Rezensent im Portrait

aus Hannover
- Gesamte Rezensionen
- 910 (ansehen)
- Über mich
- lese gerne gute Krimis, Thriller, Belletristik. Für ein gutes Hörbuch gehe ich meilenweit.
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Temporeicher Action-JugendthrillerRezension vom 09.03.2013Einen temporeichen Action-Jugendthriller hat Joe Schreiber hier abgeliefert. Auf nur 200 Seiten lässt er nichts aus: wilde Verfolgungjagden, gefährliche Schießereien, zersplitterte Heckscheiben, prügelnde Nachtclubbesitzer, rettende Hubschrauber und einen schüchternen Kuss, der viel bedeutet. Das alles wird mit viel Witz und Humor gewürzt. So erlebt der etwas schüchterne Perry die Nacht seines Lebens und lernt dabei auch noch, einen wichtigen Schritt in Richtung Erwachsen-werden zu machen und sich aus dem Schatten seines übermächtigen Vaters zu befreien. Vor jedes Kapitel setzt Schreiber eine jener von Personalagenturen und Elite-Unis so gern gestellten psychologischen Bewerbungsfragen, in denen die Kandidaten sich selbst einschätzen sollen - ein wunderbares Mittel, das Komisch-fantastische dieser einmaligen Nacht zu beschreiben. Der nette Perry und seine Austauschschülerin Gobi, in der eine voll ausgebildete Killerin steckt, entwickeln dabei in kürzester Zeit eine innige Freundschaft. Eine rasante Lovestory der etwas anderen Art, wunderbar kurz und knackig erzählt. Fortsetzung folgt. -
Der zweite Krimi von Daniel Holbe mit Julia DurantRezension vom 09.03.2013Tödlicher Absturz ist der zweite Krimi, den Daniel Holbe im Namen des 2011 verstorbenen Schriftstellers Andreas Franz geschrieben hat. Dieses Mal entführt er uns in die Welt der Hochfinanz und der Kämpfe im Haifischbecken der Finanzjongleure, die in den stürmischen Gewässern des internationalen Geldverkehrs nur auf ihr nächstes Opfer warten. Egoismus, Misstrauen und Machtmissbrauch bestimmen den Alltag in den oberen Etagen der Taunusanlage. Doch auch in Julias Team steht nicht alles zum besten - sie selbst kämpft mit ihrem Alter, ihre Kollegen Sabine Kellermann und Frank Hellmer haben private Probleme. Dies alles breitet Holbe auf fast fünfhundert Seiten aus, und so hat Tödlicher Absturz, trotz eines actionreichen Finales, einige Längen, die die bisher gewohnte Spannung vermissen lassen. Lesen wir darüber hinweg, oder hoffen wir auf bessere Zeiten. -
Ein spannender Euro-ThrillerRezension vom 09.03.2013Nachdem sich in Gier die neue europäischen Sondereinheit um Paul Hjelm erstmals bewähren konnte, lässt Arne Dahl sie jetzt erneut ermitteln. Und dabei geht er gleich in die Vollen - ein einzelner Serientäter langt ihm dieses Mal nicht, gleich mit zwei unterschiedlichen Rächern haben es die sympathischen Ermittler zu tun. Die darum gestrickte Story entwickelt sich intelligent, überrascht mit unerwarteten Wendungen und wartet mit einiger Action auf, wobei der schwedische Autor auch Themen wie genetische Versuche während des Kalten Krieges oder Verbrechen unter der Stalin-Diktatur anspricht. Gleichzeitig lässt er das zunächst sehr heterogene Ermittlerteam, dessen Mitglieder aus mehreren europäischen Staaten kommen, immer stärker zusammenwachsen. Während der Einsätze, aber auch privat finden die Fahnder zunehmend Vertrauen zueinander. So ist Arne Dahl mit Zorn, trotz einzelner Längen, ein spannender Euro-Thriller gelungen, der Lust auf mehr macht. -
