Die Stadt der Blinden

Roman.

von José Saramago

Buch

Taschenbuch (398 Seiten)

17. Auflage

Sprache: Deutsch

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Irgendwo, in einer namenlosen Stadt, ist eine Epidemie ausgebrochen. Mehr und mehr Menschen verlieren aus unerklärlichen Gründen ihr Augenlicht. Der Staat greift ein, die Erblindeten werden in ein leerstehendes Irrenhaus gebracht und müssen dort unter unmenschlichen Bedingungen leben. Soldaten riegeln das Gelände ab und lassen niemanden hinaus. In dieser Situation scheinen die letzten moralischen Skrupel der Insassen dem nackten Überlebenskampf zum Opfer zu fallen. Doch gibt es eine Sehende unter ihnen, die die Krankheit nur vorgetäuscht hat, um bei ihrem Mann bleiben zu können. Mit ihrer Hilfe könnte der Ausbruch gelingen.

Produktdetails

Verkaufsrang: 9.307
ISBN-10: 3-499-22467-4
EAN: 9783499224676
Originaltitel: Ensaio sobre a Cegueira
Erschienen: 01.04.1999
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 17. Auflage
Seitenzahl: 398
Länge/Breite: 192mm/125mm
Gewicht: 326 g
Übersetzer: Ray-Güde Merten, Ray-Güde Mertin
Reihe: rororo Taschenbücher
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José Saramago

José Saramago wurde 1922 in Azinhaga (Provinz Ribatejo) als Sohn einer Landarbeiterfamilie geboren. Er erhielt 1998 als erster portugiesischer Schriftsteller den Literaturnobelpreis. Zu seinen wichtigsten Werken zählen »Das Memorial« (1982) sowie »Das Todesjahr des Ricardo Reis« (1984). Zuletzt erschien der Roman »Die Stadt der Sehenden« (2006). Der NDR produzierte als Hörspiel »Die Stadt der Blinden« (2002). Saramago lebt auf Lanzarote.

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Buchhändlertipps

  • Ausnahmezustand Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Bianca Schiller, am 12.01.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Schaffhausen

    Ausnahmezustand sowohl beim Schreibstil als auch bei der Story selbst:

    Die ersten Seiten liest man holprig, man ist im wahrsten Sinne des Wortes "blind". Man gewöhnt sich langsam aber sicher an den formal herausstechenden Stil und wird dann völlig davon in den Bann gezogen.

    Die Geschichte ist ein Verhaltensexperiment:
    Was passiert wenn...? Und dieses Szenario gelingt ihm auf absolut eindrucksvolle Art und Weise.

    Der leider bereits verstorbene Saramago: Ein Ausnahmeautor!
  • Poetischer Umgang mit Aengsten Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Maria Leisibach-Schmid, am 13.02.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in Basel

    Dieses Buch beängstigt und fesselt zugleich. Es geht ein Sog von Saramagos (Bild-)Sprache aus - faszinierend.

    Eines meiner absoluten Lieblingsbücher!

Kundenrezensionen

  • Großartig!!! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Ines Filipits, am 08.02.2013

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    Was passiert wenn man plötzlich nichts mehr sehen kann? Und wenn die einzelne Person keine Ausnahme bleibt? Was geschieht mit der Stadt, der Gesellschaft, dem Land, wenn eine plötzliche Blindheit jeden einzelnen betrifft? Wie ändern sich die Menschen und welche Prioritäten werden gesetzt?
    „Die Stadt der Blinden“ von Jose Saramago versucht diese Fragen zu beantworten. Mit einer großartigen Sprache und einem Feingefühl für die unscheinbaren Dinge hat Saramago ein Buch geschaffen, welches mich immer wieder überraschen und berühren kann.

