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Irgendwann werden wir uns alles erzählen

Roman

von Daniela Krien

Buch

gebunden (234 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Sommer 1990, ein Bauerndorf nahe der deutsch-deutschen Grenze, die gerade keine mehr ist. In ihrem literarischen Debüt schildert Daniela Krien eine Liebesgeschichte von archaischer Wucht, die Zeitgeschehen und Existentielles auf zwingende Weise miteinander verschränkt.
Es ist Sommer, heißer, herrlicher Sommer. Der Hof ist ein Dreiseithof. Schaut man geradeaus, sieht man eingezäunte Wiesen und den Bahndamm, und hinter den Schienen, in einiger Entfernung, doch klar erkennbar: den Henner-Hof. Maria wird bald siebzehn, sie wohnt mit Johannes auf dem Hof seiner Eltern, in den "Spinnenzimmern" unterm Dach. Sie ist zart und verträumt, verkriecht sich lieber mit den "Brüdern Karamasow" als in die Schule zu gehen. Auf dem Nachbarhof lebt der vierzigjährige Henner, allein. Die Leute aus dem Dorf sind argwöhnisch: Eine Tragik, die mit seiner Vergangenheit zu tun hat, umgibt ihn; gleichzeitig ist er ein Mann, dessen charismatische Ausstrahlung Eifersucht erregt. Ein zufälliger Blick eines Tages, eine zufällige Berührung an einem andern lösen in Maria eine Sehnsucht aus, die fremd und übermächtig ist und sie daher wie von höherer Gewalt geleitet in Henners Haus und in seine Arme treibt... Die sommerlichen Weizenfelder, die vom Heu und den Mückenstichen juckenden Beine, das Summen des Kühlschranks in der Küche... Eine allgegenwärtige Sinnlichkeit beherrscht diesen intensiven Text, der eine ländliche, ebenso schöne wie düstere Welt entstehen lässt und einen Sog entwickelt, der bis zum dramatischen Ende alles mit sich reißt.

Pressestimmen:

Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 26.12.11
Eine Liebesgeschichte, die berührt und einen trägt, in eine andere Zeit. Eine Liebesgeschichte vom Lande, die sich von der Großstadt unterscheidet. Irgendwann werden wir uns alles erzählen ist in einer eloquenten Sprache erzählt, die treffender nicht sein kann.

Produktdetails

ISBN-10: 3-86220-019-1
EAN: 9783862200191
Erschienen: 16.09.2011
Verlag: Graf Verlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 234
Länge/Breite: 211mm/134mm
Gewicht: 340 g
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Daniela Krien

Daniela Krien, geboren 1975 in Mecklenburg-Vorpommern, aufgewachsen in einem Dorf im Vogtland (Sachsen), lebt mit Mann und zwei Töchtern in Leipzig. Sie studierte Kulturwissenschaften, Kommunikations- und Medienwissenschaften und arbeitete unter anderem als Drehbuchautorin und Cutterin.

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Kundenrezensionen

  • Irgendwann werden wir uns alles erzählen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 29.07.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ein Debütroman, der beeindruckt. Zunächst einmal war ich vom Cover angetan. Eine weite Landschaft, ein endlos langer Weg, wohin wird er führen und wohin führt er vor allem die Protagonistin Maria? Ein sehr passend gewähltes Cover.

    Die 16-jährige Maria verläßt ihr Zuhause. Ihre Mutter ist depressiv und hat kein Verständnis für die Tochter. Maria will das nicht mehr aushalten und zieht zu ihrem Freund Johannes auf den Bauernhof seiner Eltern. Hier ist vieles im Umbruch. Es ist das Jahr 1990, die Zeit der Wende. Maria wird dort freundlich aufgenommen, obwohl ihr Handeln nicht immer verstanden wird. Maria geht nicht mehr zur Schule, sondern vergräbt sich lieber mit ihren Büchern in ihrem Zimmer und weiß auch gar nicht so genau, wie alles weitergehen soll.

    Eines Tages begegnet ihr der Nachbar Henner, ein eigenbrötlerischer Sonderling, der allein auf seinem Hof lebt und von dem niemand so genau weiß, was er treibt. Er hat einen Hang zum Alkohol und zu Gewalttätigkeiten. Aber er ist ein stattlicher und ansehnlicher Mann. Maria fühlt sich zu ihm hingezogen und es kommt zu einer Liebesbeziehung, die für Maria so stark ist, daß sie sich nicht vorstellen kann, ohne Henner weiterzuleben.

