Nur eine Ohrfeige
Leseprobe

Nur eine Ohrfeige

Roman

von Christos Tsiolkas

Buch

gebunden (510 Seiten)

2. Auflage

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Ein heißer Sommertag, ein Barbecue mit Freunden und Familie - es hätte ein perfektes Fest werden können, doch dann verliert Harry die Beherrschung. Er verpasst dem dreijährigen Hugo eine Ohrfeige.
Dieser Vorfall hat ein folgenreiches Nachspiel für alle, die seine Zeugen wurden ...

Aus einer scheinbar banalen Begebenheit entwickelt sich eine packende Erzählung über Liebe, Sex und die verschiedenen Auffassungen von Ehe, Erziehung und Freundschaft. Die Ohrfeige zwingt alle Beteiligten dazu, ihr eigenes Familienleben, all ihre Erwartungen, Überzeugungen und Wünsche infrage zu stellen. Aus acht Perspektiven schildert Tsiolkas eindrücklich das innere Erleben der Gäste.
Ein großer Gesellschaftsroman - ein Roman über die moderne Familie.

- Monatelang auf den Bestsellerlisten in Großbritannien und Australien
- Ausgezeichnet mit dem »Commonwealth Writers' Prize«
- Nominiert für den »Man Booker Prize«
- Verfilmt als Fernsehserie

Pressestimmen:

"Unbarmherzig seziert er die australische Mittelschicht, eine Gesellschaft voller Heucheleien, Kränkungen, Beleidigungen. Ein Pulverfass." Simon Broll, SPIEGEL Online, 05.03.2012 "Ein gnadenlos guter Gesellschaftsroman!" Tanja Beuthien, Freundin, 3/2012 "Ein grandioser Gesellschaftsroman: bissig, hellsichtig und mit viel Liebe für seine strauchelnden Figuren." Annabelle, 22.02.2012 "Tsiolkas stülpt sehr gekonnt das Innere seiner Figuren nach außen, zeigt, wie sie fühlen und wie sie danach handeln." Cord Beintmann, Stuttgarter Zeitung, 02.03.2012 "Es ist nur eine Ohrfeige . Aber sie zeigt eine Wahrheit zu der alle Stellung beziehen müssen Tsiolkas erzählt aus acht verschiedenen Perspektiven. Und macht seinen Roman damit zu einem Seelenpanoptikum. Die Identifikationsmöglichkeiten sind zahlreich und der Leser gerät immer tiefer in den Strudel des Loyalitätskonflikts. Wer hat Recht? Wer trägt Schuld?" Claudia Lehnen, Kölner Stadt-Anzeiger, 25./26.02.2012 "Ein Roman, der die Seelenlage der heutigen mittleren Generation mit all ihrer vermeintlichen Sorglosigkeit an manchem Nerv pfeilgenau trifft." Christian Mückl, Nürnberger Zeitung, 27.02.2012 "Ein genialer Gesellschaftsroman über modernes Familienleben." Dresdner Morgenpost, 28.02.2012 "Die Familie als kleinstmögliche Terrorzelle - der grandiose Roman von Christos Tsiolkas ist ein literarischer Rundumschlag, ein nachdenklich stimmendes Generationenporträt und eine schonungslose Bestandsaufnahme moderner Lebensentwürfe Tsiolkas reißt seinen Figuren behutsam die Masken vom Gesicht und lässt sie in ihrer ganzen Blöße dastehen. Erzählend entzaubert er das moderne Familienideal, ganze Denkwelten der westlichen Hemisphäre lotet er aus und hinterfragt scharfsinnig die Bedeutung von Liebe, Familie und Freundschaft." Anke Breitmeier, Thüringer Allgemeine, 03.03.2012

Produktdetails

Verkaufsrang: 5.455
ISBN-10: 3-608-93902-4
EAN: 9783608939026
Originaltitel: The Slap
Erschienen: 22.02.2012
Verlag: Klett-Cotta
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 2. Auflage
Seitenzahl: 510
Länge/Breite: 218mm/141mm
Gewicht: 681 g
Übersetzer: Nicolai Schweder-Schreiner
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Christos Tsiolkas

Christos Tsiolkas, geboren 1965 im australischen Melbourne als Sohn griechischer Immigranten, arbeitet u.a. fürs Theater und Fernsehen. Tsiolkas lebt in Melbourne.

Nicolai Schweder-Schreiner

Nicolai von Schweder-Schreiner, geboren in Lissabon, lebt in Hamburg. Er übersetzt aus dem Englischen und dem Portugiesischen. Außerdem arbeitet er als Komponist und Musiker.