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  • Ein sehr eindringlicher Apokalypse-Roman Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Andreas Hack, am 28.02.2012

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    In einer Stadt erblinden zuerst nur einige Menschen, später die gesamte Bevölkerung. Die Regierung sieht sich gezwungen kompromisslos gegen die Epedimie vorzugehen und interniert alle Blinden in einer ehemaligen Irrenanstalt.
    Saramagos Roman behandelt die Frage, wie weit Menschen zu gehen bereit sind, wenn die sozialen Strukturen zerbrechen. Der Roman liest sich anfangs etwas sperrig, weil Saramago die Übergänge zwischen wörtlicher Rede und Beschreibungen nicht kenntlich macht, und zuweilen philosophierend eingreift, aber die Geschichte fesselt dann so rasch, dass man die vermeintlichen stilistischen Widrigkeiten schnell vergißt.
    "Die Stadt der Blinden" hat mich fasziniert, wie kaum ein anderes Buch. Es hat eine Sogwirkung, der man sich nicht entziehen kann.

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  • von menschlichen Abgründen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Mehmet Düzgün, am 23.02.2012

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    Keine Namen, weder von Personen noch von Orten. Keine Interpunktion oder eben die vom Autor genau so beabsichtigte. Und trotzdem oder gerade deshalb eine solch dichte Atmosphäre, die Saramago hier aufzubauen schafft, wie es vielleicht kein anderer vermag.

    Die Handlung? Schlagartig werden die Bewohner einer Stadt von Blindheit erfasst, die sich wie eine Epidemie ausbreitet. Mit einer Ausnahme: die Frau des Arztes, die sich blind stellt, um ihren Mann nicht alleine zu lassen. Die Erblindeten, nicht mit ewiger Nacht gestraft, sondern ein strahlendes Weiss "sehend", werden in panischem Aktionismus vom Militär gewalttätig interniert und müssen, abgesehen von bereitgestellten Essensrationen, sich fortan selbst helfen. Und da eröffnen sich menschliche Abgründe. Angst geht um bei den noch Sehenden, selbst im Internierungslager spalten sich die Erblindeten in zwei Gruppen: die Ausbeuter und die Opfer. Man könnte meinen, in Not geratene Menschen rotten sich zusammen und helfen einander, aber das ist für Saramago wohl zu naiv gedacht und entspricht nicht der Realität, wie er sie wohl erlebt hat. Jedoch bildet sich unter den Opfern eine kleine Gruppe, die sich um den Arzt, oder eher um dessen Frau schart. Diese sind nicht bereit, sich mit den gegebenen Umständen abzufinden..

    Für mich ist Saramago einer der größten Erzähler überhaupt und über die Jahre hinweg hat dieser Titel mir nachhaltig einen der innigsten Leseerlebnisse beschert. Und Sie dürfen es ruhig glauben, da bin ich nicht der einzige...

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  • Düstere Vision Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Susanna Wiedermann, am 03.08.2011

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    In einer namenlosen Stadt erblinden Menschen ohne Grund. Aus Angst vor einer Epidemie reagiert die Regierung mit äußerster Härte: Alle Betroffenen werden in ein leer stehendes Irrenhaus gesperrt und vom Militär bewacht. Fluchtversuche werden mit Waffengewalt niedergeschlagen. Doch trotz der Vorkehrungen breitet sich die Blindheit rasant weiter aus und die Lebensbedingungen im überfüllten Asyl werden immer dramatischer. Unter den Gefangenen bilden sich kleine Gruppen, denn ganz allein kann keiner überleben.
    Nobelpreisträger José Saramago beschreibt in „Die Stadt der Blinden“ den Niedergang der Zivilisation. Normale Menschen werden zu Mördern, jeder ist sich selbst der Nächste in dieser ausweglosen Situation. Es gilt das Recht des Stärkeren. Saramago stellt die Frage: Was passiert mit einer Gesellschaft, die unter bestimmten Voraussetzungen entstanden ist, wenn eine dieser Voraussetzungen nicht mehr existiert? Das städtische Leben ist auf eine sehende Einwohnerschaft ausgerichtet. Wie kann eine blinde Gemeinschaft in dieser Umgebung weiterexistieren?
    Das Buch ist keine düstere Zukunftsvision, sondern ein Fallbeispiel, eine rhetorische Frage. Obwohl die Lektüre von „Die Stadt der Blinden“ sicher nicht immer Grund zu emotionalen Hochgefühlen bietet, kann ich sie trotzdem wärmstens empfehlen.

