Im Winter dein Herz

Roman

von Benjamin Nach dem Roman Lebert

Buch

gebunden (156 Seiten)

Sprache: Deutsch

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In einem schwarzen Suzuki Samurai fahren sie durch ein weißes, vom Winter erfasstes Land. Es ist das Land, das man kennt, und doch ist es anders. Das Schweigen der Häuser, die verschlossenen Fensterläden erzählen von tiefen Träumen, und kaum ein Mensch zeigt sich auf den Straßen. Die drei Reisenden kennen sich nicht gut. Der Zufall hat sie zusammengeführt - jeder mit seiner Geschichte und seinen Geheimnissen -, und ihre Fahrt durch den Schnee in Richtung Süden wird zu einer Reise dorthin, wo nicht nur der Winter zu Ende geht. Benjamin Lebert hat einen poetischen Roman über Freundschaft und die Wege, der Kälte zu trotzen, geschrieben.


Pressestimmen:

Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 07.05.12
Deutschlands Literatur-Wunder meldet sich zurück. Einstiges Literatur- Wunder trifft es heute wohl besser. Der Stern des gefeierten Jungautoren ist im letzten Jahrzehnt ziemlich verblasst, von Auflagenzahlen seines Debütbestsellers Crazy kann Lebert heute nur noch träumen. Sein neues Werk ?Im Winter dein Herz? ist eine einfühlsame Geschichte. Man merkt, Benjamin Lebert ist erwachsen geworden. Aber auch der Roman blickt zurück in die Jugend, er streift das Alter, aber am meisten spielt er im Leben mittendrin. Leider kratzt die Geschichte nur an vielen Oberflächen, tiefer geht?s selten. Das ist schade, denn mit dieser Ausgangslage war mehr möglich. Die beiden Hauptfiguren Robert und Kudowski haben nach eigener Aussage einen gehörigen Sprung in der Schüssel. Anninas Schüssel ist dagegen völlig in Ordnung. Sie sagt, ihre Schüssel ist Feinstes Porzellan. Benjamin Lebert kann leider immer noch keinen großen Roman erzählen, er bleibt stecken in kleinen Geschichten ohne großen Nachhall.

Produktdetails

ISBN-10: 3-455-40360-3
EAN: 9783455403602
Erschienen: 22.02.2012
Verlag: Hoffmann und Campe
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 156
Länge/Breite: 213mm/134mm
Gewicht: 271 g
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Benjamin Nach dem Roman Lebert

Benjamin Lebert, Jahrgang 1982, lebt in Hamburg. Er hat mit zwölf Jahren angefangen zu schreiben. 1999 erschien sein erster Roman, "Crazy", der in 33 Sprachen übersetzt und von Hans-Christian Schmid fürs Kino verfilmt wurde.

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Kundenrezensionen

  • Abkühlung garantiert! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Helga Rom, am 30.06.2012

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    Dieses Buch wird Sie hineinziehen in eine klirrend kalte, einsame Winterlandschaft. Mitteleuropa hat beschlossen, den Winter über die gesamte Bevölkerung in einen Schlaf zu versetzen. Nur wenige halten sich nicht an die Vereinbarung und bleiben wach. Mitten in dieser Szenerie trifft die Leserin auf drei Personen, die sich in der Einsamkeit gefunden haben. Lebert erzählt spannend das Schicksal der Personen und schafft garantiert eine winterliche Atmosphäre - egal was die Außentemperatur bei Ihnen anzeigt.

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  • Im Winter dein Herz Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von M. Dupré, am 08.06.2012

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    Benjamin Lebert ist einer jener Schriftsteller, die bisher völlig an mir vorbeigingen. Nicht mal sein hochgelebtes und weithin bekanntes "Crazy" habe ich, ich gebe es zu, gelesen. Warum also nicht einfach mal bei "Im Winter dein Herz" anfangen und schauen, ob's gefällt?

    In einer Welt, in der die meisten Menschen in Deutschland mittels eines Medikamentes jedes Jahr einen kompletten Monat Winterschlaf halten, reisen der sensible und magersüchtige Robert, der grobschlächtige Kudowski und die kesse Annina durch ein verschneites und menschenleeres Deutschland, immer auf der Suche nach etwas zu essen und einer Auftankmöglichkeit für ihr Gefährt, einen schwarzen Suzuki namens Ritchie Blackmore. Es geht viel um Zwischenmenschliches in der bewußt handlungsarmen Story, oft erhascht der Leser einen klitzekleinen Einblick in die Seele eines der Protagonisten, bevor das Kapitel und damit die Figuren wieder wechseln. Um die Liebe geht es, um die Freundschaft, aber auch um die Verletzlichkeit, die diese unsicheren Seelen in sich tragen.

    "Im Winter dein Herz" wirkt wie ein Kurzfilm in betörend schönen Bildern, die man sich gerne anschaut, bei denen man sich jedoch letztlich ärgert, warum niemand einen zweistündigen Kinofilm daraus macht. Gerne möchte man mehr wissen, noch ein wenig in die Stimmung dieses Buches eintauchen und die Figuren noch klarer umrissen sehen. Doch der Autor gewährt nur diesen kurzen Blick - für mich schön, aber letztlich unbefriedigend.