    Maria pendelt nun zwischen dem Bauernhof der Familie Thieme und dem Hof von Henner hin und her, geplagt von einem schlechten Gewissen gegenüber Johannes, der Maria liebt und mit ihr zusammenbleiben möchte. Sie baut ein Lügengespinst um sich herum auf, um Zeit für Henner zu finden. Dieser geht nicht immer zartfühlend mit Maria um und ist oft auch betrunken, was Maria aber nicht abstößt, sondern nur noch stärker an ihn bindet.

    Das Buch beschreibt sehr feinfühlig ein junges Mädchen auf dem Weg ins Leben. Nur ihre Unerfahrenheit und ihr Alleingelassensein von ihrer Familie kann die Intensität ihrer Bindung an Henner eklären.

    Ein lesenswertes Buch, dessen Ende sich hoffentlich viele Leser "irgendwann erzählen lassen werden".

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  • Irgendwann werden wir uns alles erzählen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von eine Kundin aus Frankfurt, am 13.04.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ein Debütroman, der beeindruckt. Zunächst einmal war ich vom Cover angetan. Eine weite Landschaft, ein endlos langer Weg, wohin wird er führen und wohin führt er vor allem die Protagonistin Maria? Ein sehr passend gewähltes Cover.

    Die 16-jährige Maria verläßt ihr Zuhause. Ihre Mutter ist depressiv und hat kein Verständnis für die Tochter. Maria will das nicht mehr aushalten und zieht zu ihrem Freund Johannes auf den Bauernhof seiner Eltern. Hier ist vieles im Umbruch. Es ist das Jahr 1990, die Zeit der Wende. Maria wird dort freundlich aufgenommen, obwohl ihr Handeln nicht immer verstanden wird. Maria geht nicht mehr zur Schule, sondern vergräbt sich lieber mit ihren Büchern in ihrem Zimmer und weiß auch gar nicht so genau, wie alles weitergehen soll.

    Eines Tages begegnet ihr der Nachbar Henner, ein eigenbrötlerischer Sonderling, der allein auf seinem Hof lebt und von dem niemand so genau weiß, was er treibt. Er hat einen Hang zum Alkohol und zu Gewalttätigkeiten. Aber er ist ein stattlicher und ansehnlicher Mann. Maria fühlt sich zu ihm hingezogen und es kommt zu einer Liebesbeziehung, die für Maria so stark ist, daß sie sich nicht vorstellen kann, ohne Henner weiterzuleben.

    Maria pendelt nun zwischen dem Bauernhof der Familie Thieme und dem Hof von Henner hin und her, geplagt von einem schlechten Gewissen gegenüber Johannes, der Maria liebt und mit ihr zusammenbleiben möchte. Sie baut ein Lügengespinst um sich herum auf, um Zeit für Henner zu finden. Dieser geht nicht immer zartfühlend mit Maria um und ist oft auch betrunken, was Maria aber nicht abstößt, sondern nur noch stärker an ihn bindet.

    Das Buch beschreibt sehr feinfühlig ein junges Mädchen auf dem Weg ins Leben. Nur ihre Unerfahrenheit und ihr Alleingelassensein von ihrer Familie kann die Intensität ihrer Bindung an Henner eklären.

    Ein lesenswertes Buch, dessen Ende sich hoffentlich viele Leser "irgendwann erzählen lassen werden".

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  • Irgendwann werden wir.... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Nicole Langer, am 07.02.2012

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    Sommer 1990, ein Bauerndorf nahe der deutsch-deutschen Grenze, die gerade keine mehr ist. Das ist der Schauplatz einer Liebesgeschichte, die Zeitgeschehen und Existentielles auf zwingende Weise miteinander verbindet.
    Ein wirklich gutes Buch.