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Buchhändlertipps

  • The Slap Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Katrin Schamaun, am 24.01.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in St. Gallen

    Bei einer Gartenparty rutscht Harry die Hand aus. Er verpasst dem dreijährigen verwöhnten Bengel Hugo eine schallende Ohrfeige.

    Diese kleine Sequenz entwickelt sich zu einem grossen Gesellschaftsroman. Erzählt aus acht Perspektiven geht es dabei um die grossen Themen der Literatur: Liebe, Ehe, Freundschaft, Familie. Und noch viel mehr.

    Für alle Leser von Tom Wolfe, Philip Roth, Jonathan Franzen oder Jeffrey Eugenidis.

    Grossartige Unterhaltung!

Kundenrezensionen

  • Eine Ohrfeige, deren Echo sich in der Literaturgeschichte ausbreiten wird? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Stefania Rubino, am 27.06.2012

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    Ich hoffe ja!!!
    Das Buch liest sich so gut – viel zu schnell ist es gelesen! Aber ich hatte noch immer Appetit. Appetit auf dieses wahre Leben, das Christos Tsiolkas erfunden hat. So erfunden, dass Klischees nie klischeehaft klingen.
    Ich konnte Tsiolkas‘ Personen sehen, ich habe sie beobachtet und jetzt vermisse ich sie!!!
    Der Schlag ist für den Autor nur ein Vorwand, um Reaktionen, Gedanken und Lebensweisen aller beteiligten Figuren zu analysieren.
    Die verschiedenen Persönlichkeiten werden sichtbar durch den klugen Aufbau des Romans.

    Intelligente Unterhaltung!

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  • Familienbande...Woody Allen: Bitte verfilmen!! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Moritz Revermann, am 28.04.2012

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    Lange schon nicht mehr eine so großartige, unterhaltsame und moderne Variante des klassischen Bildungsromans gelesen! Tsiolkas versteht es perfekt, hinter die Fassade gutbürgerlicher Realität zu schauen, frei nach der Devise: Schau dem Volk auf's Maul - aber vergiss nicht den Blick in die Seele...

    Was bin ich froh um die Ohrfeige, die Harry dem unausstehlichen, verzogenen kleinen Hugo verpasst, - ohne sie hätte es diesen Roman vielleicht nie gegeben. Sie ist der Ausgangspunkt für die Verhärtung von Fronten, die schon immer da waren, aber nie an- oder ausgesprochen wurden.

    Tsiolkas zeigt die Maske hinter der Maske der australischen Mittelschicht. Puzzleartig entlarvt er Konventionen und Verhaltensweisen, von denen die Protagonisten selbst nicht wissen, woher sie stammen. Bei aller säuerlichen Bitterkeit verliert er nie seine Objektivität des neutralen Reporters. Warmherzig und verständnisvoll wird hier berichtet, mit viel Humor und Verve.Nie langweilig. Und so reich an Innenansichten, dass der ehrliche Leser sich oft genug an die eigene Nase fassen kann. In welcher Hinsicht auch immer!

    Bin gespannt, ob irgendein Roman dieses Jahr dieses kleine Meisterwerk noch toppen kann. In meinem kleinen Vorgarten der Literatur. Tsiolkas: Bitte, bitte mehr davon!

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  • Klasse Neuentdeckung! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Annegrit Fehringer, am 24.04.2012

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    Anhand einer nicht ganz harmlosen Geschichte entspinnt sich ein ganzer Reigen von Charakteren der Melbourner Gesellschaft. Eine tolle australische Familiengeschichte mit Tiefgang! Aufregend und spannend geschrieben!

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  • Frustrationen unter der Oberfläche Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Annemarie Blaßnig, am 15.04.2012

