Der Kastrat
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Der Kastrat

von Richard Harvell

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Weitere Artikelinformationen

Hoch in den Alpen erblickt Moses Froben am Anfang des 18. Jahrhunderts als uneheliches Kind das Licht der Welt. Der Dorfpfarrer muss fürchten, als Vater entlarvt zu werden, und stößt den Jungen in einen Sturzbach. Moses wird gerettet und kommt in die Abtei St. Gallen, wo er zum Meistersänger des Chores heranreift. Dann geschieht das Ungeheuerliche: Man kastriert ihn, damit seine Engelsstimme erhalten bleibt. Und Moses feiert Erfolge auf Europas Bühnen. Aber ein Geheimnis bleibt: Wie kam der weltbekannte Kastrat zu einem Sohn?
>Der Kastrat< ist die hinreißende Lebensbeichte eines Entführers und unwahrscheinlichen Liebhabers, eines Mannes mit der Stimme eines Engels, dessen Gehör zum tragischen Fluch wie auch zum größten Segen seines Lebens wurde.

Produktdetails

ISBN-10: 3-8321-8559-3
EAN: 9783832185596
Originaltitel: The Bells
Erschienen: 02.2011
Verlag: DuMont Buchverlag
Einband: EPUB
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1
Seitenzahl: 480
Übersetzer: Christiane Trabant
Erschienen bei: DuMont Buchverlag
Übersetzt von: Christiane Trabant
Spieldauer: 2859 KB
Kapitel: 0
Medium: EPUB
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Buchhändlertipps

  • sehr historisch und sehr emotional Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Karin Germann, am 09.04.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Schaffhausen

    Anfangs hatte ich zwar Mühe einzutauchen in die Sprache und historische Welt, doch das Weiterlesen hat sich gelohnt.

    Neben den Geschichten um die Stiftskirche St. Gallen hat mich das Emotionale gefesselt. Begeistert kann ich nicht sagen, denn die Kastration von Chorknaben zum Zwecke der Stimmerhaltung ist unfassbar. Die Leidens-und Lebensgeschichte von Moses Froben wird eindrücklich, packend und sehr emotional erzählt.

    Ein erstaunliches Buch bei dem es mich oft "geschaudert" hat, das ich aber trotzdem weiterempfehlen kann...

Kundenrezensionen

  • Der Kastrat Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 20.09.2011

    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Moses Froben lebt als uneheliches Kind eines Dorfpfarrers in den Schweizer Alpen. Solange das Kind schweigt, ist für den leiblichen Vater alles in Ordnung; denn auch die Mutter des seltsamen Kindes ist stumm.
    Doch eines Tages beginnt das Kind zu sprechen. Der Pfarrer wirft es kurzerhand in einen Sturzbach; immerhin steht sein guter Ruf auf dem Spiel!
    Als Moses von zwei Mönchen aus dem Wasser gefischt wird, beginnt ein neuer Lebensabschnitt, das Leben im Chor der Abtei St. Gallen. Um seine außerordentliche Stimme zu bewahren, nimmt man ihm mit Gewalt die Männlichkeit…Die Frage, wie ausgerechnet ein Kastrat zu einem Sohn kommt, wird gegen Ende des Buches beantwortet, als Moses bereits als Star gefeiert wird.

    Da für mich alles rund um die Zeit der gefeierten oder vergessenen Kastraten gleichsam fasziniert wie abschreckt, habe ich mir etwas mehr von diesem Buch erwartet. Dem mutigen „Macht mit den Ohren, was das Parfum mit der Nase macht“, kann ich mich nicht anschließen!
    „Der Kastrat“ geht als emotionsgeladener historischer Roman durch. Nicht mehr – aber auch nicht weniger.