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  • Die Geschichte eines Sommers Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Stefan Mayrhofer, am 20.01.2012

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    Sommer 1990 in einem Bauerndorf an der (noch) innerdeutschen Grenze: Maria steht kurz vor ihrem siebzehnten Geburtstag und ist zu ihrem Freund Johannes auf den Brendel-Hof gezogen. Ihre Mutter ist aus finanziellen Gründen wieder zu den Eltern gezogen, ihr Vater will lieber eine 19jährige Russin heiraten und zahlt keine Unterstützung mehr. Sie geht nur noch selten zur Schule, hilft lieber auf dem Hof oder vertreibt ihre Zeit mit Büchern. Die Situation ändert sich, als Maria eine Beziehung mit dem 40jährigen Henner, der allein auf dem benachbarten Hof lebt, anfängt. Henner ist mit seiner zum Teil primitiven und fast animalischen Art so ganz anders als der liebenswerte Johannes, trotzdem verfällt ihm Maria immer mehr. Aber die Liebe muss geheim bleiben, wie auch einige andere Familiengeheimnisse...

    Teils Liebesgeschichte, teils Familiendrama, und das Ganze geschickt in die Zeit kurz vor der deutschen Wiedervereinigung plaziert. Daniela Krien lässt Maria als Ich-Erzählerin ihre Geschichte erzählen und versteht es auf diese Weise, die verwirrenden Gefühle einer Heranwachsenden auszudrücken, die noch ihren Platz im Leben sucht. Zudem werden die Hoffnungen, aber auch die Sorgen und Ängste der DDR-Bewohner kurz vor der Wiedervereinigung beleuchtet. Obwohl mich die Geschichte an sich – Heranwachsende verliebt sich in viel älteren Mann – eigentlich nicht unbedingt vom Hocker gerissen hätte, war ich so von diesem Buch, das der erste Roman der Autorin ist, angenehm überrascht. Zwar keine Höchstwertung, aber trotzdem gute 4 Sterne.

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  • Ein ganz persönlicher Umbruch Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Carolin, am 02.12.2011

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    Auch ich bin begeistert von diesem Roman. Maria, die eine schwierige Kindheit hatte - der Vater nie zu Hause, dessen offenes Fremdgehen und mangelndes Interesse an der Tochter und die nie enden wollende Traurigkeit der Mutter- ergreift die Gelegenheit beim Schopf, als sie zu Johannes flüchten kann, einem Jungen, den sie auf einer Demonstration näher kennenlernte und sich schließlich in ihn verliebte. Er wohnt auf einem Hof in einem Nachbardorf und Maria bleibt einfach, wird anfangs von der Familie geduldet und erarbeitet sich immer mehr Respekt, sodass sie bereits fest in die Zukunft der Familie und des Hofes eingeplant wird. Doch sieht sie für sich eine ganz andere Zukunft. Maria liebt aufopfernd, bedingungslos und zur Gänze. Als Johannes seine Liebe immer mehr in Richtung Fotografie verschiebt, stört sie das nicht weiter, denn auch sie hat etwas anderes gefunden: Henner, der den Hof nahe der Brenners besitzt und bereits ihr Vater hätte sein können. Diese Liebe ist sehr leidenschaftlich und driftet bereits ins Brutale ab. Doch Maria fühlt sich hier genau richtig. Nun befindet sie sich in einem Dilemma: die Brenners, die ihr vertrauen, Henner, der sie braucht und von dem sie genauso abhängig ist. Und nebenbei vollzieht sich die politische Wende. Maria befindet sich in einem ebensolchen persönlichen Umbruch, der das Jahr 1990 in den Hintergrund rücken lässt. Und dann verändert eine Nacht alles...

    Der Roman ist sehr poetisch, klar und ohne Ausschmückungen geschrieben. Die Autorin konzentriert sich auf das Wesentliche und bringt so sowohl das Glück, als auch das große Leid der Protagonisten ohne Umstände zur Sprache. Ich war beim Lesen gefesselt, fühlte mit Maria mit, wollte sie wachrütteln, war schockiert und überrascht. Der Roman hat mir ein großes Lesevergnügen gebracht, das wohl erst ein bisschen sacken muss.

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  • Irgendwann werden wir uns alles erzählen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Anke Hackler, am 27.11.2011

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    Sommer 1990, in einem Dorf an der deutsch-deutschen Grenze lebt Maria auf dem Hof der Eltern ihres Freundes Johannes. Auf dem Nachbarhof lebt der 40jährige Henner, allein. Durch einen zufälligen Blick und eine Berührung entwickelt sich eine Affäre- intensiv, nicht selten gewaltsam, aber...geheim.
    Ein ruhiges und stimmiges Buch, dass ich gerne emfehle.