Das letzte rasant-fantastische AbenteuerRezension vom 09.03.2013Das magische Tor ist der krönende Abschluss der Artemis Fowl-Reihe, einer Geschichte um einen jugendlichen Meisterdieb, der, wie der Autor selbst sagt, seine Entwicklung als böser James Bond in Kindergestalt begann. Artemis hat sich allerdings in den bisher acht Büchern sehr verändert: Aus dem bad boy wurde der good boy, was letztendlich auch dem guten Einfluss seiner Freundin, der Elfe Holly Short zu verdanken ist. In ihrem letzten ultimativen Kampf müssen die Freunde noch einmal alles aufbieten; rasant jagen Artemis, Holly und Butler durch eine temporeiche Story, an der natürlich auch Foaly, der technische überragende Centaur und Mulch, der alles fressende Zwerg ihren Anteil haben. Und die, soviel sei verraten, auf eine äußerst charmante Weise endet. Schluss, aus. Oder gibt es vielleicht irgendwann ein Wiedersehen mit Artemis als Filmheld? Wer weiß das schon. -
Ernste TöneRezension vom 06.03.2013n der Welt der Sookie Stackhouse ist alles etwas anders. Dort existieren Vampire, Werwölfe, Kobolde und andere Supras ganz normal mit allen anderen zusammen. Und Sookie, die Gedanken lesen kann, weiß seit neuestem, dass ihre Großmutter eine Affäre mit einem Elfen hatte - weshalb Sookie nun ein echter Leckerbissen für die Vampire ist, die sich in den USA vor nicht allzu langer Zeit geoutet haben. Doch keine Angst, Charlaine Harris lässt sich auch im neuen Abenteuer Cocktail für einen Vampir wieder einiges einfallen, um ihre Heldin zu retten. Dabei hat sie Sookie auch ein wenig erwachsener werden lassen, denn während die junge Dame in den ersten Büchern noch mit frischer Naivität von einem Abenteuer ins nächste stolperte und auch der Romantik nicht abhold blieb, legt die mittlerweile 28jährige inzwischen eine gehörige Portion Coolness an den Tag - sie hat zu viel erlebt, und diese Erfahrungen lässt die Autorin immer wieder mit einfließen. So ist das Leben, trotz seiner schillernden Gestalten und aufregenden Abenteuer, auch für Harris Heldin etwas ernster geworden. Doch in jedem Fall gilt: Sookies schlagfertiger Humor bleibt nicht auf der Strecke. Und dafür lieben wir sie ja. -
Ein sehr geruhsames TempoRezension vom 06.03.2013Ann Rossmann verbindet in ihrem Krimi Die Wächter von Marstrand" viel Privates mit einem Fall, der zwar der Angelpunkt ihrer Story ist, aber von der zuständigen Polizei eher beiläufig bearbeitet wird. In den Vordergrund stellt sie stattdessen zwei Geschichten, von denen uns die eine weit zurück in die Vergangenheit der kleinen Insel vor Göteburg führt. Im ausgehenden 18. Jahrhundert, als das Eiland noch Paradies für Schmuggler und Piraten war, lebte hier eine selbstbewusste Frau, die trotz widriger Umstände versuchte, ihr Glück zu finden. Die zweite Story, die in der Gegenwart spielt, erzählt vom Erhalt familiärer Besitztümer und vom Bewahren der Geschichte. Mit ihrem sehr geruhsamen Tempo macht Rossmann klar, dass das Leben auf Marstrand einen ganz anderen Rhythmus hat, als das hektische Treiben in der direkt benachbarten Großstadt. Und so kommt Die Wächter von Marstrand auch ohne viel Action und Blutvergießen aus, sondern zeichnet eher ein Bild von starken Frauen, geschichtlicher Verbundenheit und dem Leben auf Inseln - mit allen Dramen, die eine kleine Gemeinschaft eben so mit sich bringt. -
