Zeiten des Aufruhrs. dtv-Taschenbücher,  Band 13249
Leseprobe

Zeiten des Aufruhrs. dtv-Taschenbücher, Band 13249

Roman. Mit e. Nachw. v. Richard Ford

von Richard Yates

Buch

Taschenbuch (373 Seiten)

6. Auflage

Sprache: Deutsch

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Frank und April, ein Paar, das zu allen Hoffnungen Anlass gibt, talentiert, jung, gutaussehend, er mit einem Job in der City, sie, eine erfolgreiche Schaupielschülerin, widmet sich zunächst noch den eigenen Kindern - in Erwartung des bevorstehenden gesellschaftlichen Aufstiegs. Doch das Leben hält anderes bereit: Frank verstrickt sich in eine Affäre, April erstickt im Vorstadtmuff, und ihre Träume werden immer verstiegener. Wie lange werden sie die Illusion aufrechterhalten können? Alles steuert auf eine Katastrophe zu.
Mit psychologischer Genauigkeit und literarischer Finesse beschreibt Richard Yates die Zerstörung eines Traumes, der von Anfang an Selbstbetrug war.

Produktdetails

ISBN-10: 3-423-13249-3
EAN: 9783423132497
Originaltitel: Revolutionary Road (Little, Brown Co., Boston, Massachusetts, USA 1961)
Erschienen: 01.10.2004
Verlag: dtv
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 6. Auflage
Seitenzahl: 373
Gewicht: 315 g
Übersetzer: Hans Wolf
Reihe: dtv-Taschenbücher
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Richard Yates

Richard Yates wurde 1926 in New York geboren und lebte in Kalifornien. Seine preisgekrönten Stories erschienen von 1953 an. 'Zeiten des Aufruhrs' ist sein erster Roman. Richard Yates starb 1992.

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Kundenrezensionen

  • eindringliches Werk Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von joelina, am 26.06.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Per Zufall habe ich dieses Buch entdeckt, dass in den 60er Jahren sehr bekannt war und jetzt wieder hoch aktuell ist. Die Szenen einer Ehe - die auch heute noch bestimmt in vielen Beziehungen ähnlich verlaufen. Das Schlittern in eine ungewollte Elternschaft, der Traum eines Häuschens außerhalb der Stadt - Spießigkeit, die nie gewollt und doch gelebt wird. Interessante Nebenfiguren und ein Insasse einer Psychiatrie, der vielleicht der einzig Normale ist. Bis zum tragischen Ende - aber mehr will ich nicht erzählen. Das Buch lässt sich sehr gut lesen und hat mich berührt. Es ist hoch interessant, diese Verflechtungen der Figuren und die Entwicklungen zu beobachten. Interssant für jede-n Leser/Leserin.

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  • das Scheitern einer Liebe Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Sabrina Wallant, am 10.11.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Eigentlich hatten sie sich das Leben ganz anders vorgestellt und bevor sie es sich versahen wachten sie in einem Vorstadtalptraum auf und es war zu spät daran noch etwas zu ändern...
    Ein gutes Buch, obwohl es eine sehr traurige Geschichte ist. Sehr zu empfehlen!

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  • Observierend, trocken und dennoch einfühlsam Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Sascha Chrétien, am 23.03.2009

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Frank und April Wheeler haben sich den Amerikanisch Traum der 50er Jahre verwirklicht. In einem gepflegten Vorort von New York verkörpert das Pärchen die perfekte Familie mit zwei wunderbaren Kindern, einem Vorzeigehaus, Engagement in der Gemeinde und beschwingte Cocktailparties. Doch das einzige was die zwei jungen Leute wirklich verbindet ist die traurige und verbitterte Einsamkeit in der Zweisamkeit. Schnell bröckelt die Fassade des Picture Perfect und zum Vorschein kommen Psychogramme zweier emotional scheiternden Persönlichkeiten. Observierend, trocken und dennoch einfühlsam schafft es Richard Yates mit dieser Erzählung den Leser zu fesseln in die Geschichte mit hinein zu ziehen.