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  • Eine tragisch-poetische Liebesgeschichte zur Wendezeit Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Kerstin Huber, am 27.11.2011

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    Das Debüt von Daniela Krien ist ein gewaltiges. Erzählt werden einige Wochen im Leben der 16-järigen Marie. Es ist der Sommer 1990, der Schauplatz ein Dorf in der sich auflösenden DDR, nahe der deutsch-deutschen Grenze. Unsicherheiten und Aufbruchstimmung prägen Zeit und Menschen gleichermaßen. Marie lebt mit ihrem Freund Johannes auf dessen elterlichen Hof. Sie lässt sich treiben, übernimmt hie und da Pflichten im Haushalt, liest viel. Mit Henner vom Nachbarhof, einem 40-jährigen Außenseiter, beginnt sie schließlich ein Verhältnis. Animalisch und nicht frei von Gewalt ist diese Liebe. Empfindsam und immer auch vor dem Hintergrund der Wende behandelt Krien dieses sensible Thema. Denn die Sprache der Autorin ist von einer klaren Poetik, die den Traum der flirrenden Sommertage und die triebhafte Sehnsucht der Protagonisten in unverfälschte Worte packt. Nicht explizites Beschreiben und peinliche Nabelschau ist Kriens Weg, sondern die Kunst der Andeutung. Und die bewirkt ja beim Leser meist unendlich viel mehr.

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  • Irgendwann werden wir uns alles erzählen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Simone Büchner, am 22.11.2011

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    Schauplatz des Romans ist ein Dorf an der deutsch-deutschen Grenze, die gerade fällt. Die 16-jährige Maria zieht zu Ihrem Freund und dessen Familie auf den Bauernhof. Das verträumte Mädchen verweigert den Schulbesuch, lebt lieber in den Tag hinein. Manchmal hilft sie auf dem Hof. Hierbei lernt sie auch den 40-jährigen Henner kennen, dem der Nachbarhof gehört. Maria fühlt sich magisch zu ihm hingezogen und ist fasziniert von der Austrahlung des Außenseiters. Eine ungewöhnliche, aber auch tragische Liebesgeschichte beginnt............

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  • Eine tragische Liebesgeschichte Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Jutta Mudder, am 02.11.2011

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    Das 17jährige Mädchen Maria lebt 1990 in einem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt, wo das Leben, weitgehend unbeeindruckt von der Wendezeit, von der Landwirtschaft bestimmt wird. Mit Johannes verbindet sie eine zärtliche Freundschaft. Dann jedoch lernt sie den 40jährigen Henner aus dem Nachbardorf kennen, der durch seine tragische Vergangenheit und sein Alkoholproblem zum Außenseiter wurde.
    Maria beginnt mit ihm eine leidenschaftliche und dramatische Affäre.

    Diese Buch ist toll geschrieben und zieht einen sofort in seinen Bann.

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  • Irgendwann werden wir uns alles erzählen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von bibliomaus, am 26.10.2011

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    Der Roman beginnt als typischer Wenderoman, allerdings aus der Sicht der recht unbedarften, etwas einfachen Landbevölkerung. Ängste und Hoffnungen werden durch die unterschiedlichen Personen vermittelt. Aber da ist auch Maria, ein junges 16jähriges Schulmädchen auf der Suche nach dem eigenen Ich. Kein richtiges Elternhaus, keine richtige Bezugsperson, da Eltern geschieden. Sie findet Zuflucht bei der bäuerlichen Familie ihres ersten Freundes Johannes. Die bäuerliche Großfamilie hegt unterschiedliche Zukunftsgedanken durch die Wiedervereinigung. Maria fühlt sich zwar wohl in dieser Familie aber nicht heimisch. So sucht Sie weiter auf ein eigenständiges Erlebnis in dieser Zeit. Da begegnet sie Henner, dem alleinstehenden 40jährigen Bauern, der seinen Hof ganz alleine bewirtschaftet. Henner ist der Außenseiter, der etwas eigenartige Bewohner der Landgemeinde. Henner ist nach einem Autoumfall, den Marias Mutter verschuldet in der Nähe und nimmt Maria mit auf seinen Hof. Nun nimmt die Geschichte völlig neue Züge an. Henner nutzt die Situation und pflegt nicht nur die Wunden, sondern erkennt, dass er auch seine Bedürfnisse stillen kann. Maria hat das gefunden was in Ihrem Leben bisher fehlte. Eine Bezugsperson, die nur für Sie dazu sein schien. Sie wollte zu ihm ziehen und so etwas wie eine Familie mit Henner aufbauen. Erst jetzt wurde dem Henner klar, dass ein gemeinsames Leben in der ländlichen Gemeinde mit einer 16jährigen zu unüberbrückbaren Problemen führen würde. Er zog die Konsequenz und setzte seinem Leben ein Ende, und setzte damit einen eindeutigen Schlusspunkt unter die niemals funktionierende Beziehung. Maria fand nach einiger Trauer den Weg zurück ins normale Leben einer Heranwachsenden und gestaltet ihre Zukunft wohl mit Johannes ihrem ersten altersmäßig zu Ihr passenden Mann, dem sie irgendwann einmal alles erzählen wird.

