Mordshunger
Leseprobe

Mordshunger

Roman

von Frank Schätzing

Buch

Taschenbuch (440 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Wird nachgedruckt, Termin unbekannt
07.04.2008

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Weitere Artikelinformationen

Mordshunger haben sie alle. Inka von Barneck auf Sex, Fritz von Barneck auf Geld und noch mehr Geld, Max Hartmann auf die Rolle seines Lebens, Romanus Cüpper auf alles, was essbar ist, und die Löwen im Kölner Zoo auf Abwechslung. Dann ist Inka plötzlich tot, und alle bekommen ihren Willen. Nur ganz anders, als sie dachten.


. Mit Rezepten von 15 mordsguten Kölner Küchenchefs.


. Frank Schätzings "Mordshunger" als TV-Film mit großem Staraufgebot - das Fernsehereignis des Frühjahrs bei RTL.


Produktdetails

ISBN-10: 3-442-46767-5
EAN: 9783442467679
Originaltitel: Mordshunger - Köln Krimi
Erscheint: 07.04.2008
Verlag: Goldmann Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 440
Länge/Breite: 187mm/118mm
Gewicht: 362 g
Reihe: Goldmanns Taschenbücher
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Frank Schätzing

Frank Schätzing, geboren 1957 in Köln, studierte Kommunikationswissenschaften, war Creative Director in internationalen Agenturen-Networks und ist Mitbegründer der Kölner Werbeagentur Intevi. Anfang der Neunziger begann er, Novellen und Satiren zu schreiben und veröffentlichte 1995 einen historischen Roman. Es folgten weitere Romanen und ein Band mit Erzählungen. Viele seiner Bücher sind Bestseller, wurden teilweise weltweit in zalreichen Sprachen übersetzt und auch verfilmt.§2004 erhielt Frank Schätzing den Corine-Preis und 2005 den Deutschen Science-Fiction-Preis. Frank Schätzing lebt und arbeitet in Köln.

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Kundenrezensionen

  • Lokalkolorit Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 22.08.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Für Kölner sicherlich interessant zu lesen, weil man doch viele Orte wiedererkennt. Die Handlung ist aber auch bei diesem Schätzing-Roman wieder übertrieben und letztlich unrealistisch.

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  • spannend und witzig Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Blacky, am 21.11.2009

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Beschreibung:
    Eine Leiche im Kölner Bazar. Kommissar Romanus Cüpper weiß vor lauter Verdächtigen nicht, wen er zuerst vernehmen soll. Denn Ehemann, Tochter, Liebhaber und Geschäftspartner hätten der schönen Inka von Barneck am liebsten selbst die Kehle durchgeschnitten. Mit kulinarischer Finesse spürt Cüpper nicht nur neue Rezepte auf, sondern jagt den Mörder bis in den Löwenkäfig des Kölner Zoos. Und die Raubkatzen haben einen Mordshunger...

    Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört und muss sagen:

    Einmalig gut gemacht !!
    Ich finde es besonders klasse, dass Frank Schätzing als Autor des Buches das Hörbuch selbst liest.
    Er besitzt das Talent jeder Figur seines Romans eine eigene Stimme zu verleihen. Toll !!
    Untermalt wird die Geschichte mit Musik- auch von Frank Schätzing
    Die Machart diese Hörbuches ist also schon etwas besonderes.

    Die Geschichte, die erzählt wird ist spannend von Anfang bis Ende und stellenweise urkomisch.
    Ein toller Krimi, der duch seine ganz eigene Art besticht

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  • Echte Kölner Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Anne, am 21.11.2008

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Frank Schätzing schafft es auch in diesem Roman den Leser zu fesseln.
    Die übersichtlich strukturieren Kapitel ermöglichen zudem, in der Mittagspause oder den öffentlichen Verkehrsmitteln in seine Welt einzutauchen.
    Durch den großen Wortschatz des Frank Schätzing wird Langeweile zu einem Fremdwort. Wer schon einmal in Köln war, wird sich sicher in einigen Orten wiederfinden.
    Man spürt deutlich die Liebe des Autors zu seiner Heimatstadt Köln.
    Dies spiegelt sich auch in den ausgewählten Rezepten am Ende des Buches.
    Einmal Schätzing immer Schätzing. Jedes seiner Bücher ist wirklich einzigartig.