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    Christos Tsiolkas nimmt eine Grillparty in einer Melbourner Vorstadt zum Ausgangspunkt tiefgreifender Reflexionen über aktuelle gesellschaftliche Zustände. Am Anfang steht, wie im Titel angedeutet, "nur eine Ohrfeige". Harry, der erfolgreichste, d. h. wohlhabenste, Partyteilnehmer, verpasst dem dreijährigen Sohn eines weit weniger betuchten Ehepaares eine Ohrfeige, als der Kleine mit dem Kricketschläger auf seinen Sohn losgehen will und ihm selbst ins Schienbein tritt. Die Eltern des geschlagenen Kindes erstatten Anzeige. Es kommt zur Gerichtsverhandlung, in der Harry von der Richterin zwar verwarnt, aber nicht verurteilt wird. Die Grillparty indessen, die ein vergnügliches Zusammentreffen von Familie, Freunden und Arbeitskollegen hätte werden sollen, endet im Desaster. Die Ohrfeige und die Frage, ob ein Erwachsener ein Kind schlagen dürfe, oder nicht, tritt im folgenden Romanverlauf in den Hintergrund. Acht Partygäste, vier Frauen und vier Männer aus drei Generationen und unterschiedlichem gesellschaftlichem Umfeld werden vom Autor, in teils inneren Monologen, näher vorgestellt. Alle stehen in familiären, freundschaftlichen oder beruflichen Beziehungen zueinander. Was sie über Ehe, Familie, Freundschaft und berufliche Situation denken und was sie fühlen, differiert nur allzuoft vom nach außen gezeigten Bild von sich selbst. Da gibt es außereheliche Affären, Drogen, Alkoholprobleme, Gewalt, berufliche Enttäuschungen und die Entfremdung zwischen den Generationen. Daneben treten immer wieder die Bruchlinien zwischen wohlhabend und mittellos, zwischen weißen englischsprachigen Australiern, Einwanderern und Aborigines zutage. Wird der Blick auf die allgemeine politische Situation gerichtet, ist dieser düster und pessimistisch. Die Hauptorientierung im eigenen Leben bleibt das private und individuelle Glück in Ehe, Familie und Beruf, die doch so offensichtlich von allen Seiten bedroht werden.

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  • Nur eine Ohrfeige Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von B. Gebhardt, am 05.04.2012

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    Der Aufhänger des Romans ist ein Barbecue, zu dem Hector und seine Frau Freunde und Familie eingeladen haben.
    Einer der Gäste ohrfeigt den kleinen Hugo, seine Eltern erstatten Anzeige gegen diesen Mann, Harry.

    Aus acht Perspektiven wird nun fortlaufend weiter erzählt, wie die Ohrfeige Freundschaften und familiäre Bande ins Wanken bringt, da jeder seine eigene Meinung zu diesem Vorfall hat.
    Hauptsächlich aber davon, wie sich die Protagonisten in ihrem eigenen Leben zurecht finden, von ihren Wünschen, Träumen und Hoffnungen.

    Wirkt zum Beispiel Harry im ersten Kapitel noch wie ein relativ netter, aber aufbrausender Typ, ergibt sich aus den anderen Kapiteln ein gänzlich anderes Bild.

    Für mich bestand der Reiz des Buches darin, zu lesen, wie weit Innen- und Außenansicht aller Figuren auseinander klaffen. Manche werden sympathisch, andere entpuppen sich als selbstgerecht, in jedem Fall ist niemand so, wie es auf den ersten Blick scheint.

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  • Nur eine Ohrfeige Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Katharina Wacker, am 05.04.2012

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    "Es war doch nur eine Ohrfeige!" - so empfindet zumindest Harry, der dem kleinen Hugo auf einem Grillfest eine ebensolche verpasst, als dieser mit einem Kricketschläger auf Harrys eigenen Sohn losgeht.
    "Es ist Kindesmisshandlung!", meint dagegen Hugos Mutter Rosie und zerrt Harry promt vor Gericht.
    Ein Streit, der die Gäste des Barbecue noch lange beschäftigt ...

    Christos Tsiolkas ist mit "Nur eine Ohrfeige" ein Familiendrama gelungen, das den Leser fesslt und noch lange nach der letzten Seite nachdendlich zurücklässt.
    Die verschiedenen australischen Vorzeigefamilien, die Tsiolkas uns hierbei näherbringt, sind mehr Schein als Sein und wir erleben einen wahren Sumpf aus Drogen, Sex und zerrütteten Familien. "Nur eine Ohrfeige" empfehle ich jedem, der gerne gesellschaftskritische Familiendramen liest.

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  • Sehr beeindruckend Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Heidi Wosnitza, am 25.03.2012

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    Die Ohrfeige, die Harry dem verzogenen, nervenden Dreijährigen auf einer großen Grillparty in Melbourne gibt, ist Anlass, daß sich Paare und Familien in zwei Lager spalten.Die einen finden die Reaktion verständlich, die anderen wollen sogar vor Gericht ziehen. Der Roman vermittelt informative und spannende Einblicke in die australische Mittelschicht, wobei die meisten Romanfiguren griechischer Abstammung sind. Alkoholismus, Sexsucht, Drogenkonsum, aber auch liebevolle Beziehungen gibt es in diesem Roman, der in Australien Bestseller ist.Es ist auch von einer Verfilmung die Rede. Rund machen dieses Buch auch die verschiedenen Wertvorstellungen konservativer und liberaler Menschen. Ich bin immer noch beeindruckt, bitte lesen!