    Das Buch nimmt die Zeitgeschichte der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten auf, obwohl das Kernthema, die Suche nach dem eigenen Ich, zeitunabhängig ist. Es ist flüssig zu lesen.

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  • Eine tragische Liebesgeschichte großartig erzählt! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Michelle Rößner, am 17.10.2011

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    Ein wahrhaftig gewaltiges Debüt, geradezu eine Novelle im Goetheschen Sinne: in einem kleinen Ort nahe der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze ereignet sich eine unerhörte Begebenheit! Die sechszehnjährige Maria lebt mit ihrem Freund Johannes auf dem Hof seiner Eltern. Statt in die Schule zu gehen, steckt sie ihre Nase lieber in Dostojewskis „Die Brüder Karamasoff“. Die leidenschaftlichen Träumereien werden real, als sie sich in den vierzigjährigen Henner vom Nachbarhof verliebt, dessen düstere und gewaltsame Aura Maria unaufhaltsam in seinen Bann ziehen. Derart mit sich selbst beschäftigt, geraten die historischen Umbrüche des Sommers 1990 nahezu zur Nebensächlichkeit, denn unerhört ist diese Begebebenheit nicht nur im Sinne von unmoralisch- sie darf in dem kleinen Ort auch schlichtweg nicht gehört werden...

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  • Das Mädchen Maria Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Christian Oertel, am 15.10.2011

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    Sommer 1990. Irgendwo in Thüringen, in einer schönen beschaften Landschaft, ein Dorf.
    Maria bewohnt mit ihrem Freund zwei Dachbodenzimmer auf dem Hof der Schwiegereltern; gute, hart arbeitende Leute. Maria ist sechzehn, der Körper mager, das Gesicht leichenblass, tiefe Augenringe. Sie leidet entsetzlich. Ein Leiden, dessen wahren Grund sie nicht nennen darf, dass sie vollkommen allein ertragen muss. Sie schiebt es auf das verpatzte Schuljahr, die Eltern, die neue Heirat des Vaters, die Traurigkeit der Mutter.

    Es gibt Dinge, die können gleich erzählt werden, andere haben ihre eigene Zeit, und manche sind unsagbar. Denn das Geheimnis Marias ist der raue Pferdewirt vom Nachbarhof. Der Henner, vierzig, ein lesender Sonderling, mit einer Schwäche für Wodka, die ihn jähzornig macht.

    Auf dem Hof wird sie ausschließlich am Maßstab der Nützlichkeit gemessen. Nur bei und mit Henner kann sie sie sein, ohne Scham, glücklich, körperlos, nur noch Gefühl. Einmal abgesehen von den blauen Flecken; die Wundmale ihrer tierischen, fordernden bis brutalen Leidenschaft.

    "An meinem Bein spüre ich die Katzenzunge. Dass weckt die Erinnerung."

    Daniela Krien zeichnet in IRGENDWANN WERDEN WIR UNS ALLES ERZÄHLEN ein Porträt eines sechzehn jährigen Mädchens, das die archaische Wucht der Sexualität packt. Die Tür zur Kindheit schließt sich für immer. Das adoleszente Mädchen, einem Gefühlschaos zwischen Unberechenbarkeit, Gewissen, Moral, Verlangen, Unschuld und Gleichgültigkeit ausgesetzt, als sanfte Heldin.