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  • Atemberaubend schön! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Alexandra Auer, am 15.05.2012

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    Drei einander vollkommen fremde Personen - Robert, Annina und Kudowski - begeben sich auf eine wundersame Reise durch die schlafende Winterlandschaft Deutschlands. Grund für die stille sowie totenhafte Szenerie ist ein durch Tabletten eingeleiteter Winterschlaf, welchen die Menschen ins Reich der Träume katapultiert. Doch diese zauberhafte Reise soll auch zu einem Ziel führen; nämlich zu Roberts Vater, welcher im Sterben liegt und noch dringend eine wichtige Botschaft von seinem Sohn erfahren muss.

    Ein poetischer Roman, der nicht nur eine ungewöhnliche Freundschaft, sondern auch eine funkelnde, märchenhafte Umgebung beschreibt um den Leser eben dorthin zu ziehen: In die Winterlandschaft, in der man nur allzu gerne sein Herz lässt!

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  • Im Winter dein Herz Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Stephanie Hofmann, am 19.03.2012

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    Benjamin Lebert erzählt und von der Liebe.
    Wo wir sie finden, wo sie uns findet... Im Winter, im Gefängnis, einfach überall kann man ihr begegnen.

    Das Leben ist Schlaf, dessen Traum die Liebe ist.
    Du wirst gelebt haben, wenn Du geliebt haben wirst.

    Mehr als Alfred de Mussets zwei wundervolle Sätze fällt mir dazu auch nicht ein.

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  • Eine poetische Reise zu sich selbst Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Michael Lehmann-Pape, am 05.03.2012

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    "Wenn ich mir ein zu Hause vorstelle, dachte er, muss es wie eine Muschel sein. Glatt, still, beschützend. Mit einem Inneren, in dem ich ganz verschwinden kann“.

    Und ein zu Hause sucht er. Robert. Nicht umsonst ist er auf dem Weg zu seinem Vater. Ein Weg, der eilt. In diesem Winter in Deutschland. Sicher, vordergründig sucht jener Robert mit seinen zwei engen Weggefährten nach dem, was man gemeinhin unter den Oberbegriff „Liebe“ einordnen kann. Aber die kurzen Einwürfe nach den jeweiligen erzählenden Kapiteln weisen den Weg genauer. „Geborgenheit“ ist das Oberthema. Eine Geborgenheit in sich selbst, aber auch im Äußeren dessen, was das Leben ausmacht.

    In einem Land, das unter einer arktischer Winterdecke liegt. In dem die Menschen seit Jahrzehnten bereits dazu übergegangen sind, einen medikamentös gesteuerten Winterschlaf zu halten. Auch dies darf beruhigt metaphorisch verstanden werden als eine bildliche Rahmung des Lebens in einem Land, einer Gesellschaft, die als kalt empfunden werden kann, die wie im taumelnden Schlaf sich vorwärtsbewegt und „wache Gedanken“ lieber weit an den Rand schiebt. Mit Ausnahmen natürlich. Ausnahmen, auf die Robert (der Grübler) mit seinen beiden Wegbegleitern, der Tankstellenfrau Annina (die Kalte) und dem berufsunfähigen, Polizisten Kudowski (der Macho), den Robert in der Klinik kennengelernt hat.

    Auf ihrer winterlichen Reise in einem Suzuki Samurai von Göttingen nach München durch ein Land im Winterschlaf, in dem nur das Notwendigste an Versorgung gewährleistet ist, treffen die drei Reisenden zum einen und allerersten auf sich selbst. Auf ihr Miteinander in aller Verschiedenheit. Auf die eigene Verschlossenheit und Einsamkeit, die auch zotige Sprüche und ironische Sätze nicht verbergen können. Machen Station in einsamen Herbergen, in denen sich jene paar Menschen versammeln, die den Winterschlaf entweder ideologisch ablehnen oder zur minimalen Aufrechterhaltung eines Winterdienstes benötigt werden.

    Benjamin Lebert setzt seine Leser zum Glück nicht „einfach so“ hinein in diese vertraute, andererseits fremd wirkende „deutsche Welt“. Er erläutert wie nebenbei die Idee hinter dem Winterschlaf, führt dabei mühelos über die verschiedenen Bedeutungsebenen der Worte und Sätze und Bilder und erzählt Seite für Seite von einer Suche unter widrigen Umständen.

    „Aber was war ihre Suche, war dieses nicht bequem liegen können? Er glaubte, dass es etwas damit zu tun hatte, dass sie eine Persönlichkeit sein wollte“.

    Erst ganz allmählich lässt Lebert Gedankenfetzen, Stichworte auftauchen, anhand derer die Geschichte der Figuren, deren Verletzungen und deren Sehnsucht klarer wird. Nicht umsonst mündet das Buch im Übrigen in ein altes Kirchenlied, in dessen Versen Suche, Sehnsucht und Finden sich offenbaren werden. Später, nach weiten Wegen durch ein Land im kalten Schlaf.

