Denn mit der Trauer schleicht noch etwas anderes von draußen zur Tür herein, der Hauch von etwas, das Julius nicht kennt: das Verlangen nach Rache! So holt er letztendlich das Gewehr seines Großvaters aus der Scheune und beginnt, wahllos Vergeltung zu üben.
    Das feine, melancholische Netz, das der Autor über uns spinnt, die weiten Wälder von Maine und die unumstößliche Freundschaft zwischen Mensch und Tier lassen uns am Ende bewegt und nachdenklich zurück!

    Eines meiner Lieblingsbücher in diesem Winter und völlig zurecht von "The Guardian" zum "Buch des Jahres 2008" gewählt!"

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  • War schwer begeistert Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Conny Hannesschläger, am 12.01.2010

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    Und hüte dich vor den Guten und Gerechten!Sie kreuzigen gerne die, welche ihre eigene Tugend erfinden-sie hassen den Einsamen...Julius Winsome kennt die Einsamkeit wie kaum ein anderer, doch als diese Einsamkeit gestört wird, nimmt sein Leben einen mörderischen Lauf!
    Ein einzigartiger, literarisch gut gelungener Roman...ein beeindruckendes Debut!

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  • Top 10 Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von MYTHOS, am 11.01.2010

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    Dieses Buch reihe ich zusammen mit "Die Strasse" von Cormac McCarthy in die Top 10
    des letzten Jahrzehnts.
    Muss man gelesen haben.

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30. Oktober - 2. November


Ich glaube, ich habe den Schuss gehört.
Es war ein kalter Nachmittag Ende Oktober, und ich saß in meiner Hütte auf dem Stuhl neben dem Holzofen und las. Durch diese Wälder streifen viele mit Gewehren bewaffnete Männer, meist in abgelegenen Gegenden, wo niemand wohnt, und besonders am ersten Tag der Jagdsaison, wenn die Leute aus Fort Kent oder noch kleineren Städten mit ihren langen Gewehren in Pick-ups heraufkommen, um Hirsche oder Bären zu jagen, durchsieben ihre Schüsse die Luft.
Doch der metallische Knall, der durch den Wald hallte, schien ganz aus der Nähe zu kommen, nicht mehr als einen Kilometer entfernt, falls das tatsächlich die Kugel war, die ihn tötete. Ehrlich gesagt, habe ich mir seither so oft vorgestellt, ihn zu hören, habe ich das Tonband dieses Augenblicks so oft zurückgespult, dass ich den realen Klang des Gewehrs nicht mehr vom eingebildeten unterscheiden kann.
Das war nah, sagte ich, legte ein weiteres Scheit aufs Feuer und schloss die Ofentür, bevor der Rauch hervorquellen und sich im Zimmer ausbreiten konnte.
Die meisten Jäger, auch die Anfänger, blieben im offenen Wald, weiter westlich in den North Maine Woods und bis zur kanadischen Grenze hinauf, aber ein gutes Gewehr ist weithin zu hören, und ohne Mauern und Straßen lässt sich die Entfernung nur schwer schätzen.
Dennoch kam es mir zu nah vor. Die erfahrenen Jäger wussten, wo ich wohnte, wo sich all die Hütten im Wald befanden, manche deutlich zu sehen, manche versteckt. Sie wussten, wo man keine Waffe abfeuern durfte und dass Kugeln so lange fliegen, bis sie irgendwo einschlagen.
Im Ofen brannte ein schönes Feuer, das meine Beine wärmte, und ich las die Kurzgeschichte von Tschechow zu Ende, in der ein Mädchen nicht schlafen kann und das Baby die ganze Zeit schreit, und weil ich mich völlig darin vertieft hatte, fiel mir gar nicht auf, dass mein Hund weg war. Vor ein paar Minuten hatte ich ihn hinausgelassen, und es war nicht ungewöhnlich, dass er sich von der Hütte entfernte, obwohl er meistens in einem Umkreis von hundert Metern blieb, seinem Territorium, seinem Besitz.
Ich ging zur Tür, rief nach ihm und dachte wieder, dass der Knall ein bisschen zu nah am Haus gewesen war, sah dann zehn Minuten später noch einmal nach, konnte meinen Hund aber nirgends entdecken, er kam nicht, als ich - jedes Mal lauter - nach ihm rief, und auch als ich zum Waldrand ging und pfiff, die Hände um den Mund legte und brüllte, war nichts von der braunen Gestalt zu sehen, die sonst immer aus dem Unterholz hervorbrach.
Der Wind war kalt, und ich schloss die Tür und schob das Handtuch davor, damit es nicht zog. Dann blickte ich auf die Uhr, was in den Wintermonaten nur selten vorkommt.
Es war vier Minuten nach drei.