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  • Fünf Sterne für acht Perspektiven Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Katinka Engels, am 13.03.2012

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    Alles beginnt auf einem Familienfest. Eingeladen sind Freunde und Verwandte, Eltern und Kinder. Eines dieser Kinder ist Hugo. Als er sich zunehmend aufmüpfig benimmt, gibt einer der Erwachsenen ihm eine Ohrfeige.
    Doch diese Ohrfeige verändert alles. Denn hier prallen nun Generationen, Emotionen und verschiedene Kulturen aufeinander, die eine Versöhnung nicht mehr möglich erscheinen lassen.

    Das wirklich beeindruckende an diesem Gesellschafts-Roman ist nicht nur die Geschichte, sondern der Aufbau. Nach diesem Vorfall erzählen acht Personen, die bei dem Fest anwesend waren, was sie in den Tagen und Wochen danach erleben. Jeder schaut aus seiner Sicht in die Gesellschaft hinaus und in sein eigenes Leben hinein, immer überschattet von dieser einen Ohrfeige. Dabei tun sich in der scheinbar heilen Welt tiefste Abgründe auf: Verrat, Lügen, Betrug, Drogen und Alkohol sind ganz vorne mit dabei.
    Ein wahnsinnig gutes Buch. Bitte lesen Sie es.

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  • Sex und Drogen... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Martin Gaiser, am 09.03.2012

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    ...sind zwar durchaus wichtige Bestandteile dieses irre guten Buches, doch Tsiolkas kann weit mehr, als die alten Rock'n'Roll-Themen gebührend zu bedienen! Sein multiperspektivisches Erzählen, seine Fähigkeit, drei Generationen glaubhaft darzustellen und adäquat zu Wort kommen zu lassen, das sind schon Kennzeichen eines echten Könners. Ja, hier kann man endlich wieder einmal von einer echten Entdeckung sprechen - lesen Sie das!

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  • Christos Tsiolkas, Nur eine Ohrfeige Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Frau Gey, am 05.03.2012

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    Dieses Buch ist ein weiterer Liebling auf meiner Liste der Neuerscheinungen im Frühjahr 2012.
    Ort der Handlung ist eine BBQ-Party in einer gutsituierten Vorstadt Melbournes - und könnte ebenso gut in Hamburg, Berlin oder München spielen. Die Gäste sind auf den ersten Blick nette Nachbarn und Freunde,( Menschen wie "Du Und Ich") mit denen man gerne feiert. Aber dann tut sich der Abgrund auf, weil der nette, fleißige Harry dem Rotzlöffel Hugo eine Ohrfeige gibt, denn der hatte sich an Harry´s kleinem Sohn vergriffen. Damit bricht die Fassade der gutbürgerlichen Existenzen zusammen und es treten Dinge und Wahrheiten zu Tage, die uns zunehmend verstören:der nette Harry hat schon lange eine Affäre und ein ernstes Drogenproblem. Aber auch die anderen Protagonisten sind nicht so, wie sie auf den ersten Blick zu sein scheinen. Da die Geschichte aus acht verrschiedenen Perspektiven erzählt wird, geraten wir immer mehr in die Zwickmühle unserer eigenen Gefühle für die einzelnen Charaktere. Wer hat Recht ? Wer hat Schuld ? Wer ist Täter ? Wer ist Opfer ?
    Ein toller Roman, den ich nicht aus der Hand legen mochte !!

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  • Nur eine Ohrfeige Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Daniela Ullrich, am 28.02.2012

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    Was für ein grandioser Roman!

    Diese unterhaltsame Gesellschaftsstudie aus Australien werde ich sicher nicht so schnell vergessen. Ein Streit auf einer Party, eine Ohrfeige für ein Kind, ist Auslöser für alle Beteiligten sich selbst und ihr Leben in Frage zu stellen. Im Laufe eines Jahres erzählt Tsiolkas die Geschichte seiner Helden aus wechselnder Perspektive. Die Ohrfeige dient dabei als Bindeglied, als roter Faden.

    Beeindruckend ist Tsiolkas Gespür für jeden Charakter, seine Fähigkeit dem Leser sowohl den unbeherrschten Widerling Harry als auch die vom Leben überforderte Mutter Rosie nahe zu bringen.

    "Nur eine Ohrfeige" ist eines dieser wunderbaren Bücher, die man selten trifft und nicht vergisst.