    Bildreich und in wunderbarer, melancholischer Sprache entführt Lebert in seinem neuen Roman in eine vertraut-fremde Welt, in der er seine differenziert gestalteten Personen Schritt für Schritt zu sich selber finden lässt. Auf eine Art und Weise, die auch beim Leser lange nachhallt und über das Buch hinaus Impulse für ein mehr an Wagnis und Risiko im eigenen Leben setzt. Hin zu dem, was man „innere Heimat“ oder eben „Liebe“ nennen kann.

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  • Poetisch und melancholisch Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von kiwi_, am 04.03.2012

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    Wenn der erste Schnee fällt und der Winter Einzug in Deutschland hält, dann ziehen sich die Menschen zurück in ihre Häuser und halten Winterschlaf.
    Robert, der in Waldesruh in einer Klinik für Psychatrie gelandet ist, hat diesen Winter jedoch andere Pläne. Er will nach München, zu seinem kranken Vater und ihm noch einmal sehen. Noch einmal mit ihm reden und ihm zeigen, das er da ist. Zusammen mit Kudwoski, ebenfalls Patient in Waldesruh und der Tankestellenkassiererin Annina, die in der Nähe arbeitet, machen sie sich in einem schwarzen Suzuki Samurai auf den Weg Richtung Süden.
    Ihre Reise führt sie durch ein Land, das man kennt, dass aber dennoch anders ist. Die scheinbar verlassenen Dörfer, verriegelten Fensterläden und einsamen Straßen erzählen von tiefen Träumen und fast kein Mensch zeigt sich auf den Straßen.
    Die drei kennen sich nicht gut, der Zufall hat sie jedoch zusammen geführt. Alle drei mit ihren Geschichten und Geheimnissen werden Freunde. Und ihre Fahrt in den Süden führt sie zu einer Reise dorthin, wo nicht nur der Winter zu Ende geht.

    Mit seinen 156 Seiten ist man angeregt, dieses Buch in einem Rutsch durch zu lesen. Man kommt leicht in Versuchung zu denken das es für 'Zwischendurch' genau richtig ist, aber das ist es ganz und gar nicht.

    In diesem Buch stecken viele Botschaften zwischen den Zeilen, die ganz leise und melancholisch daherkommen, dass man sich Zeit nehmen muss um es zu lesen und zu verstehen. Fast schon poetisch kann man die Schreibweise von Benjamin Lebert bezeichnen. Wie er dir Welt im Winterschlaf beschreibt, die Stille, das Knirschen des Schnees unter den Schuhen. So fühlbar und spürbar, als wäre man mittendrin.

    Das Buch ist jedoch keine leichte Kost. Alle drei Protagonisten haben ihre Geschichte zu erzählen, ihr Säckchen zu tragen. Annina, die eigentlich Türkin ist, viele Pläne im Leben hatte und am Schluss an einer Tankstelle als Kassiererin gelandet ist. Kudowski, der im Knast saß und Robert, der sich mit dem Essen ziemlich schwer tut und irgendwie immer das Gefühl hat, er sei nicht gut genug.

    Als Leser bleibt am Ende die Frage, was hat es mit dem Winterschlaf eigentlich auf sich? Eine Tatsache, auf die ich in diesem Buch gut hätte verzichten können, ist auch nie geklärt worden, warum der Winterschlaf scheinbar notwendig sein soll, wenn auch einige Menschen im Buch gut ohne ihn auskommen. Auch die Erzählweise von Lebert hat kleine Schwachpunkte. An besonders interessanten Stellen wird der Erzählfluss manchmal urplötzlich unterbrochen um Kindheitserinnerungen in die Handlung mit einzubauen, was oft das Lesen der Geschichte erschwert, da man völlig rausgerissen wird und besonders emotionle Stellen sich stellenweise nicht wirklich entfalten können.

    Das Buch ist, wie gesagt, keinesfalls leichte Kost. Wer hier eine Liebesgeschichte oder einen typischen Roadmovie erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein. Wer jedoch ein Buch mit Tiefgang und poetisch/philosophischer Ausdrucksweise bevorzugt könnte damit bestens bedient sein. Man tut sich als Leser schwer dieses Buch einzuorden, es hinterlässt einen jedoch mit vielen Fragen und beschäftigt, zumindest mich, auch nach der Lektüre noch immer.

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  • Drei Monate Winterschlaf halten zu können Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Birgitt Schweren-Wolters, am 02.02.2012

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    scheint anfangs eine verlockende Idee. Nicht aber für die drei Reisenden, zwei Männer und eine Frau, die in einem schwarzen Geländewagen durch ein winterliches Land fahren. Zufällig haben sie sich in einer Klinik kennengelernt, wo man sie als therapeutisches Programm mit Hilfe von Schlafmedikamenten von Januar bis März außer Gefecht setzen will. Jeder hat seine eigenen unangenehmen Erfahrungen gemacht und seine Geheimnisse, die der Leser auf dieser Reise durch die Kälte nach und nach erfährt. Am Ende steht, wie ein kleiner, wärmender Strahl, vielleicht Freundschaft statt Einsamkeit, auf jeden Fall wünscht ihnen dies der Leser!

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