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  • Zu literarisch... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 08.02.2011

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    Das Thema an und für sich ist/wäre interessant. Sich vorzustellen plötzlich sind alle blind...von einem Moment auf den andern, ohne Vorbereitung.

    Trotzdem: Ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen. Die Art und Weise wie der Autor schreibt, ist mir zu literarisch, zu philosophisch - schlicht zu langweilig...mir fehlt die Spannung...die Ausführungen sind mir viel zu lang.

    Daher nur ein Stern, weil es definitiv nichts für mich ist, aber abraten tue ich nicht davon, denn wer diesen Schreibstil mag, der ist bestimmt glücklich mit dem Buch.

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  • Auge um Auge Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Stefanie Strachotta, am 22.08.2010

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    Das Buch fing zunächst viel versprechend an. Düstere und ergreifende Bilder und ein toller Schreibstil. Die indirekte Rede fand ich sehr gut, denn wie oft ist man von Ergänzungen wie beispielsweise‚sagte der und der’ oder ‚antwortete die und die’ genervt.
    Gegen Ende hin verliert sich Saramago leider, leider mehr und mehr in pseudophilosophischen Auswürfen, die ein wenig pubertär wirken. Und einige Längen bleiben auch nicht aus. Im Großen und Ganzen aber ist der Roman lesenswert.

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  • Blind sein!.....was wäre wenn?? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Sarah Strauß, am 12.08.2010

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    Passend zur Gegenwart beschreibt Jose Saramago in einer demoralisierten Begebenheit wie dramatisch und schnell die Menschen ihre sonst fest verankerten Vorstellungen von Ethik und Moral niederwerfen um in jedem Preis selbst zu leben.

    Fessselnde und bannende Erzählung, die die Menschheit in einem neuem Kontext zeigt!!

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  • Ein Meisterwerk! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Magdalena Kasperek, am 18.02.2010

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    Jose Saramago schafft mit diesem Roman ein unglaublich starkes Werk der Weltliteratur.

    Eine Stadt erblindet. Zuerst ein einziger Mann, dann noch einer, dann immer mehr. Die Regierung reagiert und entschließt, alle "verseuchten" Personen in eine ehemalige Irrenanstalt zu sperren um die Verbreitung der Krankheit zu verhindern. Die Blinden sind auf sich gestellt. Ohne feste Regeln, ohne richtige Versorgung und ohne viel Hoffnung. Nur eine Frau kann sehen. Sie kämpft um ein bisschen Ordnung, für ihren Mann, doch der Kampf scheint sinnlos.

    Viel zu schnell gerät alles außer Kontrolle, die Krankheit breitet sich weiter aus, bis es keinen mehr gibt, der noch sehen kann. Außer die Frau des Augenarztes.

    Was passiert mit einer Stadt, die erblindet ist?
    Wie verhalten sich die Menschen in Not, wenn niemand da ist, der hilft? Jeder für sich? Oder doch alle gemeinsam? Was ist noch wichtig, wenn man nichts mehr sieht, welche der Werte, die man für so wichtig gehalten hat, gelten noch wenn es ums nackte Überleben geht? Und was braucht man eigentlich wirklich, um zufrieden zu sein?

    Jose Saramago schafft es, unsere materielle, oberflächliche Gesellschaft ins Chaos zu stürzen und dann zu beschreiben, was passiert, wenn sie sich selbst überlassen wird. Wie sich die einzelnen Individuen entwickeln und anpassen.

    Ein Buch für jeden, der gern mehr sieht als das ohnehin Offensichtliche, für Liebhaber schöner und doch ausgefallener Sprache und für Alle, die sich mal wieder richtig von einem Buch begeistern und mitreißen lassen wollen!
    Absolut Unvergleichlich!