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  • Interessanter Perspektivenwechsel Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Dorothee Jaschke, am 27.02.2012

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    Mir hat dieser Familienroman sehr gut gefallen. Tsiolkas ist es wirklich gut gelungen diesen Roman aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen. Obwohl der Erzähler bei jedem Kapitel wechselt, ist der Roman flüssig zu lesen und die Geschichte bleibt stimmig bis zum Schluss. Super!

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  • Nur eine Ohrfeige Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Katja Wünsche, am 27.02.2012

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    Aisha und Hector geben an einem warmen Sommertag ein Barbecue für Familie und Freunde. Es ist ein schönes Fest, bis ein Spiel der Kinder dazu führt, dass Harry dem kleinen Hugo eine Ohrfeige verpasst. Was als Schutz für seinen eigenen Sohn gedacht war, hat schon bald weitreichende Folgen für alle, die Zeugen dieser Tat wurden.
    Christos Tsiolkas ist mit seinem Buch "Nur eine Ohrfeige" ein außergewöhnlicher Familienroman gelungen. Er gewährt uns damit einen Blick hinter die Fassade des perfekten Vorstadtlebens. Ein absolut lesenswertes Buch!

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  • Zeigt dies ein Abbild der Gesellschaft? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von coffee2go, am 24.02.2012

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Kurze Inhaltszusammenfassung:
    Hector und Aisha geben ein Barbecue, zu dem sie alle ihre Freunde und die gesamte Verwandtschaft einladen. Dort ereignet sich ein dramatischer Zwischenfall, der die Fronten aller Anwesenden verhärtet. Ein erwachsener Mann fühlt sich vom vierjährigen Hugo so provoziert, dass er ihm vor allen Gästen eine Ohrfeige verpasst. Aber auch weitere Themen, wie Sexualität, Pubertät, Liebe, Freundschaft und Drogen werden thematisiert.

    Meine Meinung zum Buch:
    Das Buch hat sehr vielversprechend begonnen, hatte dann aber leider im Mittelteil einige Schwächen und auch sprachlich recht viele Wiederholungen, holprige Übersetzungsteile und eine Anhäufung von vulgären Ausdrücken. Gut gefallen hat mir der Wechsel der Erzählperspektive: Es wurde aus Sicht der einzelnen Personen nicht nur vom Vorfall auf dem Barbecue, sondern auch aus dem Alltag und von den Problemen der einzelnen Charaktere erzählt. Die einzelnen Geschichten hätten aber durchaus noch mehr Bezug zueinander haben können, dann wäre der rote Faden durch das Buch besser erkennbar gewesen. So bestand es eher aus einzelnen Lebensgeschichten, wie ein Sammelband von Biografien. Ebenfalls gut gefunden habe ich, dass hier die unterschiedlichsten Nationalitäten aufeinander treffen, aber die Probleme der Personen untereinander nicht aufgrund von sprachlichen oder kulturellen Diversitäten entstehen, sondern dadurch, dass die Menschen unterschiedliche Charaktere haben und auch dadurch, dass man sich seine Verwandtschaft eben nicht aussuchen kann. Weniger gut gefallen hat mir, wie leichtfertig und locker mit Alkohol und Drogen hantiert wurde und wie tolerant die Erwachsenen sich dem Konsum von illegalen Drogen ihrer Kinder verhalten haben. Vor allem der Schluss hat einen nachdenklichen Eindruck und ein ungutes Gefühl bei mir hinterlassen, was die Zukunftsperspektiven der Jugendlichen betrifft.

    Cover und Titel:
    Das Cover zeigt die Füße von unterschiedlichen Personen, wahrscheinlich der Barbecue-Gesellschaft und hat mir optisch recht gut gefallen. Auch der Titel ist ansprechend ausgewählt, obwohl er mir nicht gefällt, hat er mich dennoch angesprochen. Vor allem das Wort „nur“ im Zusammenhang mit der „Ohrfeige“ hat bei mir als ersten Eindruck ausgelöst, dass hier die Ohrfeige heruntergespielt wird. Es wurde auch im Buch nach Gründen gesucht, die es rechtfertigten, dass die Ohrfeige an einem dreijährigen Kind rechtfertigen und wenn man die Urteilsverkündung der Richterin liest…

    Mein Fazit:
    Das Buch war für mich mittelmäßig, denn einige Teile haben mir sehr gut gefallen, andere wieder gar nicht. Die Geschichte hätte aber noch das Potenzial die angesprochenen Problemthemen auf der sozialen Ebene zu bearbeiten, dann wäre es ein sehr gutes gesellschaftskritisches Buch geworden.