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  • Was für ein großartiges Debüt Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Kerstin Köppel-Farber, am 10.10.2011

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    Daniela Krien ist mit ihrem Buch ein großartiges Debüt gelungen.Ein Buch über die erste große Liebe, über Sehnsüchte und Träume eines 17-jährigen Mädchens. Maria liebt Johannes und sie liebt Bücher. Doch dann begegnet ihr der wesentlich ältere Henner,dem Außenseiter des Dorfes und der so ganz anders ist als Johannes. Beide beginnen eine leidenschaftliche und heimliche Affäre und als Maria beschliesst, Johannes zu verlassen, geschieht ein tragisches Unglück. Dieses Buch sollten Sie unbedingt lesen, es ist von einer einfachen und eindringlichen Sprache und jede Seite lohnt sich!!!!

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  • eine großartige Geschichte! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Annegrit Fehringer, am 05.10.2011

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    Ein deutsches Dorf irgendwo im Osten,1990, wo die DDR gerade aufhört zu sein. Eine Großfamilie auf einem Bauernhof, die die junge siebzehnjährige Maria aufnimmt, und die sich Hals über Kopf in den vierzig Jahre alten Henner vom Nachbarhof verliebt. Es entwickelt sich eine stürmische und archaische Liebesgeschichte. Dieser erste Roman von Daniela Krien zieht einen sofort in seinen Bann! Sehr berührend und von großer Atmosphäre!

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  • Wirklich alles Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 04.10.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Es gibt Dinge, die können gleich erzählt werden, andere haben ihre eigene Zeit, und manche sind unsagbar.

    Maria liebt Johannes, die erste große Liebe. Maria ist sechzehn und die Mauer ist gerade erst gefallen. Für die Menschen im Osten wird vieles anders, aber zunächst bleibt alles stehen.

    Eine trügerische Ruhe legt sich über das Land und die Menschen, doch in dem Dorf in dem Maria aufwuchs war noch nie besonders viel los.

    Dinge, die sie vorher nie tun konnte, Plätze an die sie nie hätte fahren können, sind nun plötzlich ganz nah und trotzdem zieht es sie nicht in die Ferne sondern in die Arme eines anderen Mannes den sie schon lange kennt.

    Das Buch spielt im ersten Jahr nach dem Mauerfall, genau genommen bis zur Wiedervereinigung.

    Maria ist mehr oder weniger mit Johannes auf den Hof seiner Eltern gezogen, geredet haben sie darüber nicht, aber von den Erwachsenen schneidet auch niemand das Thema an. Maria scheint irgendwie verloren. Sie sucht eine Familie und findet scheinbar Anschluss bei Johannes' Eltern und auf deren Hof.

    Auch als Maria aufhört zur Schule zu gehen, fühlt sich niemand verantwortlich, nicht einmal die eigene Mutter, die Maria noch sporadisch besucht. Der Vater hat sich in die Sowjetunion abgesetzt und wird wieder heiraten ' ein Mädchen nur 2 Jahre älter als Maria.

    Maria lässt sich treiben, sie hilft an manchen Tagen tüchtig am Hof mit, um an anderen Tagen gänzlich in Büchern zu versinken. Aber auch das kümmert niemanden so wirklich, alle Menschen am Hof haben ihre eigenen Probleme und Geheimnisse.

    Auf der Suche nach Anschluss und auch nach dem Vater, den sie nie wirklich hatte, gerät sie an Henner. Dieser hat aber mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen. Langsam kommt Maria, Henner näher. Henner der auf dem benachbarten Hof wohnt und mehr als dreißig Jahre älter ist als sie. Sie beginnen eine seltsame Beziehung, heimlich, sündig und trotz allem fühlt es sich richtig an.

    Über das ganze Buch hinweg erhält die Autorin eine seltsame Mischung aus einer melancholischen Melodie und dem Duft von Heu. Was als Jugendbuch beginnt, zeigt schon nach wenigen Kapiteln, dass es das mit absoluter Sicherheit nicht ist, ein schneller Jugendroman.