Spannendes aus einem fantastisch-historischen LondonRezension vom 06.03.2013Dass aus England jede Menge gute Jugend-Fantasy weit ab von Harry Potter kommt, wissen wir spätestens seit der Trilogie um den Dschinn Bartholemeus von Jonathan Strout. Jetzt haben auch Andrew Prentice und Jonathan Weil das historische London als Schauplatz für eine spannende Fantasy-Geschichte entdeckt. Die erste Großstadt des modernen Europas war nicht nur auf dem Weg zur führenden Handelsmetropole, sondern gleichzeitig ein Dschungel für Diebe und andere zwielichtige Gestalten. Mit dem jungen Jack schaffen die beiden Autoren eine sympathische Figur, die sich mit viel Witz und Herz durch die Untiefen der Londoner Unterwelt schlägt und dabei jede Menge Magie erlernt, Freunde findet und den Kampf mit dem Mörder seiner Mutter aufnimmt. Nach einem fulminanten Finale, in dem die beiden Autoren alle Register des Fantasy-Genres ziehen, bleibt uns nur die Hoffnung, dass Jack im fantastisch-historischen London noch viele weitere Abenteuer zu bestehen hat. Unterhaltsame und fesselnde Jugendfantasy von der britischen Insel. -
Eine intelligent aufgebaute Story, die mit viel psychologischem Scharfsinn aufwartetRezension vom 06.03.2013Elisabeth Herrmanns Krimis sind immer etwas besonderes. Nachdem wir in ihren früheren Bänden den Rechtsanwalt Joachim Vernau bei seinen ganz eigenen Ermittlungsmethoden beobachten konnten, lockt sie uns nun bereits zum zweiten Mal in besonders vernachlässigte Gegenden Deutschlands. Im Jugendkrimi Schattengrund war das ein abgelegener Ort im Hochharz, in Das Dorf der Mörder geraten wir in fast vergessene Orte im tiefsten Brandenburg. Hier entwickelt Hermann eine spannende, intelligent aufgebaute Story, die mit viel psychologischem Scharfsinn aufwartet. Das Ganze wird fesselnd erzählt von der Schauspielerin Eva Mattes, die wir in letzter Zeit vor allen Dingen aus dem Konstanzer Tatort-Folgen kennen. Ob auf die ebenso ehrgeizige wie pfiffige Sanella Beara noch weitere Fälle warten? -
Für Fans von Zeitreisen und geheimnisvollen BotschaftenRezension vom 06.03.2013Natürlich erinnert Die achte Offenbarung, der neue Thriller von Karl Olsberg, an die Dan Brown-Romane. Das gibt der Autor auch um unumwunden zu. Aber trotzdem oder gerade deswegen ist sein neuer Roman ein ebenso spannender wie informativer Mix aus packender Action und wissenschaftlichen Erkenntnissen über Kryptologie, String-Theorien und vielem mehr. Der Autor jagt seine beiden Figuren quer durch Deutschland, von Köln in den Schwarzwald und von Düsseldorf nach Berlin. Dabei findet er jedoch immer eine gute Balance zwischen rasanten Verfolgungsjagden und scharfsinnigen Recherchen; selbst ein kleiner Schuss Romantik fehlt hier nicht. So ist Die achte Offenbarung spannende und unterhaltsame Lektüre für alle Fans von Verschwörungstheorien, Zeitreisen und geheimnisvollen Botschaften. Und am Ende winkt ein äußerst charmantes Finale. -
Engagierte Krimilektüre aus BremenRezension vom 01.03.2013Nachdem die Autorin Rose Gerdts ihr Ermittlerpärchen Frank Steenhoff und Navideh Petersen in den letzten Krimis mit Ehrenmorden (Ehrenhüter) und Landminen (Schattenschmerz) beschäftigt hat, geht es dieses Mal um die Rolle eines Bremer Polizeibataillons im 2. Weltkrieg. Teile dieser Truppe waren 1941 bei den Erschießungskommandos dabei, die über 33.000 Juden aus Kiew ermordeten, ohne das sie jemals zur Rechenschaft gezogen wurden. Nach dem Krieg wurden die Ereignisse lange Zeit totgeschwiegen; erst in den letzten Jahren begann eine zaghafte Aufarbeitung. Ausgehend von diesen Ereignissen geht die Autorin der Frage nach, ob Sühne das Erbe der Nachkommen ist oder ob eine friedliche Aussöhnung möglich ist. Mit Morgengrauen gelingt Rose Gerdts so erneut ein spannender Krimi, der gute Unterhaltung mit einem brisanten geschichtlichen Thema verbindet. Engagierte Krimilektüre aus Bremen.
