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  • Ein australischer Familienroman Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Claudia Hüllmann, am 22.02.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    jenseits von Kitsch und Kängurus, der mit Jonathan Franzen und Jeffrey Eugenides zu vergleichen ist und doch eine ganz eigene faszinierende Sprache hat. Für mich ist dieses Buch DER Gesellschaftsroman des Jahres.

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  • Tiefe Einblicke Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Lisandella, am 22.02.2012

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    Der Dreh- und Angelpunkt der Handlung in Tsiolkas' Roman ist, wie der Titel schon sagt, eine Ohrfeige. Hector, Sohn griechischer Einwanderer, und seine Frau Aisha, die indische Wurzeln hat, laden Familie und Freunde zu einer Grillparty ein. Auf dem Fest sind Menschen verschiedener Generationen mit unterschiedlichem kulturellen, religiösen und sozialen Hintergrund. Die Gäste sind in den vergangenen Jahren immer wieder bei Aisha und Hector zusammengetroffen, sie kennen und respektieren sich. Während des Barbecues lenkt der kleine Hugo, das einzige Kind von Aishas Freundin Rosie, wiederholt die Aufmerksamkeit der Erwachsenen auf sich: Die anderen Kinder geraten seinetwegen immer wieder in Streit, er beschädigt den Tisch im Wohnzimmer, und beides bleibt für den Kleinen ohne weitere Konsequenzen. Aber als er Rocco, den Sohn von Hectors Cousin Harry, mit einem Holzschläger angreifen will, platzt Harry der Kragen und er ohrfeigt Hugo vor den Augen aller Anwesenden. Diese Tat ruft die unterschiedlichsten Reaktionen hervor, man steht entweder auf Hugos oder auf Harrys Seite, eine neutrale Position scheint unvorstellbar.

    Das Buch ist in acht Kapitel unterteilt, die als Titel einen Vornamen tragen: Hector, Anouk, Harry, Connie, Rosie, Manolis, Aisha, Richie. Zuerst dachte ich, das Buch wäre in etwa so aufgebaut, wie der Film "8 Blickwinkel", und dass diese acht Personen jeweils schildern werden, wie es zu der Ohrfeige kam und was sie davon halten. Im Film hatte das gut funktioniert, in einem Buch hatte ich die Befürchtung, dass es langweilig werden würde. Der Autor entschied sich aber zum Glück ohnehin nicht für diese Variante. Er schildert aus der Sicht der acht Personen die Geschehnisse im Laufe eines ganzen Jahres. In jedem Kapitel wird zwar die Ohrfeige und ihre weitreichenden Konsequenzen thematisiert, aber im Grunde geht es um ganz andere Dinge. Um Liebe, Partnerschaft, Familie, Freundschaft und Erziehung. Und darum, wie schnell die vordergründige Akzeptanz und Toleranz zwischen verschiedenen Milieus ins Wanken gerät oder sogar zerbricht, wenn sich ein Anlass dafür bietet.

    Die einzelnen Kapitel sind immer vollkommen aus der Sicht des titelgebenden Charakters geschrieben und es ist sehr aufschlussreich, wie die unterschiedlichen Personen aus den jeweiligen Perspektiven beschrieben werden. Während des Barbecues wirken die Erwachsenen zum Großteil konservativ bis spießig, nach außen hin gibt es perfekte Familien, eine starke Karrierefrau, stolze Großeltern und vernünftige Teenager. Wenn man als Leser später hinter diese Fassaden blicken darf und die Abgründe dort entdeckt, ist man überrascht oder auch geschockt. Der Autor hat eine schonungslose Art, seine Wortwahl beschönigt nichts, er nennt die Dinge beim Namen - das ist sicher nicht jedermanns Sache. Er nutzt die Abgründe seiner Figuren aber nicht, um den moralischen Zeigefinger zu heben, er schildert lediglich Fakten und überlässt deren Beurteilung und Interpretation dem Leser.

    "Nur eine Ohrfeige" bietet zwar keine atemlose Spannung, aber dennoch brauchte ich nur drei Tage um das Buch zu lesen. Es hat mich in seinen Bann gezogen. Der Autor versteht es, um ein kleines Ereignis eine vielschichtige Handlung aufzubauen und den Leser dazu zubringen, den eigenen Standpunkt zu hinterfragen. Meiner Meinung nach ist "Nur eine Ohrfeige" ein absolut lesenswertes Buch.