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  • Die Stadt der Blinden Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Nadine Woitas, am 07.01.2010

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    Was passiert, wenn alle Bewohner einer Stadt plötzlich erblinden? Eine spannende Beschreibung einer ungewöhnlichen Katastrophe könnte man meinen, aber dieses Buch bietet viel mehr. Neben der eigentlichen Handlung stellt es die verschiedenen Charaktere der Protagonisten dar und zeigt wie diese mit solch einer unerwarteten Situation umgehen und sich verändern. Vom skrupellosen Egoisten, der die Vorteile der Teamarbeit entdeckt, bis hin zum ehemaligen Teamplayer, der plötzlich eine ganz andere Entwicklung erfährt. Außerdem wissenswert: Eine Person behält das Augenlicht. Wie wird sie sich in die neue Situation integrieren?

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  • Horrorszenario Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Angela Gerstner, am 01.01.2010

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    Alles beginnt mit einem Mann, der in seinem Auto an einer Ampel wartet und plötzlich "erblindet". Er sieht auf einmal nur noch ein helles Weiß. Alle Menschen die mit ihm Kontakt haben, so ein Gauner, der ihn nach Hause begleitet um darauf sein Auto zu stehlen, seine Frau, der Arzt der ihn zu erst untersucht, und nach und nach das ganze Land, erblinden an der scheinbar ansteckenden Krankheit. Alle bis auf die Frau des Arztes, die vorgibt auch erblindet zu sein um mit ihrem Mann in das "Quarantänelager" gehen zu können. Dieses Lager ist ein altes leerstehendes Schulgebäude, in dem die Insassen fortan dahinsiechen.
    Immer mehr Blinde werden in dieser Anstalt wie Vieh zusammengepfercht und durch Scharfschützen bewacht. Bald gibt es auch Rivalitäten unter den Blinden selbst, da Lebensmittel knapp sind.

    „Die Stadt der Blinden“ wühlt auf und macht betroffen, geht es doch um eine Gesellschaft, die statt in der Not zusammenzuhalten, sich aus Angst und Egoismus selbst zerstört. Die simple Sprache Saramagos trägt zum beklemmenden Gefühl bei, das sich bei der Lektüre dieses Buches einstellt, da man sich vorstellen kann, dass dieses Horrorszenario wahr werden könnte wenn eine solche Seuche ausbrechen würde.
    Wer sich an das Buch wagt, dem sei noch gesagt, dass Saramago einen außergewöhnlichen Schreibstil pflegt. Er verwendet nämlich keinerlei Satzzeichen (!). Dieses Stilmittel ist bewusst gewählt, so sind dadurch viele Textpassagen mehrdeutig, da nicht genau auszumachen ist, wer was gesagt hat, das macht aber auch das Lesen etwas beschwerlich. Das ist aber nach einer Einlese-Phase kein größeres Problem mehr. Wäre ansonsten schade, denn es ist wirklich ein bemerkenswertes Buch.

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  • Blindes Chaos Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Markus Kowal, am 22.11.2009

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    Saramago ist ein Autor, der einen großen literarischen Anspruch besitzt. Er vermittelt uns eine Situation, die nachvollziehbar ist, obwohl man es eigentlich nicht glauben will. Durch seinen besonderen Stil, ist man mitten im Geschehen und wäre selbst blind, wenn einem dieses Buch nicht zum nachdenken anregen würde. Außerdem wurde es wirklich sehr gut verfilmt. Erst lesen, dann gucken.

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  • Ein grandioses Meisterwerk Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Silvia Gonther, am 30.08.2009

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    In einer namenlosen Stadt erblinden Menschen durch Augenkontakt. Als man dieser Epidemie nicht mehr Herr wird, sperrt man die Erkrankten in einer Irrenanstalt weg. Eine Sehende geht aus Liebe zu ihrem Mann, der ebenfalls erblindet ist, mit. In der Anstalt sind die Kranken auf sich alleine gestellt und es treten die niedersten menschlichen Instinkte auf. Schon bald herrscht das totale Chaos und es bricht Anarchie aus. Wird es Rettung geben?
    Dieses Buch ist grandios. Saramago schildert mit einer solchen Eindringlichkeit die chaotischen Zustände, dass man Gänsehaut bekommt. Er zeigt uns, wie schnell unsere scheinbar sichere Ordnung in Anarchie und Chaos enden kann. Wie schnell Menschen im Umgang miteinander verrohen und verwildern! Außerdem schildert er uns, wie wir mit Menschen umgehen, die krank sind: Wir sperren sie weg. Ein eindringliches und bedrückendes Buch, welches es aber schafft am Ende optimistisch zu sein.

