Rezensent im Portrait
aus Berlin
- Gesamte Rezensionen
- 151 (ansehen)
-
Soziopath trifft SerienkillerRezension vom 31.12.2011Ein 15-jähriger, der zu keinen Emotionen fähig ist, ein Soziopath, ist von Serienkillern fasziniert und ha Angst selber einer zu werden. Er hat Regeln aufgestellt um nicht in typische Verhaltensmuster zu verfallen. Zusätzlich betreibt seine Mutter ein Bestattungsinstitut und er hilft bereits seit Jahren beim Einbalsamieren. Doch ist das förderlich? Dann geschehen in der kleinen Stadt mehrere grausame Morde. Und anstatt Angst zu haben, steigt seine Faszination und er will dem Täter auf die Spur kommen.
Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben und spiegelt sehr authentisch die innere Zerrissenheit wider. Anfangs ist es etwas eklig, wenn der Einbalsamierungsvorgang seitenweise detailliert beschrieben wird, aber dann erfolgt die Konzentration auf die Story. Sehr spannend geschrieben. Ich freu mich auf den nächsten Teil Mr. Monster.
-
Fitzek muss man liebenRezension vom 31.12.2011SUPER! Den Vorgänger Augensammler hatte ich bereits gelesen und vom Augenjäger vorab eine Leseprobe. Nun konnte ich es endlich komplett lesen. Man darf von der Story nicht zuviel erzählen, sonst ist die Luft raus. Das Buch knüpft an den Vorgänger an (auch hier wollen wir nicht zuviel verraten, falls jemand diesen noch nicht gelesen hat). Eine Alkoholikerin bekommt in einer Entzugsklinik ein Foto von ihrer offensichtlich entführten und misshandelten Tochter gezeigt. Alex hat sich mit dem Augensammler ein tödliches Finale geliefert. Und Alina wird in eine Story um einen inhaftierten Augenarzt hineingezogen, der seinen Opfern die Augenlider entfernte bevor er sie vergewaltigte.
Die Handlungsstränge sind gewohnt komplex und verwirrend. Die ganze Zeit verdächtigt man abwechselnd jemand anderen, versucht in allem einen Sinn zu erkennen, bloß um am Ende wie vor den Kopf gestoßen zurück zu bleiben. Die Technik hat Fitzek wirklich gut raus. Und um es mit seinen Worten zu sagen, das ist kein Hollywoodroman, in dem am Ende alle glücklich sind und einfach weiter leben. Spannung bis zum Ende. Um aber wirklich alles verstehen zu können bitte Augensammler vorher lesen!
-
erdrückende DichteRezension vom 31.12.2011Ein früher Krimi von 1993. Die Story wirkt größtenteils sehr komplex und wuchtig. Das liegt sicherlich zum einen an der Übersetzung, zum anderen an der schlechten Gliederung. Kapitel gibt es nicht, nur Angaben wenn der Tag wechselt. Ansonsten sind selbst wechselnde Schauplätze mit neuen Figuren hintereinanderweg geschrieben, so dass man nur schwer ins Geschehen findet. Zudem gibt es sehr viele Figuren, die irgendwie zu einem Handlungsstrang verwoben werden wollen. Erst als nach und nach mehr Leute sterben lichten sich die vielen Handlungsstränge und man kommt besser hinterher. Ein Drogentoter, ein toter Anwalt und noch einer. Ein ziemlicher Abgrund im norwegischen Drogenmilieu, der Politik und dem Anwaltsstand. Die Spannung kam bei mir erst im letzten drittel auf, davor war die Dichte der Story einfach zu erdrückend. -
TierfabelRezension vom 23.12.2011Ein Buch mit Tieren als Darstellern. Der Aufbau entspricht eher einer Fabel. Mit viel philosophischen Hintergrund. Eine Ente ist mit einem Wolf verheiratet. Er, Philosoph, will mal was Richtiges machen und beschließt die gemeinsamen Eier auszubrüten. Ohne sie. Während er seelenruhig brütet und sich mit einem Igel anfreundet, irrt sie die nächsten 28 Tage in der Welt herum und sucht ihren Platz.
Die Kapitel sind recht kurz und lesen sich flüssig. Ab und an kommt etwas Humor durch, aber grundsätzlich ist es eher philosophisch. Also ncihts für Gemüter, die eine lustige Parodie erwarten. Auch der Pinguin erscheint nur auf dem Klappentext. Vorrangig geht es um ihn, den Philosophen.
-
etwas irreführender TitelRezension vom 23.12.2011Zweiter Teil der Serie um die Biochemikerin Emma. Die Ultramarathonläuferin ist gerade auf einem Rennen in Afrika unterwegs, als eine Autobombe neben ihr explodiert und ihr ein Fremder irgendwas injiziert. Durch den Adrenalinstoß wird bei ihr der Reflex des laufens = fliehen verstärkt. Nachdem die Wirkung nachlässt, ist auch schon der Buchtitel passé. Emma eilt nämlich Sumner zu Hilfe, der auf einem Luxusliner nahe Somalia von Piraten umlagert wird. Dieser Weg hin (und nicht weg) macht ¾ des Buches aus.