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  • Unbedingt lesen! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Katrin Schönmüller, am 20.02.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Dieses Buch von Christos Tsiolkas ist eine echte Entdeckung!
    Ein heißer australischer Sommertag, ein Barbecue mit Familie und Freunden. Und dann verpasst Harry dem dreijährigen Hugo eine Ohrfeige. Dieser Vorfall hat für alle Anwesenden Konsequenzen, jeder muss Stellung beziehen.
    Wie Tsiolkas die Handlung aus den verschiedenen Perspektiven heraus vorantreibt, hat mich sehr beeindruckt.
    Unbedingt lesen!

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  • Großartig!!! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Chariklia Agelidou, am 13.02.2012

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    Für mich das beste Buch dieses Frühjahr! Die Ohrfeige des kleinen nervigen Hugo bringt alle Beteilgten dazu ihre eigene Wertestellung und ihre eigenen Lebensziele zu hinterfragen. Indem jeweils alle Beteilgten in einzelnen Kapiteln über ihre Sicht der Dinge und ihre Sorgen berichten, erhalten wir als Leser eine wunderbar abwechslungsreiche Geschichte und einen spannenden Einblick in das Gefühlsleben so vieler verschiedener Menschen. Dabei wird die Geschichte immer vollständiger und runder. Ein Muss für alle Eugenides und Franzen Leser!

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  • Verschiedene Leben Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Edith Depner, am 12.02.2012

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    Beim Barbecue seines Cousins Hector und dessen Frau Aisha, gibt Harry dem dreijährigen Hugo eine Ohrfeige. Hugo ist 3 Jahre alt, wird von seiner Mutter Rosie noch gestillt, sein Vater ist Alkoholiker und wollte nie ein Kind haben. Aufgrund des kompletten pädagogischen Versagens seiner Eltern, ist er ein sehr unsympathisches Kind. Der Vorfall sorgt für heftige Aufregung im Familien- und Freundeskreis. Manche meinen, es war Kindesmisshandlung und manche meinen, Hugo hätte es nicht anders verdient. Langjährige Freundschaften stehen auf dem Spiel. Die Sichtweise der einzelnen Personen erfahren wir in den jeweiligen Kapiteln. Es ist auch kaum einer der weiteren Protagonisten sympathische. Trotzdem ist das Buch gut und spannend zu lesen. Dem Autor gefällt es, ausführlich Sex- und Beischlafszenen zu beschreiben. Das ist oft unnötig und auch störend, aber abgesehen davon, haben mir die Schilderungen der so unterschiedlichen Personen mit ihren so unterschiedlichen Leben und Meinungen gut gefallen.

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  • Coburg - Heidelberg - Fitzroy Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von sabatayn76, am 07.02.2012

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    Inhalt:
    Sommer in Melbourne: Hector und seine Frau Aisha veranstalten ein Barbecue mit ihren Freunden und ihren Familienangehörigen. Der dreijährige Hugo, Sohn von einem befreundeten Paar, nervt alle Anwesenden und wird schließlich von Hectors Cousin Harry geschlagen. Die Eltern von Hugo schalten daraufhin Polizei und Gericht ein. Die Ohrfeige sorgt für kontroverse Diskussionen im Umfeld und entzweit Familien und Freunde.

    Mein Eindruck:
    'Nur eine Ohrfeige' liest sich flüssig und durch die mehrfach wechselnden Perspektiven, aus denen erzählt wird, sehr abwechslungsreich. Ich empfand den Roman als sehr lebensnah und authentisch, und die Melbourner Kulisse hat mir sehr gut gefallen und mich an meinen Aufenthalt in der Stadt erinnert. Bisweilen liest sich 'Nur eine Ohrfeige' wie eine Seifenoper, in der die schrillsten Gestalten auftauchen und in der es fast immer um Drogen, Sex, Gewalt und Affären geht. Die Protagonisten sind dabei meiner Meinung nach allesamt unsympathisch - keine Menschen, die man kennen möchte, aber auch keine Menschen, die dem australischen Stereotyp entsprechen.

    Mein Resümee:
    'Nur eine Ohrfeige' ist wie eine Mischung aus Maupins 'Stadtgeschichten' und einer harmloseren Variante von 'American Psycho'. Unterhaltsam!