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    ja nein

  • Der Kastrat Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Marion Schmidt, am 16.06.2011

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Moses Froben, der uneheliche Sohn des Dorfpfarrers, lebt mit seiner tauben Mutter am Glockenturm. Nachdem sein Vater ihn ertränken wollte, wird er von zwei Mönchen gerettet. Diese bringen ihn in eine Abtei nach St. Gallen, wo er als Sängerknabe aufgenommen wird. Dort wird er auf Begehr des Chorleiters, um seine Engelstimmer zu erhalten, kastriert. …

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Wie kam der weltbekannte Kastrat zu seinem Sohn? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Schwarzenbrunner Gregor, am 10.06.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Moses wird als Sohn einer taubstummen Frau und eines Pfarrers, in einem kleinen Bergdorf der schweizerischen Alpen geboren. Um der Schande zu entgehen, entledigt sich der Pfarrer des Jungen auf dramatische Weise. Er wirft ihn kurzerhand in einen Fluss. Doch das Wunder geschieht und er wird gerettet.
    Richard Harvell ist mit seinem Erstlingswerk ein wunderbares Buch gelungen. Im Hintergrund vieler historischer Fakten, erzählt er die Geschichte des Kastraten Moses.

    Harvell gelingt es, die Musik lesbar zu machen und das ist nur ein Beispiel seines Könnens. Fieberhaft durchlebt man die Geschichte des Kastraten.

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    ja nein

  • Die Geschichte eines Engels Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Martina Denzer, am 15.03.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Für alle die von "Das Parfüm" oder "Schlafes Bruder" begeistert waren. Ein fesselndes Stück Geschichte, sie werden fasziniert sein .

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    ja nein

DRITTER AKT (S. 236-237)
I.
Ich nahm mir nicht einmal die Zeit, mir den Gefängnisdreck aus dem Gesicht zu waschen. Den blinden Mann ließ ich in dem Raum unterm Dach zurück. Er fiel auf die Knie und rief, ich solle ein letztes Mal für ihn singen. Ich tat es nicht.
In der Abenddämmerung verließ ich die Stadt, und dann fragte ich den ersten Bauern, dem ich begegnete, nach dem Weg nach Österreich. Er musterte mich, denn vermutlich hatte er noch nie einen so großen Mann mit einem so jungenhaften Gesicht gesehen, und ich verspürte einen Anflug der alten Scham. Aber dann rieb er sich das Kinn, und wir drehten uns beide zweimal um. Endlich wies er auf den fernen Rhein. »Die Richtung«, sagte er.
Dann zuckte er die Achseln und wandte sich wieder seinem Pflug zu. Und so wanderte ich, bis ich in der Morgendämmerung den großen Fluss erreichte. Ich hatte seine Wassermassen noch nie an die sanften Ufer plätschern hören, obwohl ich zwölf Jahre lang nur fünf Meilen entfernt gelebt hatte. Ich folgte seinem Lauf, denn ich nahm es als gegeben an, dass dieses magische Wien dort sein musste, wo das Kristallwasser des Flusses seine Quelle hatte.
Auf diese Weise ging es mehrere Tage, wobei ich den Horizont stets nach einer prächtigen Stadt absuchte. Bei meiner völligen Unkenntnis der Geographie bemerkte ich nicht, dass der Rhein eine Biegung machte und mich nach Südwesten führte, deshalb stieg ich mehrere Tage in die Berge hinauf, das Gesicht voll glühender Hoffnung, das Ziel meiner Wünsche im Rücken. Des Nachts stahl ich in den schönsten Häusern an meinem Weg Nahrung – und nahm auch gleich ihre Geräusche mit.
Dann teilte ich meine Beute mit allen armen, freundlichen Bauern, die ich traf. Einer der ärmsten und freundlichsten von ihnen, ein uralter Mann, der vor langer Zeit Soldat gewesen war, sagte mir schließlich: »Junge, du bist ein Dummkopf.« Er schüttelte den Kopf. »Auch wenn du ein Leben lang nach Westen läufst, kommst du nie nach Wien. Osten, Junge. Du musst nach Osten!« Er packte mich an den Schultern und drehte mich herum wie eine Puppe.

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