Der Schreibstil ist flüssig, die Handlungsschauplätze zahlreich und natürlich steht da noch die Frage wer steckt hinter den Piraten und der Droge.
Insgesamt nur ein solides Werk, ohne Besonderheiten.
-
wirkt tw. zusammengesetztRezension vom 11.12.2011Wer moderne Frauenromane mag, kommt ihr voll auf seine Kosten. Marie hat Kleinkind und Freund, da taucht plötzlich ihr Ex wieder auf (ebenfalls mit Freundin und Kind). Sie ziehen gegenüber ein. Doch Paul scheint an einer intimeren Freundschaft interessiert. Warum bloß hat Paul immer noch diese kompromisslose sexuelle Anziehungskraft auf Marie?
Das Buch ist aus Sicht von Marie geschrieben. Leider wirkte es trotz des guten modernen Schreibstils (kein Blatt vor den Mund gespickt mit bitterem Humor) teilweise wie die Zusammensetzung verschiedener Ideen von Szenen, die der Autorin beim Schreiben durch den Kopf gingen und nun auf biegen und brechen zusammen geführt werden mussten. Dadurch erscheint Marie sprunghafter als es der Geschichte dienlich ist. Auch haben mich die vielen sexuellen unerfüllten Tagträumereien genervt, das ist ein Touch too much.
-
weihnachtliche KurzgeschichtenRezension vom 11.12.201124 weihnachtliche Krimi-Kurzgeschichten von 24 deutschen Autorinnen, von Gisa Klönne zusammengestellt. Jede Geschichte ist knapp 10 Seiten lang und eine gute Kalender-Alternative für Leseratten. -
gut spannendRezension vom 11.12.2011Vor 10 Jahren verschwand der Student Mack spurlos. Doch jedes Jahr ruft er zum Muttertag zu Hause an. Nun hat seine kleine Schwester genug und macht sich auf die Suche nach ihm. Dabei wurden alte Fälle aufgerollt, in denen junge Studentinnen verschwanden und die Frage auftaucht, ob Mack sich bewusst versteckt und was mit dem Verschwinden der jungen Frauen zu tun hat. Dann verschwindet die nächste Frau.
Das Buch ist sehr flüssig und auch spannend geschrieben. Es wechselt zwischen den Erzählperspektiven Neutralität und die Schwester. Ab und an ist die Wortwahl besonders in der Ich-Perspektive etwas profan, kann aber auch an der Übersetzung liegen. Trotzdem ist das Buch fast bis zum Schluß spannend. Doch das Ende und die Auflösung ist dann trotz der Spannung etwas zu plump und auch zu schnell erzählt.
-
bayrischer guter KrimiRezension vom 11.12.2011Ein super spannender deutscher Bayern-Krimi. Die Handlung wechselt immer zwischen 2007 (vor 2 Jahren) und dem Jetzt (2009). An einem Schafkopf-Abend verschwindet Kati, die von ihrem Freund jahrelang brutal verprügelt wurde. Im Jetzt wird dem Prügelfreund der Kopf weggeschossen. Kurz darauf stirbt auch noch ein Anwalt, der behauptete was gesehen zu haben.
Die Handlungen im Jetzt und Damals und auch die Personen und deren Schicksale sind sehr gekonnt und spannend miteinander verwoben. Es ist tatsächlich bis zur 4.letzten Seite spannend und erst da wird alles aufgeklärt.
Toll ist auch der bayrische Dialekt. Geschrieben ist die Erzählperspektive in Hochdeutsch, jedoch sprechen die Protagonisten in bayrisch. Das ist echt charmant und eben authentisch.
Von Föhr lese ich bestimmt noch mehr.
-
britischer Detektiv-KlassikerRezension vom 20.11.2011Eine Sammlung von 12 Kurzgeschichten von Sherlock Holmes. Skandal in Böhmen, Die Liga der Rothaarigen, Eine Frage der Identität, Das Geheimnis vom Boscombe-Tal, Die fünf Orangenkerne, Der Mann mit der Fratze, Der blaue Karfunkel, das gefleckte Band, der Daumen des Ingenieurs, der adlige Junggeselle, das grüne Diadem und Blutbuchen. Eben in typischer Manier wird weniger ein Geschehnisablauf beschrieben als vielmehr ein Problem erzählt, Holmes untersucht etwas nach einer ungenauen Beschreibung und lüftet dann das Geheimnis bzw. seine Erkenntnisse. Trotzdem eben Klassiker des Detektiv-Genre.
