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  • Bestenfalls ein 2-Sterne-Menü Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Mario Pf., am 21.01.2008

    1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Als der stets hungrige Kommissar Romanus Cüpper von seiner Freundin verlassen wird, ist alles was ihm bleibt seine heiß geliebte Küche. Kurz darauf wird er bereits zu seinem nächsten Fall gerufen, dem seine gesamte Aufmerksamkeit widmen kann. Die Millionärin Inka von Barnek wurde von einem Nachbar mit durchschnittener Kehle in ihrer Wohnung aufgefunden. Zusammen mit seinem Assistenten Rabenhorst versucht Cüpper den Kreis der Verdächtigen einzugrenzen, doch das scheint gar nicht so leicht zu sein, denn Inka von Barnek hat sich zeit ihres Lebens viele Feinde gemacht. Die erste Verdächtige ist gleich Inkas eigene Tochter, Marion Ried, die schon lange kein gutes Wort mehr für ihre Mutter übrig hatte. Daraufhin trifft Cüpper auf die Agenturchefin Astrid Hasling, welche mit Inka eine Agentur aufgebaut hat, doch seit Inka vor kurzem versuchte Hasling zu ruinieren, waren erbitterte Feinde. Mit ihrem Tod wurde Agentur gerettet - ein Motiv? Dann ist da noch Inkas entfremdeter Ehemann, der Makler Fritz von Barnek, der in zwielichtige Geschäfte verwickelt ist. Oder könnte es von Barneks Privatsekretärin sein, die in Attraktivität auch mit Inka konkurrieren konnte. Doch von Barnek hat auch einen Doppelgänger, welcher es ihm ermöglicht manchmal an zwei Orten gleichzeitig zu sein und sich so nie in allzu Gefahr zu begeben. Der wahre Mörder versteckt sich jedoch hinter einem geschickt aufgebauten Lügenkonstrukt...

    Bereits in Schätzings erstem Werk werden jene Elemente deutlich, die auch in seinen anderen Büchern ausschlaggebend für seinen typischen Stil sein werden, so die meist relativ exzentrischen Hauptcharaktere und die selbstironischen Passagen, in welchen er die eigenen Charaktere und das jeweilige Genre auf die Schippe nimmt (z.B. der homosexuell veranlagte Pathologe mit dem Spitznamen Königin von Saba). Leider ist dieser Stil in Schätzings Erstling noch nicht so ausgereift und lässt den Leser daher manchmal bitter aufstoßen. Auch mit der Handlung hapert es noch ein bisschen, weil das Ende doch ein bisschen zu sehr vorhersehbar ist und der Plot nicht mitreißt. Kurz gesagt, es fehlt dem ganzen Buch an Substanz, so dass man ganze Kapitel überspringen kann, ohne etwas zu versäumen.

    Fazit:
    Wer Frank Schätzings Bücher noch nicht kennt, sollte lieber zu einem seiner besseren Werke greifen (zB der Schwarm oder Tod und Teufel) und sich nicht mit Mordshunger den Appetit auf andere Kreationen des Bestsellerautors verderben.