    Die Protagonistin ist auf mehreren Ebenen verloren, um ihre Kindheit betrogen, von den Eltern vernachlässigt sucht sich nach Vorbildfiguren und nach Ansprache, wird aber nur mit der Menschlichkeit und der Fehlbarkeit ihrer Umgebung konfrontiert. Ein Mann der um so viele Jahre älter ist als sie, wird ihr gleichsam zum Geliebten und zur Vaterfigur.

    Obwohl schnell deutlich wird, dass Henner das Mädchen vor allem in körperlicher Hinsicht bei weitem überfordert, lässt er nicht ab von ihr, aber nicht aus eigenem ordinären triebhaften Verhalten sondern aus lang angesammelter Verzweiflung und Angst vor der Einsamkeit und dem Alleinsein.

    Dieses Buch hat so viele Gefühle in mir ausgelöst, da war alles vorhanden, Wärme, Liebe, Angst, Trauer, Abscheu, Missgunst, Neid, Hoffen und Bangen.

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  • faszinierendes Debüt Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Edith Berger, am 01.10.2011

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    Es ist Sommer und es ist das Jahr 1990. Maria ist zu ihrem Freund Johannes auf den Bauernhof gezogen.Sie ist 16 Jahre alt und ein zartes, verschlossenes Mädchen. Die Schulbesuche werden selten. Auch an der Arbeit auf dem Hof beteiligt sie sich nur gelegentlich. Am liebsten hält sie sich in ihrem Zimmer im Dachgeschoss auf - mit den "Brüdern Karamasow" als Gesellschaft.
    Als sie eines Tages Henner, dem charismatischen Besitzer des Nachbarhofes begegnet, schlittert sie in eine dramatische Affäre.
    Ein faszinierendes Debüt.

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  • ... im Sommer 1990 Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Sabine Rudolph, am 20.09.2011

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    Ungewollt gerät die erst 16jährige Maria in eine Dreiecksbeziehung. Mit dem kaum älteren Johannes wohnt sie auf dem Hof seiner Eltern und lernt dort ein komplexes, generationenübergreifendes Familienleben kennen. Dem von allen Dorfbewohnern argwöhnisch betrachteten 40jährigen Henner wird sie nach einem Autounfall mit ihrer Mutter in die Arme getrieben. Mit ihm lernt sie eine körperliche, hingebungsvolle Liebe kennen, die ihr trotz zunehmender Zweifel unentbehrlich wird. Die Arglosigkeit der Brendels erlaubt es ihr, auch mit Henner ein geregeltes Liebes- und Alltagsleben zu führen. Neben der eigenen Unsicherheit machen es ihr vor allem die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der deutsch-deutschen Wiedervereinigung unmöglich, sich für einen Mann zu entscheiden. Daniela Krien schildert klar und mit wenigen Worten neben der Zerrissenheit eines jungen Mädchens verschiedene Einzelschicksale, Wünsche, Hoffnungen, Nachdenklichkeit und Skepsis einzelner Figuren, die es in der Form wohl nur zu dieser Zeit gegeben hat.

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  • Ein großartiges Debüt, Literatur zum Genießen! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Wiebke Renken, am 18.09.2011

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    Ich bin hellauf begeistert von Daniela Kriens Werk, was für ein Debüt! Was für eine wunderbare Sprache, ich erinnere mich dabei an Judith Herrmanns "Sommerhaus später", als damals Reich-Ranicki sagte: "Wir haben eine neue Autorin bekommen, eine hervorragende Autorin. Ihr Erfolg wird groß sein."
    Und ich bin fasziniert davon, wie Daniela Krien es ganz gezielt schafft, so wie es beim Anstoß eines Dominosteines geschieht, dass alle anderen aufgestellten Steine der Reihe nach fallen, beim Leser die Fantasie und Assoziationen anzuregen. Herrlich, das ist Literatur.
    Die Handlung lässt den Leser nicht mehr los, geschildert wird eine Dreiecksbeziehung zwischen der jugendlichen Maria, die den gleichaltrigen Johannes liebt und bei seiner Familie auf dem Hof lebt, jedoch mit dem 40jährigen Nachbarn Henner eine heimliche Affäre beginnt. Die Charaktere sind definitiv glaubwürdig, die Beschreibung des ländlichen Lebens treffend und zeitlos.
    Ein absolut höchster Lesegenuss! Danke für dieses Buch!