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  • Mein neues Lieblingsbuch Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Günther, am 20.08.2009

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    Saramago treibt das Was wäre Wenn Spiel auf die Spitze, indem er Extremsituationen als Ausgangspunkt seiner Romane nimmt, und darauf eine spannende Story aufbaut, die die Abgründe der menschlichen Seele gnadenlos bloßstellt.

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  • EPIDEMIIIIIEEEEE!!! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Sophie Bergmann, am 03.07.2009

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    Ein Mann erblindet plötzlich, ohne ersichtlichen Grund. Jemand hilft ihm. Auch dieser Mann erblindet. Jeder der mit den "Infizierten" in Berührung kommt...erblindet. Die Regierung evakuiert die Blinden und verfrachtet alle bisher Erkrankten in einem ehemaligen Irrenhaus. Das Millitär hält Wache und sorgt für Nahrung. Nicht immer. Die eigentliche Kontrolle der Regierung über das Geschehen entpuppt sich als absolutes Chaos. Die "Eingesperrten" finden sich in ihrer neuen Umgebung nicht zurecht. Auch dort kommt es zur Eskalation der Situation. Aufgrund der Unbehoflenheit und Verlorenheit mit dem neuen Umstand und komplett auf sich alleine gestellt kommt es zu diversen Unmenschlichkeiten und Ekelhaftigkeiten..... Fäkalien überall.... Vergewaltigung..... Angst..... Tod.
    Ein gewaltiges Werk in jeglicher Hinsicht. Eloquent und ohne Umschweife geht Saramnago auf das Thema der Epidemie-Panik ein, das menschliche Versagen das auf der Unwissenheit über die Karnkheit beruht und die folgenden unmenschlichen Taten.

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  • schockierend! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Barbara, am 21.10.2008

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    Ich habe dieses Buch ehrlich gesagt in zwei "Sprüngen" gelesen. Irgendwann in der Mitte der Geschichte gab es eine kurze Flaute und ich konnte mich erst nach ein paar Tagen wieder mit dem Buch befassen.

    Die Geschichte ist sehr interessant und bietet ein wundervolles Feld an Ideen für ein Buch.
    Ich muss aber ehrlich gestehen, dass ich am Ende des Buches doch eher enttäuscht war.
    Einerseits liegt es daran, dass mir die Geschichte doch ab und zu etwas zu heftig war (Frauen-gegen-Essen-Tausch) und manchmal gab es aber auch lange Strecken an denen sich einfach nichts getan hat.
    Das Ende bleibt (meiner Meinung nach) offen und man erfährt nicht, wieso denn nun alle Menschen plötzlich blind wurden.
    Immerhin habe ich das ganze Buch gelesen um genau das zu erfahren.

    Ich fand das Buch im großen und ganzen nicht schlecht, aber ich werde kein Buch mehr dieses Autors lesen.
    (Hier ist noch zu sagen, dass auch der Schreibstil sehr ungewöhnlich ist. Es werden keine Satzzeichen außer Punkte verwendet was es am Anfang sehr macht einem Dialog problemlos zu folgen.)