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Sie hatte ihm eine Gurke geschenkt mit dem Ratschlag, sie sich sonst wohin zu stecken, und war ausgezogen.
»Ein guter Kriminalist«, pflegte er zu sagen, »wird verlassen. Er muss verlassen werden. Würde er der Idee verfallen, hinter Wahnsinnigen und Mördern herzulaufen, wenn man ihn nicht verlassen hätte? Fähige Polizisten neigen zum Verlust der Freundin, die Genies sind allesamt geschieden. Schön, ich hab nur eine Freundin. Aber ich bin ein guter Polizist! Folglich wird sie mich verlassen, irgendwann, das ist die Tragik meiner Profession. Ich frage mich eigentlich nur, ob ich sie vorher schnell heiraten sollte, um hinterher ein ganz besonders genialer Polizist zu sein. Verzwickt, das Ganze! Geht mir im Kopf rum, immer wieder. Im Allgemeinen gehe ich dann was essen und sage mir, langsam Cüpper. Sechsunddreißigmal kauen, jeden Bissen. Hat alles noch Zeit.«
Es hatte keine Zeit.
Sie hatte ihm eine Gurke geschenkt, weil sie wusste, dass er keine Gurken mochte, dass es nur drei Dinge gab, die er von Herzen verabscheute: Gurken, Kümmel, Kokos.
Er war um die Gurke herumspaziert, als könne sie den Lauf der Dinge biegen, während im Nebenzimmer Blusen, Röcke, Jeans, Dessous flupp flupp in den Koffer flogen. Dann kamen die Packer, und man trug die Couch und den Glastisch und die zwei CD-Regale und die komplette Stereoanlage und noch bedenklich viel mehr an ihm vorbei nach draußen und fütterte einen schier unersättlichen Möbelwagen. Währenddessen lag die Gurke lang und dunkelgrün vor ihm und begann ihn auf merkwürdige Weise zu faszinieren, bis einer der Männer sie kurzerhand auf die Fensterbank legte, um das Schränkchen wegzutragen, das ihm, wie er sich mit einem Mal entsann, auch nicht gehörte. Nichts gehörte ihm. Bis auf die Küche.
Er unterbrach seinen Spaziergang entlang der Promenade und blinzelte durch den stärker werdenden Regen hinaus auf den Rhein. Das Wasser lief ihm in den Nacken.
Gut zwei Stunden waren vergangen, seit er losgezogen war, immer den Fluss entlang, vom Dom hoch Richtung Rodenkirchen, kehrt und wieder zur Bastei, den Wind als Gegner und als Freund, nass wie ein Lurch. Lastkähne zogen durchs kräuselige Schwarz. Wie urzeitliche Krokodile, dachte er, was ihn prompt daran erinnerte, dass sie auch die Dias von der Amazonasfahrt mitgenommen hatte, alle fünf Kästen, und den Projektor und die Leinwand obendrein.
Aber er brauchte keine Bilder, um der Wirklichkeit zu vertrauen. Er hatte immer noch die Gurke. Mitgenommen auf diese nächtliche Streife. Nur, dass er diesmal einer Flüchtigen auf der Spur war, die er nicht würde verhaften können. Musste sie laufen lassen.
Hm.
Warum die Gurke eigentlich nicht essen?
Aber ja, mach aus der Niederlage einen Sieg! Streiche die Gurke von der Liste deiner Animositäten, widme sie der Ausbrecherin, die sich nicht geschämt hat, dein Herz noch obendrauf zu packen auf den Berg gestohlener Erinnerungen. Sollst sie dir sonst wohin stecken, was? Allerdings, mein Schatz! Ab heute sei die Gurke rehabilitiert, oft und gern verschlungen, liebevoll verdaut, eine hochgeschätzte Kostbarkeit im Fundus all der Rezepturen, die drei Meter Ikea-Regal gefüllt hatten, bis dem großen Raub auch das Regal zum Opfer gefallen war.
Marodeurin!
Er beschnupperte die Gurke, zögerte und biss hinein. Ein Genuss!
Wie hatte er nur jemals glauben können - mhhmmmm!
Diese hier, das war kein Treibhausklon. Sicher vom Gemüsemann auf der Neusser Straße, dessen Rasierwasser der Duft frischen, feuchten Basilikums war, konspirativ herübergereicht wie eine Flasche guten Weines. Hätte sie ihm eine solch phänomenale Gurke geschenkt, wenn sie ihn nicht immer noch liebte?
Knack, spritzender Saft im Mund. Mit jedem Stück fühlte er die Lebensgeister in sich zurückfließen, atmete tief durch, biss ab, verfiel in einen Fressrausch, ließ den Regen Beifall prasseln, bis ein ungeheurer Blitz die Schwärze jäh zerriss und krachend niederging, direkt über dem Dom.
Für die Dauer eines Augenblicks war Köln in weiße Gischt getaucht.
Weltuntergang.
Dann wieder gleichmäßig niederströmender Frieden. Romanus Cüpper grinste den Rest seiner Gurke an, schüttelte das Wasser aus den Haaren und ging heim. Es war der 23. Juni. Mitternacht.