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    ja nein

HECTOR

Hector hatte die Augen noch geschlossen, als er aus einem Traum erwachte, an den er sich schon nicht mehr erinnern konnte. Müde streckte er die Hand aus. Ah, gut. Aisha war schon auf. Er ließ genüsslich einen fahren und vergrub das Gesicht im Kissen, um nicht den modrigen Gestank einatmen zu müssen. Ich habe keine Lust, in einer Männerumkleide zu schlafen, beschwerte Aisha sich jedes Mal, wenn er sich versehentlich in ihrer Gegenwart vergaß. Was allerdings nur selten vorkam. Im Laufe der Jahre hatte er gelernt, sich nur noch gehenzulassen, wenn er allein war. Dann furzte und pinkelte er unter der Dusche, rülpste im Auto und genoss es, wenn sie auf einer Tagung war, sich das ganze Wochenende lang weder zu waschen noch die Zähne zu putzen. Nicht dass seine Frau besonders prüde war, sie ertrug nur offenbar die Ausdünstungen des männlichen Körpers nicht. Er selbst hätte kein Problem damit, in einer Mädchenumkleide einzuschlafen, umgeben vom feuchten, berauschenden Duft süßer junger Mösen. Noch im Halbschlaf drehte er sich auf den Rücken und schob das Laken beiseite. Süße junge Mösen. Er hatte es laut ausgesprochen.

Connie.
Bei dem Gedanken an sie war er endgültig wach. Aisha würde ihn für pervers halten. Doch das war er nicht. Er liebte Frauen ganz einfach. Egal ob jung oder alt, ob sie gerade erst erblühten oder schon anfingen zu verwelken. Er kam sich dabei so eitel vor, dass es ihm schon fast peinlich war, aber er wusste nun mal, dass die Frauen auch ihn liebten. Frauen liebten ihn.
Aufstehen, Hector, sagte er sich. Zeit, den Tag zu beginnen.
Der Tag begann mit einer Reihe von Übungen, die er jeden Morgen absolvierte. Das Ganze dauerte nicht länger als zwanzig Minuten. Manchmal, wenn er mit Kopfschmerzen oder einem Kater aufwachte, oder beidem zusammen, oder einer Unlust, die offenbar tief aus seinem Inneren kam, war er schon nach zehn Minuten fertig. Es ging ihm nicht so sehr um das strenge Einhalten eines Ablaufs, sondern eigentlich nur darum, überhaupt zu trainieren – selbst wenn er krank war, zwang er sich dazu. Er stand auf, schnappte sich eine Jogginghose, schlüpfte in das T-Shirt, das er am Tag zuvor getragen hatte, und fing mit neun verschiedenen Dehnübungen an, bei denen er jeweils bis dreißig zählte. Dann legte er sich auf den Teppich und machte hundertfünfzig Sit-ups und fünfzig Liegestütze. Am Ende dann nochmal drei Dehnübungen. Danach ging er in die Küche, stellte die Kaffeemaschine an, lief zu dem kleinen Laden am Ende der Straße und kaufte die Zeitung und eine Schachtel Zigaretten. Zurück zu Hause goss er sich einen Kaffee ein, ging nach draußen auf die Veranda, zündete sich eine Zigarette an, schlug den Sportteil auf und begann zu lesen. In diesem Moment, die Zeitung vor sich aufgeschlagen, mit dem bitteren Kaffeegeruch in der Nase und dem ersten Zug von der Zigarette, waren ihm alle Nöte, die blöden Nichtigkeiten, der Stress und die Sorgen des vorigen oder kommenden Tages egal. In diesen Momenten, vielleicht sogar nur dann, war er glücklich.
Hector hatte schon als Kind festgestellt, dass die einzige Methode, gegen das erdrückend wohlige Gefühl des Schlafes anzukommen, darin bestand, mit Vollgas hindurchzupreschen, die Augen aufzureißen und aus dem Bett zu springen. Aber diesmal blieb er liegen und ließ sich sanft von den Geräuschen seiner Familie wecken. Aisha hatte in der Küche einen Klassiksender eingestellt, und Beethovens Neunte drang durchs ganze Haus. Aus dem Wohnzimmer hörte er das elektronische Piepen und blecherne Nachhallen eines Computerspiels. Einen Augenblick lang lag er regungslos da, warf dann das Laken zurück und blickte auf seinen nackten Körper. Er hob das rechte Bein und ließ es zurück aufs Bett fallen. Heute ist es so weit, Hector, sagte er sich, heute ist es so weit. Er sprang hoch, zog sich einen roten Sportslip und ein Unterhemd an, ging ins Bad, pinkelte lange und laut und stürmte in die Küche. Es roch nach Kaffee. Aisha schlug gerade ein paar Eier in die Pfanne. Er küsste ihren Nacken. Mitten im Crescendo schaltete er das Radio aus.

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