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  • Die amerikanische Scheinmoral Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 14.10.2008

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Tolles Buch - vom Bröckeln der amerikanischen Scheinmoral der 1950er. Vieles ist noch heute aktuell und aktueller den je.

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  • Von Acht bis Feierabend Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Polar, am 25.06.2007

    1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Die Fünfziger Jahre gelten vielen Menschen als Sinnbild der gesellschaftlichen Einöde, des moralischen Diktats, wirtschaftlichem Aufschwungs. Wer Richard Yates Roman gelesen hat, vermag sich kaum damit zu beruhigen, daß diese Zeiten ja längst hinter uns liegen. Viele Varianten von Frank und April Wheeler finden sich in unseren gestylten Eigentumswohnungen, ökologischen Siedlungen, in den Bauten der Sechziger, Siebziger Jahre wieder. Und sie schlagen sich alle mit demselben Problem herum, was passiert, wenn mir auffällt, daß das nicht alles im Leben gewesen sein kann, was das Leben mir zur Zeit zu bietet. Dann hüpft der ein oder andere Seitensprung aus der Nachbarschaft, erfüllt einen das ausschließliche Dasein für die Kinder und Ehemann nicht mehr, beginnt man im anderen zu forschen, was einen an ihm oder ihr enttäuscht und was man alles ändern möchte. Glückliche Ehen und erfolgreiche Berufe reichen oftmals nicht aus, um den inneren Drang zu besänftigen, wenn man sich erstmal als Spießbürger eingerichtet hat. Die Möglichkeiten, die sich einem bieten, übersieht man dabei leichthin. Yates zertrümmert diesen Traum nicht, er seziert ihn in seinem Übermut, seiner Arroganz und läßt zwischendurch immer wieder seinen Humor aufblitzen, ohne den Ehen wie die der Wheelers nicht zu ertragen wären.

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Das Problem war, daß er den ganzen Nachmittag über in der Stadt, wie gelähmt von dem, was er als den "denkbar ödesten Job" bezeichnete, seine Kraft aus der Vorstellung von Szenen bezogen hatte, die an diesem Abend ablaufen sollten: wie er nach Hause eilen, lachend seine Kinder in die Luft schwingen, einen Aperitif hinunterkippen und bei einem frühen Abendessen mit seiner Frau plaudern würde, wie er sie anschließend, seine beruhigende Hand auf ihrem straffen, warmen Schenkel ("Wenn ich doch bloß nicht so nervös wäre, Frank!"), zur High School fahren würde, wie er gebannt und stolz dasitzen, dann aufstehen und bei fallendem Vorhang in den donnernden Beifall einstimmen würde, wie er sich begeistert und aufgelöst durch die jubelnde Menge hinter der Bühne durchkämpfen und seiner Frau den ersten tränenreichen Kuß abfordern würde ("War es wirklich gut, Liebling? War es wirklich gut?") und wie sie schließlich beide, in der bewundernden Gesellschaft von Shep und Milly Campbell, irgend wo auf einen Drink Station machen und, unter dem Tisch einander die Hände haltend, das Ganze noch einmal durchsprechen würden. Nirgends in diesen Vorstellungen hatte er das Gewicht und den Schock der Realität vorausgesehen; nichts hatte ihn davor gewarnt, daß er von dem faszinierenden, strahlenden Anblick eines Mädchens, das er seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, überwältigt sein würde, daß dessen Blicke und Gebärden ihm vor Sehnsucht die Kehle zuschnüren würden und daß dieses Mädchen vor seinen Augen dann wieder vergehen und sich in das reizlose, leidende Geschöpf verwandeln würde, dessen Existenz er jeden Tag seines Lebens zu leugnen versuchte, das er jedoch ebenso gut und schmerzlich kannte wie sich selbst, eine magere, verklemmte Frau, deren gerötete Augen vorwurfsvoll blitzten, deren falsches Lächeln ihm so vertraut war wie seine Füße, seine klamme, immer nach oben rutschende Unterwäsche und sein herber Geruch.

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