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  • Die Stadt der Blinden = Das Übel im Menschen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 03.10.2008

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    Mitten am Tag, mitten in der Stadt, mitten aus dem Nichts bricht die Epidemie aus.
    Menschen erblinden auf der Fahrt zur Arbeit, während der Arbeit, in der Freizeit. Es gibt kein Schema, es trifft viele, wenn auch zunächst nicht alle.
    Die Regierung reagiert brutal und rücksichtslos. Um eine weitere Ausbreitung der Epidemie zu verhindern werden die erkrankten Menschen unter Quarantäne gestellt, weg gesperrt und gut bewacht. Anfangs werden sie noch regelmäßig mit Essen und Medikamenten versorgt, doch nachdem die Epidemie in der Stadt weiter um sich greift und die Anarchie ausbricht, sind die in einer ehemaligen Anstalt weg gesperrten Menschen völlig auf sich gestellt.
    Und hier beginnt die Demoralisierung der Menschen.
    Der portugiesische Nobelpreisträger José Saramago beschreibt ohne Schnörkel und ohne Rücksicht auf Tabus, in nicht leicht zu lesender Form, die psychische und physische Entwicklung, den Verfall der in der Anstalt fest gehaltenen Menschen. Wie hinter den Mauern die Sozialstrukturen zusammenbrechen und es wieder gilt: Der Stärkere hat das Sagen.
    Und es gibt kein Entkommen, denn wer fliehen will, wird von den verbliebenen ratlosen Soldaten ohne genaue Instruktionen rücksichtslos erschossen.
    Die Moral geht verloren, und mit der Moral die Humanität.
    Eine brutale Gruppe von Erblindeten reißt die Macht in der Anstalt an sich, indem sie die Lebensmittel an sich reißt. Und erpresst von den anderen Gefangenen zunächst alle Wertgegenstände und schließlich die Körper Frauen.
    Nur die Frau eines Arztes kann noch sehen und ist freiwillig mit in die Quarantäne gegangen, um Ihrem Mann beizustehen. Aus Angst nicht dort bleiben zu dürfen, täuscht sie Blindheit vor und muss nun mit ihren „leider“ sehenden Augen sehen, welche Bestie im Menschen entfesselt werden kann. Was sie über sich ergehen lassen muss, wie sie standhaft und hoffnungsvoll hilft, wo sie helfen kann, erbaut den Leser wieder in aller dieser Tristesse.
    Man wünscht sich wie sie zu sein, wenn es jemals zu einer ähnlichen Situation kommen sollte. Das aber wird man erst wissen, wenn es soweit ist. Und das ist erschreckend!

    Einen Punkt weniger als Außergewöhnlich bekommt das Buch von mir wegen seiner oftmals zu langen und sperrigen Sätze. Wer sich aber geduldet und weiter als die ersten 50 Seiten liest wird sich schließlich nicht mehr daran stören.

    Das Buch wurde übrigens gerade mit der herausragenden Julianne Moore verfilmt und ich bin gespannt wie es umgesetzt wurde. Der Streifen war der Eröffnungsfilm auf dem Filmfestival in Cannes und hat dort gemischte Kritiken erhalten. Der Regisseur Fernando Meirelles hat aber bereits so poetische und düstere Filme wie „Der ewige Gärtner“ und „City of God“ gedreht.

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  • Sehr gut! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Zitronenblau, am 21.02.2008

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    "Stadt der Blinden" ist ein gelungenes Werk zu einer genialen Idee. Insgesamt sehr spannend, psychologisch und tabulos... Saramagos Schreibstil, als wäre er diesen selbst etwas überdrüssig, langweilt punktuell und dafür gibt es einen Punktabzug.

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  • Eine Wortkraft sucht ihresgleichen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Rolf Berger, am 24.08.2007