In den Norden von Maine kommt der November mit einem kalten Wind aus Kanada, der ungebremst durch den gelichteten Wald fegt und Schnee über die Flussufer und die Hänge der Hügel breitet. Es ist einsam hier oben, nicht nur im Herbst und im Winter, sondern immer. Das Wetter ist trüb und rau, die Landschaft ist weit und rau, und dieser Nordwind weht unbarmherzig durch jeden Spalt und bläst einem manchmal die Silben aus den Sätzen.
Ich bin in diesen Wäldern aufgewachsen, dem Waldland am westlichen Rand des St. John Valley, das an die kanadische Provinz New Brunswick grenzt und sich mit seinen sanften Hügeln und den kleinen, abgelegenen Siedlungen an den Ufern und südlich des St. John River entlangzieht. Mein Großvater war Akadier, wie meine Mutter, und baute die Hütte aus mir unbekannten Gründen meilenweit entfernt von den anderen Franzosen, auf baumbestandenem Land in der Nähe des großen Waldgebiets im westlichen Teil des Tals. Damals lag die Hütte sogar noch abgeschiedener als heute, was seltsam war, denn eigentlich hielten diese Leute zusammen: Die meisten, die in den Siedlungen hier wohnten, stammten von Akadiern ab und waren 1755 von den Briten aus Nova Scotia vertrieben worden. Einige gingen in den Süden nach Louisiana, die Übrigen landeten im Norden von Maine - ein Volk der Extreme, wie mein Vater sagte, Bewohner des tiefsten Südens und des höchsten Nordens.


Auch wegen der Winter war es seltsam. Mein Großvater errichtete die Hütte auf zwei Morgen gerodetem Land, ringsum von Wald umgeben, und mein Vater baute eine große Scheune an, noch größer als die Hütte, wo er sein ganzes Werkzeug, den Pick-up und all das aufbewahrte, was zerbrechlich war oder leicht verlorenging und die sechs Wintermonate im Freien nicht überstehen würde. Der Wald setzte sich aus Nadel- und Laubbäumen zusammen - Kiefern, Eichen, Fichten, Tannen und Ahorn -, und wenn sich die Blätter im September gelb und rostrot färbten und wie vertrocknete Haut abfielen, wenn sie sich im Oktober bräunlich auf dem Waldboden kräuselten und in den November davongeweht wurden, war es, als würden die Bäume rings um die Hütte zurückweichen, sich schrittweise entfernen.
Die Hütte stammt vom französischen Familienzweig meiner Mutter, denn mein Vater war Engländer, doch von ihm erbte ich sie. Er sagte, es sei kaum zu glauben, dass dieses Tal der sanft gewellten Landschaft Mittelenglands gleiche, aber statt der englischen die französische Sprache in diesen Hügeln erschalle. Auch das war eine seltsame Entscheidung - eine Akadierin, die einen Engländer heiratete -, doch es heißt, meine Mutter ging stets ihren eigenen Weg, und Akadier lassen sich ohnehin keine Vorschriften machen.
Die Hütte verschmilzt mit dem Wald oder der Wald mit der Hütte. Man steigt im Wald über einen Zweig, und plötzlich steht man auf einer Veranda und muss ganz vorsichtig sein. In diesen Wäldern wohnen viele Männer, die sonst nirgends leben können. Sie leben allein und sind noch für die geringste Beleidigung empfänglich, darum sollte man sich lieber gut benehmen oder erst gar nichts sagen. Sie kommen in den Norden, um ihr Lebensende abzuwarten, oder sie waren ohnehin hier und bleiben aus demselben Grund.

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