Der Regen wurde dichter.
Schritte schürften über Treppenmarmor, unregelmäßig, aber beharrlich dem fünften Stock zustrebend. Der Urheber passierte idyllische Szenen hinter verschlossenen Türen. Blaubeleuchtete Familien vor Fernsehapparaten. Kinder, brav zu Bett gegangen, Licht aus, Küsschen, Decke übern Kopf, Nintendo. Alte Paare, einander in den Wahnsinn schnarchend. Unparteiisch nur das Treppenhaus, ein Niemandsland. - Und nun ein Jemand, der sich anschlich in der Anonymität der Nacht.
Der Jemand blieb stehen und keuchte. Vor ihm eine Wohnungstür, einen Spaltbreit geöffnet.
Regungslos verharrte die Gestalt, streckte dann zögernd eine Hand aus, bis die Fingerspitzen das lackierte Holz berührten, um den Kontakt gleich wieder zu verlieren. Mit kaum wahrnehmbarem Rauschen schwang die Türe weiter auf und gab den Blick frei in einen anderen Zustand der Dunkelheit, wie er nur bewohnten Räumen zu eigen ist, ein Schwarz voller Andeutungen, Körperlichkeiten und wechselnder Standorte, eine vertraute, fremde Welt.
Wieder erstarrte die Gestalt. Sie schien zu überlegen. Ihr Keuchen wurde heftiger.
Dann setzte sie sich langsam in Bewegung, stieß die Tür ganz auf, drang ein und verlor sich in der Lichtlosigkeit des dahinterliegenden Raumes, als hätte es sie nie gegeben.


Cüpper
Fast zu Hause.
Tausend Gedanken führten in Cüppers Schädel ein chaotisches Dasein, während sich der Magen unbeeindruckt an die Arbeit machte, Säure produzierte, Enzyme freisetzte, Moleküle spaltete, Nährstoffe weiterleitete und den Gurkenrest im Darmsystem diskret beseitigte.
Wie immer der perfekte Mord.
Cüppers Kopf versuchte unterdessen, die Frau verschwinden zu lassen, mit der er die letzten sechs Jahre verbracht hatte, was sich als wesentlich schwieriger erwies.
Ich sollte mich betrinken, dachte er schließlich, weil ihm partout nichts Besseres einfiel. Zählen darf nur der Alkoholgehalt. Kein Genuss! Jeder, der fernsieht oder Bücher liest, weiß, dass verlassene Männer betrunken durch die Straßen irren, was in den seltensten Fällen auf einen Brunello di Montalcino oder einen Mouton Rothschild zurückzuführen ist.
Aber er wollte sich nicht betrinken.
Halt die Spielregeln ein, schalt er sich. Die Sache wird dir doch wohl einen ordentlichen Suff wert sein.
Also gut, betrinken. Die Tankstelle in der Riehler Straße, nah genug, um den Gedanken ernsthaft in Erwägung zu ziehen, bot für wenig Geld einen so sündhaft schlechten Weißen, dass jeder Trennungsschmerz im anschließenden Sodbrennen rückstandslos zersetzt würde. Trennungsschmerz? Pah!
Nein, er hatte Wut, und die verdiente etwas anderes. Beispielsweise könnte man sich in ein Taxi setzen, die Kyffhäuserstraße ansteuern und einen Besuch im La Société abstatten, das über den Vorzug eines respektablen Weinkellers gebot. Es mochte gelingen, dem Patron die eine oder andere Flasche Bordeaux abzuschwatzen. Wozu hatte man Freunde?
Dann fiel ihm ein, dass er noch einen 89er Pio Cesare im Keller hatte. Aber der würde bis morgen warten müssen. Pio Cesare schmeckte Cüpper am besten zu Geschnäbeltem. Also früh in die Stadt, auf der Apostelnstraße eine Ente kaufen, eine schöne französische Flugente mit Hals und Arsch und Innereien. Dann die ganze Ente ganz alleine fressen, ohne die Frau, um derentwegen er sich fast mit Blanc de Blanc vergiftet hätte.
Doch nicht Cüpper.
Bei dem Gedanken an die Ente lief ihm mehr Wasser im Mund zusammen als durch die Haare. Eine Ente, ja!
Und vorher ein Salat. Mit Gurke.


Schramm konnte nicht schlafen.
Am Nachmittag hatte ihn der Fabrikant aus München angerufen und Konkurs vermeldet. Die siebzehn Seidenhemden könne er nun leider nicht mehr liefern. Die zehn Mäntel auch nicht, von den bestellten vierzehn Sakkos immerhin sechs, zwei davon mit kleinen Fehlern, wer sei schon perfekt?

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