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Als ich vorige Woche mehr zufällig in einer Bichhandlung stand, fiel mir dieses Buch ind die Hand. Saramango war mir bekannt durch sein sehr schönes Buch: Hoffnung im Alentejo.
    Ich bezahlte; die Buchhändlerin sagte, dass er daffür den Nobelpreis erhalten habe.
    Was für ein Glück, an diesem Tag auf eine Freundin zu warten und mir die Zeit in einer Bichhandlung zu vertreiben.
    Welch Sprachgewalt kommt mir da entgegen!!! Welch menschliches Leid, gepaart mit Überlebenswillen, faschistoidem Auswirkungen durch ein Elend, was die Menschen betrifft: sie erblinden, einer nach dem anderen.
    Auf jeder der 400 Seiten begegnen einem Sätze, die uns wachrütteln. Hat der alte Saramago sich zuletzt mit der Systemik auseinandergesetzt? Wir begeben uns in eine Welt voll von Leid und Elend; es wird ausgeschlachtet, ohne unerträglich zu werden, obwohl das Leid es ist. Ein Vorredner sagte, es sei wie ein Märchen. Ich kann dem nur zustimmen: aber welches Märchen hat diese immense Ausdruckskraft eines Saramago????
    Zugegeben: ich bin ein Mensch, der nah an Tränen gebaut hat. Dieses Buich rührt mich zu Tränen; ich gönne es jedem!!!
    Wer dieses Buch nicht gelesen hat, hat etwas ganz Großes der Weltliteratur verpasst.
    Jose, ich danke dir

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  • Fast wie ein Märchen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Polar, am 09.07.2007

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Was wäre wenn? In Zeiten, in denen die moderne Welt sich vor Terrorismus und Giftanschlägen fürchtet, schildert Saramago die Folgen einer Infektion, die Versuche, sie einzudämmen, und den Ausbruch des Chaos. Während bei Max Frisch in Mein Name sei Gantenbein die Blindheit noch dazu dient, die anderen auszuspionieren, widmet sich Saramago der Hilflosigkeit und dem Meistern des Schicksals. Fast wie eine Parabel auf unsere Zeit, die glaubt sich durch immer schärfere Gesetze schützen zu können, werden die Blinden interniert, weggesperrt, als wäre die Gesellschaft dadurch in der Lage, die Epidimie einzudämmen. Als sich die Tore des Lagers allerdings öffnen, hat sich die Stadt längst selbst erblindet. Wer mag, kann diesen Roman unter dem Vorzeichen des Was wäre wenn auf uns übertragen. Was wäre, wenn wir uns vor allem geschützt hätten, wären wir nicht dann alle blind geworden, um es ertragen zu können. Ein poetischer Roman, leicht zu lesen, obwohl seine Moral bleischwer in den Gliedern hängen bleibt.

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  • Überlebensinstinkt vs. Moralvorstellungen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Mandurah, am 23.01.2007

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    „Die Stadt der Blinden“ zeigt einmal mehr, wie unterschiedlich sich die Menschen in Notlagen verhalten, obwohl alle - wie es so schön heißt - „im selben Boot sitzen“ und man annehmen sollte, daß sie zusammenhalten.

    Da ist zunächst die Regierung, die alle Erkrankten einsperrt, weil sie befürchtet, die medizinisch nicht zu erklärende und auch nicht zu behandelnde Epidemie könne weiter um sich greifen. Sie stellt Soldaten als Wachen auf, um die Kranken notfalls mit Gewalt am Verlassen der Lager zu hindern, kann aber auf Dauer keine Versorgung der Kranken gewährleisten, weil immer mehr Menschen – darunter auch die Bewacher – erblinden. Wurden zunächst ausreichend Nahrungsmittel und Hygieneartikel geliefert und herrschte „nur“ ein Mangel an psychologischer Betreuung, bricht die Versorgung alsbald zusammen und das Chaos aus.

    Es entstehen unter den Erblindeten zwei Gruppen - die eine denkt nur an sich und ihr Überleben, sie benimmt sich schlimmer als die Tiere, stiehlt, mordet und vergewaltigt, alle menschlichen Werte sind nicht mehr existent.

    Die andere Gruppe versucht soweit wie möglich an ihrer Moralvorstellung festzuhalten und durch Zusammenarbeit ihr Überleben zu gewährleisten.

    Was im Leben wirklich zählt und daß viele Menschen sich nicht im Klaren darüber sind, was das Menschsein und das Leben an sich ausmacht – nämlich die nicht greifbaren, nicht meßbaren Werte und nicht Geld und Besitztümer, stimmt einen sehr nachdenklich, denn zweifelsohne würden die meisten Menschen eher dem ihnen angeborenen eigenen Überlebensinstinkt folgen als den mühsam anerzogenen Verhaltensregeln.

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