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  • Eine Zeit der Wende Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Spatzi79, am 18.09.2011

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    Zum Inhalt:

    Die Handlung spielt im Jahr 1990, also einige Monate nach der Wende. Ein kleines Dorf in der bald ehemaligen DDR, in der Nähe der innerdeutschen Grenze. Die 16jährige Maria zieht zu ihrem Freund Johannes auf den Hof seiner Familie. Dort leben 3 Generationen unter einem Dach, von der Großmutter Frieda über die Eltern Siegfried und Marianne bis zu den Söhnen Johannes und Lukas. Die Familie Brendel nimmt Maria auf, als wäre es nichts Besonderes und das junge Pärchen bekommt den Dachboden für sich.

    Während Johannes den Umbruch und die neuen Möglichkeiten begierig aufnimmt, ist Maria seltsam unentschlossen. Sie geht nicht mehr regelmäßig zur Schule und vergräbt sich lieber auf dem Hof und in der Lektüre der „Brüder Karamasow“ von Dostojewski.

    Der auf dem Nachbarhof lebende Eigenbrödler Henner ist schon 40 und eigentlich kein Umgang für das junge Mädchen. Doch durch irgendeinen Zufall begegnen sie sich näher und es entwickelt sich eine merkwürdige Beziehung zwischen den beiden. Schon bald lebt Maria ein Doppelleben.



    Meine Meinung:

    Der Klappentext verspricht eine „Liebesgeschichte von archaischer Wucht“. Da das Buch gerade mal 230 Seiten umfasst, war ich in meinen Erwartungen eher skeptisch. Das Buch macht es dem Leser auch nicht leicht, die Sprache ist irgendwie sperrig und lässt sich nicht so ganz leicht lesen. Aus Sicht des Mädchens Maria geschrieben, erfahren wir vor allem etwas über ihre Gefühle und Gedanken, die der anderen bleiben größtenteils verborgen. Der Liebesgeschichte konnte ich über weite Strecken nichts abgewinnen, zu viel Brutalität für meinen Geschmack. Dass es kitschig wird, kann man dieser Geschichte wirklich nicht nachsagen.

    Sehr interessant fand ich, wie das Leben der Familie beschrieben wurde. Auf die Vergangenheit in der DDR wird nur wenig eingegangen, aber es reicht, um sich ein Bild zu machen. Gleichzeitig werden vor allem gegen Ende des Buches die Pläne beschrieben, die die Familienmitglieder für ihr neues Leben machen, das war sehr schön dargestellt und man drückte ihnen regelrecht die Daumen beim Lesen, dass sich das auch alles so umsetzen lässt.

    Ich glaube, Leser aus Ostdeutschland werden vieles aus den Schilderungen wiedererkennen und sich noch deutlich besser in das Buch hineinversetzen können, als es mir gelungen ist. Trotzdem insgesamt eine interessante Lektüre, auch und gerade für mich als „Westkind“.

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    von Irene Hantsche, am 14.09.2011

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    Der Titel des Buches ist entlehnt aus Dostojewskis „Die Brüder Karamasow“, ein Buch, mit dem sich die 17 jährige Maria gerne in die Natur oder ihr „Spinnenzimmer“ auf einem Bauernhof zurückzieht. Den kleinen Ort in Sachsen Anhalt konnten weder der Krieg noch die DDR-Zeit zerstören, und auch 1990 wird das Leben, weitgehend unbeeindruckt von der Wendezeit, von der Landwirtschaft bestimmt. Die Icherzählerin Maria lebt hier auf dem Hof ihrer angehenden Schwiegereltern und verliebt sich in Henner vom Nachbarhof, einen oft betrunkenen, derben und 23 Jahre älteren Mann. Ihre heimliche Liebe öffentlich zu leben scheint gerade in dem dörflichen Umfeld unmöglich.
    Wie die Autorin aber die beinah obsessive Beziehung Marias zu Henner schildert, wird einfach, sehr berührend und eindringlich erzählt, auch wenn der Leser die Faszination für den grobschlächtigen Mann nicht nachvollziehen kann.
    Mir hat besonders die Sprache der Autorin gefallen, die in klaren schnörkellosen Sätzen die junge Frau in ihrer Umgebung spiegelt. Ebenso gelingt es der Icherzählerin, vom zuweilen derben und hemmungslosen Sex zu erzählen, ohne dabei ins Pornographische abzurutschen.

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